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Guillaume Perret & the Electric Epic

Open Me

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Funk; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Kakoum Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Guillaume Perret Electric Sax
Jim Grandcamp Electric Guitar
Philippe Bussonnet Electric Bass
Yoann Serra Drums, Sampler

Gastmusiker

Sir Alice Voice (3)
Monica Vannier Voice (8)

Tracklist

Disc 1
1. Opening 4:41
2. Shoebox 9:34
3. Brutalum Voluptuous 5:56
4. Irma's Room 7:15
5. Mamuth 6:32
6. Doors 4:40
7. Ponk 6:28
8. Coma 1:56
Gesamtlaufzeit47:02


Rezensionen


Von: Federico Chavez @


Der studierte Saxofonist Guillaume Perret hat in verschiedenen Gruppen für und mit anderen Musikern gespielt, bevor er sein erstes Album unter eigenem Namen 2012 beim renommierten Tzadik Label veröffentlichte. Für sein zweites Werk „Open Me“ entschied er sich, es selber herauszubringen. Die Besetzung ist die gleiche geblieben, abgesehen davon, dass Médéric Collignon nicht mehr als Gast dabei ist. Musikalische Unterschiede gibt es aber!

Am Anfang von „Open Me“ steht der Opener „Opening“, der – wer hätte es gedacht – das Album nur mit Saxofon eröffnet. Wobei „nur“ ein bisschen zu tief gegriffen ist; Guillaume Perrets Markenzeichen ist es, seinen Sax zu verkabeln und durch verschiedenste Effektgeräte zu jagen. Der klassische Saxofon-Sound wird stellenweise krass verfremdet, sodass er z.B. wie eine Oboe oder Trompete klingt oder einfach stark verzerrt ist. Die selben Möglichkeiten, welche die elektrische Gitarre gegenüber der akustischen Gitarre bietet, wendet Perret bei seinem elektrischen Saxofon an. Somit kommen z.B. auch Loops und Echos zum Einsatz, die einem den Eindruck von mehren Saxofonen vorgaukeln.

Der Klang-Kosmos Perrets ist jedenfalls immens und auf dem Intro präsentiert er in solistischer Form einige dieser Möglichkeiten. Am Anfang noch verzagt ruhig und elegisch, steigert sich die Solonummer nach und nach, wird fetziger, rhythmischer, schneller und am Ende gar brachial, als dann auch das Schlagzeug dazukommt und in den zweiten Track „Shoebox“ kongenial überleitet. Dieser ist auch sogleich das Highlight und der kompakteste Song der Platte: Zu Beginn wird noch heftig abgerockt, dann gibt sich das Stück verträumt und poppig melodiös, geht über in einen funkigen Part, dem eine fast postrockige Passage gegenübergestellt wird, bis es laut krachend zum Headbangen einlädt. Dieses Spiel wechselt im Verlauf des Songs immer wieder ab, die Motive wiederholen sich und hier und da wird ein Sax- oder Gitarrensolo eingestreut. Faszinierend wie perfekt dieser Song funktioniert und alles aus einem Guss klingt! Dieses Niveau bleibt beim Songwriting auf dem Album allerdings unerreicht.

„Brutalum Voluptudous“ setzt dann mehr auf Atmosphäre; eine düstere Endzeitstimmung herrscht, angereichert mit verzerrten Stimmen und Sprachfetzen. Der Track steigert sich leicht ins Psychedelische und erinnert entfernt an die entsprechende Phase Pink Floyds. Und tatsächlich: am Ende wird eine Basslinie von „Echoes“ gekonnt eingefädelt. Ganz anders ist die Stimmung in „Irma's Room“. Fröhlich und hoffnungsvoll gibt sich hier das nach einer Oboe klingende Saxofon, die Band bleibt mehr im Hintergrund – die Ballade des Albums sozusagen. Stück Nummer Fünf ist dann stimmungsmässig dunkler gefärbt, am Anfang ruhig, nimmt aber zur Hälfte ordentlich Fahrt auf und lässt es gegen Ende endlich wieder krachen. Es folgen noch je ein leises, getragenes und ein fetziges, rockiges Stück, bevor das harmlose „Coma“ das Album ausblendet.

Verglichen mit dem Debüt geht es auf „Open Me“ deutlich weniger zur Sache. Laut oder schräg wird es beinahe gar nicht, dafür sind viele atmosphärisch dichte Passagen oder ganze Tracks auszumachen, die mit (Jazz-)Rock nur wenig zu tun haben. Fans des Vorgängers könnten darum eventuell enttäuscht werden. Die soundtechnische Bandbreite von Perrets Saxofon ist dafür nochmals gewachsen; auf fast jedem Stück wird was Neues aus dem Instrument geholt. „Open Me“ ist wieder eine Mischung aus Rock, Jazz, Elektronik und Avant, jedoch fusionieren die Stile seltener zu einem Gemenge als noch auf dem Erstling.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2015
Letzte Änderung: 23.4.2015
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Guillaume Perret & the Electric Epic

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Guillaume Perret & the Electric Epic 12.00 2

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