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IQ

The Wake

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1985
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Giant Electric PEA
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Paul Cook drums
Tim Esau bass
Mike Holmes guitars
Peter Nicholls voice
Martin Orford keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Outer limits 8:15
2. The Wake 4:12
3. The magic roundabout 8:18
4. Corners 6:20
5. Widow`s peak 9:12
6. The thousand days 5:12
7. Headlong 7:25
8. Dans le parc du château noir 7:37
9. The thousand days (demo) 3:55
10. The magic roundabout (demo) 6:27
Gesamtlaufzeit66:53


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 2)


"The Wake" war das zweite Album der britischen Neo-Prog Band. Im Gegensatz zum Erstling "Tales from the Lush Attic" findet sich hier kein Werk mit Überlänge wie "The last human gateway" oder "The enemy smacks". Die Platte beginnt mit einer monotonen Synthibassline, dann setzen sphärische Synthy-Moll-Klänge ein, welche das Stück in einen 5/4-Takt Mittelteil führen. Outer limits ist im gesamten jedoch eher ein dünner Titel, es fehlt der Körper, auch dadurch bedingt, dass Peter Nicholls Stimme nicht die kräftigste ist. Man mag sich darüber streiten, ob er ein guter Sänger ist oder nicht. Auch ein Mark Knopfler hat keine ausgebildete Stimme; trotzdem passt sie zu seiner Musik und gibt ihr einen unverwechselbaren Touch. So denke ich ist es auch bei IQ und Peter Nicholls. Das Stück endet, wie es beginnt, mit monotonen, herzschlagartigen Basstönen.

Über den Titeltrack, welcher von Beerdigung und Blick auf das zurückliegende Leben handelt, und "the magic roundabout", eingeleitet von fetten Synthiklängen ansonsten aber etwas einfallslos und dahinplätschernd, geht es zu einem langsamen Stück, welches mit Beats beginnt, die nach einer Bontempi-Orgel-Begleitung klingen. Spärlich wird "Corners" in der Folge instrumentiert, langsam setzt ein Instrument nach dem anderen ein, Tim Esau spielt eine swingende Bassline und es setzt schliesslich noch das Schlagzeug mit Paul Cook ein.

Im fade out wird es fast ein wenig orientalisch. Das Stück ist absolut unprogressiv, erzeugt aber irgendwie durch seinen monotonen-billigen, fast hypnotischen Grundbeat eine tolle Athmosphäre.

Mit "Widow`s peak" folgt das meiner Meinung nach beste Stück der Platte. Mike Holmes (g) beginnt einen spannenden Moll-Akkord, den er in seine Einzelnoten zerlegt und von Synthiklängen unterlegt nach einer Weile ins Dur wechselt und so die Spannung auflöst. Das Ganze Lied zeichnet sich eigentlich immer wieder dadurch aus, dass eher "düstere" Klänge eine etwas bedrohliche Stimmung aufbauen, welche dann wieder entspannt wird. Über einen hektischen Mittelteil führt das Stück ins Finale, welches Live ("Living proof" 1985) noch besser klingt (anderes Keyboard ?). Überhaupt ist dieses Lied eines meiner absoluten IQ-Favoriten.

"The thousand days" ist das schlechteste Stück der Platte, "Headlong" neben "Widow`s peak" das zweite Highlight. Hier hört man, was an der Stimme von Peter Nicholls so charakteristisch und faszinierend ist : ein fast weinerliches, zerbrechliches, wehmütiges Timbre. Das Stück handelt vom Ablegen des "alten" Lebens und dem Beginn eines "neuen" (wohl Lebensabschnittes). So wechselt am Schluss der Grundton der Musik vom anfänglich traurigen, hoffnungslosen in einen leicht beschwingten, fast trotzigen über.

Die letzten drei Stücke sind bonus tracks.

Anspieltipp(s): widow`s peak, headlong
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2002
Letzte Änderung: 11.10.2008
Wertung: 11/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


25 Jahre "The Wake" - Herzlichen Glückwunsch, du liebenswertes Album! Für viele ein Klassiker des Neo-Progressive-Rock und in der Tat ein Album mit einigen herausragenden Stücken.

Ein halbes Jahr nachdem IQ mit der Reggae-Single "Barbell is in" bewiesen, dass man gleichzeitig Prog spielen und lustig sein konnte, schickte man den zweiten Longplayer namens "The Wake" in's Rennen - wenige Tage nachdem auch "Misplaced Childhood" in die Läden kam. Man konnte "The Wake" Mitte der 80er problemlos in den größeren Plattenläden noch größerer Städte kaufen. Sahara Records hieß die Plattenfirma von der ich nie zuvor hörte und beim Kauf der LP von meinem kostbaren Taschengeld war mir ohnehin leicht unwohl, kannte ich IQ doch nur vom Namen nach aus einem Fanzine: Tolles, buntes Cover, aber die Jungs auf der Rückseite (nichtmal ein FOC!) sehen irgendwie nicht wie Marillion aus, sondern so...komisch! Die sollen so "Genesis-Musik" machen?

Peter Nicholls war wie schon beim Debüt für das Cover verantwortlich. Das dort im Mittelpunkt stehende Gesicht klaute er aus dem Film "Am Anfang war das Feuer" (Original "Quest for Fire") während der Rest der Band dachte, Nicholls habe sich in einem Anfall von Größenwahn selbst auf dem Cover verewigen wollen.

"The Wake" ist ein Konzeptalbum. Nach der Rückkehr des Sängers zur Band in den frühen 90ern wurde er in einem Interview auf dieses Konzept angesprochen und antwortete, dass er es interessant fände, darauf angesprochen zu werden, da er selbst daran seit Jahren nicht mehr dachte. Es wird erzählt, wie der Protagonist stirbt. Er muss eine Brücke überqueren (der Arbeitstitel von "Outer Limits" lautete "The Bridge") an deren Ende der Himmel liegt, stürzt er, landet er in der Hölle.

Musikalisch ist "The Wake" eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber "Tales from the Lush Attic": die Songs wurden kompakter und der Sound ist hier deutlich professioneller, produzierter. "Outer Limits" ist ein mitreißender Opener, der schon die Richtung des Albums vorwegnimmt. Sowohl Orford an den Keyboards als auch Holmes (die coolste Person des Prog?) an der Sechssaitigen toben sich nach allen Regeln der Kunst aus. Paul Cook (nicht zu verwechseln mit Paul Cook!) trommelt, dass das Herz höher schlägt, während Esau einen coolen, zeitgemäßen Bass spielt. "Outer Limits" endet mit dem Herzschlag des Sterbenden. Im abschließenden "Headlong" wird dieses Motiv wieder aufgegriffen (...who will catch him falling...) und das Konzept so zu einem Ende gebracht.

"Widow's Peak" wurde zurecht zu dem Klassiker der Band. Doch zurück zum ersten Satz der Rezi: um das Album auf den Olymp des Neo-Prog zu hieven gibt es neben grandiosen Momenten auch zu viel schwächere Augenblicke. Beim ersten Hören von "Corners" dachte ich sofort, die wollen "Mama" covern. Sorry, aber "Corners" versalzt das Album. Auch "The Thousand Days" ist zwar ganz nett, aber essentiell ist anders.

Holmes wollte dafür sorgen, dass die Songs des Albums einen gewissen Fluss haben. Mit dem Übergang von "Outer Limits" zum Titelstück ist dies hervorragend gelungen. Mit der Überleitung vom Titelstück zum "Magic Roundabout" weniger, was auch für leichte Abzüge in der B-Note sorgt.

Ok, nun ist es also 25 Jahre her, dass "The Wake" veröffentlicht wurde. Dies nahmen IQ zum Anlass, das Album zu remastern und zusammen mit Demos, Rough/Alternative mixes, Outtakes, Unused ideas etc. sowie einer DVD mit einem im Oktober 1984 mitgeschnittenen Konzert plus weiteren mp3s aus den "Wake Sessions" nebst Interviews aus dem 80ern als 25th Anniversary Deluxe Edition wiederzuveröffentlichen. Die Bildqualität des Konzerts ist - dies am Rande - nichts für verwöhnte Äuglein. Die remastered Version des Original Albums hingegen ist sehr stark. Die Instrumente kommen transparent aus den Boxen, die Lautstärke wurde (selbstverständlich, wenn man das Original kennt) auch deutlich angehoben, was diese "neue Version" auch druckvoller macht. Operation gelungen!

Abgerundet wird diese sehr schöne Box durch ein sehr interessantes 60seitiges Booklet und einem Poster des Covers im LP-Format mit einigen Zeitungsausschnitten zum Album und der Band auf der Rückseite. Das Ganze ist so ausgesprochen gut gelungen, dass ich mir die Frage nicht verkneifen kann: wo bitte ist die Box zu "Tales from the Lush Attic"?

Ein Interview mit Nicholls, Holmes und Cook zum Album ist ebenfalls eine nette Idee, nur leider ist die im Hintergrund laufende Musik (logischerweise "The Wake") im Verhältnis zu den drei Erzählern eindeutig zu laut. Witzig hingegen ist jedoch die Möglichkeit, den Song "Corners" zu remixen. Dazu gibt es die einzelnen Tracks des Songs und passende Software (Audacity) auf der DVD. Viel Spaß dabei, mein Mix ist sexy!

The 4-disc-boxed set includes:

* the remastered version of the album

* two additional discs with: work in progress rough mixes studio outtakes demos writing sessions

* a fourth disc containing: 47 minutes of ultra-rare live video from 1984 (the oldest existing footage of the band) a full album video commentary by Peter Nicholls, Mike Holmes and Paul Cook the multitrack files for a DIY-mix of the song "Corners" tons of additional audio-material and interviews as mp3 files. a 60-page-full-colour-booklet, featuring new artwork, unseen photographs, memorabila and a documentary of the album´s history with contributions from all members of the band. a double sided poster featuring the original album artwork

Für Fans der "Barbell is in"-B-Seite "Dans le Parc du Chateau Noir" sei angemerkt, dass sich dieser nicht zum regulären Album gehörende Song als mp3 auf der DVD wiederfindet.

Zum Abschluss noch etwas Persönliches: seit Mitte der 80er bin ich Fan dieser Bands, die Genesis in ein neues Jahrzehnt gerettet haben: Marillion, IQ, Twelfth Night, Pallas, Pendragon et al. Ich habe all diese Bands als pubertierender Teenie gehört und sie dabei immer und ausschließlich in der Tradition und als Nachfahren der großen Genesis gesehen. Dies machte ich nicht mit bösem Willen und doch hasse ich mich dafür. Naja, vielleicht nicht hassen, da ich ja so ein putziger Kerl bin. Aber blöd isses schon. Betrachtet man IQs "The Wake" ohne diese schwachsinnige Brille einfach als Rockalbum einer jungen Band, die Musik schrieb und einspielte, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, so wird "The Wake" zu dem was es in Wirklichkeit ist: ein Spitzenalbum voller Atmosphäre und tollster Melodien. Bon Appetit!

Anspieltipp(s): The Wake
Vergleichbar mit: Marillion
Veröffentlicht am: 9.8.2010
Letzte Änderung: 1.12.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von IQ

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1983 Tales From The Lush Attic 12.00 3
1985 Living Proof 10.00 2
1987 Nomzamo 8.00 2
1989 Sold on you (single) - 1
1989 Nine in a pond is here 8.00 1
1989 Are you sitting comfortably? 6.00 1
1991 J'ai Pollette D'arnu 8.50 2
1993 Ever 10.50 2
1996 Forever Live 11.00 3
1997 Subterranea 12.25 4
1998 Seven stories into '98 8.50 2
1999 The lost attic (a collection of rarities 1983-1999) 6.75 4
2000 Subterranea - The Concert 10.00 2
2000 The Seventh House 11.25 4
2002 Subterranea - The Concert (DVD) 11.00 1
2003 The archive collection - IQ20 10.00 2
2004 The twentieth anniversary show (DVD) 10.67 3
2004 Dark Matter 10.80 6
2006 Stage - Dark Matter Live In America And Germany 2005 (DVD) 11.00 2
2007 Forever Live : Live at the Stadthalle Kleve Germany : June 12 1993 (DVD) 11.50 2
2008 Frequency Tour CD 7.00 1
2009 Frequency 10.00 5
2010 The Wake - Live at De Boerderij - 1
2011 Re:Mixed - 1
2012 Live from London (DVD) 11.00 2
2012 IQ30 - Live In Zoetermeer 10.00 1
2014 The Road of Bones 10.67 3
2015 Live On The Road Of Bones 11.00 1
2017 Scrape Across The Sky 11.00 1
2017 Tales From A Dark Christmas 11.00 2

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