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Tiles

Pretending 2 run

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Mark Evans Drums & Percussion
Jeff Whittle Bass, Keyboards,vocals
Chris Herin Guitars,Mandolin,Banjo,Keyboards,Trumpet,Vocals
Paul Rarick Vocals

Gastmusiker

Matthew Parmenter Vocals
Matt Cross Keyboards,rhythm programming
Mark Mikel Keyboards,backing vocals
France Espitalier Spoken word
Kim Mitchell Lead guitar
Mike Portnoy Drums
Tim Michling Oboe
Terry Brown rhythm programming
Jim Anderson cello
Cecilia Johnson Violin
Dana Mader Violin
Tom Sieberg Violin
Florin Simioanca Viola
Adam Holzman Keyboards
Kevin Chown Bass guitar
Mike Stern Guitar
Renaissance Voices & Con Spirito Voices
Ian Anderson Flute on Midwinter
Keith Kaminski Soprano Saxophone
Kevin Sharpe Hammond B-3
Joe Deninzon Violin

Tracklist

Disc 1
1. Pretending to Run 7.10
2. Shelter in Place 3.53
3. Stonewall 6.50
4. Voir Dire 4.37
5. Drops of Rain 5.02
6. Taken by Surprise 11.22
7. Refugium 2.55
8. Small Fire Burning 4.09
Gesamtlaufzeit45:58
Disc 2
1. Midwinter 4.32
2. Weightless 9.16
3. Friend or Foe 6.16
4. Battle Weary 4.33
5. Meditatio 1.37
6. Other Arrangements 2.17
7. The Disappearing Floor 5.43
8. Fait Accompli 4.32
9. Pretending to Run reprise 1 1.40
10. Uneasy Truce 4.19
11. Pretending to Run reprise 2 1.15
12. The View from here 1.28
13. Backsliding 3.03
Gesamtlaufzeit50:31


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


Nach gerade mal 5 Studioalben in 23 Jahren holen Tiles zum großen Schlag aus. Dieser kommt in Gestalt eines Doppelalbums mit zahlreichen Gästen, breiteren Stilpalette und stellenweise erweiterten Arrangements.

Da entsteht natürlich die Frage nach der Motivation für einen solchen Kraftakt. Laut Jeff Whittle war das kein bewusster Schritt, um jetzt unbedingt zu den bekanntesten Progbands aufzuschließen. Vielmehr arbeitete man seit 2010 an neuem Material und sichtete altes, bisher nicht verwendetes mit dem Gedanken an die nächste Veröffentlichung, bis man 2013 ca.75 Minuten beisammen hatte. Da dies den Musikern für ein einziges Album zu lange erschien, fanden sie Idee eines Doppelalbums mit zweimal 50 Minuten viel ansprechender. Beide CD’s sollten dann als zwei Teile eines Werkes für sich stehen können, so dass der Musikfreund die auch separat hören kann.

Das Konzept des vorliegenden Doppelalbums handelt von einer durch schlechte Erfahrungen traumatisierten Person, die aus ihrer Isolation auszubrechen versucht.

Im Folgenden seien doch mal einige Gäste aufgezählt. Matthew Parmenter beteiligt sich in mehreren Stücken am Gesang, der Keyboarder Adam Holzman (Steven Wilson Band) bereichert u. A. die furiosen Instrumentalparts von „Taken by Surprise“, ein Chor namens Renaissance Voices & Con Spirito verbreitet in drei Stücken sakrale Stimmungen und in „Stonewall“ hört man neben einem Kammermusikensemble auch noch Mike Portnoy mit seinen charakteristischen Drum-Fills. Der durch Miles Davis bekannte Gitarrist Mike Stern sorgt in zwei Stücken für Fusion-Akzente. In „Midwinter“ brilliert Ian Anderson als Flötist. „Weightless“ wird durch ein Sopransax-Solo von Keith Kaminski veredelt und in „Fait Accompli“ hören wir, wie man kreativ ein Streicherensemble in einem Rockstück arrangieren sollte.

Der rote Faden des Doppelalbums bleibt natürlich die mit hörbarer Spielfreude und viel Temperament vorgetragene Art von Progmetal, oder Heavy Prog, die Tiles einige Vergleiche mit Rush eingebracht hat. Die Musik gewinnt enorm durch die zahlreichen Exkursionen in den mainstreamigeren Prog, der wiederholt um folkige, symphonische, ethnische, kammermusikalische, jazzige, klassische und elektronische Einsprengsel erweitert wird.

Nach „Pretending 2 run“ wären jetzt wohl auch Vergleiche mit Dream Theater angebracht, und zwar auch wegen der Erweiterung der Grenzen des Progmetal und nicht nur wegen der durchaus auch bei Tiles vorhandenen Virtuosität. Das instrumentale „Voir Dive“ darf als ein Paradestück des virtuosen Progmetal genannt werden. Derartiges wird, über das gesamte Werk verstreut, in mehreren Instrumentalpassagen dargeboten. In den elektronischen Zwischenspielen (wie „Other Arrangements“) konnte sich der Gastkeyboarder Holzman als auch Komponist einbringen.

Wie kontrastreich und damit kurzweilig die Musik von „Pretending 2 run“ sein kann, zeigt die Abfolge von hardrockigen und kammermusikalisch-folkigen Passagen in „Friend or Foe“.

Eine – sehr selten auftauchende - Narration gibt es auch. Da diese aber scheinbar von einem Kind und nicht etwa von einem britischen Schauspieler mit nasaler Stimme vorgetragen wird, wirkt es nicht weiter störend.

Mit “Pretending 2 run” ist Tiles wahrlich ein großartiges, mit viel Liebe zum Detail realisiertes Werk gelungen. Bei den reichhaltigen Arrangements entdeckt der Hörer auch nach vielen Durchgängen immer mal etwas Neues. Ihre mehrjährige Vorbereitung- und Aufnahmezeit haben die Musiker damit optimal genutzt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2016
Letzte Änderung: 12.4.2016
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Tiles waren… äh, jetzt muss man ja wieder sagen, sind eine Band, die mir immer irgendwie sympathisch war. Keine Überflieger, aber durchweg gute Alben, die auch noch Stück für Stück immer besser wurden. Es ist allerdings trotzdem irgendwie bezeichnend, dass mir gar nicht aufgefallen war, dass eigentlich schon seit acht Jahren nichts mehr wirklich Neues von der Band gekommen war. Wenn nicht dazwischen zwei eher seltsame „Live-im-Studio“-Veröffentlichungen erschienen wären, dann hätte man vermutlich davon ausgehen müssen, dass sich die Band längst aufgelöst hat.

Aber – Bang! - da sind sie wieder. Gleich mit einem Doppel-Album. Gleich mit einem sehr ambitionierten Werk, welches mal eben das Beste der Bandgeschichte ist. Respekt!

„Pretending 2 run“ ist wie gesagt ein Doppelalbum geworden, mit über 90 Minuten Musik, welches sich keine Längen und Ausfälle leistet, na ja, fast keine, denn die 4 1/2 Minuten „Fait Accompli“, so eine Art Lagerfeuer-Schlager mit viel Schmalz und Streicher-Seligkeit ist nur schwer zu ertragen. Das ist aber auch schon alles an Mecker.

Tiles bieten melodischen, farbigen, gut arrangierten Progmetal (oder kraftvollen Hardrock, ganz wie belieben) mit den unvermeidlichen Rush-Anklängen, die aber erfreulich weit im Hintergrund bleiben. Tiles brillieren mit ausgefeilten Instrumental-Passagen (logischerweise gerade in den eingestreuten Instrumentals, schon immer ein Markenzeichen der Band). Dazu gesellt sich guter Gesang. So weit, so gewohnt, auch wenn die Stücke insgesamt etwas wärmer, atmosphärischer daher kommen. Aber da gibt es auch Ausflüge in Weltmusik-Gefilde, jazzige Passagen, sakrale Chöre, kurze Sprecheinlagen, anscheinend in Französisch und gar ein paar Elektronik-Tupfer. Manche Melodie, mancher Refrain hat durchaus Pop-Appeal ohne billig oder anbiederisch zu wirken. Zahlreiche – teils recht prominente – Gäste konnten Tiles auch für sich gewinnen. Von denen vielleicht Ian Anderson den gelungensten Auftritt mit seinen Flöten-Einlagen, die so gar nicht nach Jethro Tull klingen, in „Midwinter“ hat. Matthew Parmenter, der Langzeit-Fan der Band, hat sich diesmal auch beim Song-Writing mit engagiert, sicher auch kein Nachteil.

Rundum gelungen, dieses Album. Tiles vermischen alles zu einem konsistenten Mix mit schönem Spannungsaufbau, so dass wahrlich jede Minute des Albums (bis auf den angesprochenen Ausreißer) interessant ist. Es passiert viel, ohne dass das Album überladen, steril oder über-konstruiert wirkt. Die Höhepunkte, wie das mitreißende „Taken by Surprise“ oder das jazzig-angehauchte „Weightless“ sind gut platziert. Hey Tiles, was für ein tolles Comeback!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.4.2016
Letzte Änderung: 21.4.2016
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 4)


Tiles sind so eine Band, die ich eigentlich Mitte der 90er ganz gut fand. Dennoch habe ich nach deren zweiten Album „Fence The Clear“ nicht mehr großartig die Entwicklung verfolgt. Erst vor etwa drei Jahren drängte die Band wieder mit der etwas merkwürdigen Live Veröffentlichung „Off The Floor“ in mein Bewusstsein – und verschwand danach dort auch ganz schnell wieder, weil die Veröffentlichung nicht zündete.

Und wenn man nichts erwartet wird man oft positiv überrascht. Tiles melden sich mit ihrem aktuellen Album „Pretending 2 Run“ eindrucksvoll auf der Bühne zurück. Hammer. Ein kerniger, lebendiger Sound, kraftvolle Kompositionen, Vielfältigkeit und dieser unverwechselbare hardrockige Charme, lässt die Band plötzlich aufblühen. Das Doppelalbum besticht durch richtig großartige Momente und einen guten Fluss. Immer wieder arbeitet man geschickt mit verschiedenen Tempi, bietet stimmungsvoll epische Songstrukturen und gnadenlos rockige Elemente, die den besten Rush in nichts nachstehen. Dazu wird das ganze immer wieder durch Orchesterelemente und Streicher unterstützt. Der Band gelingt es, diese Spannung von vorn bis hinten aufrecht zu halten. Kleinere Ausreißer nach unten sind inbegriffen, werden aber im Gesamtbild durch viele gute Momente quasi neutralisiert und gehen als willkommene Pause durch.

Besondere Aufmerksamkeit möchte ich auf den Gesang legen. Paul Rarick fand ich schon auf dem oben genannten „Fence The Clear“ (welches mir als persönliche Referenz dienen muss, da ich den Rest des Backkatalogs nicht kenne) besonders eindrucksvoll. Ich mag die Stimmfarbe und die Melodik in seiner Stimme. Auch wenn der Stimmumfang begrenzt zu sein scheint, überstrapaziert er nichts gewollt. Der Mann weiß, wo er an Grenzen stößt und vermeidet alles darüber. Das macht den Gesang schlicht authentisch und unterstreicht die Ehrlichkeit der Musik.

Tiles haben wohl – wenn ich auch die Rezensionen der Vorgänger so lese – einen Überraschungserfolg auf ganzer Linie gelandet. Das Album überzeugt mit guten Kompositionen, Vielfalt und einer Grundehrlichkeit im Sound. Hier klingt nichts künstlich oder tausendfach bearbeitet, sondern wie purer Rock'n'Roll. Geradeaus auf die Zwölf. Und zwischendurch wird harmonisch gestreiche(r)lt. Eine gute Mischung aus kernigem Rock mit gelungen orchestralen Anteilen.

Anspieltipp(s): Voir Dire, Weightless
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2016
Letzte Änderung: 24.4.2016
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Bei Doppel CD's hab ich immer so meine Bedenken. Viele Bands reizen die technisch machbare Spielzeit einer einzelnen CD schon zu sehr aus. Da muss ich bei fast 100 Minuten Musik erst mal schlucken. Hatte erst kürzlich mit Dream Theater's „The Astonishing“ so einen Brocken im Player liegen. Und Tiles sollen ja angeblich auch noch teilweise nach DT klingen......

Da es meine erste Berührung mit der Band ist kann ich den Backkatalog nicht beurteilen. Mir fiel jedenfalls nach dem ersten von vielen Hördurchgängen spontan auf, dass die Band oft recht lange Instrumentalpassagen in den Songs einbaut, auch wenn Texte vorhanden sind. Dazu gesellen sich noch 5 reine instrumental eingespielte Nummern. Das sollte man schon wissen, falls man kein Fan von Instrumentalmusik sein sollte.

Das Layout vom Künstler Hugh Syme verdient ebenfalls kurz Beachtung. Das Booklet ist ein absoluter Genuss für die Augen. So, und die Musik?

Nun, da die Band hat sich dazu entschieden hat ein Doppelalbum zu veröffentlichen, muss man die Massstäbe anders anlegen. Besonders wenn die beiden CD's auch noch teils stark voneinander abweichen. So hört man auf CD 1 wahre Prachtperlen wie den Titelsong PRETENDING 2 RUN mit einem sehr langen Instrumentalteil und einem geglückten Solo an der Gitarre. SHELTER IN PLACE ist ein schneller und treibender Song mit einer sehr schnell gespielten Leadgitarre, STONEWALL dann ein folkiger Song mit einer tollen Oboe. Es geht also schon mal gut los.

VOIR DIRE ist ein hartes Instrumental, bevor mit DROPS OF RAIN ein psychedelisches Stück die Härte rausnimmt und dem folgenden Longtrack TAKEN BY SURPRISE den Weg ebnet. Dieser Song mit fetter Orgel stellt ein Highlight auf dem Album dar. Dass dann anschließend ein mehrstimmiger Chor mit lauten „Aahhs“ und „Oohhs“ sakral daher kommt zeigt, dass Tiles vor nichts zurück schrecken.

Die zweite CD fängt auch sehr gut an. Ian Anderson steuert auf MIDWINTER ein sehr kreatives Flötensolo bei im leicht orientalischen Stil, bevor WEIGHTLESS mit voller Wucht auf den Hörer einbricht. Auch dieser zweite Longtrack ist gelungen, wenn auch geradliniger und rockiger als der erste.

Psychedelicrock bietet dann noch FRIEND OR FOE. Klingt stark nach den 60'ern. Doch ab diesem Moment geht der Faden ein bisschen verloren. Die folgenden, oft kurzen, Songs bieten zwischen belanglos (FAIT ACCOMPLI) und langatmig (BATTLE WEARY) so ziemlich alles an, was der Fan eben nicht braucht. Auch die zweimalige Wiederaufnahme des Titelthemas war nicht wirklich nötig. Genauso wie die elektronischen Spielereien auf OTHER ARRANGEMENTS. Positiv kommt noch das mit Streichern schön untermalte UNEASY TRUCE daher, sowie der folkige Schlusssong BACKSLIDING mit A-Gitarre. Insgesamt ist die CD 1 aber stärker.

So bleibt am Ende ein leicht zwiespältiger Eindruck. Einerseits eine hervorragende erste CD, andererseits eine zweite CD mit gutem Beginn, dann aber abfallend. Trotzdem ist der Kauf zu empfehlen, vielleicht werden andere Hörer die zweite LP ja lieben. Tiles haben sich ja sicher etwas dabei gedacht, die Songs so und nicht anders anzuordnen.

Anspieltipp(s): Taken by surprise, Midwinter
Vergleichbar mit: in härteren Momenten Dream Theater
Veröffentlicht am: 12.5.2016
Letzte Änderung: 12.5.2016
Wertung: 10/15
CD 1 verdient 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tiles

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Tiles 9.00 1
1997 Fence The Clear 7.00 1
1999 Presents Of Mind 10.50 2
2004 Window Dressing 9.00 2
2008 Fly Paper 9.00 1
2012 Off The Floor 8.00 2
2014 Off the Floor 02 10.00 1

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