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Frank Zappa

Orchestral Favorites

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (Aufnahmen vom September 1975)
Besonderheiten/Stil: instrumental; mit Orchester; Klassikrock / Adaptionen; Moderne Klassik; Zappaeskes
Label: DiscReet
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Frank Zappa Gitarre, Keyboards, Gesang
Abnuceals Emuukha Electric Symphony Orchestra
Michael Zearott Dirigat
Terry Bozzio Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Strictly Genteel 7:04
2. Pedro's Dowry 7:42
3. Naval Aviation in Art 1:20
4. Duke of Prunes 4:20
5. Bogus Pomp 13:29
Gesamtlaufzeit33:55


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


"Orchestral Favorites", 1979 veröffentlicht aber 1975 aufgenommen, ist Zappas erstes Vollorchester-Album (auf "Lumpy Gravy" und "200 Motels" waren bereits Orchester zu hören gewesen): Die Scheibe enthält fünf Orchesterstücke. Entstanden sind die Aufnahmen an zwei Septembertagen in der Royce-Hall auf dem Gelände der University of California in Los Angeles (im Studio wurden später noch Überarbeitungen vorgenommen, um Fehler zu korrigieren). Das Orchester war das speziell für diesen Anlass zusammengestellte, 37-köpfige Abnuceals Emuukha Electric Symphony Orchestra, die Leitung hatte Michael Zearott, teilweise dirigierte Zappa aber auch selbst. Zusätzlich waren Tommy Morgan (Mundharmonika), und Terry Bozzio (Schlagzeug) beteiligt – ob André Lewis die Keyboards bediente, ist, soweit ich sehe, bis heute nicht klar.

Die Aufnahmen wurden 1977 mitten in einem Rechtsstreit an Warner Brothers übergeben, mit dem Ziel, Zappa von seinen vertraglichen Verpflichtungen zu entbinden. Warner veröffentlichte "Orchestral Favorites" 1979 – ohne viel Werbung, um ihre Rechte an den Aufnahmen zu Geld zu machen.

Hintergrund war die Ablehnung von Zappas "Läther"-Projekt: Warner wollte keine Quadrupel-LP haben, stattdessen lieber vier einzelne Scheiben veröffentlichen. Zappa lieferte so vier neu geschnittene Pakete, die nach und nach unter den Titeln "Zappa in New York", "Studio Tan", "Sleep Dirt" und eben "Orchestral Favorites" auf den Markt kamen. Die Alben zählen dennoch zum Kanon, "Orchestral Favorites" ist ZWV #27. ("Läther" wurde dann doch noch veröffentlicht, posthum, 1996.) Nebenbei: "Revised music for a low budget orchestra", das damals ebenfalls aufgenommen wurde, landete aus Platzgründen auf "Studio Tan".

"Orchestral Favorites" wurde 1991 in einer von Zappa remasterten Version von Barking Pumpkin wiederveröffentlicht. Auf der CD sind die Stereokanäle vertauscht. Bei weiteren Wiederveröffentlichungen 1995 und 2012 ist das genauso (auf "Läther", wo die gleichen Aufnahmen verwendet wurden, allerdings nicht).

"Orchestral favorites" enthält frühe Beipiele von Zappas moderner Orchestermusik. Es gibt das Orchester, klar, aber eben auch entsprechende Musik zu hören, "Duke of prunes" etwa, das Zappa aus seiner ursprünglichen Fassung zu einem Sonatensatz weiterentwickelt hatte.

Aber der Reihe nach.

"Strictly Genteel" stammt aus dem Soundtrack zu "200 Motels". Zappa muss das sehr gemocht haben - das Stück taucht in seinem Werk immer wieder mal auf -, aber das muss man nicht nachmachen (zusammen mit der "Tuna Sandwich"-Suite erscheint es eh in einer besser klingenden Version auf dem "LSO vol. II"-Album): "Strictly Genteel" ist ein pompöser Brass-Walzer im 3/4-Takt, traditionell orchestriert, ohne große Experimente oder zappaeske Verrücktheiten – wenn nicht die Verrücktheit in diesem Fall darin besteht, dass das Stück hier zu hören ist.

"Pedro's dowry" ist da schon wesentlich interessanter: ein schwieriges atonales Stück, das Dissonanzen, perkussive Elemente und Polymetrik einsetzt (ich fand z. B. eine Passage, in der die Celli und einige der Bläser im 12/8-Takt über einen 4/4-Takt spielen). Das bizarre Stück ist dadurch sehr vielseitig, teils aggressiv, teils stille Kammermusik, teils gar ironisch-schmalzig, dann wieder spielt das Orchester dissonanten Kram zu einem energischen Schlagzeugpuls. Und als würde Zappa seiner Fähigkeit, ernsthafte Moderne Klassik zu komponieren, selbst nicht trauen, taucht am Ende ein parodistisch-albernes Walzermotiv auf - does humor belong in music?!?

"Naval aviation in art" gehört in eine ähnliche Ecke, ist aber wohl durchwegs ernst zu nehmen. Das Stück wird von einem ganz wunderbaren Motiv eingeleitet, das nun in verschiedenen Variationen über wechselnden Akkorden das gesamte kleine Stück durchwebt. Ungewöhnlich für Zappa: Adagio von vorn bis hinten, scheint es ihm vor allem um unterschiedliche Harmonie-Effekte gegangen zu sein. Ein Kleinod! Zappa hat das Stück übrigens für "The perfect Stranger" nochmal ausgebaut.

"Duke of prunes" ist wieder deutlich leichter zu hören: Das Stück ist eher Jazz, und hat teils recht eingängige Melodien. Es handelt sich um eine weiter ausgearbeitete Instrumentalversion der Suite "The Duke of Prunes" von "Absolutely Free" (1967, vgl. die Ursprünge auf dem "Run home slow"-Soundtrack). Die Aufnahme ist für viele vielleicht der Hauptgrund, sich "Orchestral Favorites" zuzulegen, denn von diesem Stück gibt es keine weitere, bessere Orchesterversion. Außerdem ist hier Zappa persönlich zu hören, er spielt ein Gitarrensolo auf dieser Aufnahme.

Der Aufbau ist recht leicht nachzuvollziehen: Nacheinander werden drei Themen vorgestellt, es folgt ein Mittelteil mit Zappas Gitarrensolo (über der gleichen Begleitung wie Thema A), die Orchesterinstrumente schieben sich wieder in den Vordergrund und greifen Motive aus den Themen B und C auf, am Ende kehrt Thema A wieder, und das Stück geht mit einer Coda seinem Ende zu. Ziemlich gelungen, das Ding, und eines meiner Lieblingsstücke auf "Orchestral Favorites".

"Bogus pomp", ein Stück, das mit einer Creepy-Monsters-from-outer-Space-Orchesterfanfare beginnt, ist das Opus Magnum hier. Hier wurden Motive aus "200 Motels" mit neuem Material zu einer parodistischen Collage von Filmmusik-Klischees verbunden (Zappa hat das Ganze für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra später nochmal erweitert).

Angeregt von Zappas Interesse an (billigen) Filmen und Filmmusik (von entsprechend zweifelhafter Qualität) ist "Bogus pomp" ein emotionales Flipperspiel zwischen Schock, Horror, Pathos, Humor und Absurdität, hinter der keine weitere ernste Absicht zu vermuten ist: Man deutet das Stück falsch, wenn man es als ernsthafte Musik zu verstehen versucht. Ernsthaftigkeit kann man allenfalls, aber vor allem allerdings in der Komposition erkennen, die Zappas sehr fundierte Kenntnisse der parodierten Musik deutlich macht.

"Bogus pomp" ist eine Collage, oder besser, ein episodisches Stück, dass teilweise stilistisch ganz verschiedene (und folgerichtig verschieden orchestrierte) blockhafte Episoden aneinanderfügt. Daher die Wirkung eines emotionalen Flipperspiels, ganz analog zu echter Filmmusik. Es gibt gruselige atonale Pianovariationen und hörbare diatonische Passagen, Variationen von bereits bekannten Themen, furchterregende Dissonanzen, und dann wieder fanfarenartige "Shots", die zur Untermalung eines Faustschlags geeignet sein könnten.

Die episodenhaften Blöcke sind immer um die ein, zwei Minuten lang, dann wechseln Stil, Instrumentierung und damit die Stimmung. So ist passagenweise ein Keyboard zu hören, aber dann über weite Strecken eben nicht. Einziger Zusammenhalt ist das Orchester, das in verschiedensten Konstellationen durchgängig zu hören ist.

Die Art, wie Zappa hier orchestriert, insbesondere was Holzblöcke, Schlagwerk und Blechbläser angeht, hat manchen an Edgar Varèse erinnert, eins der Vorbilder Zappas. Und tatsächlich gibt es da Ähnlichkeiten, vor allem was den Umgang mit Timbres angeht. "Bogus pomp" ist vor allem aber mal eine sehr gelungene, und äußerst unterhaltsame Collage von typisch filmmusikalischen Klischees, Lächerlichkeiten, Idiosynkrasien und Seltsamkeiten, die durch die ständig wechselnden Stimmungen nur noch gewitzter, witziger und großartiger wird. Wieviel Varèse da drinsteckt, ist am Ende gar nicht so wichtig.

Wenn das alles so großartig ist, woran liegt es dann aber, dass "Orchestral Favorites" ein vergleichsweise wenig beachtetes Album im Zappa-Katalog ist? Nun, die Sachen sind fürchterlich schlampig gespielt. Teilweise purzeln die Noten nur so durcheinander. Die "LSO"-Alben (mit denen Zappa aber auch nicht zufrieden war), sind besser, besser gespielt, klanglich besser – allerdings fehlt es ihnen im Vergleich wiederum an einer gewissen Kantigkeit und schlichtem Irrwitz. Vermutlich muss man einfach alle haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2016
Letzte Änderung: 15.2.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 We're only in it for the money 12.50 2
1968 Cruising with Ruben & the Jets 6.00 1
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Apostrophe' 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1975 Bongo Fury 9.00 1
1975 One Size Fits All 12.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1983 The Man From Utopia 10.00 1
1984 Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger 13.00 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Thing-Fish - 1
1984 Them or us 11.00 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1995 London Symphony Orchestra, Vol. I & II 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Everything Is Healing Nicely 13.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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