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Seven Indies

Someone Hears Your Prayer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Aufnahmen 2010/2011)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Jazzrock / Fusion; Psychedelic; RIO / Avant; sonstiges
Label: musicUNIT
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

James Mac Gaw vocals, guitar
Manuel Poletti vocals, guitar, live electronics
Jim Grandcamp vocals, guitar
Philippe Bussonnet vocals, bass
Philippe Gleizes vocals, drums
Daniel Jeand'Heur vocals, drums
Pierre Luzy vocals, recording, mixing, mastering

Tracklist

Disc 1
1. Take care 2:31
2. Silent stooge 4:33
3. Blurredline 3:41
4. Get out of here 4:10
5. Echo 2:16
6. The Healing 5:19
7. All lights low 5:05
8. Legal torture 3:36
9. Osaka Yoru 4:36
10. Got my word 4:36
11. Someone hears your Prayer 8:07
Gesamtlaufzeit48:30
Disc 2
1. All Your Dreams Come True - The Seven Project   (DVD)


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Mit Bedauern musste ich hören, dass James Mac Gaw, Gitarrist bei Magma und One Shot, mit einer Krebs-Erkrankung und deren Folgen kämpft. Ich hatte das bisher nicht mitbekommen. Ich schätze Mac Gaw als innovativen Gitarristen, der mit seinem Instrument durchaus ungewöhnliche Wege beschreitet, dabei aber immer nachvollziehbar bleibt. Umso interessanter zu Hören, dass es ein Projekt namens Seven Indies von ihm gibt, welches nun – nach sechs Jahren auf Eis (aufgenommen 2010 und erst dieser Tage (2016) wirklich erhältlich) – zu seiner Veröffentlichung kommt. Warum das Album so lange in Archiven geschlummert hat, ließ sich leider nicht in Erfahrung bringen. Aber nun ist es ja da und die Verkaufserlöse kommen komplett Mac Gaw zu Gute, der eben damit die Folgen seiner Erkrankung bekämpfen will (nur so als Hinweis am Rande).

Aber was nutzt das alles, wenn die Musik nicht passt? Vielleicht wollte man das Album ja nicht veröffentlichen, weil das Ergebnis unzufriedenstellend war? Leider sind sowohl das Booklet, wie auch die begleitende DVD mit einem 'Making of'-Film in französisch gehalten. Da ist es schwierig für jemanden, der der Sprache nur rudimentär mächtig ist, Informationen heraus zu ziehen… Es ist viel die Rede von einem 'elektrischen Orchester', welches Mac Gaw zusammenstellen wollte. Ein Septett sollte es sein. Die Saiteninstrumente sollten drei Gitarren sein. Die Rhythmik von zwei Schlagzeugen und einem Bass bestimmt werden. Der Siebte im Bunde ist gar kein 'richtiger' Musiker, es ist der Mensch, der sich um die Technik, die Aufnahme, den Mix und das Mastering kümmert (ein bisschen am Gesang beteiligt ist er aber auch noch). Im Film kann man sehen, dass die Musiker vom Blatt spielen, die Stück sind also komponiert und notiert. Man kann im Film aber auch sehen, dass während der Aufnahmen über Arrangement und Ausführung noch diskutiert und experimentiert wird. Die Musiker sind zur gleichen Zeit im Studio und spielen die Stücke sozusagen live ein. Auch ohne dieses Wissen wirkt die Musik direkt und ursprünglich, eben wie ein Live-Konzert, auch wenn es natürlich (eben wegen der Arrangement-Diskussionen) mehrere Takes der Stücke gibt.

Mac Gaw hat Musiker aus dem Magma- und One Shot-Umfeld um sich geschart, die natürlich alle durchweg Könner sind. Daneben sind mit Jim Grandcamp aus der Formation von Guillaume Perret und Philip Gleizes, der mit Médéric Collignon durch die Crimson-Sümpfe gewatet ist, zwei interessante Musiker 'von außen' dabei. Gerade Grandcamp spielt bei den Arrangements eine gewichtige Rolle, wenn man den Bildern des Films glauben darf.

Und die Musik? Seven Indies spielen durchaus kantigen Rock, manchmal richtig heftig und mit moderat vertrackter Rhythmik. Jazzige Elemente werden eingeflochten, mit zeuhlig-repetitiven Passagen Spannung aufgebaut und dazwischen brechen die kreischenden Gitarren zu beeindruckenden Crescendi aus. Lyrische Passagen setzen ruhige, melancholische Kontrapunkte. So mäandert die Musik spannungsgeladen und abwechslungsreich dahin. Gerade im abschließenden Titelstück gibt es auch kraftvolle Postrock-Anflüge, wenn die Gitarren heftig dahinriffen (da geht überhaupt die Post ab, vielleicht tatsächlich der Höhepunkt des Albums). Die doppelte Besetzung am Schlagzeug setzt dazwischen auch mal Akzente mit interessantem Percussion-Spiel, aber da wäre sicherlich noch deutlich Luft nach oben. Das Album wird klar von der variablen Gitarrenarbeit beherrscht. Rock'n'Roll sollte es werden (lt. Mac Gaw), fetter, leicht schräger, abwechslungsreicher Rock ist es (glücklicherweise) geworden. Und recht eigenständig dazu, weder Magma, noch One Shot sind hier vergleichbar, eher kommt gelegentlich so ein gewisses crimsoneskes Feeling auf.

Es wird auch gesungen, durchaus nicht schlecht, aber eher zurückhaltend und irgendwie unspektakulär. Aber irgendwie passt das recht harmonisch zur Musik und unterstreicht die eigentümlich Atmosphäre des Albums geschickt. Der Gesang wurde anscheinend nach der Musik aufgenommen (wie man dem besagten 'Making of'-Film entnehmen kann).

Ein interessantes Album, was uns hier Mac Gaw mit seinen Seven Indies vorlegt. Umso unverständlicher, dass es so lange mit der Veröffentlichung gedauert hat. Das wäre doch sehr schade gewesen, wenn das Album in irgendwelchen Archiven ungehört verschwunden wäre.

Auf Bandcamp kann man im übrigen eine digitale Version des Albums finden, die allerdings weniger Tracks (und in anderer Reihenfolge) enthält. Aber zum Reinhören immerhin eine Möglichkeit.

.
Anspieltipp(s): The Healing, Legal torture
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.5.2016
Letzte Änderung: 30.5.2016
Wertung: 12/15

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