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White Willow

Future Hopes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: RetroProg; sonstiges
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Venke Knutson vocals
Jacob Holm-Lupo guitars,synthesizers,keyboards,backing vocals
Mattias Olson drums,e-bow,sounds,noises
Lars Fredrik Frøislie keyboards
Ketil Vestrum Einarsen wind controller,flute
Ellen Andrea Wang bass guitar
Hedvig Mollestad guitar
Ole Ovstedal guitar
Kjersti Loken trumpet

Gastmusiker

David Krakauer clarinet

Tracklist

Disc 1
1. Future Hopes 4.30
2. Silver & Gold 4.04
3. In Dim Days 11.07
4. Where there was Sea there is Abyss 1.59
5. A Scarred View 18.16
6. Animal Magnetism   (bonus track) 7.15
7. Damnation Valley   (bonus track) 3.16
Gesamtlaufzeit50:27


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Zu den Traditionen im Zusammenhang mit einem neu erscheinenden Album von White Willow gehören inzwischen folgende Phänomene: die Alben des Projektes von Jacob Holm-Lupo erscheinen in mehrjährigen Abständen und man kann eigentlich sicher sein, dass auf einem neuen Album eine neue Sängerin vorgestellt wird. Darüber hinaus glauben einige Prog-Hörer ziemlich genau zu wissen, für welche musikalischen Merkmale der Projektname White Willow eigentlich stehen sollte. Und für viele klingt dann ein neues White Willow-Album zunächst nicht so, wie es eigentlich „sollte“.

Mir geht es mit White Willow nicht viel anders, wie – vermutlich – einigen anderen Prog-Freunden. Es wäre mir am liebsten, das neue Album würde ein wenig anders klingen. In meinem Fall wäre eine Fortsetzung von „Terminal Twilight“ sehr wünschenswert. Aber es kam eben ganz anders…wie meistens bei White Willow.

Den Projektchef Holm-Lupo scheinen die Erwartungen anderer glücklicherweise recht wenig zu kümmern. Im Zweifelsfall folgt er nach meinem Eindruck seiner künstlerischen Eingebung. Möglicherweise ist ihm bewusst, dass wenn man die Wahl hat, ob man für die ständigen Selbstzitate, oder lieber für die unerwarteten Töne und Akzente kritisiert werden soll, man sich besser für den letzteren Weg entscheiden sollte.

Statt jetzt die romantisch-düstere Ambivalenz von „Terminal Twilight“ fortzusetzen, hat Jacob Holm-Lupo seine Muse ins Ohr geflüstert, er möchte für das nächste Album lieber schöngeistig und verträumt wirkenden symphonischen Retroprog komponieren. Geflüstert, getan.

Für den verträumten Eindruck sorgt nicht zuletzt die zerbrechlich-sanfte Stimme der Sängerin Venke Knutson, die in Norwegen eine bekannte Pop-Sängerin ist. Und der einigen durch Wobbler bekannte Keyboarder Lars Fredrik Frøislie sorgt wiederholt für symphonisch-retroproggige Klänge. Aber „Future Hopes“ bietet mehr, als „nur“ den traditionellen Retroprog, was möglicherweise das Verwirrende an dem Album ist.

Die seltsame, das Titelstück prägende Melange aus Retroprog und hymnenhaftem Pop halte ich bis auf Weiteres für etwas gewöhnungsbedürftig. Die sanfte Folkprog-Ballade „Silver & Gold“ spricht wiederum den Retroprog-Traditionalisten in mir an.

Die Idee, den Scorpions-Song „Animal Magnetism“ so zu arrangieren, als wäre man eine Space-Elektronik-Rock-Truppe mit einer World Music-Schlagseite (hervorragend durch die Klarinette von David Krakauer repräsentiert) gehört sicher zu den originellen Eingebungen. („Animal Magnetism“ war ursprünglich eine Single, die hier als Bonus Track auftaucht). Daraufhin kamen Vergleiche mit Tangerine Dream, vermutlich wegen des eingesetzten Sequencers.

Der elektronische Anfang von „Scarred View“ wäre eigentlich als Auslöser für die ebenso in den Reviews vorhandenen Vergleiche mit Klaus Schulze und seinen Genrekumpanen viel geeigneter. Die elektronische Musik weicht aber sehr bald der (anfangs) nicht ganz leicht nachvollziehbaren Mischung aus esoterisch angehauchten Retroprog und Artpop, die an „Future Hopes“ wahrscheinlich zunächst am stärksten auffällt. Auf der anderen Seite hat „Scarred View“ auch gleichermaßen traditionelle wie überzeugende Retroprog-Passagen zu bieten.

In den besseren Momenten von„ In Dim Day“ offenbart sich doch eine leicht düstere Facette des Komponisten Holm-Lupo. Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, dass Fr. Knutson die optimale Sängerin ist, sobald eine gemäßigt rockende Gitarre hinzukommt. In den schlechteren Passagen von „In Dim Day“ glaube ich irgendwie den (hoffentlich vorhandenen) roten Faden der Komposition nicht mehr richtig erkennen zu können.

Ansonsten scheint Holm-Lupo seine düsteren Einfälle 2017 eher nur in der Textform offenbaren zu wollen. Die Musik des Titelstücks wirkt auf mich nicht gerade düster, die hierzu gesungenen Texte dagegen sehr: „I have no faith in future hopes, nor salvation, No happy ending in my sight, turn off that light“. (Also doch, mehr Ambivalenz, als man zunächst vermuten würde, auch auf diesem Album).

„Future Hopes“ wird vermutlich nicht das bieten können, was sich einige „alte Hasen“ erhofft haben. Mein Eindruck ist derzeit auch, dass es schon Alben gab, die ich spontan mehr gemocht habe. Auf jeden Fall Respekt, dass sich Jacob Holm-Lupo schon wieder getraut hat, Unerwartetes abzuliefern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.3.2017
Letzte Änderung: 30.3.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von White Willow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Ignis Fatuus 11.50 2
1998 Ex Tenebris 8.50 2
2000 Sacrament 11.67 3
2004 Storm Season 11.50 2
2006 Signal To Noise 8.50 2
2011 Terminal Twilight 11.00 2

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