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Caligula's Horse

Bloom

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Progmetal
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jim Grey Gesang
Sam Vallen Gitarren, "Everything Else"
Zac Greensill Gitarre
Dave Couper Bass, Gesang
Geoff Irish Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Bloom 3:16
2. Marigold 6:19
3. Firelight 4:38
4. Dragonfly 9:23
5. Rust 5:32
6. Turntail 5:02
7. Daughter Of The Mountain 7:55
8. Undergrowth 2:50
Gesamtlaufzeit44:55


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Es gibt zwei Wege, "Bloom" zu betrachten. Variante A: Caligula's Horse haben es geschafft und sind nach zwei herausragenden Scheiben endlich beim Prog-Major InsideOut gelandet, der Gerechtigkeit wurde Genüge getan, und einer Weltkarriere steht nichts im Weg. Variante B: Caligula's Horse haben es gewagt, sich in die Mechanismen professioneller Musikarbeit zu wagen mit Touren (aktuell, Anfang November 2015, sind sie im Vorprogramm von Shining auch in diesen Breiten unterwegs) und Promotionsmarathon. Andererseits, und das wäre nun die Synthese aus diesen beiden Gegensätze, sind Caligula's Horse konsequent: Natürlich machen sie gute Musik, und wenn es nicht ihr Anspruch sein sollte, diese der Welt vorzuenthalten, dann kann ihnen die aktuelle Situation nur entgegenkommen.

Also, "Bloom". Bereits der Opener, eigentlich mehr ein Intro, haut nach sanftem Anfang dem Hörer in einem gelungenen Twist in die metaphorische Magengrube, und "Marigold" entpuppt sich als ein weiterer verschachtelter Ohrwurm vom Schlage eines "Dark Hair Down" oder "Equally Flawed". Alleine die Polyphonie aus gewundenen Riffs und ungefähr fünf Gesangsspuren in der letzten Minute wäre hier den Eintritt wert. Auch "Rust" ist später so ein Kleinod mit ungezählten Taktwechseln, eingängiger Melodie und einem abgefahrenen Djent-Instrumentalpart. Hier schaffen Caligula's Horse mal wieder mühelos den Spagat aus tonnenschweren Riffs, polyrhythmischer Leichtigkeit und dem geradezu ätherischen Gesang von Jim Grey.

Auch die beiden längeren Songs stehen da nicht hinten an und demonstrieren einmal mehr das, was schon "Moments From Ephemeral City" und "The Tide, The Thief & River's End" ausgezeichnet hat. So beginnt "Dragonfly" wie die Deftones-Nummer "Teenager" und behält zumindest jenen leicht trottigen Gang bei, verzückt jedoch immer wieder durch schöne Wechsel der Rhythmik und Kontraste - so folgt auf die Wiederholung eines als "Refrain" aufzufassenden Parts mal das volle Pfund Härte, dann wieder ein gänzlich ruhiger, entrückter Part. "Daughter Of The Mountain" spielt nochmals etwas mehr mit der Dynamik, klingt in einigen ruhigen Momenten gar nach dem Disillusion-Chiller "Untiefen" und schafft es außerdem, ein instrumentales Thema zwischen den Gesangspassagen erst vorzustellen und dann als Bestandteil von Solopassagen zu variieren. Großartig!

Auf der anderen Seite stellt man sich natürlich noch die Frage, ob Caligula's Horse wiederum etwas neu gemacht hätten. Und ja, das ist der Fall: Neuerdings geht der Trend nämlich offenbar dahin, ein paar leichtfüßigere Stücke darzubieten. Das wären hier "Firelight" mit leichten Postrock-Untertönen und ein wenig Pathos sowie das poppige "Turntail", das mit seiner sanft-beschwingten Strophe und fröhlichen Melodien fast schon etwas für die Indie-Disco wäre, hätte es nicht diese absolut untanzbaren [das behaupte ich jetzt einfach mal - ausprobiert habe ich das nicht] Taktwechsel im Refrain. Und "Undergrowth" als akustischer Rausschmeißer fällt ja ohnehin in diese Kategorie. Den Stil mag man goutieren oder nicht, für "Bloom" als ganzes wirken diese Nummern aber sehr auflockernd.

Also, ich kehre mit dem Fazit zu "Bloom" noch mal zum Anfang dieses Textes zurück: Caligula's Horse wissen, was sie tun (kein Wunder, sonst hätten ja schon die ersten beiden Scheiben nicht so gut geklungen), und fraglos verdienen ein Album wie "Bloom" und die sie zu verantworten habenden Musiker die entsprechende Publicity. Damit sollten sich InsideOut Music und die Australier gegenseitig einen Gefallen tun, denn erstere haben mit dieser Band und ihrem aktuellen Album eine der spannendsten, unkonventionellsten und zugleich zugänglichsten Progmetal-Veröffentlichungen des Jahres im Katalog, letztere sollten auf dem vorläufigen Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens nun auch den Rücken frei haben. Das sind die Voraussetzungen, unter denen sich eben von Bands sagen lässt, sie stünden in voller Blüte.

Anspieltipp(s): Marigold, Rust, Turntail
Vergleichbar mit: Leprous, Opeth, Disillusion, Odetosun
Veröffentlicht am: 3.11.2015
Letzte Änderung: 3.11.2015
Wertung: 12/15
...oder doch 13? Ich muss vielleicht noch mal eine Nacht drüber schlafen.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Caligula's Horse

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Moments From Ephemeral City 12.00 1
2013 The Tide, The Thief & River's End 11.00 2
2017 In Contact 12.00 1

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