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Comedy Of Errors

Spirit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: COE Music
Durchschnittswertung: 7.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Joe Cairney Vocals
John Fitzgerald Bass
Jim Johnston Keyboards, b/vox
Bruce Levick Drums
Sam McCulloch Guitars
Mark Spalding Guitars

Tracklist

Disc 1
1. Spirit

1. My Grief Lies All Within 5:21
2. Infinite Wisdom ? 1:51
3. Spirit Shines / Spirit 4:26
4. Can This Be Happening ? 3:54
5. In Darkness Let Me Dwell 3:06
6. I Call And Cry To Thee 5:42
7. Set Your Spirit Free / Goodbye My Love... 3:22
8. Ascension / Et Resurrexit / Auferstehen... 6:55
9. Into The Light 5:04
10. Above The Hills 5:20

2. Epilogue: This Is How It Has To Be 5:59
3. Bonus Track: Spirit (single) 4:42
Gesamtlaufzeit55:42


Rezensionen


Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 1 von 4)


Mit ihren beiden Vorgängeralben konnten die Schotten bei mir gut punkten, diesmal tu ich mich doch etwas schwer. Es mag (auch) an dem ernsten Anlass für die Komposition einer zehnteiligen Suite durch Jim Johnston (Keyboards) liegen, ist doch das Album einer gewissen Ailsa Johnston gewidmet. Und in Anbetracht des Themas – es geht um Tod, Verlust, Leid und den Kummer von Hinterbliebenen – muss man wohl keine großartigen weiteren Überlegungen oder Vermutungen anstellen.

Entsprechend getragen und mit vergleichsweise wenig Elan kommt „Spirit“ daher. Die wenigen rockigen Teile haben wohl eher Alibifunktion. Der Opener wirkt irgendwie bemüht – um Tempo wie um Ausstrahlung – bleibt aber insgesamt blass. Mehr Farbe bringen dann schon klassisch anmutende Orgelparts und orchestrale Keyboardteppiche ins Bild. Der Hinweis im Booklet, dass in den Kompositionen Referenzen an Shakespeare, Purcell, Dowland, Bach und Mahler (um nur einige zu nennen!) enthalten sind, ist für das Gesamtverständnis der Platte nicht ganz uninteressant. Die Suite hat vor allem in instrumental gehaltenen Teilen einen stark sakralen Touch und viel, wenn nicht zu viel Pathos. Auch wenn das Tempo zwischendurch mal anzieht, herrscht doch ein trauernder Gesamteindruck vor, der ab „I call and cry to thee“ dramatische Züge annimmt. Progressiv–musikalische Details vermisst man fast völlig, auch wenn hier und da ansatzweise schöne Melodien, wie man sie von Comedy of Errors kennt, zu hören sind und die mit gewohnt lieblicher Stimme durch Joe Cairney vorgetragen werden.

Ich bin geneigt, „Spirit“ den Titel „NeoProg-Oratorium des Jahres“ zu verleihen, was aber leider nicht als besonderes Qualitätsmerkmal gelten kann. Das Album will und kann nur in ganz speziellen Gemütszuständen gehört werden. Und wenn ich ehrlich bin, halte ich „Spirit“ gar nicht für ein „reguläres“ Album einer Band, die im Namen das Wort „Komödie“ führt. Übrigens: recht ansprechendes Artwork.

Anspieltipp(s): durchhören bietet sich wegen des konzeptionellen Charakters an.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.11.2015
Letzte Änderung: 25.11.2015
Wertung: 8/15

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Von: Harald Schmidt @ (Rezension 2 von 4)


Der obigen Rezension des Kollegen Jürgen Wissing darf ich beipflichten, denn allzu verwunderlich ist die Ausgestaltung des neuen Albums von COE, wenn man es mit den beiden wirklich starken Vorgängern vergleicht.

Trotz mancher energischer und temporeicher Passage will das Album keinen schlüssigen Flow erreichen. Grund hierfür sind die eingeschobenen und teils ellenlangen und etwas nichtssagenden getragenen Keyboardteppiche, die die streckenweise guten Ansätze oft von einer Sekunde auf die andere vollständig stilllegen. Hier werden dann leider allzuoft Erinnerungen an manch langweilige Neo-Prog-Scheibe wach, die sich mehr auf bombastische und langatmige ausgerollte Keyboardteppiche verließ, denn auf kompositorischen Gehalt.

Teilweise mutet das hier regelrecht esoterisch an. Ja, es gibt nicht wenige Momente gegen welche Yes‘ Awaken im Vergleich wie eine klangliche und esoterische Askese anmutet – so aufgebrezelt geht es hier zu. Auch wenn die einzelnen Tracks vielfach ineinander übergehen und das Konzeptalbum durchzogen ist von Hauptthemen, die immer wieder von Bass, Gitarre oder dem Gesang aufgenommen werden – es will einfach nicht zünden in seiner Gesamtheit, sondern wirkt sogar bruchstückhaft.

Schade, denn immerhin rund die Hälfte der Spielzeit besteht aus druckvollen, aggressiven und an Credo, Arena oder IQ erinnernden Neo-Prog-Sounds mit tollen Keyboard- und Gitarrensoli. Die andere Hälfte besteht aus viel Leerlauf – und wie erwähnt bremsen diese langatmigen Passagen teils recht unglücklich die sich gerade entwickelnden kraftvollen Sequenzen aus.

Mit zu viel Pathos und insbesondere esoterisch angehauchten Keyboardkaskaden tun auch COE sich – wie viel andere vor ihnen - keinen Gefallen und somit wird Spirit ein Album sein, dass sich kaum einmal vor dem Schleudergang in meinem CD-Player fürchten muss. Empfohlen seien daher noch einmal wärmstens die beiden Vorgängeralben, hier insbesondere Fanfare & Fantasy – und ich bin sicher, mit dem nächsten Album präsentieren sich COE wieder deutlich stärker.

Anspieltipp(s): Ascension...
Vergleichbar mit: einer Kombination aus Credo, Arena, IQ und Yes' Awaken
Veröffentlicht am: 26.11.2015
Letzte Änderung: 26.11.2015
Wertung: 7/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 4)


Howdy! "Spirit" von den alten Recken Comedy Of Errors ist wieder einmal einer jener Versuche, ein Album in Form eines gut 50-minütigen Longtracks zu gestalten. Gelingt das in einigermaßen schlüssiger Form? Bevor ich hier die Antwort und das Fazit vorwegnehme, beschäftige ich mich doch besser erst einmal mit dem Inhalt von "Spirit".

Rein musikalisch sind (die mir bislang übrigens unbekannten) Comedy Of Errors unschwer in eher "gewöhnlichen" Prog-Kategorien zu messen. Die Bandgeschichte besagt, dass die Schotten dereinst im Neoprog zu verorten waren, an "Spirit" lassen sich mittlerweile allerdings auch einige echte Retro-Referenzen finden. Darunter fallen beispielsweise gleich im Opener "My Grief Lies All Within" das Intro in der Art des jazzigen "21st Century Schizoid Man"-Interludes, das darauf folgende ansatzweise an "Awaken" erinnernde polyphone Motiv und weiter noch ein Anklang an diese vom Bass geprägte Passage aus "Heart Of The Sunrise" (auch wenn das Bassriff hier selber mir eher "The Apocalypse" von Eloy bekannt vorkommt). Später gibt es dann leicht floydige Gitarren in "Spirit Shines", ein paar Wendungen aus "The Lamb Lies Down On Broadway" in "Can This Be Happening?", und "Into The Light" ist ein ähnlich fröhlich-eingängiges Stück wie damals "South Side Of The Sky".

Mitbestimmend für solche Assoziationen ist natürlich auch der Gesang, denn Joe Cairney und Jim Johnston verstehen es offenbar, die prägnanten Stimmlagen von Jon Anderson und seinen Sidekicks von der Yes-Saitenfraktion zu imitieren, was natürlich den Hörer solcher Klassiker gleich mal mitnimmt. Auch mehrstimmig arrangiert wird zeitweise, allerdings hapert es durch und durch an den Melodien, die oft nur leidlich spannend oder wenig zielführend geraten sind und sich oft wiederholen. Zudem geht der Gesang im Mix mit seiner Dominanz der üppigen Keyboards und des etwas knalligen Schlagzeugs oft unter.

Wie sich hieraus andererseits ableiten lässt: Natürlich besteht "Spirit" überwiegend aus leicht zu schluckendem Keyboardbombast über einem soliden Rhythmusfundament. Letzteres wäre dann wohl auch eher das, was vom Neoprog übrig geblieben sein kann: Innerhalb der durch einzelne Tracks markierten "Parts" von "Spirit" herrscht zumeist ein durchgängig gehaltener Rhythmus vor. Das ist vergleichsweise simpel gemacht und überdies auch zwiespältig, denn in schlechteren Momenten wie beispielsweise der zweiten Hälfte von "My Grief Lies All Within" oder in "Spirit Shines" tuckert die Musik von Minute zu Minute in die Belanglosigkeit. Umgekehrt demonstrieren einige andere Stücke wie beispielsweise "Can This Be Happening?" mit seinem 7/8-Takt, "In Darkness Let Me Dwell" oder die zweite Hälfte dieses "Ascension"-Konstrukts einen recht gefälligen Umgang mit dem Rhythmus.

Schließlich ginge es noch um den Aufbau und die konzeptionelle Konsistenz von "Spirit". Der wird dadurch erzeugt, dass gewisse Formulierungen und Motive gelegentlich wieder aufgegriffen werden. So finden sich eben die angesprochene Bass-Passage und das "Awaken"-Motiv aus dem Intro beispielsweise noch in "I Call And Cry To Thee", und der "Spirit"-Part aus Track 3 findet sich nochmals am Ende von "Ascension..." wieder (wird dort ja auch so betitelt). Nun, so etwas mag ganz nett sein, aber für meinen Geschmack wirken diese Passagen und Bezüge willkürlich und artifiziell - eine Reprise alleine macht noch keine Verarbeitung von musikalischen Themen, gell?

Der eigentliche Mangel von "Spirit" ist das allerdings in meinen Augen nicht. Der besteht immer noch in den gleichförmigen Dümpelpassagen der meisten Tracks und ihrem Mangel an spannenden Melodien - hier böte sich eine Gegenüberstellung mit Yes' "Fly From Here" an, das zwar auch etwas agglutiniert wirkte, dabei aber immerhin schmissige Teile wie "Madman At The Screens" bot. Weiter büßt "Spirit" noch durch einige ausladende, aber ziellose Passagen mit auf sakral getrimmtem Keyboardbombast, beispielsweise am Anfang von "I Call And Cry To Thee", in "Ascension" und ganz besonders kitschig in "Set Your Spirit Free", die undifferenzierte Abmischung und einige künstlich zirpende Keyboardsounds weiter an Qualität ein. So geht "Spirit" unterm Strich dann eben nach hinten los, und es bleibt eine längliche Ansammlung an eher einfältigem Neoprog, der nur gelegentlich von ein paar blitzende Retro-Verzierungen eingefasst wird.

Anspieltipp(s): weniges...
Vergleichbar mit: Yes, Genesis, Eloy - üblichen Zielscheiben für Retroprog also
Veröffentlicht am: 22.6.2016
Letzte Änderung: 22.6.2016
Wertung: 6/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Da ich Keyboards liebe, ist dieses Album genau richtig für mich. Da kriege ich minutenlang eine Orgel auf die Ohren und doch wünsche ich mir, der Track würde nie enden. Ich liebe diesen Sound und finde das Album deshalb, im Gegensatz zu meinen geschätzten Kollegen, ziemlich gut. Dass musikalisch das Thema Tod und Verlust mit viel Respekt behandelt wurde, bedingt aber, dass das Album eher ruhig klingt. Man konnte ja fast nichts anderes erwarten. Einige härtere Passagen sind trotzdem vorhanden und lockern das Ganze auf.

Ein Longtrack von 45 Minuten ist eine Herausforderung und da sind schon einige Ideen gefragt, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Und wenn einem die Ideen mal ausgehen, dann bedient man sich einfach im prall gefüllten Progregal der Vergangenheit und „borgt“ sich die eine oder andere Melodie kurz aus. Immer wieder entdecke ich kurze Szenen die mich an andere Bands erinnern, wie das Bassmotiv, das mich neben Eloy (wie Gunnar ja bereits feststellte) auch noch an IQ erinnert. Oder hatten diese es bereits „ausgeborgt“? Na egal, es klingt gut. So startet das Album ordentlich und auch härter als ich es erwartet hatte mit MY GRIEF LIES ALL WITHIN.

Von Songs wie IN DARKNESS LET ME DWELL kann ich nicht genug bekommen. Dieser Bass, die Stimme, die immer wieder einsetzende Leadgitarre und vor allem, natürlich, die Keys. Die spielen mal im Hintergrund, mal dominieren sie alles, mal imitieren sie einen ganzen Chor. Sorry Kollegen, das ist genau mein Ding. Ich verstehe aber, wenn jemand das instrumental gespielte SET YOUR SPIRIT FREE schlecht findet, weil eben zu sakral. Ich jedoch liebe sakrale Musik, ohne den religiösen Aspekt zu betrachten. Diese Musik hat Kraft und erzeugt Emotionen.

Es ist ja auch nicht so, als würde die Band nicht zurück ins Irdische finden. Alle Songs mit Text haben Struktur, wechseln zwischen Neoprog, Symphonic Prog und manchmal sogar Klassikprog ab. Das hat was Einnehmendes, obwohl die Musik vorhersehbar ist. Es ist ähnlich wie bei IQ. Manchmal nerven sie, weil auch sie zu vorhersehbar sind. Aber die Melodien sind........nun ja, oft einfach himmlisch. Man schämt sich ja fast das zuzugeben, aber sind die einfachen Dinge im Leben nicht manchmal die besten?

PS: das hie und da eingesetzte Mellotron ist auch.........einfach himmlisch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: IQ, Marillion, Eclipse Sol-Air, Spock's Beard
Veröffentlicht am: 4.6.2017
Letzte Änderung: 4.6.2017
Wertung: 10/15
für Freunde von vielen elektronischen Tasten

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Comedy Of Errors

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Comedy Of Errors 8.00 1
2011 Disobey 9.00 3
2013 Fanfare & Fantasy 11.00 1
2017 House Of The Mind 9.33 3

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