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Van der Graaf (Generator)

Godbluff

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (Remaster-Ausgabe 2005)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Charisma
Durchschnittswertung: 13/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Hugh Banton Orgel, Bass
Guy Evans Schlagzeug
Peter Hammill Gesang, Klavier, Gitarre
David Jackson Saxophon, Flöte

Tracklist

Disc 1
1. The Undercover Man 7:35
2. Scorched Earth 9:30
3. Arrow 9:42
4. The Sleepwalkers 10:30
5. Forsaken Gardens   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe, Live 1975) 7:58
6. A Louse Is Not A Home   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe, Live 1975) 12:23
Gesamtlaufzeit57:38


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


Im Herbst 1974 fiel die Entscheidung, Van der Graaf Generator wieder zu beleben, "Godbluff" ist also gewissermaßen als ein Comeback-Album zu sehen.

Die Platte bietet vier lange, logisch und durchwachsen aufgebaute Songs, die vor allem perfekte Vehikel für Hammills ergreifende Texte und seinen einnehmenden Gesang darstellen.Die Band wirkt dabei weniger schwermütig als vor der Auflösung 1971. Einer der wenigen Unterschiede zwischen Van der Graaf Generator und Hammill als Solokünstler in den 70ern dürfte das Mitspracherecht der drei Bandkollegen bei der Song-Gestaltung gewesen sein, was auf "Godbluff" in einer einzigartigen Abwandlung des Prog resultierte : einer zehnminütigen, entweder druckvollen oder pastoralen Vertonung eines Hammill-Gedichtes, die mit straffer, nachvollziehbarer Melodieführung der Saxophone und der Gesangstimme überzeugt.

Zu den hörbaren Vorteilen der Bandsituation für Hammills Stücke dürfte man beispielsweise die den Gesang hervorragend ergänzenden, mehrspurigen Saxparts von "The Sleepwalkers" zählen, etwas was bei einem Soloprojekt von Hammill wohl nicht ohne weiteres zustandekommen würde.

Auf die vieldeutigen Texte Hammills hier angemessen einzugehen, würde, glaube ich, zu weit führen. Ich bilde mir allerdings ein, darin Themen ausmachen zu können, wie verlorene Helden, die durch ihr sinnloses Wirken Verwüstungen hinterlassen, oder Individuen, die in der verwirrenden Wust von Ritualen, die durch Komplexität menschlicher Psyche resultiert, auf einen Ausweg hoffen.

Die musikalischen Einfälle, die Hammill für "Godbluff" vorgesehen hat, sind dermaßen gelungen, dass einige Variationen oder Themenwiederholungen, die auch aus kurzen Instrumentalteilen bestehen können, m.E. niemals ermüdend oder langweilig wirken.

Es ist nicht leicht, bei vier solch ausgezeichneten Songs einen hervorzuheben. "Arrow" fällt beispielsweise durch aggresiven "Shouter"-Gesang auf, der jedoch nie die interessante Melodielinie zu verlassen sucht. Das Stück scheint zeitwelig stark mit der jazz-rockigen Komponente zu flirten, und zwar nicht nur durch das Sopran- und Tenorsax-Spiel von David Jackson. Der instrumentale Anfang könnte fast als eine jazzige Session Ende der 60er durchgehen.

Hugh Banton wird auf "Godbluff" seinem Ruf als einer der zurückhaltendsten Keyboarder (oder besser gesagt Orgelspieler) in der Progrock-Geschichte voll gerecht, irgendwelche Synthesizer waren ihm von Anfang an eher suspekt.

Diese einzigartige Scheibe bleibt mein Lieblingswerk von Van der Graaf Generator.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.7.2002
Letzte Änderung: 12.1.2003
Wertung: 13/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Noch rasch eine Anmerkung zur Remaster-Ausgabe von "Godbluff", die im Sommer 2005 erschien. Diese enthält zwei Bonustitel, Liveversionen von "Forsaken Gardens" und "A Louse Is Not A Home", aufgenommen im August 1975 bei einem Konzert in Rimini. Von diesem Konzert wurden bereits einige Songs auf der "Box" veröffentlicht, und wer diese kennt, weiß, dass man keine überragende Klangqualität erwarten darf. Alles klingt etwas dumpf und scheppernd, aber die unglaubliche Energie, mit der die Band hier agiert (vor allem in "Louse"), entschädigt hierfür. Zumal von beiden Songs ansonsten keine Liveaufnahmen existieren.

Original stammen beide aus Hammills Soloalbum "The Silent Corner and the Empty Stage" von 1974, und schon die Studioaufnahmen entstanden in der klassischen VdGG-Besetzung.

Der Klang der regulären "Godbluff"-Songs ist dagegen hervorragend, und wie die Kollegen schon ausführlich schrieben, ist dies eines der besten Alben der Band und ein absoluter Pflichtkauf!

Anspieltipp(s): Sleepwalkers
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.7.2005
Letzte Änderung: 15.7.2005
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 3 von 4)


Nachdem sich VdGG 1972 getrennt hatten, blieben die Mitglieder weiterhin in Kontakt. Auf manchen der in dieser Phase entstandenen Hammill-Soloscheiben spielten sie sogar in der klassischen Viererbesetzung zusammen. So scheint es nicht zu verwundern, daß man sich Anfang 1975 zusammensetzte und (ähnlich wie bei der 2005er Reunion) heimlich probte und neue Songs einspielte. Ehe man aber ein Album aufnahm, wurde erst einmal ausgiebig getourt und die neuen Songs live getestet, wobei vornehmlich das neue Material, das den Fans damals noch nicht bekannt war (!), und eben die Band-Songs aus der Hammill-Solophase aufgeführt wurden. Erst im Oktober 1975 erschien dann das vorliegende Godbluff-Album. Die Band hatte damals soviel Material zur Verfügung, daß man es sich leisten konnte, "La Rossa" und "Pilgrims" für das nächste Album, "Still Life", das bereits ein halbes Jahr später erschien, aufzuheben.

Daß VdGG zu den ganz Großen des Prog gehören, zeigen sie auf dieser Platte wiederum auf eindrucksvolle Art und Weise. Vier Songs von jeweils etwa 10 Minuten Länge - und keinerlei Durchhänger dabei. Die Songs sind aber keineswegs nur Aufhänger für Hammills expressiven Gesang (obwohl dieser natürlich überwiegt), auch den Bandkollegen wird genug Platz für Extravaganzen eingeräumt.

Das Ganze sprüht nur so vor kompositorischen Einfällen, wobei sich der beste bei "The Sleepwalkers" findet: da verfällt die Band urplötzlich in einen Rumba-Rhythmus, nebst abschließendem Cha-Cha-Cha, und hört sich an wie eine Latino-Tanzcombo.

Aber die gesamte Platte versprüht eine Intensität, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Diese Musik ist pure Energie! Zusammen mit dem Nachfolger "Still Life" sieht man VdGG hier auf der Höhe ihres Schaffens!

Die remasterte Ausgabe hat eine hervorragende Soundqualität, wenn man mal von den Bonustracks absieht. Diese bieten zwar musikalisch hervorragendes Material, sind soundtechnisch jedoch keine Offenbarung. Trotzdem freue ich mich, diese Klassiker endlich einmal in der klassischen Bandbesetzung hören zu dürfen.

Anspieltipp(s): The Sleepwalkers
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2005
Letzte Änderung: 18.7.2005
Wertung: 13/15
bei einer besseren Soundqualität der Bonustracks wäre auch eine 14 drin gewesen!

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 4 von 4)


Hmm... irgendwie habe ich Van der Graaf Generator bisher ein wenig vernachlässigt, obwohl sie mir von den "klassischen" Bands der 70er nach all den Jahren vielleicht die Liebste ist. Aber immer war eine andere Rezension wichtiger. Und als "Fanboy" ist es auch einigermassen schwierig, eine einigermassen sinnvolle Rezension zu schreiben. Jetzt allerdings, nachdem die VdGG-Alben sämtlich neu aufgelegt und remastert in den Regalen stehen, sind ein paar Worte doch noch angebracht.

Um mich kurz zu wiederholen, ein Zitat aus meinem Rezensions-Versuch zu "Present":

Klassischer Prog.... so steht es als Stilmerkmal bei den "alten" Van der Graaf Generator-Alben. Aber wann haben die Herren Banton, Evans, Jackson und Hammill - um die sogenannte klassische Besetzung zu bemühen - je wirklich "klassischen Prog" gemacht? Und wenn, dann war das die dunkle, irgendwie ungesunde Seite des sonst so rein wirkenden klassischen Prog. Annähernd nur vergleichbar vielleicht mit King Crimson. Van der Graaf Generator kamen mit wenig Gitarre aus, hatten dafür aber das extravagante Sax-Spiel von David Jackson. Synthesizer sucht man hier vergebens, dafür lotet Hugh Banton die Grenzen der Orgel aus. Den Bass übernimmt der Organist meist auch gleich mit und ergänzt sich perfekt mit der zurückhaltenden, aber virtuosen Percussion des Guy Evans. Und über allem schwebt der getriebene, zynische, aggressive, manchmal hoffnungslose Gesang des Peter Hammill.

Damit ist eigentlich alles über alle Alben von Van der Graaf Generator und der starken Fazination, die von dieser Musik ausgeht, gesagt.

Ich zögerte ein bisschen mit der Anschaffung der jüngsten Remasters-Ausgaben, den ich habe auch die geniale "The Box" und da ist viel von dem drauf, was ich bei VdGG liebe. Gut, aber nachdem ich die Alben der zweiten Bandphase (also "Godbluff", "Still Life" und "World Record") "nur" als Vinyl-LPs besitze, habe ich jetzt doch zugeschlagen. Das Zögern war ein Fehler, denn die Neuauflagen kommen in einem dermassen tollen Sound daher, dass man die Alben wirklich nochmal neu hört. Und überhaupt: Van der Graaf-Alben sollte man wirklich gesamthaft im Album-Kontext hören.

So kann ich im Falle von "Godbluff" nur empfehlen, sich auf jeden Fall das Album zu besorgen. Die ungeheure Magie der Musik und insbesondere das ausserordentlich gelungene Zusammenspiel der Kompositionen ist nur zu erfassen und zu geniessen, wenn man das komplette Album hört. Vom lyrischen "Undercover Man" gefolgt vom dramatisch-hoffnungslosen "Scorched Earth", über das aggressive "Arrow" bis zum fast beschwingt-fröhlichen "Sleepwalkers", ist es eine musikalische Tour de Force, die ihresgleichen sucht. Und das die Band auch dem typisch britischen Humor frönt, dürfte spätestens bei der "Mambo-Einlage" in "Sleepwalkers" klar sein. Ausnahmsweise bin ich mal einer Meinung mit Herrn Hammill, 40 Minuten perfekte Musik sind erstmal genug für den engagierten Hörer. Bei diesem Album empfinde ich das auch so. Dicht, kraftvoll, hochenergetisch, zuweilen fast wahnsinnig, ist dieses Album für mich der Höhepunkt der zweiten Bandphase und das zweitbeste Album von VdGG überhaupt.

The Sound is, therefore, extremly brutal; the performance, though, shows the raw energy of the group at this period. Das steht über die beiden Live-Bonustracks im Booklet. Okay, als Zugaben für den Fan mag das nett gemeint sein, aber ich (und ich halte mich schon für einen grossen Fan) kann das bei diesem unterirdischen Sound wirklich nicht geniessen. Allerdings finde ich die beiden Titel auch in ihren Studioversionen nicht so toll. Wenn ich die Bonustracks in die Bewertung einbeziehen würde, müsste ich glatt die Note reduzieren, aber das tue ich natürlich nicht.

Auch dass die Angaben zu den Song-Längen sämtlich völlig daneben liegen, kann ich bei der ansonsten liebevollen Aufmachung nicht verstehen.

Macht nix, "Godbluff" ist ein Meisterwerk, welches nun in seiner definitiven Version vorliegt.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: ???
Veröffentlicht am: 21.8.2005
Letzte Änderung: 21.8.2005
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van der Graaf (Generator)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Aerosol Grey Machine 10.00 3
1970 H to He Who am the Only One 14.00 4
1970 The Least We Can Do Is Wave To Each Other 10.67 3
1971 Pawn Hearts 12.33 3
1974 The long hello Vol. I 10.00 1
1976 World Record 10.33 3
1976 Still Life 12.50 4
1977 The Quiet Zone / The Pleasure Dome 10.75 4
1978 Vital 11.00 4
1985 Time Vaults 8.50 3
1986 First Generation (Scenes From 1969-1971) - 1
1986 Second Generation (Scenes From 1975-1977) - 1
1993 'I Prophesy Disaster' - 1
1994 Maida Vale 12.00 1
2000 The Box 13.50 2
2003 Godbluff Live 1975 Charleroi Palais des Expos 27.09.75 (DVD) 13.00 1
2005 Present 11.75 4
2007 Real Time 12.00 2
2008 Trisector 11.67 3
2009 Live At The Paradiso, 14.04.07 10.00 1
2011 A Grounding in Numbers 11.50 2
2012 Recorded Live In Concert At Metropolis Studios, London 12.50 2
2012 ALT 10.00 2
2015 Merlin Atmos 12.00 2
2015 After The Flood / At The BBC 1968-1977 13.00 1
2016 Do Not Disturb 12.00 4

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