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The Dear Hunter

Act V: Hymns With The Devil In Confessional

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Independent / Alternative; New Artrock; Psychedelic; RetroProg; sonstiges
Label: Rude Records
Durchschnittswertung: 12.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Casey Crescenzo vocals, guitar, acoustic guitar, piano, organ, synth, programming, aux percussion
Nick Crescenzo drums, percussion
Rob Parr guitar, organ
Nick Sollecito bass, upright bass, synth
Max Tousseau guitar, acoustic guitar

Gastmusiker

Tivoli Breckenridge vocals
Judy Crescenzo vocals
Phil Crescenzo banjo
Gavin Castleton piano, vocals, additional synth, programming
Brad Kleyla trombone
Chris Gagnon alto and tenor sax
Ben Shaw bari sax
Manny Mendez trumpet
Awesome Orchestra flute, oboe, violin, clarinet, bassoon, horn, trumpet, bass trombone, tuba, timpani, percussion, harp, viola, cello, double bass

Tracklist

Disc 1
1. Regress 1:22
2. The Moon / Awake 6:09
3. Cascade 5:12
4. The Most Cursed Of Hands / Who Am I 6:43
5. The Revival 5:01
6. Melpomene 4:15
7. Mr. Usher (On His Way To Town) 5:00
8. The Haves Have Naught 4:12
9. Light 4:02
10. Gloria 5:17
11. The Flame (Is Gone) 5:40
12. The Fire (Remains) 5:26
13. The March 4:12
14. Blood 4:34
15. A Beginning 6:19
Gesamtlaufzeit73:24


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Casey Crescenzo steckt voller Musik. So voller Musik, dass er über 10 Jahre einen sechsteiligen 'Song-Zyklus' vorantreiben kann und daneben noch andere hochwertige Musik fast schon in Massen produzieren kann. Peinlich, dass mir das erst mit dem vorliegenden fünften Akt des 'Song-Zyklus' über das Leben, seine verrückten und kuriosen Erfahrungen eines Menschen von Geburt bis Tod (obwohl ich gar nicht so sicher bin, dass das alles mit dem Tod endet…) so richtig bewusst wird. Aber wie heißt es so schön „besser spät als nie“.

Unverhofft kommt oft, lagen zwischen „Act III“ und „Act IV“ an die sechs Jahre (und so einige andere Veröffentlichungen), so kommt „Act V: Hymns With The Devil In Confessional“ - wie versprochen – ziemlich genau ein Jahr nach „Act IV“ und ist etwas überraschend dann doch das Finale. Es soll wohl noch ein sechster Teil erscheinen, der aber dann mehr so eine Art Epilog zum Ganze darstellt, die Geschichte ist mit „Act V“ zu Ende. „Act IV“ (über das Album wird noch zu Reden sein) wirken wie zwei Seiten einer Medaille. Was vermutlich daran liegt, dass sie nahezu parallel entstanden sind („In the same time frame“ Zitat Crescenzo).

So bekommt der erfreute Hörer auch mit „Act V“ wieder eine ordentliche Ladung aus dem musikalischen Füllhorn von Casey Crescenzo um die Ohren geschlagen. Und was für eine Freude das ist. Ein letztlich ziemlich eigener Mix aus unterschiedlichsten Stimmungen, Musikstilen, Sounds und Einflüssen. Und Crescenzo sorgt dafür, dass dies in einer unnachahmlichen Art zusammenpasst und sich zu einem gelungenen Ganzen fügt. Da stehen beatleesken Passagen neben psychedelisch-floydigen Momenten, elaborierter Pop, ein bisschen Reminiszenzen an klassischen Prog, queenigen Einsprengseln, deutlichen Anspielungen an Alternative Rock und hie und da ein paar experimentelle Töne. Gelungene Kompositionen, tiefgründige, raffinierte Arrangements, eine unaufdringliche Eingängigkeit, die sich deswegen auch bei oftmaligem Hören kaum abnutzt, Crescenzo gelingt sowas wie die Quadratur des Kreises. Komplexe Strukturen (mit einer faszinierenden Leichtigkeit dargeboten) für's Hirn, ein bisschen Bombast und Sinfonik für den Bauch und Rock'n'Roll für die Beine. Perfekt!

Selbst die Frank Sinatra-Swing-Einlage „Mr. Usher (On His Way to Town)“, obwohl stilistisch schon ein krasser Fremdkörper, fügt sich irgendwie doch harmonisch ein. Und da mag auch ein gospel-artiger Blues („The Most Cursed of Hands / Who Am I“) nurmehr milde überraschen. Vielleicht ist „Act V“ eine Prise melancholischer, nachdenklicher, tiefgründiger als die vorangegangenen Teile, aber das steht dem Album zum einen gut, zum anderen ist das am Ende eines Weges vielleicht auch eine logische Grundstimmung.

Casey Crescenzo ist ein hervorragender Sänger, der seine Musik erzählenderweise noch zusätzlich vitalisiert. Umgeben von hervorragenden Musikern hat er auch eine herausragende Band am Start, welche die Musik voller Spielfreude genau auf den Punkt darbietet. Voller Schwung, mitreißend und höchst unterhaltsam. Am Stück gehört kommt das Album am besten, nicht umsonst hat sich Crescenzo die Mühe gemacht, die Stücke übergangslos ineinander fließen zu lassen.

So kann moderner Prog klingen, der auf der Höhe der Zeit dem Genre neues Leben einhaucht und dabei noch eigene Wege beschreitet, ohne ein gewisses Erbe von 60er Jahren bis heute zu verleugnen. Klingt das begeistert? Ja, ich bin's auch.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2016
Letzte Änderung: 12.12.2016
Wertung: 14/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 4)


Der 5. Teil dieser Story über einen Jungen und eine Prostituierte ist dermaßen brillant, dass ich an dieser Stelle nochmal etwas Werbung für dieses Album machen möchte. Es wäre schade, wenn es seine potentiellen Hörer nicht erreicht.

Die aus der amerikanischen Post-Hardcore-Szene stammenden The Dear Hunter liefern mit Teil V ihrer epischen Konzeptstory eine aus der Menge an Veröffentlichungen herausragende Platte ab. Auf über 70 Minuten findet sich kein einziger Durchhänger. In der Tat reiht sich hier Perle an Perle, Überraschung an Überraschung.

Für jene, die The Dear Hunter bereits kennen: „Hymns With The Devil In Confessional“ ist vielleicht das beste Album der Band. Act IV war bereits ebenfalls ein durchgängig heldenhafter Beitrag zur Tonerzeugung, aber hier wird dermaßen lässig und zugleich abgezockt musiziert, dass ein stetig breiter werdendes Grinsen auf dem Gesicht des Zuhörers beobachtet werden kann. Act V ist verdammt routiniert, dabei stets versponnen und experimentierfreudig. Experimentierfreudige Rockmusik, wann hat es das zuletzt gegeben?

Für jene, die The Dear Hunter erst noch kennenlernen dürfen: Die Band spielt einen unglaublich coolen, jederzeit verspielten Progressive Rock, der irgendwie immer den Geist diverser Classic Rock-Bands atmet, dabei jedoch deutlicher tiefer im Prog verwurzelt ist, denn im AOR. Mal verträumt, mal groovig, mal symphonisch, mal rockend, aber selten straight und vorhersehbar. Immer genau dann, wenn man denkt, nun hat man das Album durchschaut, grätscht eine Orgel oder ein Synthesizer dazwischen oder Kurt Weill lässt grüßen. Zudem ist mit Bandleader Casey Crescenzo noch ein sehr starker Sänger am Start.

Fünf Worte: Überraschend, verspielt, lässig, symphonisch, eigenständig. „Hymns With The Devil In Confessional“ ist für mich das Überraschungsalbum des Jahres. Mein Tipp gegen öde Novemberabende: einfach mal ungehört bestellen, die Füße auf einen noch vollen Kasten Bier legen und „Play“ drücken. Grinsen garantiert.

Anspieltipp(s): Cascade
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.10.2016
Letzte Änderung: 22.11.2016
Wertung: 13/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 4)


Dieser Casey C. ist ein Phänomen, ein Tausendsassa! Und jeder „anständige“ Musikfan muss einfach seine mitreißenden Hymnen, die grandiosen Melodien, cleveren Arrangements und das stimmige Konzept dieser Platte mögen. So oder so ähnlich behauptet dies hiermit jetzt bereits der dritte Rezensent der BBS.

Crescenzo kokettiert mit den unsichtbaren Grenzlinien zwischen progressiv und konservativ. Anders ausgedrückt schafft er den Spagat zwischen Melodic Prog bzw. AOR und Jazz/Blues mit Klassik-Ornamenten, wobei das Instrumentarium von (Kammer-) Orchester über BigBand bis zur Rock-Combo reicht. Kein Wunder also, dass das Ganze ungeheuer vielfarbig und entsprechend kurzweilig daher kommt – und überdies noch mit exzellenter Vokalleistung (z.B. A Beginning) gekrönt wird.

Klar ist das kein lupenreiner Prog, aber wen stört das, wenn Musik so umwerfend locker und cool gemacht ist! The Dear Hunter spielen häufig an der Grenze zum kommerziellen, ohne dabei ins Seichte oder gar schnöde Poppige abzudriften. Man fühlt sich offenbar äußerst wohl in der Grauzone zwischen allen Stil-Schubladen. Mal bewegt man sich ganz nah bei Old School – Jazz (Mr. Usher), dann folgt ein kurzer Ausflug zu Singer/Songwriter – Klischees (Light). Witzige, durchaus auch tanzbare Rhythmen (u.a. Revival) begegnen dem Hörer ebenso wie rockig-balladeske Melodiebögen (The Haves Have Naught) oder mehrstimmige Wohlfühl-Passagen, die an Queen erinnern, alles überaus gekonnt und warmherzig dargereicht.

Ein fesselndes Album von Anfang bis Ende, voller Musikaliät und großartiger Einfälle, das keinen Moment langweilig wird und komplett gehört werden will – Suchtgefahr inklusive!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.12.2016
Letzte Änderung: 7.12.2016
Wertung: 14/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 4)


The Dear Hunter! "Act V: Hymns With The Devil In Confessional"! Jürgen fragt (eins weiter oben): "Klar ist das kein lupenreiner Prog, aber wen stört das, wenn Musik so umwerfend locker und cool gemacht ist!"

Nun, mich. Beim besten Willen, mit dem ich, versprochen, das Album jedes Mal approache, wenn ich es wieder höre, und bei allem Respekt vor meinen Kollegen, ich bin nunmal Progfan, ich mag Prog, und ich möchte auf meinen Prog-Alben Prog hören. Ich stecke beim aktuellen Durchlauf mittlerweile in Minute 24, und ich habe bisher noch überhaupt keinen Prog gehört, von lupenreinem ganz zu schweigen. Auf dem Album ist allerdings ein Bossa Nova. Also, wer Bossa Nova mag...

Oder so Crooner-Swing. "Mr. Usher" klingt ein bissl nach Ol' Blue Eyes mit den Andrew Sisters.

Ich meine, ich mag ja nicht nur Prog. Ich mag auch moderne Klassik. Guten Pop (gibt's echt wenig). Sinatra, aber nur ääääächt manchmal. Ich mag auch locker und cool. Bossa Nova mag ich aber nicht. Yep, beschimpft mich, ich hätte einen stark eingeschränkten Musikgeschmack, weil ich Bossa Nova nicht mag, das lach' ich weg. Aber da beißt die Maus kein' Faden ab: Wenn auf einem Album ein Bossa Nova ist, gefolgt von lauem Pop, gefolgt von Swing, gefolgt von Filmmusik-Pseudoklassik, dann ist es eben ein Album, das Bossa Nova, Pop, Swing und Filmmusik-Pseudoklassik enthält - ein Prog-Album ist es aber nicht. Um ein Prog-Album zu sein, muss es eben - nun ja, öhrm - halt Prog enthalten.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auf "Act V: Hymns With The Devil In Confessional" ist schon auch Prog. Aber halt eben nur auch, unter "ferner liefen:". "The Haves Have Naught" ist Prog, wenn's nicht, was es durchaus auch sein könnte, Musical ist. Oder "Gloria". Sowieso gibt's hintenraus mehr Prog. Womit "Act V: Hymns With The Devil In Confessional" ein Album wäre, dass Bossa Nova, Pop, Swing, Filmmusik-Pseudoklassik und Prog enthält. Macht ja nichts.

Und wie ist der Prog? Joa, gar nicht schlecht. Hörbar, aber nicht gleich so ganz leicht eingängig. Also kein Neal Morse. Und wenn träge, dann nicht dröge, also auch kein Steven Wilson. Und auch nicht irgendwie schräg-avantgardistisch, das schon gar nicht. Nur ist der hiesige Prog halt auch nicht irgendwo dazwischen. Dieser Prog ist solide, nicht übel, klanglich schön auf grandios gebürstet, aber weit entfernt davon, weltbewegend zu sein. Wer von seinem Prog herausgefordert oder überrascht werden will, findet auf anderen Alben Herausfordernderes und Überraschenderes. Trotzdem: schlecht ist das nicht, um auch mal das Wort "beileibe" zu verwenden.

Besonders experimentierfreudig kann ich das Album deshalb aber noch nicht finden. Günter fragt in seiner Rezension (zwei weiter oben), wann es zuletzt experimentierfreudige Rockmusik gegeben habe – na, andauernd! Allein aus den letzten ein, zwei Monaten fallen mir da Alben von Chromb! (unserem derzeitigen Monatstipp), vom Jorge Arana Trio, von Watchtower, A Sense of Gravity, Meshuggah, Animals As Leaders, An Endless Sporadic und den Stick Men ein – und das sind die, auf die ich komme, ohne nachschlagen zu müssen. John Zorns neues Album – wenn wir schon von experimentierfreudiger Rockmusik sprechen! Experimentierfreudige Rockmusik gibt's doch alle Nas lang, wie Sand am Meer als genug.

Also, ich will, was den Unterhaltungswert des Albums angeht, meinen Kollegen gar nicht widersprechen. Allenfalls auf's Diablo Swing Orchestra verweisen, deren Album "Sing Along Songs for the Damned & Delirious" ähnlich, aber weitaus unterhaltsamer war (nach denen kräht irgendwie auch kein Hahn mehr). Zeigt sich mal wieder, dass es vom Kontext abhängt, in den man ein Album stellt, wie progressiv es nun wirklich ist. Je nachdem, aus welcher Richtung man darauf blickt, ergibt es einen je anderen Sinn. Betrachtet man jedoch den Prog als Ganzes, muss man aber wohl sagen, dass vieles auf "Act V: Hymns With The Devil In Confessional" nur am Rande, einiges gar nicht zum Prog gehört. Anderes aber schon. Nett, abwechslungsreich, ja, aber das Ei des Kolumbus ist das Album nicht. Beileibe.

Anspieltipp(s): nicht den Bossa Nova hören.
Vergleichbar mit: den vielen anderen Stilmixer-Alben, Diablo Swing Orchestra (das besser), Neal Morses letztem Album (das auch besser)
Veröffentlicht am: 13.12.2016
Letzte Änderung: 24.3.2017
Wertung: 8/15
Auf dem Album ist halt ein Bossa Nova.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Dear Hunter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Act I: The Lake South The River North 10.50 2
2007 Act II: The Meaning Of, & All Things Regarding Ms. Leading 10.00 3
2009 Act III - Life And Death 12.00 1
2013 Migrant Reprise 12.00 1
2015 Act IV: Rebirth in Reprise 12.50 2

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