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IQ

Tales From The Lush Attic

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 80er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Giant Electric PEA
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Paul Cook drums
Tim Esau bass
Mike Holmes guitar
Peter Nicholls voice
Martin Orford keyboards

Tracklist

Disc 1
1. The Last Human Gateway 19:57
2. Through The Corridors 2:35
3. Awake And Nervous 7:45
4. My Baby Treats Me Right ´Cos I´m A Hard Lovin´ Man All Night Long 1:45
5. The Enemy Smacks 13:49
6. Just Changing Hands   (bonus track) 5:12
Gesamtlaufzeit51:03


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 3)


Für mich ist dieses Album immer noch eines der besten des Neo-Prog überhaupt. Hier war die Band noch herzerfrischend progressiv: eine dürftige Soundqualität, eine herrlich schreckliche Stimme, die immer nahe zwischen Ersterben und Überschlagen balanciert, das Schlagzeug, das manchmal fast so wirkt, als sei es Herr über den Spieler und nicht umgekehrt. Und nicht zuletzt finden sich hier zwei der besten Kompositionen der Band überhaupt.

Da ist zum einen das facettenreiche TLHG, dessen Einleitung den Stil des Nomzamo-Albums vorwegnimmt. Es beginnt mit einem stillen, sanften Keyboardteppiche à la Tangerine Dream, einer akustische Gitarre und der zerbrechlichen Stimme von Peter Nicholls. Die middle section ist perfekt, harmonisch und wird dann plötzlich von einem schräg-psychedelischen Synthesizer, der sich anhört, wie aus einem alten Commodore64-Computerspiel entliehen, zerrissen. Eine hektische bridge leitet über in eines der genialsten Finale des Prog schlechthin. Die Gitarre jagt vom Schlagzeug getrieben in immer höhere Tonlagen, wird dann abgebremst und vom herrlichen Keyboard abgelöst, das die Töne herrlich von dumpf zu hell moduliert. Und für den folgenden Gesang schätze ich Peter Nicholls, für diesen so verletzlichen Klang seiner Stimme. Das fade-out kann gar nicht lang genug sein, ist aber schnell zu Ende. Die Stimmung die dabei entsteht ist einfach wunderschön.

Als kleine Besonderheit sei auf die Stelle bei 18:51 hingewiesen. Hier hört man im Background Martin Orford sagen: "do it again". Angeblich hatten ihm die Vocals nicht gefallen, worauf er das Stück, welches live im Studio eingespielt wurde, nochmals aufnehmen wollte.Diese Aufforderung an seine Kollegen sprach er mitten im Stück aus. Es gab jedoch nie eine zweite Aufnahme, daher blieb dieser Einwurf, wo er war. Köstlich!

Through the corridors ist belanglos, Awake and nervous, mit 7/8-Takt, gefällt mir persönlich sehr gut. Es hat zwar lange nicht die monumentale Grösse wie TLHG oder "The enemy smacks", versprüht aber irgendwie auch dieses magische Feeling, welches dem Album "The Wake" und vor allem dem nachfolgenden Live-Album innewohnt. Für mich gehört Awake and nervous vom Stil her auf die nächste Platte.

"My baby treats me right..." ist eine herrliche Klavierspielerei. Wem Keith Emersons "Piano Concert" auf "The Works Vol.1" gefällt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das nächste Stück nimmt dann das Thema dieses kurzen Interludes wieder auf, somit kann man "My baby..." also auch noch irgendwie zu "The enemy smacks" dazuzählen.

Das Schlagzeug überrennt sich anfänglich fast selber, die Breaks stolpern mitunter und Peter`s Stimme ist wieder herrlich schräg-skuril. Der Wahnsinn ist hörbar. Ab 3:08 folgt ein starkes Zwischenspiel mit toll verschleppten Snarebeats, die Gitarre unterlegt die stetig ansteigenden Keyboardakkorde mit einer stets gleichbleibenden Folge von Riffs. Es folgt ein ruhigeres, von wehmütiger Gitarre geprägtes Zwischenspiel, bis Stimme und Keyboard-flöte/whistle alleine die beklemmende Athmosphäre weiterspinnen. Der aggressive, selbstzerstörerische Mittelteil geht in einen von fettem Bass und seltsam schwingenden Synthiklängen geprägten 7/6-Takt (bzw ein Vielfaches davon) über. Genial. Zum Schluss eine Art Kirchenorgel, der Abgesang, das funeral, und ein furioses Finale.

Der Bonustrack ist von der Machart her ähnlich wie der Anfang von "The enemy smacks".

Als Gesamtwerk ist dieses Album sicher ein Meilenstein des Neo-Prog und gehört in jede gut sortierte Sammlung. TLHG hat seinen Platz in meiner "Hall of fame" der genialsten Prog-Werke.

Anspieltipp(s): TLHG, The enemy smacks
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2002
Letzte Änderung: 18.10.2002
Wertung: 13/15
The last human Gateway: 15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 3)


Ja, heute kann man über ein Album wie „Tales from the Lush Attic“ schmunzeln, wenn man will. Doch seinerzeit, Mitte der 80er, war es ein Pfund vor dem Herrn und wer wie ich reinen Herzens ist, dem schießen noch heute beim Hören die Tränen in die Augen.

Musikalisch stehen die beiden ersten IQ-Album Marillion am nächsten. Pallas waren symphonischer, Twelfth Night zu indie. Im Vergleich zu ihren Rivalen – und dies ist natürlich nicht zuletzt dem fehlenden Vertrag bei einem Majorlabel geschuldet – klangen IQ deutlich rauer und roher. Stimmungstechnisch erinnert mich das Debüt daher gerne an „Nursery Cryme“.

Across the plateau no clouds storm the sky...

Auf den The Lens/IQ-Demos der frühen 80er („No TV Tonight“ bzw. „Seven Stories Into Eight“) war noch ein Fusion-Einfluss hörbar, der Hang zum klassischen Prog-Rock-Epic kam noch nicht wirklich durch. Doch mit „The Last Human Gateway“ wird gleich die Blaupause vorgegeben, die die Band die folgenden Jahrzehnte nutze: Ausufernde Epics, Stimmungswechsel en masse und Breaks, alles ganz im Geiste Genesis'.

Was dieses Album dabei so besonders macht, ist seine für jene Jahre untypsiche bedingungslose Leidenschaft für Progressive Rock gepaart mit dem bereits angedeuteten Rotz und seinem ungeschliffenem Sturm und Drang. „Friss Genesis oder stirb!“ rufen IQ ihren Jahrgangsgenossen zu. „Gateway“, „Awake & Nervous“ und „The Enemy Smacks“ sind Neo-Progressive Rock par excellence. Für Eilige gibt’s „Through the Corridors“. Gitarre und Keyboards toben sich ordentlich aus und halten sich dabei stets die Waage. Schlagzeug und Bass proggen, rocken und wenn man bedenkt, dass das Album innerhalb weniger Tage aufgenommen und abgemischt wurde kann man auch heute nur applaudierend in die Hände klatschen.

Manchmal lege ich mir heimlich ein grellgelbes Hundehalsband an, nehme meine Gitarre und stelle mir vor ich wäre Mike Holmes. Oh shit me! Apropos Holmes. Seit vielen Jahren sinnierte er von einer Neuaufnahme des Albums. Daraus ist letztendlich nichts geworden, jedoch wird im Januar 2013 ein Remix des Albums nebst umfangreichen Bonusmaterial veröffentlicht.

Anspieltipp(s): Awake & Nervous
Vergleichbar mit: Marillion
Veröffentlicht am: 2.12.2012
Letzte Änderung: 8.2.2014
Wertung: 13/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Am 15. September 1983 wurde "Tales from the Lush Attic" erstmals veröffentlicht. Grund genug im Januar 2013 - mein Vorschreiber hat's schon angekündigt - zum 30-jährigen Jubiläum eine Sonderedition zu veröffentlichen. "30th anniversary collector's edition" nennt sich das Teil, hat drei weitere Bonustracks und ein etwas anderes Cover (das untere der beiden oben gezeigten), kommt in einem schmucken Digibook und beinhaltet eine Bonus-DVD. Doch am wichtigsten: Das Material wurde von Mike Holmes neu abgemischt und klanglich aufbereitet.

Wie man beim Vergleich mit dem auf der DVD zu findenden originalen Mix feststellen kann, hat sich der Sound durch Holmes' Bemühungen klar verbessert. Wie er selbst im ebenfalls auf der DVD befindlichen "audio commentary" feststellt, war es ihm daran gelegen so nah wie möglich beim Original zu bleiben (auch wenn er zugibt, dass er ursprünglich das Ganze am liebsten neu eingespielt hätte) und etwas zu kreieren, was nun so klingt, wie sich die Band das damals vorgestellt hatte. Zusätzlich wurden ein paar Fehler ausgemerzt (Holmes erwähnt ein paar davon - meist Spuren, die im Original zu langsam oder zu schnell waren) und es wurden gelegentlich ein paar kleine Effekte zugefügt (Echos und Verfremdungen der Stimme).

Neben dem schon auf früheren CD-Reissues des Albums zu findenden "Just Changing Hands" (das hier als "unfinished demo" bezeichnet wird, aber eigentlich nicht viel schlechter klingt als der Rest) gibt es auf der CD noch drei weitere Bonustracks: Eine Neuaufnahme von "Wintertell" (das ursprünglich - so erfährt man wieder im "audio commentary" - eigentlich zwischen "My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Loving Man All Night Long" und "The Enemy Smacks" hätte kommen sollen), ein alternativer Schluss des Longtracks namens "The Last Human Gateway (End Section, Alternative Vocals)" und schließlich das über sechsminütige "Dans Le Parc du Chateau Noir", ebenfalls ein hervorragend klingendes "unfinished demo".

Auf der DVD befinden sich dann noch jede Menge weitere Goodies. Vor allem ist dies ein Livemitschnitt (Ton und Bild) vom Oktober 2011, der die Stücke "The Last Human Gateway", "Through The Corridors", "Awake And Nervous" und "The Enemy Smacks" umfasst. Leider muss man die Nummern einzeln ansteuern. Vermutlich wurden sie im Konzert nicht in dieser Reihenfolge hintereinander gespielt. Die meisten der Herren die da im Publikum stehen scheinen übrigens nicht viel jünger (oder gar älter) als die Musiker selbst gewesen zu sein.

Dann gibt es eine Photogalerie mit historischen Photos der Band, die zumindest zeigen, dass Nicholls immer noch dieselbe Frisur hat (ganz im Gegensatz zu Esau). Weiterhin beinhaltet die DVD eine ganze Ladung von MP3-files. Das sind - wie weiter oben schon erwähnt - die Albumtracks im originalen Mix, die originalen Nummern des Kassettenalbums "Seven Stories Into Eight" (siehe "Seven stories into '98"), 10 Session-Outtakes (first attempts, rehersal takes, demos ... etc.) und schließlich der "audio commentary". Hier erzählen Nicholls und Holmes sehr gutgelaunt allerlei aus der Entstehungszeit des Albums, zur Musik und zum Remix, während sie sich das Album noch mal anhören (der "audio commentary" ist daher über eine Dreiviertelstunde lang). Ein großer Teil des Kommentars befasst sich damit, wie wenig Kohle man damals hatte (ca. 3 Pfund die Woche pro Kopf - man hauste zusammen in einer Wohnung). Das Cover wurde z.B. selbst gebastelt, ausgeschnitten aus Zeitungen und Magazinen, und musste schwarzweiß sein, da sonst zu teuer. Es soll übrigens Szenen aus dem Album zeigen, begleiten oder symbolisieren.

Zur Musik haben meine Vorschreiber ja schon viel geschrieben. "Tales from the Lush Attic" ist sicher eines der wichtigen Alben der New Wave of British Progressive Rock (NWOBPR), meist Neoprog genannt, das versucht die progressive Musik wieder zum Leben zu erwecken, die gerade Britische Bands 10-15 Jahre früher erfunden haben. Natürlich befinden wir uns hier klanglich in den 80er Jahren, was man vor allem an den typischen Tastensounds des Jahrzehnts hört. Dazu wird aber erstaunlich oft ein Mellotron eingesetzt, insbesondere im langen "The Last Human Gateway".

Die Musik hat natürlich eine etwas anderen Charakter als "richtiger" klassischer Prog. Das alles ist etwas leichtgewichtiger und glatter ausgefallen, aber nicht notwendigerweise weniger komplex (ja gut, ein bisschen schon). Holmes und Nicholls sagen selbst im "audio commentary", dass sie einen "punky prog" gemacht hätten, dass sie natürlich von zeitgemäßen New Wave und Elektropopbands beeinflusst wurden (es fallen die Namen Ultravox, Culture Club, Psychedelic Furs und Japan - deren Musik man damals auch selbst konsumiert hat), und sei es nur in Bezug auf Outfit und Auftreten. Andererseits stellen die beiden auch klar, dass ihre Musik deutlich in der Tradition der klassischen Progbands stand und im Gegensatz zu Punk, Wave und "polished pop" damals (Anfang der 80er) absolut unpopulär war.

Wie auch immer, "Tales from the Lush Attic", mit seinem wavigen, hymnisch-luftigen, bisweilen aber durchaus kantigen Prog im Gewand der 80er Jahre, hat nach nun 30 Jahren wohl den Status eines Klassikers erreicht. Sogar für den Rezensenten, der "damals" mit Marillion aufgewachsen ist (ohne deren Zugehörigkeit zu einer Neo-Prog-Bewegung zu kennen), ist das Album eine durchaus unterhaltsame Sache. Wer NWOBPRartiges schätzt und die Scheibe aus irgendeinem Grund noch nicht kennt (vielleicht weil er weniger als 30 Jahre auf dem Buckel hat), für den ist diese "30th anniversary collector's edition" eine schöne Gelegenheit diesen Mangel abzustellen. Und natürlich sollten all diejenigen hier zugreifen, die sich bisher über den Klang der Scheibe beschwert haben. An Nicholls Gesang habe ich übrigens nichts auszusetzen. Ach ja, das Ganze gibt es auch als auf 500 Stück limitierte LP-Ausgabe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2013
Letzte Änderung: 4.12.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von IQ

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Wake 11.00 2
1985 Living Proof 10.00 2
1987 Nomzamo 8.00 2
1989 Sold on you (single) - 1
1989 Nine in a pond is here 8.00 1
1989 Are you sitting comfortably? 6.00 1
1991 J'ai Pollette D'arnu 8.50 2
1993 Ever 10.50 2
1996 Forever Live 11.00 3
1997 Subterranea 12.25 4
1998 Seven stories into '98 8.50 2
1999 The lost attic (a collection of rarities 1983-1999) 6.75 4
2000 Subterranea - The Concert 10.00 2
2000 The Seventh House 11.25 4
2002 Subterranea - The Concert (DVD) 11.00 1
2003 The archive collection - IQ20 10.00 2
2004 The twentieth anniversary show (DVD) 10.67 3
2004 Dark Matter 10.80 6
2006 Stage - Dark Matter Live In America And Germany 2005 (DVD) 11.00 2
2007 Forever Live : Live at the Stadthalle Kleve Germany : June 12 1993 (DVD) 11.50 2
2008 Frequency Tour CD 7.00 1
2009 Frequency 10.00 5
2010 The Wake - Live at De Boerderij - 1
2011 Re:Mixed - 1
2012 Live from London (DVD) 11.00 2
2012 IQ30 - Live In Zoetermeer 10.00 1
2014 The Road of Bones 10.67 3
2015 Live On The Road Of Bones 11.00 1
2017 Scrape Across The Sky 11.00 1
2017 Tales From A Dark Christmas 11.00 2

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