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Michael Brückner

Drones

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Aufnahmen von 2001)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Moderne Electronica; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner -

Gastmusiker

Cäcilia Brückner Gesang ("The Final Prayer")

Tracklist

Disc 1
1. Beneath The Surface 1:50
2. Influence 1:40
3. First Journey 1:16
4. Tagaze 1:02
5. South West 1:10
6. Ivagashi Run 2:08
7. Turning Slowly Pale 1:00
8. Harbour 0:55
9. Peak Salad 0:50
10. Alien Dive To Anphass 1:08
11. Opening Gates 1:05
12. Finurgh 0:43
13. Baucis 1:37
14. Three Rivers 0:59
15. The Cloud 0:40
16. In The Ice 1:18
17. Watching 0:38
18. Silver 0:48
19. The Hidden Chambers 2:00
20. Interchange 1:00
21. Hillside 1:28
22. Short Wave Surfing 0:55
23. Time Is Whispering 2:13
24. Cantatoferron 1:02
25. Hideaway 1:28
26. Shadow Talking 1:36
27. Dedicate To Takkatak 1:34
28. Celtic Ring 2:09
29. Invocation 1:08
30. Fragile Ballance 1:38
31. The Witch 1:08
32. Isle Of Beauty 1:47
33. Trakktive 1:06
34. Early Memories 1:14
35. In Quanting Forrest 1:29
36. Kerrang A Narcis 2:40
37. Tame Ravens 2:16
38. Ta Quarla Loca 1:15
39. Returning In A Loop 4:06
40. Creepers 0:42
41. Behemoth 0:53
42. The City Of The Rings 3:26
43. Lowland Of Yaipur 2:48
44. Pipeline 0:58
45. Touchmoon 3:00
46. Second Journey 1:38
47. Lightbulb Juggling 0:56
48. Inthok Celberation 2:00
49. Sun Valley 0:58
50. The Final Prayer 4:27
Gesamtlaufzeit77:45
Disc 2
1. Drones (2017 Continuous Mix) 59:16
Gesamtlaufzeit59:16


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Michael Brückners "Drones" gehört zusammen mit "Mousic" und dem hier noch zu besprechenden "Movies Moving In My Head" zu einer Serie von drei Aufnahmen aus den Jahren 2000 und 2001, die unlängst auf CD mit der Dreingabe eines "2017 Continuous Mix" wiederveröffentlichtt wurden. Entsprechend dieser Maßgabe gilt für die Rahmenbedingungen, unter denen "Drones" entstanden ist, eigentlich das gleiche wie das, was Kollege Marc schon zu "Mousic" geschrieben hatte: Brückner erzeugte mit einer innovativen visuell, i.e. über Bilder bedienbaren Macintosh-Software namens Metasynth bzw. Abysnth Klänge. Technische Gründe (Speicherlimitierung) beschränkten allerdings die Aufnahmedauer auf maximal ca. drei Minuten. Entsprechend war Brückner somit wohl gezwungen, längere zusammenhängende Stücke deshalb aus zahllosen Segmenten zusammenzusetzen.

Unter diesem Gesichtspunkt darf ich Michael Brückner wohl dafür dankbar sein, dass diese Segmente allesamt noch als einzelne Tracks auf die CD gepresst wurden, denn so vereinfacht sich die Orientierung in den knappen 78 Minuten, die "Drones" insgesamt dauert, ganz erheblich. Denn natürlich fügen sich die Segmente meistens zumindest nahtlos aneinander an und gehen ineinander über. Oftmals passiert es dabei auch, dass ein prägendes Charakteristikum eines Stücks schon am Ende des vorhergehenden anklingt, beispielsweise erklingt der "Finurgh" bestimmende Chor schon am Ende von "Opening Gates", und dieser kuriose Magenknurr-Sound, der in "Tame Ravens" anfangs noch neben hoch jauchzenden Akkorden ertönt, wird in "Ta Quarla Loca" direkt weitergeführt. In dieser Hinsicht scheint Brückner bei der Nachbearbeitung seines Rohmaterials definitiv mehr geleistet zu haben als bloß Versatzstücke zu montieren.

Der andere Punkt neben dieser Strukturierung: Natürlich besteht auch auf "Drones" der Großteil des zu Hörenden aus spacigen Ambient-Sounds, die abwechselnd hoch, mittig und tief sowie mal voluminös und umfassend, mal eher spartanisch, mal harmonisch, mal abstrakt flirren, röhren, säuseln, zirpen, heulen, röcheln, pfeifen oder orgeln und dabei im Laufe der Segmente an- und abschwellen, oszillieren und mal lauter oder leiser werden. Dazwischen allerdings finden sich regelmäßig sehr viel konkretere Töne und Stimmen, die buchstäblich musikalisch ausgefallen sind. Solche kurzen Oasen lockern die eigenartigen Klangwelten drumherum ungemein auf und bereichern "Drones" als ganzes logischerweise. Die einfachste Form dieser Spielart besteht darin, einen Rhythmus einzubringen - sei es durch perkussive Soundeffekte ("Beneath The Surface"), wabernde Basstöne ("Tagaze"), rhythmisches Hallen ("The Hidden Chambers") oder in den konkretesten Fällen auch durch Sequencer ("Ivagashi Run", "Bauics", "Pipeline" etc.) oder Drumloops ("Touchmoon", "The City Of The Rings").

Ebenso treten öfters mal eben auch Melodien, Motive, Harmonien und Akkorde auf, und wenn einiges davon zusammenkommt, was auf "Drones" überraschend oft passiert, dann gibt es doch ganz achtbare Musik von nicht von unpassendster Provenienz. So gibt es in "Turning Slowly Pale" feierliche Streichersounds wie auf Klaus Schulzes "Irrlicht", in "Bauics" fröhliche Sequencer-Spielereien wie in Ashras "Sunrain", mit "In The Ice" einen netten Anklang an Kraftwerks "Antenne", mit diesem klimpernden, zyklischen Motiv in "Cantatoferron" einen weiteren Fingerzeig auf "Franz Schubert" oder "Neon Lights" und schließlich noch im eher spröden, unterkühlten "Kerrang A Narcis" den Schulterschluss mit Ulvers "Metamorphosis"-Platte. Interessanterweise bewegt sich ein Teil der Musik aber auch außerhalb des Elektronik-Kosmos. So gibt es in "Time Is Whispering" eine Erzählung wie von Michael Moorcock bei Hawkwind, "Hillside" intoniert mit seinem tiefen Wummer-Rhythmus und fanfarenartigen Motiven einen Trauermarsch, und "Invocation" mimt mit dramatischen Akkorden und sich zuspitzenden Chören den Horrorfilm-Soundtrack à la "Nosferatu". Zuletzt gibt's noch in Gestalt von "The Final Prayer" mit mehrstimmigem Frauengesang und Percussion eine Art gelungenen World-Music-Abschluss.

Wie schon vorher geschrieben: Diese Einsätze und Passagen bilden abwechslungsreiche Kontraste zum soliden, generell interessanten, aber per se auch etwas abweisenden Ambient-Hintergrund. Diese Einsprengsel aber trotzdem immer wieder an den unmöglichsten Stellen zu entdecken, macht einen guten Teil des Reizes von "Drones" aus und lässt auch einige weniger gelungene Abschnitte wie beispielsweise diese Alles-wiederholt-sich-Erzählung in "Returning In A Loop" oder den simpel-nervigen Stampfer "Trakktive" vergessen. Letztlich ist "Drones" somit eine einigermaßen vergnügliche Wanderung durch verschiedenstes klangliches Terrain, und angesichts dieses facettenreichen Sounds muss man boshaft formuliert fast dankbar sein, dass Michael Brückner mit diesen Mitteln nichts längeres aufnehmen konnte - denn so einige der hier versammelten Ideen hätten sicherlich mit minutenlanger Spielzeit ihren Zauber bald verloren. Dass der wohl nur als Bonus zu sehende "Continuous Mix" viele dieser Ideen zugunsten eines homogeneren Klangbilds nivelliert, ist da wohl bezeichnend.

Anspieltipp(s): Es hat eigentlich keinen Sinn, sich hier die besseren Segmente herauszupicken
Vergleichbar mit: Immer mal was anderes
Veröffentlicht am: 2.5.2017
Letzte Änderung: 2.5.2017
Wertung: 10/15
Teils ein wenig karg, aber insgesamt doch recht interessant.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Trees Of Olivandá 11.00 1

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