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Beardfish

+ 4626 - Comfortzone

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Rikard Sjöblom vocals, keyboards, guitar
David Zackrisson guitar, vocals
Robert Hansen bass
Magnus Östgren drums

Gastmusiker

Gabriel Olsson bass (CD2)
Stefan Aronsson flute (CD2)
Sofie Lindgren tenor sax (CD2)
William Blackmon Terry SFX (CD2)

Tracklist

Disc 1
1. The One Inside Part 1 (Noise in the Background) 1:47
2. Hold On 7:47
3. Comfort Zone 9:34
4. Can You See Me Now? 3:43
5. King 5:43
6. The One Inside Part 2 (My Companion Through Life) 4:05
7. Daughter/Whore 5:22
8. If We Must Be Apart (A Love Story Continued) 15:34
9. Ode To The Rock'n'Roller 7:20
10. The One Inside Part 3 (Relief) 4:33
Gesamtlaufzeit65:28
Disc 2
1. Factory   (Outtakes and Demos 2001 - 2008) 8:28
2. Sense of Timing 7:55
3. Luminaire 5:37
4. Sun down 5:30
5. Seem 3:38
6. Jack of all trade 4:34
7. Dilly dally (roulette) 1:35
8. Ya ya 7:29
9. Pyramid extract 2:54
10. Now 8:55
11. Mystique of the ARP synthesizer 2:41
12. El nino 4:42
13. ...and terry takes the christmas route 11:22
Gesamtlaufzeit75:20


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


It feels like I've been doing this for a million years

Every note has been played before in this exact order too And none of those buttholes out there really want anything new

So I just keep cookin' this ol' familiar stew and it's kind of rank

(„Ode To The Rock'n'Roller“)

Wenn man diese Worte auf einem Retroprog-Album hört, fühlt man sich doch irgendwie ertappt. Ich musste schmunzeln. Meint Sjöblom die Fans? Ist er seines Tuns müde? Gibt es einfach nichts mehr Neues? Fragen über Fragen wirft Beardfishs neues Werk mit dem seltsamen Titel (den ich vielleicht nur nicht verstanden habe) „+ 4626 – Comfortzone“ auf (Danke für die zahlreichen Hinweise: 46 ist die Landesvorwahl von Schweden, 26 die Vorwahl von Gävle, der Heimatstadt von Beardfish… so klärt sich das also). Die Schweden, die zuletzt ja einen flotten Veröffentlichungs-Rhythmus hatten, haben sich diesmal etwas mehr Zeit gelassen. So hat es drei Jahre zwischen dem Vorgänger und dem neuen Werk gedauert.

Nach dem ersten Durchlauf ist klar. Beardfish setzen sich weiterhin in der Spitzengruppe der Retroprog-Bands fest und auch ihr neues Werk ist ein wundervolles Album geworden. Wenn man schon meckern will, dann, dass man sich statt nach vorne eher nach hinten bewegt und eine Art „Sleeping in Traffic, Part 3“ vorlegt. Vielleicht ist halt doch alles gesagt, alles gespielt (siehe oben).

Aber wischt man diesen Eindruck beiseite, dann kann man ein hervorragendes Album mit all den Beardfish-Markenzeichen, wie lockeren melancholischen Retroprog, hardrockige Ansätze, jazzige Momente, leicht angeblueste Ausflüge und beatleske Melodien, genießen. Lediglich die großen Überraschungen gibt es beim mittlerweile achten Studio-Album halt nicht mehr. Trotzdem unterhalten die Songs mit witzigen Einfällen und Wendungen, farbigen Arrangement und immerhin noch der einen oder anderen kuriosen Idee. Wie z.B. „Hold On“, welches passenderweise deutlich nach Yes klingt. Garant für große Momente ist vor allem der Longtrack „If We Must Be Apart“ (A Love Story Continued)“. Hier ziehen Beardfish von hardrockig bis melancholisch, von Abgeh-Parts bis verspielten Momenten alle Register.

Echte Fans greifen natürlich zur (limitierten?) Doppel-CD-Ausgabe im hübschen Digipak. Und hier entzündet sich vielleicht der zweite Mecker. Die zweite CD „Outtakes and Demos“ enthält Aufnahmen von 2001 bis etwa 2008, teils Vorübungen für die erste Veröffentlichung, teils Demos, die während der Sessions für die folgenden Studioalben entstanden. Die CD ist brillant und macht einen unbändigen Spaß... und zeigt vor allem, wie wagemutig und überschäumend kreativ die Band schon mal unterwegs war. Das vermisst man auf dem 'offiziellen' Album dann doch etwas. Die historischen Aufnahmen haben teils einen etwas rauen, sehr direkten Sound, direkt ins Gesicht sozusagen. Aber das passt gut und die Band agiert teils so abgedreht und wild, dass man es kaum glauben mag. Ein schönes Dokument für die Fans und eine Bereicherung für's Gesamtpaket.

Wie ich schon an anderer Stelle schrieb... Retroprog-Fans haben's gut in diesen Anfangstagen 2015.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2015
Letzte Änderung: 27.1.2015
Wertung: 11/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


It feels like I've been doing this for a million years Every note has been played before in this exact order too And none of those buttholes out there really want anything new So I just keep cookin' this ol' familiar stew and it's kind of rank („Ode To The Rock'n'Roller“)

Tja, Thomas. Heute wissen wir was Sjöblom mit diesen Zeilen gemeint hat. Er hat die Band im Sommer 2016 aufgelöst und so bleibt dies voraussichtlich der letzte Output der Schweden. Er hatte keinen Bock mehr drauf immer wieder die gleichen Songs zu spielen. Viele Infos gibt es im Booklet ja schon nicht mehr. Keine Angabe über die Musiker, keine Instrumentierung, nichts. Na denn.....Es schien nicht mehr wichtig zu sein.

Die bisherigen Alben von Beardfish gaben selten Anlass zu großer Kritik. Im Retroprogbereich gehörten sie für mich zur Speerspitze mit den durchdachten Kompositionen von Rikard Sjöblom, sowie seinem exzellenten Keyboardspiel. Doch auch die Mitstreiter Zackrisson, Östgren und vor allem Hansen am Bass trugen viel zum Erfolg der Band bei. Alles klang bei ihnen immer so leicht und klar. Ihr Retroprog bediente sich aus so vielen Schubladen, dass man überhaupt keine Vergleiche mehr ziehen konnte zu früheren Bands. Das Titelstück ist dafür ein gutes Beispiel. Ein sofort im Ohr hängen bleibendes Gitarrenriff, tiefe Pianotöne auf einem schönen Rhythmusteppich und ein eindringlicher Gesang von Sjöblom machen aus dieser Nummer etwas ganz spezielles. Das ist Prog mit Herz UND Verstand.

Sie konnten aber auch härter rocken und das zeigen sie in HOLD ON. Da geht es zur Sache und da wagen sie sich weit in andere (Hard)Rockbereiche. CAN YOU SEE ME NOW hat dann im Gegenzug einen simplen Akkord als Basis und der Fuß wippt, ob man will oder nicht, einfach mit. Hier ist die bereits angesprochene Leichtigkeit greifbar, denn die Nummer hebt die Laune und gefällt.

Es folgen 2 Tracks, durchbrochen nur von dem ruhigeren THE ONE INSIDE PART 2, wo die Musiker richtig hart rocken, bis hin zu Metaleinlagen. KING, und noch viel mehr DAUGHTER/WHORE lassen die Sau raus. In KING dominiert die Gitarre und die Drum in Zusammenarbeit mit dem Bass rocken höllisch drauf los. DAUGHTER/WHORE klingt wie ein Punksong, Beardfish hauen alles raus, rotzige Gitarre, knüppelnde Drums. Im Mittelteil ein schnell gespieltes Gitarrensolo. Man hat keine Zeit zum Luft holen.

Mit dem Longtrack IF WE MUST BE APART geht es weiter. Hansen's Bass hämmert am Anfang, die Orgel wimmert und dann kommt plötzlich diese A-Gitarre mit einem Riff das dich aus den Socken hat, gemeinsam mit dieser Stimme die da singt „She still thinks about him from time to time“. Textlich ist der Song absolut phantastisch und man sollte sich wirklich mal damit beschäftigen. Sjöblom beschreibt mit viel Gefühl, wie eine Frau über ihren vor 10 Jahren verstorbenen Mann (Selbstmord) nachdenkt, während sie von ihrem neuen Mann schwanger ist. Der ahnt natürlich nichts von ihren Gedanken, in denen sie gefangen ist. Musikalisch ist der Song auch eine Klasse für sich. Er springt mit vielen Rhythmus- und Taktwechseln hin und her, der Sänger flüstert, dann schreit er wieder. Die Keyboards spielen zum Schluss hin immer dominanter, was dem Song etwas Erhabenes verleiht. Es gibt Anleihen bei vielen Musikstilen, aber die Band lässt keinen Stil überhand nehmen.

Fast zum Schluss noch ODE TO THE ROCK'N'ROLLER. Auch dieser Text ist es wert, genauer gelesen zu werden. Der Song ist abwechslungsreich, geht auch nicht so einfach ins Ohr. Bedingt durch den Text versucht er auch ein gewisses Livefeeling zu vermitteln mittels eingefügter Samples von Publikum.

Beardfish haben noch ein dreiteiliges Stück mit THE ONE INSIDE PART 1-3 aufgenommen. Part 1 beginnt das Album, im Mittelteil der CD dann Part 2 und ganz zum Schluss Part 3. Es ist eigentlich immer derselbe kurze Song, aber jedes mal anders interpretiert. Gute Idee und auch gut umgesetzt.

Retroprogfans kommen an Beardfish nicht vorbei. Die Band verkörpert mehr oder weniger alles, was man von diesem Stil erwarten kann. Ob kompositorisch oder von der Fähigkeit ihre Instrumente zu spielen. Die Arrangements sind gelungen, es kommen keine Streicher oder Bläser zum Einsatz. Sie spielen Retroprog pur. Nur schade, dass es sie nicht mehr gibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.12.2016
Letzte Änderung: 25.12.2016
Wertung: 11/15
gutes Finale einer tollen Band

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beardfish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Fran En Plats Du Ej Kan Se 10.00 1
2006 The Sane Day 11.50 2
2007 Sleeping In Traffic: Part One 12.00 1
2008 Sleeping In Traffic: Part Two 11.40 5
2009 Destined Solitaire 11.50 4
2011 Mammoth 11.00 2
2012 The Void 10.75 4

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