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Van der Graaf (Generator)

Pawn Hearts

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971 (Remaster-Ausgabe 2005)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Charisma
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Hugh Banton Hammond E & C, Farfisa Professional organs, Piano, Mellotron, ARP Synthesiser, bass pedals, bass guitar; psychedelic razor; vocals
Guy Evans Drums, tympani, percussion, piano
Peter Hammill Lead vocals, acoustic & slide guitars, electric piano, piano
David Jackson Tenor, alto & soprano saxophones and devices, flute, vocals

Gastmusiker

Robert Fripp Electric guitar

Tracklist

Disc 1
1. Lemmings (including Cog) 11.36
2. Man Erg 10.20
3. A Plague of Lighthouse-Keepers

1. Eyewitness
2. Pictures / Lighthouse
3. Eyewitness
4. S.H.M.
5. Presence of the Night
6. Kosmos Tours
7. (Custard's) Last Stand
8. The Clot Thickens
9. Land's End (Sineline)
10. We go now

23.05
4. Theme One   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe; original mix) 3.15
5. W   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe; first version) 5.04
6. Angle Of Incidents   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe) 4.48
7. Ponker's Theme   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe) 1.28
8. Diminutions   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe) 6.00
Gesamtlaufzeit65:36


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Van der Graaf Generator, faktisch eine Band von Peter Hammill, waren eine bis heute oft unterbewertete Progformation, die fast ausschließlich von der ausdrucksstarken Stimme Hammills und seinen düsteren Songs lebte.

"Pawn Hearts", die letzte Platte vor dem vorläufigen Ende der Band, gilt vielen als der Geniestreich von Van der Graaf Generator.

"Lemmings", worauf Hammill zuerst mit der Frage "What course is there left but to die?" zu resignieren scheint, um schließlich bei "What choice is there left but to live?" etwas Hoffnung zu schöpfen, verströmt die große Einsamkeit in der ewigen Dunkelheit des Daseins. Diese Stimmung wird suggestiv von den begleitenden Instrumentalparts untermalt.

Die hymnenhaft-balladesken Passagen von "Man-Erg" wechseln sich mit den aggresiven, riffigen, vom zerhackten Rhythmus begleiteten Parts ab, auf denen vor allem Fripps Einwürfe zu beeindrucken wissen. Unvergessen die Zeile: "The killer lives inside me : I can feel him move", die im weiteren Verlauf zu "The angels live inside me : I can feel them smile" abgewandelt wird. Und schließlich eine Selbsterkenntnis, die leider keine ist : "I too live live inside me and very often don't know who I am".

Die Suite "A Plague of Lighthouse-Keepers" beginnt mit einem lyrischen, später aggresiv werdenden Suitenteil "Eyewitness", dessen Gesangsmotiv man schon so ähnlich auf "Trespass" von Genesis (Stagnation) gehört hat. Man war ja schließlich zusammen mit Genesis und Lindisfarne als Dreier-Pack auf Tour. Ein kleines Interludium geben hier Banton und Jackson mit ihrem kurzen lautmalerischen Instrumental "Pictures/Lighthouse" zum besten.

Das Anfangsthema von "Eyewitness" wird von progmainstreamorientiertem "S.H.M." gefolgt. Die musikalischen Highlights von "A Plague..." sind für mich eindeutig die rhythmisch einfallsreichen, entfesselten, experimentfreudigen Momente von "Presence of the Night" und "The Clot Thickens", die u.a. durch Hammills vokale Leistungen Erstaunen hervorrufen. Dieses wird von den getragenen, pastoralen Passagen durchsetzt, die (vor allem die "All things are a part"-Teile, von Jackson komponiert) auf mich etwas klischeehaft wirken bzw. mir als zu lang erscheinen.

Ich bin in den meisten Fällen für musikalische Kontraste, bloß bei "A Plague..." falle ich jedesmal aus allen Wolken, wenn nach einer mitreißenden Abgefahrenheit etwas Getragenes und musikalisch Vorhersehbares kommt.

Für mich bleibt also der meisterliche Song "Lemmings" der wichtigste Grund, diese außergewöhnliche Platte zu besitzen. Die eventuellen, obengenannten Schwächen der "A Plague..."-Suite werden durch die Stärken wie Mut zum Außergewöhnlichen und ausgezeichnete Darbietung mehr als wettgemacht. Das präzise Schlagzeugspiel von Guy Evans, die dezenten Keyboards von Hugh Banton und die kernigen Saxophone von David Jackson schuffen im Zusammenwirken mit der Stimme Hammills und den Gastbeiträgen von Robert Fripp eine Einheit, die mal mal bedrückend, mal melancholisch auf den Hörer einwirkt.

Anspieltipp(s): Lemmings
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.7.2002
Letzte Änderung: 12.1.2003
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Vor langer Zeit gab es im SDR3-Radio eine Sendung "Wunschkonzert exquisit", immer Sonntag abends, ich glaube von 19 bis 21 Uhr. Wie der Name schon andeutet, wurden da Hörerwünsche gespielt. Den Zusatz "exquisit" hatte die Sendung, weil man zwei Arten von Musik grundsätzlich nicht spielte: Schlager und Pop. Und was hat das jetzt mit "Pawn Hearts" zu tun? Nun, in dieser Sendung liefen auch viele Progressive Rock Sachen, so hatte ich dort u.a. meine erste Begegnung mit King Crimson, und außerdem war es Tradition, immer einen oder zwei richtig lange Songs zu spielen. Und eines Tages kündigte der Moderator eine Gruppe namens Van der Graaf Generator mit einem Stück namens "A Plague of Lighthouse Keepers" an. Den Namen Van der Graaf Generator kannte ich zwar schon vom Hörensagen, aber die Musik war mir bis dato unbekannt. Also flugs den Kassettenrekorder angeworfen - und von der ersten Minute an war ich von dieser Musik begeistert. Ich hatte zwar damals (1980) schon einige Prog-Erfahrung, aber so etwas hatte ich noch nie gehört - Jacksons wilde Saxofoneinlagen, Hammills unglaublich wandlungsfähige Stimme (ich dachte zuerst, da seien mehrere Sänger am Werk), der stetige Wechsel zwischen lyrischen und chaotischen Passagen. "Pawn Hearts" war mein Eintritt in die phantastische, dunkle, irgendwie kranke Welt von Van der Graaf Generator und später auch von Peter Hammills Soloschaffen (das ich durch den SWF3 Pop-Shop kennenlernte - das waren Zeiten...).

Jetzt aber genug von sentimentalen Erinnerungen. Bleibt noch zu erwähnen, dass "Wunschkonzert exquisit" so 1981/82 herum eingestellt wurde, als zunehmend musikalischer Flachsinn angesagt war.

Das von Christian erwähnte Bild auf der Innenseite des Plattencovers soll übrigens eine parodistische Nachstellung von Jacques-Louis Davids Gemälde "Der Schwur der Horatier" sein.

Anspieltipp(s): Lemmings, A Plague of Lighthouse Keepers
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2003
Letzte Änderung: 2.8.2003
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 3 von 3)


Nach "H to He Who am the Only One" war man wieder ausgiebig auf Tour, nahm zwischendurch Peter Hammill Solo-Debut "Fool's Mate" auf und, so ganz nebenbei, wieder ein neues Album. Dieses war ursprünglich als Doppel-LP geplant, wogegen Charisma Records jedoch ein Veto einlegte. Also wurden es nur die vorliegenden drei Songs, die oben bereits beschrieben wurden.

Die remasterte Ausgabe wartet wieder mit tollem Sound und informativem Booklet auf. Als Bonustracks finden sich zwei frühe Versionen von "W" und "Theme one", die im Februar 1972 als Single erschienen. Dazu gibt es das, was von der ursprünglich geplanten Doppel-LP übrig war. Diese sollte das jetzige "Pawn hearts" Album beinhalten, dazu einige live im Studio eingespielte Stücke ("Squid / Octopus" ist bereits als Bonus bei "H to He" dabei, die Aufnahmen von "Killer" und "Darkness" wurden nicht mehr aufgefunden). Und schließlich sollten Evans, Banton und Jackson Instrumentalstücke beisteuern, die hier enthalten sind, als da wären: "Angle of incidents" (Evans), "Ponker's theme" (Jackson) und "Diminutions" (Banton).

1972 ging es dann gleich wieder auf große Europatournee, dreimal allein nach Italien, wo "Pawn hearts" Platz 1 in den Charts erreichte. Die Plattenfirma drängte die Band zu einem neuen Album. Irgendwann mußte es zum großen Knall kommen. Peter Hammill war der erste, der sagte, es reicht. Die Band löste sich im August auf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.6.2005
Letzte Änderung: 16.6.2005
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van der Graaf (Generator)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Aerosol Grey Machine 10.00 3
1970 H to He Who am the Only One 14.00 4
1970 The Least We Can Do Is Wave To Each Other 10.67 3
1974 The long hello Vol. I 10.00 1
1975 Godbluff 13.00 4
1976 World Record 10.33 3
1976 Still Life 12.50 4
1977 The Quiet Zone / The Pleasure Dome 10.75 4
1978 Vital 11.00 4
1985 Time Vaults 8.50 3
1986 First Generation (Scenes From 1969-1971) - 1
1986 Second Generation (Scenes From 1975-1977) - 1
1993 'I Prophesy Disaster' - 1
1994 Maida Vale 12.00 1
2000 The Box 13.50 2
2003 Godbluff Live 1975 Charleroi Palais des Expos 27.09.75 (DVD) 13.00 1
2005 Present 11.75 4
2007 Real Time 12.00 2
2008 Trisector 11.67 3
2009 Live At The Paradiso, 14.04.07 10.00 1
2011 A Grounding in Numbers 11.50 2
2012 Recorded Live In Concert At Metropolis Studios, London 12.50 2
2012 ALT 10.00 2
2015 Merlin Atmos 12.00 2
2015 After The Flood / At The BBC 1968-1977 13.00 1
2016 Do Not Disturb 12.00 4

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