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Van der Graaf (Generator)

Do Not Disturb

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (VÖ 30.09.2016)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Esoteric Antenna
Durchschnittswertung: 12/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Hugh Banton Organs, Keyboards, Bass, Accordion, Glockenspiel
Guy Evans Drums, Percussion
Peter Hammill Vox, Piano, Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Aloft 7:20
2. Alfa Berlina 6:40
3. Room 1210 6:48
4. Forever Falling 5:40
5. Shikata Ga Nai 2:29
6. (Oh No! I Must Have Said) Yes 7:44
7. Brought To Book 7:57
8. Almost The Words 7:54
9. Go 4:35
Gesamtlaufzeit57:07


Rezensionen


Von: Martin Dambeck @ (Rezension 1 von 4)


‘Do Not Disturb‘ ist das mittlerweile 13. Studioalbum der britischen Progrocklegende und das fünfte seit der Reunion vor elf Jahren. Die Band stellt sich inzwischen selbst die Frage, ob diese Scheibe vielleicht die Letzte sein könnte. Beim Blick ins Innere des Digpacks bekommt man einen gehörigen Schreck, denn dort zeigt ein Foto drei richtig alte Männer. Wer weiß schon, wie lange die es noch machen. Doch keine Angst, während andere Formationen dazu übergehen ‘Geriatrie-Prog‘ zu verzapfen, gelingt den drei “VdGG“ Veteranen einmal mehr ein vitales, vor Ideenreichtum nur so sprühendes Werk.

Auf ‘Alt‘ überraschten Hugh Banton, Guy Evans und Peter Hammill die Fangemeinde mit komplett instrumentalen Improvisationen. Auf ‘Do Not Disturb‘ besinnen sich “VdGG“ jedoch wieder auf ihre Wurzeln und präsentieren ein klassisches Progalbum, nun zumindest so eins, wie man es von den kauzigen Briten gewohnt ist. Akustisches Markenzeichen ist natürlich der der unnachahmliche schräge, klagende Gesang von Peter Hammill. Seine Stimme weiß diesbezüglich immer noch zu überzeugen. Die Songs sind allesamt vertrackte Kompositionen mit etlichen Breaks und verrückten Einfällen. Als neues Instrument setzt Hugh Banton ein Akkordeon ein, das Stücken wie dem fantastischen ‘Room 1210‘ eine sanft-melancholische Stimmung verleiht. Hymnenhafte Passagen wechseln sich mit theatralischen Momenten ab.

Nein, dies ist kein Altherren-Album, ‘Do Not Disturb‘ bietet intensive Momente und der Hörer benötigt mehrere Hördurchgänge, bis sich alle Feinheiten erschließen. “VdGG“ rocken immer noch und zeigen, wie Progrock klingen muss. Meine eindeutige Empfehlung an alle Fans des klassischen “VdGG“ Sounds.

Anspieltipp(s): Am Besten komplett anhören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.9.2016
Letzte Änderung: 18.9.2016
Wertung: 12/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 4)


An anderer Stelle war zu lesen, es handele sich bei „Do not Disturb“ um eine Art musikalische Achterbahnfahrt. Was soll das heißen? Ich kenne kein einziges Album von Van der Graaf Generator, welches auch nur ansatzweise konsistent oder gar homogen zu nennen wäre.

Und doch trifft es in diesem Fall in besonderer Weise zu: stilistisch variabel und doch stets typisch, mit Versatzstücken aus mehreren Jahrzehnten Vergangenheit und andererseits mit kompromisslos progressiven Ansätzen durchwirkt sind die 9 Songs, die im Endeffekt mehr als zuvor eine Art Abgang repräsentieren.

Eine vergleichbare Endzeitstimmung hatte man bislang in den VdGG-Alben nur andeutungsweise hier und da mal registrieren können. Und nun steht allein die offene Klammer zwischen dem Opener „Aloft“ und dem letzten Song „Go“, welches eher depressiv gestimmt ist, für die sichere Annahme, dass es nun dem Ende (des Schaffens?) zugeht.

Zwischen diesen beiden richtungsweisenden Tracks gibt es die üblichen Ausbrüche nach ruhigen Passagen, die schrägen, teils verfremdeten Gesangsteile eines merklich alternden PH, das herrlich traditionelle, fast altmodische Orgelspiel des HB und auch ein paar rhythmische Banalitäten („Forever Falling“). Unter dem Strich ein sicher hörenswertes Album, das zum Teil berührt, manchmal unbedeutend bleibt und in seiner Gesamtaussage eines vermittelt: bald ist Schluss!

Und vielleicht sollte man es allein schon deshalb besitzen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2016
Letzte Änderung: 29.9.2016
Wertung: 12/15
"Go" hebt den Durchschnitt...

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Fast 12 Jahre währt nun die neue, dritte Phase von Van der Graaf Generalor, die damit länger Bestand hat als die ersten beiden Bandphasen zusammen. Das fünfte Studioalbum dieser dritten Phase liegt nun vor (zahlreiche Liveveröffentlichungen kamen auch noch raus), und in einem Interview ließ Peter Hammill durchblicken, dass damit möglicherweise Schluss sei. Eigentlich keine so überraschende Aussage, wenn man bedenkt, dass alle drei stramm auf die 70 zumarschieren.

Das neue Album unterstreicht diese Aussage. Praktisch durchweg ist die Musik von leiser Melancholie durchzogen, hat bisweilen gar etwas von Resignation; insbesondere, wenn Hugh Banton zum Akkordeon greift (was außerdem eine reizvolle Erweiterung des VdGG-Klangbildes ergibt), wird dies deutlich, und man hat tatsächlich den Eindruck, dass hier gerade eine Ära zu Ende geht. Eine Ära, dass darf man bei einer so bedeutenden Formation des Progressive Rock wohl so nennen. Erfreulicherweise kommt die Melancholie nicht in watteweichem Schönklang daher; lyrische Passagen wechseln sich ab mit vertrackten Instrumentalparts, in denen Banton kräftig in die Tasten der Orgel haut und Evans über die Felle wuselt, und mit dem rockigen, orgelfreien (Oh No! I Must Have Said) Yes fühlt man sich fast in die seligen Zeiten der K-Group zurückversetzt. Hammills Gesang hat dazu nichts von seiner Eindringlichkeit verloren.

Auch textlich geht es immer wieder ums Aufhören, um Rückzug aus der Welt. Das kulminiert im letzten Song Go, in dem Hammill mit leiser, geradezu resignierender Stimme, nur von einer sakral anmutenden Orgel begleitet, Zeilen intoniert wie “time to leave, close the door (…) it’s time to let go“. War es das also tatsächlich mit Van der Graaf Generator? Wenn, dann ist dies ein würdevoller Abschied.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2016
Letzte Änderung: 16.2.2017
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Wenn ich hier so lese, dass dieses Werk eventuell der Schwanengesang der Band sein könnte, muss man das enorm bedauern. Denn es ist lange her, dass Van der Graaf Generator so interessant und kreativ klangen.

Peter Hammills Stimme ist natürlich bekannt und doch ist es immer wieder beeindruckend ihn über ein gesamtes Album hin zu hören. Mal ruhig und besonnen, dann wieder energiegeladen und richtig zornig. Er kann zwar gar nicht richtig singen, aber das ist absolut irrelevant. Er hat nun mal eine enorme Präsenz.

Hugh Banton setzt seine Hammond variabel ein und sorgt in einigen Passagen für Akzente mit seinem leisen Akkordeon. Das zieht sich quer durch das Album und gibt der Stimmung einen Hauch von Melancholie.

Die Produktion klingt angenehm warm und erdig. Nichts mit „loudness war“ sondern äußerst transparent und einfach echt. Handgemacht eben. Die Band spielt auch keinen Longtrack sondern beschränkt sich auf maximal 7 Minuten, was das Album stringent und kompakt macht. Es gibt auch qualitativ keinen Ausraster nach oben oder unten. Jeder wird seinen Lieblingssong hier finden, doch wird das keine leichte Entscheidung werden.

Mit ALOFT beginnt das Album ruhig mit einer schön gespielten Orgel, diesem bereits erwähnten melancholischen Akkordeon und gleitet dann mit Verkehrsgeräuschen hinüber in ALFA BERLINA. Die Orgel lullt den Hörer hier geradezu ein und wird dabei von einem sanften Bass unterstützt. Traurig-schön mit einem langsamen Rhythmus setzt dann ROOM 1210 ebenfalls mit diesem Akkordeon ein. Doch bald schon entsteht ein sich stetig steigernder hektischer Rhythmus, der zum Schluss zusammen bricht und den Song wieder mit dem traurigen Akkordeon beendet.

Optimistischer und rockiger beginnt FOREVER FALLING. Doch schnell stehen wieder Krummtakte auf dem Plan. Kehrt aber zum Schluss wieder in das positive Grundmuster zurück. SHIKATA GA NAI ist ein kurzes, improvisiertes Instrumental und leitet in den zweiten Teil des Albums ein. (OH NO! I MUST HAVE SAID) YES beginnt Boogie-mässig, verlässt dann abrupt diese Richtung um minutenlang jazzig-swingend zu improvisieren und zum Schluss wieder griffig zu rocken.

Auch BROUGHT TO BOOK ist ruhig zu Beginn, macht dann aber ebenfalls Platz für diverse Experimente. U.a. werden die Tieftöner der Lautsprecher dabei eindrucksvoll getestet. Derweil ist ALMOST THE WORDS ein einziges Klagelied mit wildem Schluss und GO definitiv ein Schwanengesang. Berührend und traurig, und gerade deshalb sehr menschlich. Der Weg ist für uns alle gleich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.11.2016
Letzte Änderung: 26.11.2016
Wertung: 12/15
diese Alten zeigen den Jungen was 'ne Harke ist

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Van der Graaf (Generator)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Aerosol Grey Machine 10.00 3
1970 H to He Who am the Only One 14.00 4
1970 The Least We Can Do Is Wave To Each Other 10.67 3
1971 Pawn Hearts 12.33 3
1974 The long hello Vol. I 10.00 1
1975 Godbluff 13.00 4
1976 Still Life 12.50 4
1976 World Record 10.33 3
1977 The Quiet Zone / The Pleasure Dome 10.75 4
1978 Vital 11.00 4
1985 Time Vaults 8.50 3
1986 First Generation (Scenes From 1969-1971) - 1
1986 Second Generation (Scenes From 1975-1977) - 1
1993 'I Prophesy Disaster' - 1
1994 Maida Vale 12.00 1
2000 The Box 13.50 2
2003 Godbluff Live 1975 Charleroi Palais des Expos 27.09.75 (DVD) 13.00 1
2005 Present 11.75 4
2007 Real Time 12.00 2
2008 Trisector 11.67 3
2009 Live At The Paradiso, 14.04.07 10.00 1
2011 A Grounding in Numbers 11.50 2
2012 Recorded Live In Concert At Metropolis Studios, London 12.50 2
2012 ALT 10.00 2
2015 Merlin Atmos 12.00 2
2015 After The Flood / At The BBC 1968-1977 13.00 1

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