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Homunculus Res

Come si diventa ciò che si era

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dario d'Alessandro Gesang, Gitarre, Bass, MS10, MS2000, Casiotone, CRB Diamond, Glockenspiel
Davide di Giovanni Nord Electro 2 - MS10, Yamaha PSR550, Bass, Percussion, Gesang
Daniele di Giovanni Schlagzeug
Mauro Turdo Gitarre
Daniele Crisci Bass

Gastmusiker

David Newhouse Saxophon, Bassklarinette (9,10)
Aldo de Scalzi Gesang, Orgel, Gitarre (4)
Steve Kretzmer Klavier (8)
Fabrice Chouette & Patrick Dufour Yamaha MOX6 & CS15d (2)
Regal Worm M400 MkII, Philicorda, Octave Kitten (3,6)
Dario Lo Cicero Flöte (10), Flageolett (6)
Paolo Botta ARP Odyssee (5), OSCar (2,9), Roland RS 202 (11)
Giorgio Trombino Saxophon (3,5,14)
Wyatt Moss-Wellington Gesang (10)
Giuseppe Turdo Oboe, Englischhorn (1)

Tracklist

Disc 1
1. Operazione Fantasia 2:11
2. Doppiofondo del Barile 2:50
3. Vesica Pescis 6:23
4. Dogface (Reprise) 1:51
5. Opoldeldoc 4:27
6. La Felicità 1:28
7. Ottaedro 2:45
8. Egg Soup 0:51
9. Belacqua 3:40
10. Ospedale Civico 17:52
11. Dogface 3:41
12. S Invertita 0:53
13. Paum 1:54
14. Schermaglie 1:51
Gesamtlaufzeit52:37


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Zwei Jahre nach ihrem bemerkenswerten Debüt bringt die sizilianische Formation Homunculus Res einen neuen Tonträger unters Volk. Der Titel des neuen Albums ist nicht mehr ganz so lang und sperrig, aber auch Come si diventa ciò che si era (deutsch etwa: „wie man das wird was man war“) klingt noch seltsam genug.

Die Stammbesetzung hat sich geringfügig verändert, ein neuer Bassist ist dabei, außerdem hat man sich um einen zusätzlichen Gitarristen zum Quintett erweitert. Dazu kommen wieder zahlreiche Gastmusiker, die neben diversen Holzblasinstrumenten noch verschiedene, akribisch aufgelistete analoge Tasteninstrumente bedienen.

Musikalisch hat sich dagegen nicht viel geändert, Homunculus Res sind dem Stil ihres Debütalbums weitgehend treu geblieben. Erneut zeigen sie hier, dass Canterbury eigentlich in Italien, genauer: auf Sizilien liegt, so tief ist diese Musik im klassischen Canterbury-Sound der frühen 70er verwurzelt. Allerlei Tastenklänge analoger Art bestimmen die Musik, es fiept, ziept, perlt und plingt permanent; manchmal bringt das Mellotron auch einen dezenten Anflug von Retro-Prog rein. Stets wirken diese Klänge nostalgisch, wie aus einem anderen Zeitalter. Bass und Schlagzeug, ein paar jazzige Gitarrenläufe, sowie dezente Einsätze der Bläser vervollständigen das Klangbild. Dazu kommt gelegentlich noch etwas unauffälliger, aber angenehmer Gesang.

Die Musik ist vom typischen lockeren Jazz-Feeling durchtränkt, das auch bspw. auf den klassischen Alben von Caravan oder auch Hatfield and the North zu finden ist, und verbindet dieses mit einer mediterranen Leichtigkeit und Beschwingtheit, die die - überwiegend kurzen - Stücke des Albums luftig und melodiös, oft geradezu, ich trau es mich kaum zu schreiben, einschmeichelnd wirken lässt. So einschmeichelnd, dass man die komplexe Struktur der Musik, die zahlreich eingesetzten Dissonanzen bis hin zu Anflügen von Atonalität, glatt überhören könnte. Denn so locker und beschwingt die Musik sich anhört, so steckt sie doch voller fieser kleiner Widerhaken; aber die pieksen allenfalls ein bisschen, denn richtig laut oder wüst wird es nie. Stattdessen ist die Musik oft von einer leichten humoristischen Note durchzogen.

Einen Unterschied zum Debüt gibt es dann übrigens doch: während auf jenem ausschließlich kurze Stückchen drauf waren, findet sich hier nun neben vielen Zwei- und Dreiminütern auch ein Stück von fast 18 Minuten Länge, das sich ansonsten stilistisch nicht vom Rest des Albums unterscheidet.

Somit bietet auch das zweite Album der Sizilianer feinste Unterhaltung für Liebhaber des klassischen Canterbury-Sounds. Schöne Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.12.2015
Letzte Änderung: 20.12.2015
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Also, Canterbury liegt inzwischen wirklich in Sizilien ... gleich bei Palermo, in der Nähe, oder sogar dortselbst. Vielleicht sollte man da mal eine Namensänderung vornehmen ... oder einen Tausch. Canterbury heißt demnächst Palermo und umgekehrt! Die Entscheidungsträger brauchen sich nur mal den Anfang von "Doppiofondo del Barile" der Palermitaner Homunculus Res anhören. Wenn mir jemand das Stück mit der Behauptung vorgespielt hätte, dass es sich dabei um eine Nummer von Hatfield and the North von einem nie verwirklichten italienischen Album handeln würde, hätte ich ihm vermutlich geglaubt.

Hatten mich Homuculus Res schon mit ihrem tollen Debüt (siehe "Limiti all'eguaglianza della Parte con il Tutto") vermuten lassen, dass sie das Erbe von Richard Sinclair und Co. antreten wollen, haben sie dieses mit "Come si diventa ciò che si era" nun wirklich getan, tatkräftig unterstützt von den Canterbury-RIO-Veteranen Dave Newhouse (The Muffins), Aldo De Scalzi (Picchio Dal Pozzo) und Steve Kretzmer (Rascal Reporters) und auch bekannteren Namen aus der jüngeren Prog-Generation wie Jarrod Gosling alias Regal Worm oder AltrOck-Hauskeyboarder Paolo "Ske" Botta.

Mit allerlei Vintage-Tastenklängen, insbesondere dem genretypisch wallenden Georgel, klangvollen, aber eher zurückhaltenden E-Gitarrenlinien, diversem Gebläse (der musikalischen Gäste), ein paar sparsam eingesetzten Elektroniksounds, wunderbaren, mal knurrend-brummenden, mal dezent hüpfenden Bassmustern und einigem an Perkussion erzeugen Homunculus Res hier einen ausgesprochen farbigen, authentischen und munteren, jazzig-rockig-symphonischen Retro-Canterbury-Prog, der den Hervorbringungen der Inspirationsquellen - Hatfield and the North vor allem, aber auch die Landsleute von Picchio Dal Pozzo - nicht nachsteht.

Aber, Homunculus Res sind natürlich kein reiner Hatfiled-Klon, und nicht nur deshalb, weil sie in Italienisch singen. Die Musik ist noch vielseitiger und aufwändiger instrumentiert (auch im Vergleich mit dem Erstling) und kommt mit einer belebten, sonnig-mediterranen Luftigkeit daher, die man so nicht von den "Originalen" kennt. Dabei hat das Ganze durchaus Ecken und Kanten, ist durchweg angeschrägt, ohne allzu sperrig zu sein. Melodiöse Schrägheit?

Dazu kommt ein recht deutliches humorvolles Element (man betrachte auch das seltsame, aber wunderschön Cover!). Nicht nur, dass die Musik durchweg sehr gutgelaunt daher kommt (von ein paar leicht bedrohlichen oder freiformatigen Einlagen abgesehen), wurde sie zudem mit recht seltsamen Texte versehen. Es wird nicht viel gesungen, aber wenn Dario D'Alessandro seine Stimme erklingen läst, dann erzählt er recht Sonderbares, Banales oder Absurdes, das sich z.B. oft mit Krankenhäusern (das längste Stück hier heißt z.B. "Städtisches Krankenhaus") oder anderweitig mit der Gesundheit und dem allgemeinen Wohlbefinden beschäftig.

Kurzum: Wer Canterbury-Prog und etwas verquere Exkursionen zwischen Jazz, Rock und schräg-bizarren Songs schätzt, der sollte "Come si diventa ciò che si era" dringend antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.12.2015
Letzte Änderung: 21.1.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Homunculus Res

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Limiti all'eguaglianza della Parte con il Tutto 12.00 2
2018 Della stessa sostanza dei sogni 12.00 1

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