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Long Distance Calling

Trips

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (VÖ 29.04.2016)
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Postrock; Progmetal
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 10/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

David Jordan guitar
Florian Füntmann guitar
Janosch Rathmer drums
Jan Hoffmann bass

Gastmusiker

Petter Carlsen vocals
'Marsen' Fischer keys, piano, electronics

Tracklist

Disc 1
1. Getaway 4:13
2. Reconnect 3:41
3. Rewind 4:27
4. Trauma 4:45
5. Lines 4:41
6. Presence 1:42
7. Momentum 5:56
8. Plans 6:48
9. Flux 12:40
10. Escape   (bonus track) 4:43
Gesamtlaufzeit53:36


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Drei Jahre nach ihrem letzten regulären Studioalbum (wenn man die dazwischen veröffentlichte EP mal als „Sonderveröffentlichung“ wertet) legen die Münsteraner wieder ein neues Album vor. Während das Kern-Quartett – wie seit Anbeginn aller Zeiten – unverändert bleibt, gibt es auf „Trips“ mal wieder einen Wechsel an Gesang / Keyboards zu vermelden. Martin ‚Marsen‘ Fischer ist zwar auf „Trips“ noch zu hören, allerdings ‚nur‘ instrumental und er hat die Band inzwischen verlassen. Mit dem Norweger Petter Carlsen wird ein neuer, zunächst fester, Sänger präsentiert, der bei mehr als der Hälfte der Stücke seine Stimme erhebt. Ich habe Long Distance Calling inzwischen auch live als Instrumental-Quartett erlebt und finde, da fehlt es sich an nichts. Okay, aber nicht gleich meckern...

Vor „Trips“ hatte man sich, wie man hört, in die Einsamkeit einer Berghütte zurück gezogen, um den weiteren musikalischen Weg neu zu durchdenken. Heraus kommt dann doch einiges an Veränderung, welche den alteingesessenen Fan zum Teil schon mal Schlucken lassen dürfte... aber wollen wir nicht auch Neues, Veränderung, nicht immer ‚more of the same‘? Genau!

Schon der Opener „Getaway“ überrascht mit so einem unterschwelligen 80er-Jahre-Touch. Immerhin noch instrumental gehalten, gibt es relativ straightes, aufgedonnertes Drumming, AOR-ige Gitarren, Vocoder-'Gesang' und flirrende Keys, die auch von den späten Kraftwerk stammen könnten (irgendwo habe ich gelesen "Miami Vice meets Progrock", so kann man das auch sagen). Trotzdem, immer wenn es instrumental zugeht, leben die ‚alten‘ Long Distance Calling noch. Da donnert das progmetallische „Trauma“ vorbei, das epische „Momentum“ entfaltet seine Flügel und auch im abschließenden space-rockigen „Flux“ ist großes Ohrenkino geboten.

Ein ganz anderes Gesicht zeigen die Stücke mit Gesang. Petter Carlsen ist ein hervorragender Sänger mit einer ruhigen, charismatischen Stimme, die vor allem zu sanftem Atmo-Progmetal, New Artrock und auch gehobenen Pop passen sollte. Und, ja, genauso klingt das hier dann auch... mal härterer, mal atmosphärisch-verträumter New Artrock mit epischen Melodien, unterlegt mit immer noch druckvollem Instrumental-Gewusel. Wahlweise mag man da an moderne Fates Warning, Riverside oder Lis Er Stille denken... schon irgendwie eine ganz andere Band, die hier agiert. Aber Long Distance Calling zeigen auch in diesem Umfeld ihre Klasse und die Songs enttäuschen keineswegs, eher im Gegenteil, wenn man grundsätzlich mit der Musikrichtung etwas anfangen kann.

Angesichts der prominenten Beiträge der Tasten, mal als lyrische Piano-Linie, mal als flirrende Synthies, ist zu hoffen, dass die Stelle des Keyboarders bald wieder besetzt wird. Petter Carlsen darf gerne als fester Sänger bleiben, denn die Mischung aus instrumentalen und gesungenen Stücken auf „Trips“ ist stimmig und beschert uns letztlich das abwechslungsreichste Long Distance Calling-Album bisher. Motto: „...gemeinsam nur nach vorne!“

Nachtrag: Die CD-Version kommt mit einem Bonus-Track namens "Escape". Ein weiteres Stück mit Gesang mit einem gewissen NuMetal-Touch. Könnte glatt ne Single sein... wäre schön mal sowas im Radio zu hören. Für's Album heißt das allerdings, dass nach "Flux", dem erhabenen Ende, noch ein Nachklapp kommt. Hmmm, dramaturgisch eher fragwürdig, aber auch irgendwie egal.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.4.2016
Letzte Änderung: 1.5.2016
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Long Distance Calling wandeln ihren Stil. Einerseits finde ich es begrüßenswert, wenn eine Band sich nicht immer wiederholt, andererseits ist natürlich die Frage, ob einem die Veränderung behagt oder nicht - auch aus proggiger Sicht. Bei "Trips" bin ich da gespalten, zumal der Titel hohe Erwartungen weckt. Der Sound ist gradlinig und sehr transparent. Auf die gewohnten repetitiven Strukturen muss der Hörer auch nicht verzichten, aber das Album wirkt stylischer, nicht mehr so spacig-psychedelisch angehaucht wie zuvor. Manchmal glaubt man einer Teenie-Band zu lauschen.

Dabei beginnt das Album eher im Stil der 80er. „Getaway“ - man denkt an den 70er-Film-Klassiker mit Steve McQueen – mutet eingangs wie ein 80er-Jahre Baba O'Riley an, eingespielt von den U2 und Duran Duran – Allstars, bevor dann auch etwas Miami-Vice-Feeling aufkommt. Und ein paar äußerst eingängige Uralt-Riffs dürfen auch nicht fehlen. Am besten versteht man das Stück vielleicht, wenn man sich das köstliche Video dazu anschaut: mit viel Humor.

Neu ist auch der Gast-Sänger Petter Carlsen, der einigen Songs stimmlich seinen Stempel deutlich aufdrückt. Bei „Reconnect“, „Rewind“, „Lines“ und dem Bonus-Track „Escape“ stellt sich allerdings das erwähnte Teenie-Band-Feeling ein, was mich zur Vermutung treibt, dass LDC mal schauen wollen, ob sie was am Musikmarkt reißen können. Warum auch nicht? Irgendwer hat bei der musikalischen Einordnung von „Reconnect“ einen Vergleich zum Nu-Metal und Crossover von Linkin Park gezogen. Nicht meine Baustelle, daher kann ich mit diesen Neuerungen relativ wenig anfangen. Dass es sich dabei um eine kompositorische Entscheidung handelt und nicht um den Sänger an sich zeigt aber die schön stimmungsvolle Nummer „Plans“.

Neben der Kashmir-mäßigen instrumentalen Wuchtbrumme „Trauma“ findet die Band aus Münster dann aber mit „Momentum“ wieder deutlicheren Anschluss an ihren alten Sound, dabei aber durchaus modernisiert, sodass es im Rahmen des Albums nicht als Fremdkörper wirkt. Und auch das auf „Plans“ folgende ruhig bis flott fließende „Flux“ umschmeichelt die Gehörgänge auf's angenehmste. So stellt die Strecke von „Presence“ bis „Flux“ quasi den Gegenpol zur stylischen ersten Hälfte des Albums dar.

Ich hätte mir eine moderatere Modernisierung des Bandsounds gewünscht, wie er durchaus schon bei „Momentum“ hörbar ist. Aber es darf mit Sicherheit als Absicht gewertet werden, dass LDC mit juveniler Frische die erste Hälfte des Albums bestreiten, die ihnen vielleicht neue Hörerkreise auftut, und mit der zweiten Hälfte Alt-Fans bei der Stange halten wollen. Dadurch allerdings hinterlässt das Album im Ganzen einen zwiespältigen Eindruck bei mir. Quo vadis?

Anspieltipp(s): Reconnect, Momentum
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2016
Letzte Änderung: 10.5.2016
Wertung: 9/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


LDC spielen Hochglanzpop. Seit diesem Album ganz offiziell. Dazu werden diverse elektronischen Sounds bemüht und eine neue Stimme. Wobei der Wechsel am Mikro noch positiv zu sehen ist, weil Petter Carlsen einfach besser ist als vormalig Martin Fischer.

Ob aber diese elektronischen Florida-Sounds à la „Miami Vice“ wie in GETAWAY eine Weiterentwicklung bedeuten, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Der Opener setzt auf längst vergangene Synthiesounds, simples Drumming mit diesem heutzutage unsäglichen 80'er Jahre Feeling und zu guter Letzt auf eine Vocoderstimme wie sie Alan Parsons und Cher (!) auch mal benutzt haben. Das klingt wie Musik aus einem Comicfilm und hat mit LDC nichts zu tun. Wenn ich sowas hören will, dann kaufe ich mir ein Album von Erasure.

Mit RECONNECT geht es mit einfachem Rock weiter. Hier erinnert mich vieles an Bands wie Alias Eye oder InVertigo. Nur schlechter.....Wieso fängt die Band mit zwei richtig mittelmäßigen Songs an? Auch REWIND kann immer noch nicht begeistern. Zu einfach, zu schwach in der Komposition. Auf TRAUMA spielt die Band dann ein Riffgewitter auf der Gitarre und bringt metallische Härte rein. Das ist eine erkennbare Steigerung, aber immer noch nicht voll überzeugend. Obwohl hier zumindest ein kleiner Lichtblick erkennbar ist.

So, jetzt haben wir 4 von 9 Songs (ohne den Bonustitel) durch. Die gute Nachricht ist, dass wir die 4 schlechten Songs durch haben. Es wird jetzt kontinuierlich besser. Bereits LINES beginnt schnell und hektisch treibend, die Drums knüppeln rein und die Gitarre spielt wie ein Berserker. Der Bass grollt böse und Carlsen gibt den Shouter. Klar ist auch das nicht viel mehr als ein harter Rocker, aber er ist überzeugend gespielt. Nichts mit fiepsenden und quietschenden Synthies im Hintergrund. Und mit dem kurzen Übergangssong PRESENCE beginnt dann definitiv die ganz starke Phase des Albums.

Trommelwirbel, nervös spielendes Klavier im Hintergrund, brodelnder Bass, die Stimmung ist fiebrig. Das ist der Beginn von MOMENTUM. Dann Gitarre, interessantes Motiv. Im Mittelteil plötzlich ein Black Sabbath-Riff. Der Song kippt von hektisch auf schwerfällig. So entwickelt man sich als Band weiter. Kein Quietscheentchen, Rock ist gefragt! Das ist der Sprung von „The Flood Inside“ zu höheren Weihen. Was soll da ein GETAWAY? Sogar falls es (wie im dazugehörigen Video) ironisch gemeint war: meine Ohren müssen sich das dennoch anhören.

Highlight ist dann PLANS. Mit Carlsen in Hochform, langsamer Aufbau. Dieser steigert sich, bis man ein „Kashmir“ ähnliches Riff hört. Das ist gut gemacht und fesselt. Der letzte Song FLUX ist atmosphärisch dicht aufgebaut und klingt sehr nach den alten LDC, nur moderner. Das passt wunderbar und es tut einem fast weh, dass der Anfang des Albums schwach ausfällt und einfach misslungen ist. Das verhindert im Endeffekt dann auch eine bessere Bewertung.

LDC haben den Mut gehabt ausgetrampelte Pfade zu verlassen. Das ist in der zweiten Hälfte des Albums auch gut gelungen, in der ersten leider nicht. Somit hinterlässt das Album auch bei mir, wie bei Christian, einen zwiespältigen Eindruck.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.5.2016
Letzte Änderung: 1.1.2018
Wertung: 9/15
schwacher Beginn des Albums, sonst wären mehr Punkte drin gewesen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Long Distance Calling

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Satellite Bay 10.00 1
2009 Avoid The Light 7.50 2
2011 Long Distance Calling 9.67 3
2013 The Flood Inside 10.67 3
2014 Nighthawk 11.00 1
2018 Boundless 10.00 1

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