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24790 Rezensionen zu 16972 Alben von 6609 Bands.
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Tangerine Dream

One Night in Africa

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Worldmusic / Ethno
Label: Eastgate
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Besetzung

Edgar Froese

Tracklist

Disc 1
1. Bells of Acra 14:28
2. Madagascar 6:29
3. Serpent Magique 9:24
4. Sahara Storm 5:14
5. Kilimandscharo 9:43
6. Rain Prayer 7:19
7. Sadness of Echnaton losing the World Child 6:25
8. Twilight in Abidjan 4:54
9. Mombasa (Tuareg Remix) 9:42
Gesamtlaufzeit73:38


Rezensionen


Von: Christian Rode @


Wir kommen aus Afrika. Wir sind geflohen, weil wir dort nicht mehr leben konnten. Es gab hier, wo wir angekommen sind, schon Menschen, bevor wir kamen. Aber das ist eigentlich egal, denn wir sind alle Menschen und wir kommen alle aus Afrika. Seit über 40.000 Jahren.

Im Jahr 2006 bereiste Edgar Froese mit seiner Frau Bianca Acquaye die Insel Madagascar. Ein alter Mann erklärte ihnen an einem alten Stammesplatz, dass ihre Füße hier den Boden der Wiege der Menschheit berühren würden. Er berichtete auch von einer älteren, inzwischen ausgestorbenen menschlichen Rasse, die vor Urzeiten diese Insel bevölkerte. „Sie hatten eine sehr hohe spirituelle Entwicklung und wussten von Dingen, von denen wir heute nicht einmal mehr träumen können. Ihre Kenntnis von Himmel und Erde war ganzheitlich und umfassend.“ Der alte Afrikaner teilte den beiden Besuchern dann Dinge mit, die ihre Weltsicht vollständig umkrempelten. In jener einen Nacht in Afrika formte sich die Idee zu diesem Album.

Wir wissen nicht, welches okkulte Wissen der alte Afrikaner mitgeteilt hat, denn darüber verliert Froese in seinem Begleittext zu „One Night in Africa“ leider kein weiteres Wort. Aber wir können sicher sein, dass er versucht hat, dieses Wissen in Musik umzuwandeln. Was die Musik neben dieser alten Magie ausdrücken soll, ist auch das Andenken an all das Leid, das Europäer den Völkern Afrikas angetan haben. Das einzige Mittel, um wirklich zur Erkenntnis der Verbundenheit der Menschen untereinander zu gelangen, sieht Froese in der Kunst. Sie kann uns in jeder ihrer Formen dieses Gefühl vermitteln, dass wir alle gemeinsame Wurzeln haben. Ein verändertes Bewusstsein ist kein schnelles Mittel gegen akutes physisches Leid. Das weiß auch Froese, aber nur ein Bewusstseinswandel kann eine dauerhafte Veränderung einleiten. „Touch the African ground yourself musically – it is your ground as well, your very first cradle.“ (Edgar Froese)

Es handelt es sich bei One Night in Africa nicht um ein Album, dessen Material vollständig neu komponiert und eingespielt worden wäre. Vielmehr wurde mit Bells of Acra angefangen jedes zweite Stück des Albums bereits zuvor veröffentlicht: Bells of Acra (2007, Bells of Acra EP und live), Serpent Magique (2008, Views from a Red Train u.a.), Kilimandscharo (2009, Booster III), Sadness of Echnaton loosing the World Child (2007, One Times One und live), Mombasa (2009, Booster III u.a.). Mithin sind also auf One Night in Africa lediglich vier bis dato unveröffentlichte Kompositionen enthalten, von denen auch noch drei zeitgleich auf Booster VI erschienen sind. Es bleibt also tatsächlich nur ein einziges Stück, das in einer Studio-Version nur auf diesem Album zu hören ist: Rain Prayer. Das wird aber eigentlich nur den absoluten Tangerine Dream–Fan interessieren bzw. stören, denn wer sonst hat schon all diese kleinen EPs und CDs, auf denen die Titel verstreut sind, zumal diese z.T. auch nicht mehr erhältlich sind? Hier sind sie thematisch zu einem in sich konsistenten Album zusammengefügt.

Froese ist nun an das Thema auf die ihm eigene Weise herangegangen. Er möchte nicht möglichst „authentisch“ afrikanisch klingen, sondern es geht mehr um ein gewisses Weltgefühl, eine esoterisch-mystische Spiritualität, der er musikalisch mit seinen elektronischen Mitteln Ausdruck verleihen möchte. Hierzu bedient er sich auch afrikanischer Rhyhthmen und Gesänge, ohne dass man diese nun für bloßen Zierrat halten würde. Wobei „Gesänge“ hier ein etwas vager Begriff ist, denn es sind mehr Laute, die nach Musik klingen. Manchmal ist man sich nicht einmal sicher, ob man wirklich Stimmen oder nur Computergeneriertes hört. Froese versteht es, diese Ingredienzien geschickt in das Gesamtbild einzuweben und diesem dadurch ein ganz eigenes Gepräge zu geben. One Night in Africa lässt so die vielfältigen Gesichter Afrikas musikalische Gestalt annehmen: „Madagascar“ mit tribaler Rhythmik, „Kilimandscharo“ mit stiller Erhabenheit oder „Mombasa“ mit stark vokalem Ethno-Feeling, um nur einige herauszugreifen.

Am 20. Januar 2015 ist Edgar Froese plötzlich verstorben. Sein Werk war facettenreich und tiefgründig. One Night in Africa ist eins seiner letzten Alben und zugleich so etwas wie ein geistiges Vermächtnis.

Anspieltipp(s): Madagascar, Rain Prayer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2015
Letzte Änderung: 25.1.2015
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tangerine Dream

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Electronic Meditation 11.00 2
1971 Alpha Centauri 11.50 2
1972 Zeit 8.20 6
1973 Atem 11.00 2
1974 Phaedra 11.75 4
1975 Ricochet 13.00 3
1975 Rubycon 12.00 3
1976 Stratosfear 11.67 3
1977 Encore 11.50 2
1977 Sorcerer 10.50 2
1978 Cyclone 8.50 2
1979 Force Majeure 8.50 2
1980 Pergamon 10.00 1
1980 Tangram 9.75 4
1981 Exit 8.50 2
1981 Thief 7.00 1
1982 White Eagle 7.50 2
1982 Logos Live 10.33 3
1983 Wavelength 11.00 1
1983 Hyperborea 9.00 2
1984 Poland (The Warsaw Concert) 10.00 2
1984 The Park Is Mine 4.00 1
1984 Flashpoint 5.00 1
1984 Firestarter 7.00 1
1985 Le Parc 7.00 2
1985 Dream Sequence - 2
1985 Legend 12.00 1
1985 Heartbreakers 2.00 1
1986 Green Desert 9.00 3
1986 Underwater Sunlight 8.50 2
1987 Shy People 5.00 1
1987 The Collection - 1
1987 Tyger 8.50 2
1987 Near Dark 8.00 1
1987 Deadly Care 3.00 1
1988 Optical Race 8.00 2
1988 Live Miles 6.50 4
1989 Miracle Mile 9.00 1
1989 Lily on the beach 6.00 1
1989 Dead Solid Perfect 7.00 1
1989 Catch me if you can 4.00 1
1989 Destination Berlin 1.00 1
1990 Melrose 3.00 2
1991 Canyon Dreams 6.00 2
1992 Rockoon 4.00 2
1993 220 Volt Live 7.00 1
1994 Tangents 1973-1983 - 1
1994 Zoning 7.00 1
1994 Turn of the tides 5.00 1
1995 Tyranny of beauty 5.00 2
1995 Dream mixes one - 1
1995 Book of Dreams - 1
1996 Goblins Club 10.50 2
1996 The Dream Roots Collection - 1
1997 Valentine Wheels 7.00 1
1997 Ambient Monkeys - 1
1997 Oasis 8.00 2
1997 Tournado 7.00 1
1998 Quinoa 7.00 1
1998 TimeSquare-Dream Mixes 2 7.00 1
1998 Atlantic Walls (1988-98) - 1
1998 Atlantic Bridges (1988-98) - 1
1998 The Hollywood Years Vol.2 3.00 2
1998 The Hollywood Years Vol.1 6.50 2
1998 Dream Encores 4.50 2
1998 Transsiberia 7.00 1
1999 Sohoman 6.00 1
1999 What a Blast 7.50 2
1999 Mars Polaris - Deep Space Highway To Red Rocks Pavilion 10.00 1
2000 I-Box (1970-1990) - 1
2000 The Seven Letters From Tibet 7.00 2
2000 Antique Dreams 8.00 1
2000 Soundmill Navigator - 1
2000 Great Wall Of China 7.50 2
2001 Dream Mixes Three 10.00 1
2002 Inferno 8.00 1
2003 Mota Atma 10.00 1
2003 Rockface. Live at Berkeley 10.00 1
2003 The Bootleg Box Set Vol.1 12.00 2
2004 East - Live 8.00 1
2004 Purgatorio 7.00 1
2004 Live - Arizona '92 6.00 1
2004 The Bootleg Box Set Vol.2 11.00 2
2005 Kyoto 8.00 1
2005 Rocking Mars 10.00 1
2005 Jeanne D'Arc 8.00 1
2005 Phaedra 2005 8.00 1
2005 Live Brighton - March 25th 1986 10.00 1
2006 Paradiso 11.00 1
2006 Nebulous dawn 12.00 1
2006 35th Phaedra Anniversary Concert - Live in London (DVD) 9.00 1
2007 Madcap's Flaming Duty 7.00 2
2007 Bells of Accra (EP) 10.00 1
2007 One night in space (EP) 8.00 1
2007 Summer In Nagasaki (Part Two from the Five Atomic Seasons) 10.00 1
2007 Springtime in Nagasaki (Part One from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 Tangram 2008 11.00 1
2008 Autumn In Hiroshima (Part Three from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 The Anthology Decades - The Space Years Volume One 8.00 1
2009 Winter in Hiroshima (Part Four from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2010 The Endless Season 12.00 1
2010 Under Cover. Chapter One - 1
2011 Mona Da Vinci 10.00 1
2011 Edgar Allan Poe's The Island of the Fay. A Nonverbal Musical Translation 11.00 1
2012 Booster V - 1
2015 Reims Cathedral December 1974 & Mozartsaal, Mannheim October 1976 11.00 1
2015 Quantum Key 11.00 1
2016 Palais de Congres, Paris March 1978 & Palast der Republik, East Berlin January 1980 10.00 1
2017 Quantum Gate 10.00 2
2017 Light Flux - 1

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