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Zanov

Green Ray

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (CD-Reissue 2016, Groove Unlimited)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Pierre Salkazanov Synthesizers, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Green ray 9:47
2. Machine desperation 10:23
3. Running beyond a dream 19:49
4. Zephyr   (Bonustrack CD-Reissue) 8:26
Gesamtlaufzeit48:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts begann der in Paris lebende Pierre Salkazanov sich ein Heimstudio zusammenzustellen, das als wichtigste Elemente einen EMS VCS3 und einen ARP2600 Synthesizer und verschiedenen Tonbandmaschinen beinhaltete. Was er davor in musikalischer Hinsicht erlebt und angestellt hat ist (dem Rezensenten) weitestgehend unbekannt. Inspiriert von verschiedenen deutschen und amerikanischen Elektroniktonbastlern nahm Salkazanov in seinem Studio allerlei Klang auf, mit dem er sich bei verschiedenen Plattenlabels bewarb. Damit hatte er offensichtlich Erfolg, erschien doch im Jahre 1976 mit "Green Ray" sein Debutalbum bei Polydor. Darauf (und den beiden Nachfolgescheiben) firmierte Salkazanov schlicht als Zanov, was einige Jahre später verschiedene abenteuerliche Spekulationen über den wahren Urheber der Musik ausgelöst hat.

Bis vor Kurzem war "Green Ray" nicht in seiner Gesamtheit auf digitalem Tonträger zu haben (ein Großteil des Albums war jedoch auf der Elektronik-Kompilation "l'age d'analogue" zu finden). Im Jahre 2016 haben sich Groove Unlimited der Scheibe angenommen (die schon 2015 das hervorragende "In Course of Time" wieder veröffentlicht haben) und "Green Ray" im Herbst auf CD neu aufgelegt, versehen mit einem längeren Bonustrack, zu dessen Herkunft aber keine weiteren Informationen im eher knappen Begleitmaterial zu finden sind. Vermutlich – in klanglicher und kompositorischer Hinsicht sind keine größeren Unterschiede zu den eigentlichen Albumstücken feststellbar – handelt es sich um ein Überbleibsel der damaligen Aufnahmesessions.

Klassische, recht freiformatige, aber erstaunlich farbige und abwechslungsreiche Elektronikgemenge kommen hier aus den Boxen. Spacig-kosmisch, sphärisch und ausladend, aber auch sehr munter und dynamisch wabern, blubbern, zischen, fiepen, heulen und zirpen hier diverseste Elektronikklänge durch die Gehörgänge, surreal und impressionistisch einerseits, kantiger, fast maschinell voranschreitend andererseits (letzteres vor allem im treffend betitelten "Machine desperation"). Ein sehr breites Spektrum an Klangfarben und Soundmustern setzt Zanov ein, malt ungezwungen in Klang, bleibt dabei aber meistenteil in recht melodischen, hymnisch-elegischen Gefilden, von ein paar angedüsterten Momente abgesehen.

Wie eine Mischung aus den zeitgleichen Produktionen von Klaus Schulze und Jean Michel Jarre wirkt diese Musik, verspielter und runder als Schulze, gleichzeitig kantiger und experimenteller als Jarre. Das Ergebnis ist eine ziemlich eigenständiger und innovativer Ansatz, der "Green Ray" zu einem wichtigen Album des Genres nicht nur in Frankreich macht. Das abschließende "Zephyr" nimmt mit seinen perlend-glazialen Sounds teilweise sogar Schulzes "Mirage" vorweg.

"Green Ray" ist somit eine wunderbare Scheibe mit klassischer progressiver Elektronik aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, welches in keiner Sammlung mit solcherlei Klängen fehlen sollte. Bleibt noch zu hoffen, dass Groove Unlimited auch noch Zanovs zweites Album "Moebius 256 301" in die digitale Welt herüberrettet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2016
Letzte Änderung: 13.11.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zanov

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Moebius 256 301 11.00 1
1982 In Course of Time 11.00 1
2014 Virtual Future 11.00 1
2016 Open Worlds 11.00 1

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