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Frank Zappa

Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil:
Label: Angel
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Frank Zappa Synclavier
Pierre Boulez Dirigat
Péter Eötvös Musical Director
Ensemble InterContemporain
The London Symphony Orchestra

Gastmusiker

Pierre-Laurent Aimard Piano
Guy Arnaud Clarinet (Bass)
Lawrence Beauregard Flute
Daniel Ciampolini Percussion
Antoine Curé Trumpet
Jacques Ghestem Violin
Marie-Claire Jamet Harp
Paul Meyer Clarinet
Jerôme Naulais Trombone

Tracklist

Disc 1
1. The Perfect Stranger 12:44
2. Naval Aviation in Art? 2:45
3. The Girl in the Magnesium Dress 3:13
4. Dupree's Paradise 7:54
5. Love Story 0:59
6. Outside Now Again 4:06
7. Jonestown 5:27
Gesamtlaufzeit37:08


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Pierre Boulez ist gestorben. Am 5. Januar 2016 in Baden-Baden. Davon gehört? Frank Zappa hat Boulez schon mit 17 gehört. Und mit 17 dessen Album "Le marteau sans maître" mit der Partitur verglichen.

Warum ich mit der allermeisten Musik nicht viel anfangen kann? Weil es einen Unterschied gibt, zwischen Musikern, die so etwas können, und jenen, die so etwas nicht können.

1980 schickte Zappa Boulez Notenmaterial, und fragte, ob Boulez Lust hätte, diese Stücke zu dirigieren. Boulez ging darauf ein und schlug vor, einige Stücke mit dem 28-köpfigen Ensemble InterContemporain einzustudieren. Gleichzeitig gab er bei ihm eine neue Komposition in Auftrag, die auf dieses Ensemble zugeschnitten sein sollte. Zappa lieferte ein Stück mit dem Titel "The Perfect Stranger".

Am 9. Januar 1984 wurden schließlich im Théâtre de la Ville drei Kompositionen uraufgeführt (die Studioaufnahmen stammen vom 10. und 11. Januar): Neben "The Perfect Stranger" "Dupree’s Paradise" und "Naval Aviation in Art?". Diese drei Kompositionen bilden das Rückgrat des Albums "Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger". Zappa benutzte dann sein neues Spielzeug, das Synclavier, um diesen Orchesterstücken weitere Musik hinzuzufügen. Es waren einige seiner frühsten Synclavier-Arbeiten.

Zappa's Music ist ja insgesamt schon nicht besonders zugänglich, bei seinen atonalen Stücken, insbesondere bei "The perfect stranger", schlägt er sich aber sogar selbst: Die locker gehaltene Komposition und das im Vergleich zu einigen Stücken auf "Orchestral Favorites" und den "LSO"-Alben fehlende Schlagzeug tun ein Übriges, den unvorbereiteten Hörer halt- und ratlos zurückzulassen. Einen durchgängigen Rhythmus scheint es nicht zu geben.

"The perfect stranger" besteht aus zwei Teilen. Und auch wenn man beim Zuhören meint, die Grenze läge bei 10:14, so zeigt ein Blick in die Noten, dass Teil I schon bei 3:50 endet. Zu hören ist das nicht. Seltsame Sache. Auch sind die beiden Teile (Sätze?) mit konventionellen formalen Kriterien wohl nicht besonders erfolgreich zu fassen. So seltsam "The perfect stranger" ist, je genauer man hinhört, desto klarer werden einem aber einige Strukturen. So bemerkt man etwa bald, dass eine zu Beginn vorgestellte, zwölf Töne umfassende Melodie, später im Stück, (rhythmisch) variiert und transponiert, wieder auftaucht. Vier Mal insgesamt, zwei Mal in Teil I, zweimal in Teil II. Das scheint das Hauptthema des Stücks zu sein.

"Naval aviation in art?" ist eine Erweiterung der Version von "Orchestral Favorites". Es wird auch hier von einem ganz wunderbaren Motiv eingeleitet, das in der Folge in verschiedenen Variationen über wechselnden Akkorden das gesamte kleine Stück durchwebt. Wer den Vorgänger kennt, wird bemerken, dass das einleitende Motiv von den Streichern an die Bläser übergegangen ist, außerdem ist leicht zu erkennen, dass diese neue Version länger ist. Gleichgeblieben ist Zappas (für ihn ungewöhnliches) Interesse an den Wirkungen von Harmoniewechseln. Ein ganz wunderbares Stück!

"Dupree's paradise" existiert in drei Versionen: Das Thema wurde 1974 erstmals benutzt, auf der Bühne, um einen Impro-Teil der Konzerte einzuleiten. Es erscheint in der Boulez-Fassung wieder. 1988 erschien es dann erneut, diesmal als eine Art "jazz noise". In der 1984er Fassung ist "Dupree's paradise" ein veritabler Achtminüter ohne jegliche improvisatorische Anteile. Vermutlich ist es das hörbarste der Orchesterstücke auf “The Perfect Stranger”, weil es neben atonalen auch diatonisches Material beinhaltet.

Die Form von "Dupree’s Paradise" ist dreiteilig. Während die rahmenden Teile das Hauptthema von 1974 beinhalten, ist der neu komponierte Mittelteil experimentell, atonal, und eine Art chromatischer Tanz zweier Pianos über einen 3/4-Takt, immer wieder ergänzt durch Bruchstücke des Hauptthemas. Zappa scheint sich dabei sehr für die Technik der Stimmkreuzung interessiert zu haben, also gewissenmaßen das "Übersteigen" oder "Untersteigen" einer Stimme durch eine andere. Man kann das gleich zu Beginn, nach dem ersten Statement des Hauptthemas bei den Oboen und den Klarinetten hören.

Kommen wir zu den Synclavier-Stücken. Während "Love story" eher ein kurzes Experiment darstellt, ist "Jonestown" so etwas wie ein Soundscape, ein Klangraum, ein Versuch. "Outside Now Again" wiederum ist ein Stück, das auf der Transkription eines Gitarrensolos in dem Song "Outside Now" (von "Joe's Garage", 1979) beruht. Zappa lässt die Begleitung verschwinden, was es schwierig macht, zu bestimmten, in welcher Tonart das Stück steht.

Interessanter ist "The girl in the magnesium dress", das, so Zappa höchstselbst, aus digitalem Staub erstellt wurde: "The piece was made from Synclavier digital dust ... we converted this dust into something I could then edit for pitch, and the dust indicated a rhythm. So what I did was take the rhythm of the dust and impose pitch data on the dust and thereby move the inaudible G number into the world of audibility with a pitch name on it".

Digital stimmt schon: Das Stück wanderte direkt aus dem Synclavier aufs Band. Erst später wurden wieder Menschen dazwischengeschaltet: Das Ensemble Modern. Dass "The Girl in the Magnesium Dress" von echten Menschen überhaupt gespielt werden kann, klingt für den, der das Stück hier hört, vollkommen unglaublich: Flirrende, federleichte Noten flattern von entspannten Momenten zu totaler Irregularität. Das Tempo ist dabei lächerlich hoch.

In der hier vertretenen Version personifiziert das Synclavier Vibraphon, Marimba und ein Fender Rhodes E-Piano. Diese drei verschiedenen Klangfarben werden weitgehend gleichberechtigt eingesetzt, und alle Töne der chromatischen Tonleiter erklingen, was den Effekt hat, dass man kaum einmal an einer der Melodien hängen bleibt, sondern alles quasi gleichberechtigt hört. Dazu kommt, dass die Rhythmen durchgängig irregulär und komplex sind und alles in irrsinnigem Tempo abläuft. Das Stück scheint auch keinerlei Entwicklung aufzuweisen: Dies alles verstärkt den Eindruck der Desorientierung.

Man bemerkt aber bei genauerem Hinhören, dass sich irgendwann trillerartige Wiederholungen des gleichen Tons in das Stück einschleichen, wohl so eine Art Leitmotiv von "The Girl in the Magnesium Dress". In solchen Momenten konvergieren Rhythmus und Melodie zu kurzen, statischen Momenten inmitten des scheinbar orientierungslosen Flirrens und Fließens.

"The Perfect Stranger" wurde nicht von jedem verstanden. Die einen schafften es nicht, über ihre Sicht Zappas als Musikclown hinauszukommen, andere spekulierten, dass Boulez andere ernsthafte Komponisten düpieren wollte, indem er mit Zappa zusammenarbeitete. Wieder andere beschrieben das Album als unausgewogen, weil es Orchesterstücke mit Synclavier-Kompositionen gruppierte.

Und tatsächlich scheint Zappa mal wieder sich selbst den Boden unter den Füßen fortzuziehen, auf dem eine Rezeption des ernsthaften Komponisten Zappa aufbauen könnte, wenn er im Cover absurde Geschichten ausbreitet, die den sieben Stücken angeblich zugrundeliegen. Aber das darf man - nun ja - nicht so ernst nehmen.

Und man darf auch nicht übersehen, dass Zappa immer schon Inkompatibles mit scheinbar Inkompatiblem in überraschende Zusammenhänge stellte, dass er als Komponist durchaus ernsthaft mit Atonalität umgehen konnte (Boulez äußerte sich noch Jahre später lobend über Zappas Fähigkeiten), und dass es gerade das Gefühl der Desorientierung ist, das Zappas vielleicht schwierigstes Album verklammert. Ich meine, im Reigen der Orchesteralben nimmt "The Perfect Stranger" zusammen mit "The Yellow Shark" einen besonderen Platz ein, als es mit seinen vielfältigen Klangfarben und überraschenden Wendungen diese Seite von Zappa vielleicht am unverfälschtesten präsentiert. Wo "Orchestral Favorites" zu schlampig ist und die "LSO"-Alben zu glatt, treffen diese Scheiben genau in die schwarze Mitte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2016
Letzte Änderung: 17.2.2016
Wertung: 13/15

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1988 Guitar 9.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
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1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1995 London Symphony Orchestra, Vol. I & II 13.00 1
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1996 Läther 14.00 2
1999 Everything Is Healing Nicely 13.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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