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Van der Graaf (Generator)

The Quiet Zone / The Pleasure Dome

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: sonstiges
Label: Charisma
Durchschnittswertung: 10.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Graham Smith Violine, Viola
Nic Potter Bass
Peter Hammill Gesang, Gitarre, Keyboards
Guy Evans Schlagzeug

Gastmusiker

David Jackson Saxophon (7,9)

Tracklist

Disc 1
1. Lizard Play 4:29
2. The Habit of the Broken Heart 4:40
3. The Siren Song 6:04
4. Last Frame 6:13
5. The Wave 3:14
6. Cat's Eye / Yellow Fever (Running) 5:20
7. The Sphinx in the Face 5:58
8. Chemical World 6:10
9. The Sphinx Returns 1:12
10. Door   (bonus track) 3.23
11. Ship of fools   (bonus track (B-side of single)) 3.46
12. The Wave   (bonus track (demo version)) 3.14
Gesamtlaufzeit53:43


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Nach "World Record" verabschiedeten sich mit Organist Hugh Banton und Bläser David Jackson (als Sessionmusiker noch auf zwei Titeln dabei) gerade die beiden Musiker, die den Sound der klassischen VdGG am stärksten geprägt hatten (abgesehen von Hammills Gesang natürlich). Statt diese Instrumente neu zu besetzen, stieg mit Graham Smith ein Geiger ein, dazu kam der frühere Bassist Nic Potter zurück. Gleichzeitig wurde der Bandname auf Van der Graaf verkürzt.

Die musikalischen Unterschiede zu den früheren VdGG Werken sind immens. Die Stücke sind wesentlich kürzer, 6 Minuten werden nicht überschritten. Nach dem teilweise etwas zu ausufernden "World Record" tut diese Straffung ganz gut. Im Vordergrund stehen nun akustische Gitarre und Violine, letztere klingt in Stücken wie "Lizard Play" fast wie eine E-Gitarre. In "Siren Song" und "Wave" wechselt Hammill ans Klavier und präsentiert zwei wunderschöne Balladen. Daneben gibt es auch richtig rockende Songs wie das grandiose "Cat's Eye / Yellow Fever", komponiert von Graham Smith, der hier ein wahres Feuerwerk an der Violine entfacht. Andere Stücke wie "The Habit of the Broken Heart" haben schon fast poppige Anklänge, ohne deswegen ins Banale abzurutschen.

Leider war "The Quiet Zone / The Pleasure Dome" schon das letzte Studioalbum von Van der Graaf, nach dem Livealbum "Vital" trennte man sich 1978 endgültig.

Anspieltipp(s): Siren Song, Cat's Eye / Yellow Fever
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.1.2003
Letzte Änderung: 13.1.2003
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 4)


Nach dem Abschied von Organist Banton und Saxophonist Jackson entschied man sich, einen Geiger an Bord zu nehmen, um den VdGG-Sound zu verändern und ihm eine besondere Note zu verleihen. Dies war sicherlich eine gute Wahl, denn das extravagante Spiel Jacksons ist nicht zu kopieren. Damit einher geht eine deutliche Straffung der Songs, was nach dem ausufernden "Meurglys III" vom halbgaren Vorgänger "World Record" auch nötig war. Hammill bedient neben den Tasten auch noch die Gitarre, die jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Markanteste am neuen VdG-Sound ist neben Hammills Gesang das vorzügliche Geigenspiel Graham Smiths, das den Grundstock für eine gelungene Neuausrichtung der Band legt. Schade, daß diese Besetzung nicht länger zusammenblieb.

Anspieltipp(s): Lizard Play, The Sphinx in the Face
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2004
Letzte Änderung: 10.5.2004
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 4)


Nach "World Record" hat Hugh Banton seine Ankündigung wahr gemacht und die Band verlassen. Wie es aus dem Booklet der remasterten Neuauflage von "The Quiet Zone/The Pleasure Dome" aus dem Jahr 2005 hervorgeht, wollte David Jackson ursprünglich dabei bleiben, stellte aber bei den Aufnahmen zu "The Quiet Zone/The Pleasure Dome" fest, dass die Sache für ihn ohne die Keyboards von Banton nicht funktionierte und ging schließlich auch eigene Wege.

Ohne zwei wichtige Mitstreiter, dafür mit dem ex-String Driven Thing Graham Smith an der Violine und dem kaum ins Gewicht fallenden Bassisten Nic Potter als Neuzugängen (Smith hat vorher auf "Over" von Hammill gespielt, Potter hat schon früher bei VdGG ausgeholfen) klingt "The Quiet Zone/The Pleasure Dome" weitgehend wie eine Soloplatte von Hammill.

Dafür, dass sich dieses Album 1977 im (damaligen) Neuland zwischen Prog, New Wave und Hammill'schem Individualismus bewegte, sahen die zwei Coverbilder irreführend traditionell proggig aus. Kann es sogar eine gute Fee sein, was sich da über dem Globus auf einer Schaukel sichtlich wohl fühlt? Und dann, auf der Rückseite, jongliert Hammill, im weissen Anzug und Krawatte, mit einem weissen Apfel....Proggig, oder was?

Musikalisch eher weniger: Auffallend ist der spartanische Sound der Platte, meistens mit der Rhythmisches spielenden akustischen Gitarre und Schlagzeug im Vordergrund und der Geige als melodischer Begleitung. In einigen Songs übernimmt das Piano oder die elektrische Klampfe die Rolle der akustischen Gitarre.

Die natürlich aus der Feder von Hammill stammenden Lieder auf der ersten, "The quiet zone" genannten LP-Seite (auf der CD sind es die ersten vier Songs) transportieren die wie üblich schwermütigen Texte und Stimmungen des Komponisten.

Die unter der Überschrift "The pleasure dome" laufenden Songs der zweiten LP-Seite (bzw. die nächsten fünf auf der CD) sind da schon ingesamt energetischer ausgefallen, allen voran das zusammen mit Graham Smith geschriebene "Cat's Eye/Yellow Fever (Running)" und das leicht aggressive "Chemical world".

Das flotte, new-wavige "The Sphinx in the face" würde sich auch auf einer Soloplatte von Hammill Anfang der 80-er, wie z.B. "Sitting targets", gut machen.

Das riffige, psychedelisch-temperamentvolle "The door", hier in der Studio-Version als Bonus Track, taucht später auf dem Konzertalbum "Vital" auf. Letzteres gilt auch für den aggressiven Bonus Track "Ship of fools". (Bei den Tracks 11 und 12 der Ausgabe von 2005 ist allerdings etwas durcheinandergeraten: Auf dem Cover ist "Ship of fools" als Track No. 11 aufgelistet. In Wirklichkeit ist dieser Titel aber als Track No.12 vorhanden, während sich unter der Nummer 11 die instrumentale Version von dem bedächtigen "The Wave" verbirgt.)

Mit der "klassischen" Van der Graaf Generator-Musik hat "The Quiet Zone/The Pleasure Dome" nur sehr wenig gemeinsam. Das ist schon eher etwas für Hammill-Solo-Fans, auch wenn es kaum Hörer geben wird, die Hammill Solo schätzen und Van der Graaf Generator verschmähen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.8.2005
Letzte Änderung: 20.8.2005
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 4 von 4)


Ein Sonntagnachmittag ist immer eine besondere Zeit der Woche, wenn auch nicht die schönste: Eingepfercht zwischen Entspannung, eventuellen Erinnerungen an den Vorabend und Vorahnungen betreffend die kommende Arbeitswoche ergibt sich in dieser Zeit nicht selten eine gewisse Ruhelosigkeit, die oftmals die konzentrierte Einlassung auf einzelne Tätigkeiten verhindert. Wer fern sieht und nicht gerade völliger Formel-1-Fan ist, neigt in dieser Zeit zum Zappen, und ähnlich geht es wohl auch Musikhörern: Nicht ganze Alben werden angehört, sondern munter von Song zu Song und von Band zu Band geskipt (oder hakt hier die nicht mehr ganz so neue Rechtschreibung ein und sagt "geskippt"?).

Und doch können dabei Wunderdinge passieren: So landete ich am letzten Sonntag unvermittelt bei Van Der Graaf Nicht-mehr-Generators "The Quiet Zone / The Pleasure Dome", die ich im Kopf eher als Artpop-Nachtisch nach dem formidablen Düster-Hardprog-Triple "Godbluff"/"Still Life"/"World Record" abgespeichert hatte. Genauer gesagt bei "Cat's Eye / Yellow Fever (Running)". "Da hörte ich plötzlich eine Melodie aus dem Autoradio, die ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört hatte. Sie kam mir sehr bekannt vor." (Zitat Helge Schneider): Ein minimalistisches Sechzehntel-Ostinato auf der Geige, ein brachial-grooviges Riff dazu, und dann ein pulsierender Flanger-Bass im gleichen Tempo, der sich langsam in den Vordergrund schob. Dann Gesang zwischen Sprache und opernhaft-pathetischem Kontertenor, und Breaks unter üppigen Verwendungen von Arpeggien. Dämmert's? Keine Frage und Wow: Van der Graaf haben hier ohne Zweifel den Stil von Muse um zwanzig Jahre vorweggenommen. Für den kompletten Vergleich müsste man sich eigentlich nur Graham Smith am Klavier vorstellen, und schon hätte man "Apocalypse Please", "New Born" oder "Micro Cuts".

Nun stellt sich also die Frage - denn von dieser Idee, das Muse auch nix neues gemacht, sondern nur obskure VdG(G)-Platten (und Queen-Balladen, gell?) aufgewärmt haben, kann man durchaus besessen sein - ob es auf "The Quiet Zone / The Pleasure Dome" noch mehr derartige Fingerzeige gibt. Das ist freilich nicht der Fall, aber interessant ist dieses Album natürlich trotzdem. Hierzu gehört zunächst einmal, dass die Band erneut eine Drehung um ca. 180° vorgenommen hat. Statt der düster-feierlichen, latent aggressiven Stücke der direkten Vorgängeralben gibt es hier vergleichsweise fröhliche, fast lockere, aber doch auch surreal wirkende Musik. Gerade letzterer Eindruck ist nicht zuletzt auf die Violine des schon erwähnten Graham Smith zurückzuführen: Oftmals begleitet er die Stücke, indem einfach eine schon vorhandene Tonspur nachgespielt wird, sodass die Geige synchron zu einer schon vorhandenen Stimme läuft, was einen verstörenden Effekt bewirkt.

Die kompositorische Substanz indes ist eher zwiegespalten. Tatsache ist, dass gerade die kürzeren Stücke wie "Lizard Play" oder "The Wave" skizzenhaft wirken, zumal sie ohne Auflösung bleiben und einfach ausgeblendet werden oder abrupt enden. Demgegenüber sind längere Nummern wie "The Siren Song" und "Last Frame" schon ausgefeilter und spannender, wenn auch die intensive Stimmung früherer Band-Songs angesichts der lockeren Atmosphäre kaum erreicht wird. Hierbei könnte man noch beispielsweise in "The Sphinx In The Face" eine typische Zeiterscheinung wahrnehmen: Eine Hinwendung zu Funk und Fusion (vergleiche beispielsweise Magma - "Attahk", Gentle Giant - "The Missing Piece" oder The Strawbs - "You Won't See The Light"), auch wenn diese Nummer größtenteils aus der Eskalation in Chaos besteht. Möglicherweise zeigt sich hier - ebenso wie im folgenden "Chemical World" - die folgende Besonderheit: Die Stücke wirken gerafft und komprimiert, und ähnliche Ideen hätte man vielleicht wenige Jahre zuvor noch auf das Anderthalbfache an Länge ausgebreitet.

Nun, die Konsequenz hiervon ist wohl, dass die Stücke tatsächlich kaum dazu kommen, ihre Stimmungen ordentlich auszubreiten. Wenn man "The Quiet Zone / The Pleasure Dome" letztlich also etwas anlasten kann, dann ist das keineswegs die Qualität der gebotenen Songs, sondern folglich eher der fehlende Zusammenhang zwischen diesen. Denn da eben nicht alle Stücke die gleiche schwermütige Stimmung teilen, wirkt das ganze Album eher durcheinandergewürfelt. Und um somit wieder zum Anfang dieses Textes zurückzukehren, passt auch diese Tatsache ganz gut zum Wesen und Wirken des gewöhnlichen Sonntagnachmittags mit all seinen Konflikten und immanenten Widersprüchen. Vielleicht sollte man "The Quiet Zone / The Pleasure Dome" gar nicht am Stück hören?

Anspieltipp(s): Cat's Eye / Yellow Fever (Running), The Siren Song
Vergleichbar mit: Sonntagnachmittagen, Unentschlossenheit
Veröffentlicht am: 3.10.2014
Letzte Änderung: 3.10.2014
Wertung: 10/15
...aber: Einen möglichen Einfluss von Muse darzustellen, ist ja auch schon eine Leistung

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van der Graaf (Generator)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Aerosol Grey Machine 10.00 3
1970 H to He Who am the Only One 14.00 4
1970 The Least We Can Do Is Wave To Each Other 10.67 3
1971 Pawn Hearts 12.33 3
1974 The long hello Vol. I 10.00 1
1975 Godbluff 13.00 4
1976 Still Life 12.50 4
1976 World Record 10.33 3
1978 Vital 11.00 4
1985 Time Vaults 8.50 3
1986 First Generation (Scenes From 1969-1971) - 1
1986 Second Generation (Scenes From 1975-1977) - 1
1993 'I Prophesy Disaster' - 1
1994 Maida Vale 12.00 1
2000 The Box 13.50 2
2003 Godbluff Live 1975 Charleroi Palais des Expos 27.09.75 (DVD) 13.00 1
2005 Present 11.75 4
2007 Real Time 12.00 2
2008 Trisector 11.67 3
2009 Live At The Paradiso, 14.04.07 10.00 1
2011 A Grounding in Numbers 11.50 2
2012 Recorded Live In Concert At Metropolis Studios, London 12.50 2
2012 ALT 10.00 2
2015 Merlin Atmos 12.00 2
2015 After The Flood / At The BBC 1968-1977 13.00 1
2016 Do Not Disturb 12.00 4

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