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Michael Brückner

Hikari

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik
Label: ambiOfusion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner

Tracklist

Disc 1
1. The Race - Part 1   (1-6: "The Race Suite") 4:30
2. Strange Twists at the Border of Oiho Yawollag - Part 1 3:00
3. The Gulf 4:33
4. Strange Twists at the Border of Oiho Yawollag - Part 2 4:50
5. Fixed Soon 4:39
6. The Race - Part 2 6:21
7. Tygerlillie's Travelogue - Wild Mix 35:55
8. Sarkis (Improvisation) 13:17
Gesamtlaufzeit77:05
Disc 2
1. Light 27:21
2. Tygerlillie's Travelogue - Disciplined Mix 35:51
3. Yasashī Yorokobi (Improvisation) 12:18
Gesamtlaufzeit75:30


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Das Kernstück von Hikari, eine sechsteilige Suite, geht zurück auf das Jahr 2009. Es entstand aus einer Mailkonversation mit einem begeisterten Hörer namens Rick Chase, der Michael Brückners Musik unter anderem mit den Worten "I love how you EM musicians can take a track just anywhere with your synths…“ beschrieb. Dies war die Inspiration für The Race Suite, in der Michael Brückner genau dies umsetzen wollte: irgendwo beginnen und dies dann möglichst unerwartete Wendungen machen zu lassen.

Zunächst war diese etwa 20-minütige Suite als persönliches Geschenk für diesen treuen Hörer gedacht. Als jedoch im Jahre 2014 Ricks Frau an Krebs starb und er durch die teuren Behandlungskosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, beschloss Michael Brückner, die Suite - zusammen mit weiterem, größtenteils improvisiertem Material - als Download und CD zu veröffentlichen und Rick mit den Einnahmen zu unterstützen.

Hikari beginnt also mit den sechs Stücken für Rick Chase, die alle ineinander übergehen. Michael Brückner zeigt sich hier von einer weniger an der klassischen Berliner Elektronik inspirierten Seite, lässt ein paar wohldosierte Dissonanzen in die Musik einfließen, die von allerlei perkussiven Sounds vorangetrieben wird, sich hin und wieder auch in freie Klänge auflöst und tatsächlich immer wieder neue Wendungen nimmt. Ein paar eingespielte, leicht verfremdete Stimmen sorgen für zusätzliche bizarre Effekte.

Dann wird aber wieder ordentlich berlinert. Der „wild mix“ von Tigerlilie’s Travelogue ist dabei eigentlich gar nicht so wild. Die Sequenzer pulsieren, darüber wird mit dem Synthie soliert, dazu ziept und zischt es immer mal. Die Standardzutaten Berliner Elektronik seit nun auch schon vierzig Jahren - aber wenn es so gut und unterhaltsam gemacht ist wie hier, warum nicht? Besonders schön wird’s so etwa in der Mitte des Stücks, wenn Sounds dazukommen, die ein wenig an eine solierende E-Gitarre gemahnen. Jo, da isses dann doch bissi wild! Der „disciplined mix“ des gleichen Stücks ist mir dann allerdings etwas zu diszipliniert, oder anders formuliert: etwas mehr Disziplin in Sachen Laufzeit hätte hier gut getan, denn in dieser Version plätschert es mir für über eine halbe Stunde Laufzeit doch etwas zu gemächlich herum.

Dafür geht es mit Light in Ambient-Gefilde. Im Wesentlichen ist das eine statische Klangfläche, die gemächlich hin und her wogt, die meiste Zeit aber kraftvoll klingt. Nur phasenweise kommt ein Sequenzerpattern dazu. Ja, auch hier passiert nicht wirklich viel, dennoch ist keine der 27 Minuten Laufzeit zuviel.

Von den beiden explizit als „improvisation“ bezeichneten Stücken gefällt besonders das karg arrangierte Yasashi Yorokobi, ein pastellartiges Tongemälde von ätherischer Schönheit.

Somit ist Hikari (was übrigens das japanische Wort für „Licht“ ist) wieder ein schönes Album elektronischer Musik aus dem Hause Brückner geworden, das neben Reminiszenzen an die gute alte „Berliner Schule“ auch mit einigen modernen Klängen aufwartet.

Hinweis: in der Download-Version ist die Reihenfolge der Tracks geringfügig anders als in der hier angebenden 2-CD-Version.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2016
Letzte Änderung: 2.10.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Trees Of Olivandá 11.00 1

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