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elephant9

silver mountain

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Jazzrock / Fusion; Moderne Electronica; Psychedelic; RetroProg; RIO / Avant
Label: Rune Grammofon
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ståle Storløkken hammond organ, fender rhodes, upright piano, mellotron, prophet t8
Nikolai Haengsle Eilertsen electric bass, acoustic guitar, percussion
Torstein Lofthus drums, percussion

Gastmusiker

Reine Fiske electric and acoustic guitars, percussion

Tracklist

Disc 1
1. occidentali 14:26
2. you are the sunshine of my life 10:05
3. abhartach 9:22
4. kungsten 20:05
5. the above ground sound 22:03
Gesamtlaufzeit76:01


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Seit 2008 stellt das norwegische Elephanten-Trio so alle zwei bis drei Jahre ein neues Album vor. Also ist es auch 2015 wieder soweit und wir können uns „Silver Mountain“ zu Gemüte führen. Und wie beim Vorgänger haben die Herren Storløkken, Eilertsen und Lofthus den schwedischen Gitarristen Reine Fiske als Unterstützung mit dabei. Noch wird er auf der Besetzungsliste als 'special guest' geführt, scheint also kein reguläres Mitglied von elephant9 zu sein. Gleichwohl spielt er wohl diesmal auf allen Tracks von „Silver Mountain“ mit auf.

Und um's gleich direkt zu sagen: „Silver Mountain“ macht da weiter, wo „Atlantis“ endete. Hochenergetischer Rock-Jazz mit allerlei Verzwirbelungen und einem guten Schuss Retro-Prog dröhnt aus den Boxen. Wer „Atlantis“ mochte, sollte von „Silver Mountain“ hellauf begeistert sein. elephant9 machen es diesmal in nur fünf Stücken, die aber dafür ein bisschen länger ausfallen. Ungefähr 75 Minuten Musik sind also trotzdem drin.

Noch druckvoller, noch verspielter, teils noch fokussierter, aber eben auch breitwandiger gehen elephant9 zu Werke. Da werden wohlige Orgelwellen mit blues-verseuchten Gitarrenlinien umspielt, kratzige Riffs treffen auf bollernd-melodische Bassläufe, während im Untergrund das geschäftige Schlagzeug vor sich hin wuselt. Elektronisches Klangwabern, giftige Tonkaskaden, harte Riffs, kurze, blitzartige Soli, hektische rhythmische Schlenker, Langeweile gibt es hier nicht und Abwechslung wird groß geschrieben. Dabei fängt alles mit einem bolero-artigen Rhythmus und sanft flirrenden Synthie-Klängen noch recht harmlos, fast naiv an... und steigert sich in einen beeindruckenden musikalischen Malstrom mit gelegentlichen Ausflügen in fast freiformatige Schwebe-Passagen und atonalen Ausbrüchen. Immer wieder unerwartete Wendungen, Brüche in der Stücke-Struktur, Schwankungen in der musikalischen Fahrt halten die Spannung über die lange Laufzeit des Albums aufrecht und lassen die Zeit wahrlich wie im Flug vergehen.

Mit dem Stevie Wonder-Cover „you are the sunshine of my life“ leistet sich das norwegisch-schwedische Quartett noch einen besonderen Gag und dekonstruiert den sanften Song bis zur Unkenntlichkeit und spuckt ihn als treibenden Jazzrocker wieder aus. Allenfalls die Orgel lässt noch ein paar Fragmente der ursprünglichen Melodie erkennen. Sehr lässig gemacht...

Am Schluss geht’s dann gar noch in krautig angehauchte Gefilde... mit „Silver Mountain“ legen elephant9 erneut ein instrumentales Rock-Jazz-Kraut-Elektronika-Retro-Prog-Album der Extraklasse vor. Zurücklehnen, eintauchen und genießen!

Anspieltipp(s): "Occidentali" ...wer dann noch abschalten kann, für den ist das Album nicht gemacht
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2015
Letzte Änderung: 1.10.2015
Wertung: 12/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


„Silver Mountain“ ist unter dem Projektnamen „Elephant9 with Reine Fiske“ erschienen. Deshalb erscheint es mir noch etwas verfrüht, über die vollberechtigte Mitgliedschaft des Gitarristen Reine Feiske zu spekulieren.

Die ersten fünf Minuten des eröffnenden „Occidentali“ verlaufen noch vergleichsweise harmlos, als würden romantisch-unheimliche Mellotron-Wolken, das cineastische Flair der psychedelischen 60er Jahre und Canterbury-Keyboards aufeinandertreffen. Aber anschließend sieht der Hörer eine Lawine aus dichtem Schlagzeugspiel und entfesselten Orgel-/Gitarren-Improvisationen auf sich zukommen. Nach ungefähr drei Minuten weichen diese einem versöhnlichen Klangbild aus Keyboardstreichern, Fuzz-Bass und einem schwer eindeutig zu bestimmenden akustischen Saiteninstrument. Gegen Ende besteht „Occidentali“ gleichermaßen aus feurigen Improvisationen wie aus teilweise vorher festgelegten Themen, die durch einen treibenden Rhythmus zu elektronischer Orgel und begleitender Gitarre vermittelt werden.

Mit diesem Versuch „Occidentali“ zu beschreiben, sind eigentlich schon die wichtigsten Zutaten von „Silver Mountain“ umrissen. Mal setzt das Trio mit ihrem Gastgitarristen auf vergleichsweise entspannte Psychedelic-Jams („You are the sunshine of my life”), mal hat man den Eindruck, die Musiker möchten mit enorm aggressiven Gruppenimprovisationen als Erfinder von „Horror-Canterbury-Sound“ in die Musikgeschichte eingehen (unter Anderem in „Abhartach“ nachzuhören).

„Kungsten“ ist für meine Begriffe eher eine Ansammlung von diversen Einfällen, die nicht direkt etwas miteinander zu tun haben. Wie die enorm entspannten Passagen im Mittelteil, mit exponierten akustischen Gitarren zu beweisen scheinen. Aber vorher, im ersten Teil von “Kungsten”, erklingen die intensiven Improvisationen zu einem hektischen Schlagzeug-Rhythmus, der origineller weise von nicht minder hektischen Akkorden der akustischen Gitarre unterstützt wird.

Es wird also keineswegs nur darauf gesetzt, den Hörer mit purer Intensität zu überrollen, es gibt durchaus auch Momente zum Aufatmen.

Von imposanter Intensität sind allerdings die ersten Minuten von “The above ground sound”, in denen sich die Klänge kaskadenartig entfalten, um dann zum Kontrast von vergleichsweise relaxten Minuten für akustischen Gitarren, Rhythmussektion und atmosphärische Tasteninstrumente abgelöst zu werden.

Mit „Silver Mountain“ liegen also sehr abwechslungsreiche 76 Minuten vor, die man als Musikfreund kaum besser nutzen könnte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: intensiven Improvisationen, die auf entspannte Psychedelia treffen
Veröffentlicht am: 17.10.2015
Letzte Änderung: 17.10.2015
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von elephant9

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 dodovoodoo 11.50 2
2010 walk the nile 11.00 1
2012 Atlantis 12.00 1
2018 Greatest show on earth 11.00 1

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