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Michael Brückner

trois briques

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: SynGate Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner Electronics, Sounds

Tracklist

Disc 1
1. la brique bleue 32:21
2. la brique verte 8:44
3. la brique noire 36:16
Gesamtlaufzeit77:21


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Drei Ziegelsteine hat Michael Brückner hier für seine Hörer gebacken, oder drei Milchtüten, was brique offenbar auch bedeuten kann. Also, diese Tetra Pak Milchquader. Ich vermute aber sehr, dass hier Backsteine gemeint sind. Ein blauer, ein grüner und ein schwarzer Ziegel sind also auf dem Album zu finden, die zudem noch die Untertitel "I have to play games!" ("la brique bleue"), "(...just an empty next!)" ("la brique verte") und "the aloha shop at honolulu!" ("la brique noir") tragen. Veröffentlicht hat die Sammlung diesmal nicht Brückner selbst, vielmehr wurde "trois briques" auf Kilian Schloemps renommiertem (in Elektronikkreisen) Label Syn-Gate veröffentlicht.

Die Farben geben schon gewisse Hinweise auf die in den einzelnen Stücken zu findende Musik. Blau assoziiert Wasser und in der Tat wogt plätschert "la brique bleue" recht dynamisch, munter und – dem Untertitel entsprechend – verspielt voran. Wabernde Elektronikflächen bestimmen de Musik, angereichert mit allerlei vielschichtigem, farbig Fiepen, Perlen, Zwitschern, Jaulen, Quietschen, Klirren, Rauschen und Hupen, bisweilen auch sanft pulsierenden rhythmischen Mustern. Alles in allem schreitet die Musik entspannt, aber durchaus bewegt dahin, sehr abwechslungsreich, versehen natürlich mit den genretypischen Repetitionen, und schwebt als dichtes Gemenge an bunten Klanglandschaften, tiefgründigen Soundflüssen und spacig-kosmischen Synthezizerwolken.

Eingestreut sind zudem immer wieder Fragmente von Dialogen, die offenbar irgendwelchen, wohl schon etwas angestaubten Filmproduktionen entstammen, und meist thematisch verschiedene Abschnitte der Komposition trennen (und beim Rezensenten Erinnerungen an Tod Dockstaders "Bijou" wecken). Ansonsten klingt das alles wie eine gut vermengte Mischung aus Retroelektronik im Geist der Berliner Schule und moderneren Elektronikmustern a la The Orb.

Das kurze (im Vergleich zu den anderen beiden Nummern) "la brique verte" beginnt mit hallenden elektronischen Dschungelklängen (zumindest assoziiert so der Rezensent), begleitet von klagvollen Pianolinien, was in Bezug auf die Farbe Grün ja wiederum gut passt. Allzu viel anderes passiert dann hier nicht mehr (das elektronische Zwitschern macht flächigen Tonwolken platz), steht die Nummer wie ein etwas ruhigerer, ambientartger Ruhepol in der Mitte des Albums.

"la brique noire" bietet dann wieder gelegentliche Filmdialoge, die diesmal in etwas düsterer, hypnotischer und auch mächtigerer Musik eingebettet sind, die aber nicht weniger farbig und abwechslungsreich gestaltet ist wie im ersten Stück. Mysteriös hallende Abschnitte lösen sich mit voluminösen Klangschüben ab, rhythmischen, mit elektronischer Perkussion unterlegten Momenten, wogenden, perlend-glockigen Sequenzerlinien und schwebenden Dark-Ambient-Einwürfen.

"trois briques" ist alles in allem eine gelungene, trotz der beiden langen Stücke recht kurzweilige Scheibe (im Grunde sind das zwei vielteilige Elektroniksuiten), die klassische Elektronikmuster mit moderneren elektronischen Klangformen verbindet, und das durchweg im progressiven Geist der 70er und ohne in stumpfsinniges Tanzbodenwummern zu verfallen. Schön!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.12.2016
Letzte Änderung: 23.12.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Trees Of Olivandá 11.00 1

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