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Van der Graaf (Generator)

Merlin Atmos

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Aufnahmen aus 2013)
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog
Label: Cherry Red Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Hugh Banton organ, bass pedals
Guy Evans drums, percussion
Peter Hammill piano, guitar, vox

Tracklist

Disc 1
1. Flight   ("Merlin Atmos") 21:30
2. Lifetime 5:11
3. All That Before 7:46
4. Bunsho 5:48
5. A Plague of Lighthouse-keepers 24:05
6. Gog 6:39
Gesamtlaufzeit70:59
Disc 2
1. Interference Patterns   ("Bonus Atmos") 4:28
2. Over The Hill 12:36
3. Your Time Starts Now 4:14
4. Scorched Earth 10:14
5. Meurglys III, the Songwriter's Guild 15:24
6. Man-Erg 11:40
7. Childlike Faith in Childhood's End 12:37
Gesamtlaufzeit71:13


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Anscheinend scheint sich bei Van der Graaf Generator der Rhythmus ein Studio-Album – ein Live-Album einzupendeln (na ja, fast zumindest, eigentlich ist das Metropolis-Live-Album sogar noch kurz vor "ALT" erschienen). Das wirft natürlich die Frage auf, ob man so viele Live-Mitschnitte wirklich braucht. Keine Ahnung, ich als Fan-Boy und manischer Sammler bin sicherlich der Letzte, der diese Frage einigermaßen objektiv beantworten kann. Mehr dazu am Schluss.

2013 begaben sich die bekanntermaßen nur noch Drei Van der Graaf Generators auf eine kleine Europa-Tournee, in der deren Rahmen auch fünf Konzerte in Deutschland stattfanden. Leider keines davon im Süden, so dass ich nicht in den Genuss eines Konzerts kam. Nun, dann also als Ausgleich dafür dieses Album. Anscheinend gibt es „Merlin Atmos“ auch in einer Einzel-CD-Version. Es empfiehlt sich allerdings zur (angeblich limitierten, was immer das auch bedeuten mag) Doppel-CD-Version zu greifen.

Den Hauptmecker gleich voran: Es gibt kein wirkliches Konzert zu hören, sondern wohl einen Zusammenschnitt der besten Szenen der Tour. Das fällt aber auf der ersten CD gar nicht weiter auf, bei der zweiten CD wird leider in der Regel nach dem Applaus ausgeblendet und so geht dort das Konzert-Feeling ziemlich verloren. Das ist aber das einzige Unschöne hier.

Wer einen Kaufgrund sucht, findet ihn gleich mit dem ersten Stück... Van der Graaf Generator beschlossen mit „Flight“ einen echten Hammill-Klassiker in einem leicht veränderten Arrangement zu präsentieren. Und diese „Flight“-Version mit packendem Gesang, kraftvollen Orgel-Wellen, harten Piano-Anschlägen und wuseligem Drumming lässt einem Mund und Ohren offen stehen. Nie war die Phrase „Alleine dieser Song lohnt den Kauf der CD“ passender.

Ansonsten zeigen sich Hammill & Co erstaunlich begeistert von ihrem ersten Trio-Album, während das Impro-Album „Alt“ natürlich nicht vorkommt. Sensationell gerät auch die Version des Klassikers „A Plague of Lighthouse-Keepers“. Die Band wirkt nicht ruhiger oder langsamer, allenfalls noch etwas düsterer, introvertierter und melancholischer als sonst. Auch wenn natürlich Peter Hammill gesanglich alles gibt und Banton die Orgel nur so fliegen lässt. Und Guy Evans zeigt sich wiedermal als einer der banddienlichsten Drummer, der trotzdem mit seinem Spiel subtile Vertracktheiten einfließen lässt.

Die zweite CD – ja angeblich ein „Bonus“ - braucht man schon deshalb, weil sich die Band spätestens ab „Your Time Starts Now“ in einen Rausch spielt und wahrhaft erhabene Versionen von „Meurglys III...“, „Man-Erg“ (mit wilden Synthie-Einlagen anstelle des Saxophons) und „Childlike Faith...“ abliefert. Gerade der Abschluss zwischen Theatralik, hymnischen Bombast und filigraner Düsternis ist ein echtes Erlebnis.

Genug der Lobhudelei. Fans brauchen dieses Live-Dokument ganz sicherlich und natürlich in der kompletten Doppel-CD-Version. Alle anderen sollten zumindest mal darüber nachdenken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.2.2015
Letzte Änderung: 11.2.2015
Wertung: 11/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Alt-Progger werden bisweilen etwas spöttisch als „Ewig-Gestrige“ tituliert. Den klassischen Konter gegen diese Bezeichnung fahren die gesetzten Herren der Kultband Van der Graaf Generator mit ihren Livealben auf – und ganz besonders erfolgreich mit Merlin Atmos.

Die zum Trio konsolidierten Routiniers widmen sich hier intensiv der Reproduktion einiger Longtracks, aus verschiedenen Schaffensperioden Peter Hammills stammend und teilweise fast 45 Jahre alt.

Hammill selbst wird bei seinen Gesangsvorträgen exzellent durch Guy Evans und den in Hochform aufspielenden Hugh Banton ergänzt, und insbesondere Banton verleiht der Performance mit seinem Orgelspiel (mit Tasten und Pedalen) die druckvolle Note. So „funktionieren“ gerade die Longtrack-Epen „A Plague of Lighthouse Keepers“ und „Flight“ mit jeweils über 20 Minuten ganz ausgezeichnet, Banton ersetzt instrumental sowohl Bass als auch Saxophon. Richtig „satt“ wirkt hier der Sound, deutlich weniger steril als auf dem Live-Studio-Vorgänger „Metropolis“. Die vorliegend präsentierte Songauswahl ergänzt sich übrigens perfekt mit ebendiesem soeben erwähnten Vorgängeralbum, so dass der Fan erst mit beiden Livedokumenten die perfekte Vollbedienung hat. Höhepunkte sind neben den bereits erwähnten Longtracks das großartige „Over the Hill“, das emotional mitreißende „Childlike Faith“ zum Schluss und natürlich das unverwüstliche „Man Erg“. Auch die – gnadenlos giftige - Version von „Gog“ vermag zu überzeugen.

Besser kann es wohl mit Van der Graaf nicht mehr werden, jedenfalls drängt sich der Eindruck auf, dass die Routiniers mit ihren Werken von gestern oder vorgestern, in überraschend überzeugender Manier vorgetragen, die Entstehung neuer Kompositionen (fast) in den Hintergrund treten lassen. Die alten Klassiker der Band setzen so eindeutige Glanzpunkte, dass neuere Songs zu Füllmaterial bei Auftritten degradiert werden. Werke von Van der Graaf Generator und/oder Peter Hammill (PH) rundweg zu empfehlen geziemt sich nicht. PH-Hasser sind sowieso längst zur nächsten Review weiter gewandert. Aber für all diejenigen, die sich dem „Ewig-Gestrigen“ zumindest nicht verweigern, bietet Merlin Atmos wieder einmal großartigen Schräg-Prog, auch oder gerade in der 2CD-Variante. Exzellentes Livedokument, das seinen Platz in der Schatztruhe des Rezensenten gefunden hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2015
Letzte Änderung: 12.4.2015
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van der Graaf (Generator)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Aerosol Grey Machine 10.00 3
1970 H to He Who am the Only One 14.00 4
1970 The Least We Can Do Is Wave To Each Other 10.67 3
1971 Pawn Hearts 12.33 3
1974 The long hello Vol. I 10.00 1
1975 Godbluff 13.00 4
1976 Still Life 12.50 4
1976 World Record 10.33 3
1977 The Quiet Zone / The Pleasure Dome 10.75 4
1978 Vital 11.00 4
1985 Time Vaults 8.50 3
1986 First Generation (Scenes From 1969-1971) - 1
1986 Second Generation (Scenes From 1975-1977) - 1
1993 'I Prophesy Disaster' - 1
1994 Maida Vale 12.00 1
2000 The Box 13.50 2
2003 Godbluff Live 1975 Charleroi Palais des Expos 27.09.75 (DVD) 13.00 1
2005 Present 11.75 4
2007 Real Time 12.00 2
2008 Trisector 11.67 3
2009 Live At The Paradiso, 14.04.07 10.00 1
2011 A Grounding in Numbers 11.50 2
2012 Recorded Live In Concert At Metropolis Studios, London 12.50 2
2012 ALT 10.00 2
2015 After The Flood / At The BBC 1968-1977 13.00 1
2016 Do Not Disturb 12.00 4
2018 Live At Rockpalast-Leverkusen 2005 13.00 2

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