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Sammal

Sammal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Folk; HardRock; Jazzrock / Fusion; Psychedelic; RetroProg
Label: Svart Records
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jan-Erik Kiviniemi Gesang, Percussion
Jura Salmi Gitarre, Keyboards
Juhani Laine Keyboards, Gitarre
Lasse Ilano Bass
Tuomas Karivaara Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Puolikuu 2:40
2. Esox Lucius 9:20
3. Jäniksen vuoksi 4:07
4. Kaikki kortit 4:00
5. Näennäiskäännännäinen 3:57
6. Lehtipuiden alle 5:08
7. Jokainen pysyköön uskossaan 4:45
8. Veneenrakentaja 5:00
9. Kylmää usvaa 5:16
Gesamtlaufzeit44:13


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Sammal aus Turku waren, wie schon zum Nachfolger "Myrskyvaroitus" geschrieben, ziemlich fix bei der Sache. Jenes Album erschien im Frühjahr 2015 und damit kaum zwei Jahre nach dem selbstbetitelten Debüt und der dazwischenliegenden EP mit Titel "No. 2". Hört man sich nun das Debütalbum an, so gewinnt man den Eindruck, dass auch diese Platte eine eher spontane Angelegenheit gewesen sein muss, denn vieles hier klingt eher Jam-artig denn in monatelanger Arbeit ausgefeilt. Aber das überrascht eigentlich auch nicht, wenn Sammal mit dem Stil offenbar so zufrieden waren, dass das hier schon besprochene Zweitwerk rein musikalisch dem Debüt sehr ähnelt.

Aber der Reihe nach, bevor hier wieder das Fazit zur musikalischen Qualität vorweggenommen wird: Auch auf dem Debütalbum spielen Sammal also einen recht kantigen Retro-Stil. Hierbei ist auffällig, dass die Finnen in gewisser Weise kompromissloser und extremer als viele Kollegen agieren, denn das Debütalbum ist von einem gewissen LoFi-Sound geprägt, bei dem Orgel und Gitarre nach Kräften kratzen, wohingegen das Schlagzeug wie ehedem eher flach und alles andere als knallig klingt. Rein technisch betrachtet bewegen sich Sammal hier so gesehen auf dem Niveau der späten 60er Jahre; die entsprechenden zeitgenössischen Alben von Bands wie MC5, Blue Cheer, Cactus oder Vanilla Fudge klingen kaum anders als das, was hier noch im Jahr 2014 veröffentlicht wurde.

Über die Art und Weise, wie Sammal ihre Songs aufbauen, sagt das natürlich erst einmal nichts aus. Das nämlich geht auf dem Debütalbum geradezu drunter und drüber. So gibt es im Opener "Puolikuu", in "Kaikki Kortit" und schließlich in "Veneenrakentaja" im Wesentlichen ein Konglomerat aus Hardrock, Bluesrock und allem dazwischen, was ein bisschen an einschlägige End-60er-Sachen wie Chicagos "South California Purples" erinnert, zugleich aber wiederum auch etwas hausbacken wirkt. Die Tendenz, einige simple (oder sollte man angesichts der zeitlichen Einordnung eher "primitive" sagen?) Riffs andauernd zu wiederholen, kann dabei ein wenig nerven. Das erwähnte "Veneenrakentaja" wiederum besteht dagegen aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Parts, die aber eher willkürlich und konstruiert aneinander gefügt sind.

In den meisten anderen Nummern dagegen betonen Sammal eher eine gewisse psychedelische, teils auch folkige Seite. So fängt das lange "Esox Lucius" mit Anklängen an "Planet Caravan" an, bewegt sich dann aber über einen dynamischen Rhythmus aus 3er- und 4er-Takten hin in Richtung Rock, ehe nach guten fünf Minuten ein Fusion-artiger Part mit ausladendem Georgel eingeschoben wird. Vor dem Ende gibt es dann noch einen eher holprigen Hardrock-Part und schließlich die Wiederaufnahme des psychedelischen Intros. Das folgende "Jäniksen Vuoksi" dann stellt ein beschwingtes, aber folkloristisch anmutendes E-Piano-Motiv in den Mittelpunkt eines Jams, was nett anzuhören ist, auch wenn die zur Begleitung eingesetzte Bongo ziemlich deplatziert wirkt. "Lehtipuiden Alle" schließlich beginnt, als wolle man Pink Floyds "Shine On You Crazy Diamond" mit dem technischen Stand von 1967 nachstellen, woraus sich allerdings bald eine langsame, aber funkig groovende Rockballade mit Fingerzeigen auf Sachen wie Deep Purples "You Keep On Moving" entwickelt - wobei dieser Sound bei diesen Assoziationen nochmals sehr verschroben wirkt.

Weitere Anklänge an bekannte Songs gibt es dann in "Näennäiskäännännäinen", das sich erst an Black Sabbaths "Solitude" zu orientieren scheint, diesem Vorbild allerdings nicht zu eng auf den Fersen bleibt und es beispielsweise um einige sehr viel energischere Passagen erweitert, und in "Jokainen Pysyköön Uskossaan", das mit schweren Orgel-Akkorden den Gesang vor sich hertreibt und somit an Rainbows "Sixteenth Century Greensleeves" erinnert, wäre Ritchie Blackmore nur Organist gewesen. Letzteres Stück allerdings mündet nach einem Break bei 2:30 wieder in einen langen Jam bis zum Ende, wohingegen ersteres tatsächlich Potenzial hat - allerdings wirkt es hier ein bisschen, als würde das Retro-Instrumentarium die Band regelrecht behindern.

Unterm Strich ist damit "Sammal" eine durchwachsene Angelegenheit. Ihren Retrosound bekommt die Band natürlich insofern gut hin, dass die Musik regelrecht archaisch klingt - das zumindest hat sie vielen Mitbewerbern voraus. Kompositorisch dagegen überzeugt das Album weniger. Entweder gibt es vergleichsweise simplen Rock zu hören, wenig ergiebige Psychedelic-Jams, oder aber von nur wenig Zusammenhang zeugende, weil von vielen willkürlichen Part-Abfolgen geprägte Proto-Longtracks. Das ist so nicht wirklich überzeugend, allerdings wurde alles jeweils schon auf dem Nachfolgealbum besser, und überhaupt: Sammal haben bislang 2016 noch kein Album veröffentlicht, sodass zu hoffen ist, dass für ihr Drittwerk nochmals alles besser werden könnte. Das ist dann wohl die Perspektive für die Truppe aus Turku.

Anspieltipp(s): Jäniksen Vuoksi, Näennäiskäännännäinen
Vergleichbar mit: Spät-60er-Proto-Hardprog?!
Veröffentlicht am: 12.11.2016
Letzte Änderung: 14.4.2018
Wertung: 7/15
Gute Ansätze, aber oftmals spielt sich die Band planlos ins Nirgendwo

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sammal

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Myrskyvaroitus 8.00 1
2018 Suuliekki 11.00 1

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