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Accordo dei Contrari

Violato Intatto

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marco Marzo Maracas guitars
Stefano Radaelli alto and baritone sax.bowed zither
Christian Franchi drums
Giovanni Parmeggiani keyboards

Gastmusiker

Patrizia Urbani vocals on 6
Alessandro Bonetti violin on Shamash
Gabriele di Giulio tenor sax on 1 and 10

Tracklist

Disc 1
1. Fiolia Saxifraga 4.26
2. Monodia 6.37
3. Blue-S 5.43
4. Shamash 8.06
5. Idios Cosmos 6.20
6. E verde è l'ignoto su cui corri 7.14
7. Marienkirche 3.39
8. Di eccezione in variante 7.22
9. Usil 6.38
10. Eros vs Anteros 10.01
11. Il violatto intatto 7.08
Gesamtlaufzeit73:14


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Der Bassist Daniele Piccinini hat Accordo dei Contrari nach den Aufnahmen zu „AdC“ verlassen, um die Musik spielen zu können, die ihm mehr Freiheiten erlaubt. Inzwischen wurde das erste Album seiner neuen Formation Monkey Diet veröffentlicht.

Die drei übrig gebliebenen Musiker haben sich dazu entschlossen, ohne einen Bassisten weiterzumachen. Stattdessen hat man den Saxophonisten Stefano Radaelli verpflichten können, der sich auf Alt- und Baritonsaxophon spezialisiert hat und außerdem noch Zither spielt.

Auch auf dem vierten Album „Violato Intatto“ spielen Accordo dei Contrari immer noch die Musik, für die sie in der Progszene zurecht geschätzt werden. Das wäre eine Vermengung der Elemente von Jazz-Rock, Prog der 70er Jahre und Canterbury, mit einer kleinen Prise Avant-Prog hier und da. Vergessen sind erst einmal die World Music-, oder Kammermusik-Exkursionen der früheren Alben.

Nun handelt es sich diesmal um eine gewissermaßen neue Version von Accordo die Contrari, die prägendes und zugleich sehr überzeugendes Saxophonspiel zu bieten hat. In „Folia Saxifraga“ und „Eros vs Anteros“ bildet Radaelli zusammen mit dem Gastsaxophonisten Gabriele di Giulio eine kleine Bläsersektion.

Der Projektchef bleibt aber eindeutig immer noch der Keyboarder Giovanni Parmeggiani, der für fast alle Kompositionen verantwortlich zeichnet und dessen vielseitiges Spiel (vor allem auf der elektronischen Orgel) den Gesamteindruck immer noch entscheidend mitprägt. Nicht ganz ohne Grund gibt es hier einige Stücke ohne Sax, dafür mit geschmacksvoll eingesetzten Tasteninstrumenten.

Der Gitarrist und der Saxophonist durften immerhin je eine Komposition zum Album beisteuern. So gehört für mich das kreative Zusammenspiel der Tasteninstrumente, der Saxophone und der Gitarre zu den herausragendsten Merkmalen von „Violatto Intatto“.

„Di eccezione in variante“ bietet einen erstklassigen Jazz-Rock-Prog, der mal ohne Saxophone auskommt und trotzdem Temperamentvolles mit einem Hauch von Canterbury auf sehr überzeugende Art und Weise verbindet. Das Titelstück ist da ganz ähnlich ausgerichtet, in dem Fall unter Beteiligung des Saxophonisten und mit hervorragenden E-Piano-Parts.

Einige Beispiele für die auf „Violato Intatto“ gebotene Vielfalt: Polyphone Passagen für Sax und Keys in „Monodia“, bluesrockig treibende Riffs für die Gitarren und die elektronische Orgel in „Blue-S“, die Gastbeiträge vom Geiger Alessandro Bonetti in „Shamash“, der spacig angehauchte Avant-Prog von „Idios Cosmos“, eine stimmungsvolle Jazz-Prog-Ballade mit der Gastsängerin Patrizia Urbani („E verde è l'ignoto su cui corri“), die Ambient-Musik unter Verwendung von Kirchenglocken („Marienkirche“) sowie die mitreißenden Orgelbeiträge und die beispielhafte Teamarbeit in dem enorm abwechslungsreichen „Eros vs Anteros“.

Viel besser als Accordo dei Contrari auf „Violatto Intatto“ kann man es eigentlich nicht machen, wenn man sich im Bereich des progressiven Jazz-Rock und des jazzigen Retroprog verwirklichen will.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.6.2017
Letzte Änderung: 16.6.2017
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Nach drei Jahren erscheint mit Violato Intatto ein neues Album der Italiener Accordo dei Contrari. Nachdem man beim Vorgänger AdC noch etwas sparsam mit der Kapazität einer CD umging, hat das Quartett hier nun in die Vollen gegriffen - das neue Album ist mit über 70 Minuten fast doppelt so lang. Eine kleine Umbesetzung gab’s dazu noch, der Bassist hat die Band verlassen. An seiner Stelle wurde ein Saxophonist eingestellt, der auch Zither spielt. Genau genommen eine „bowed zither“, es wird also gestrichen statt gezupft.

Die ersten sechs Stücke sind „violato“ überschrieben, die folgenden „intatto“. Ob da ein Konzept dahintersteckt? Wer weiß. Auf jeden Fall zeigen die vier Musiker auch auf ihrem vierten Album wieder ihren typischen Mix aus vertracktem Jazzrock und Retro-Prog. Gleich das einleitende Folia Saxifraga ist ein echter jazzproggiger Knaller, in dem sich Neuzugang Stefano Radaelli am Saxophon in Szene setzt und, unterstützt von einem weiteren, gastierenden Saxophonisten, die jazzige Seite der Musik verstärken, während Tastendrücker und Hauptkomponist Giovanni Parmeggiani dazu kräftig in die Schweineorgel haut und das damit das Retro-Feeling reinbringt.

So weit, so vertraut. Im weiteren Verlauf treten aber auch neue Einflüsse dazu. So überrascht Blue-S mit einigen bluesigen Einlagen, als sollte hier das alte Vorurteil widerlegt werden, dass Blues und Prog nicht zusammenpassen. Wenn man es so macht wie hier, passen die ganz hervorragend zusammen! Bei E Verde è l’ignoto su cui corri kommt dann Gesang zum Einsatz - das gab es bis dato nur einmal, auf Kublai, wo Canterbury-Urgestein Richard Sinclair auf einem Stück als Sänger gastierte. Hier trägt nun Patrizia Urbani ätherischen, englischsprachigen Gesang bei, der perfekt zu diesem balladesken, recht getragenen Stück passt. Allerdings hätte mir der Gesang auf Italienisch noch besser gefallen. Auf Marienkirche, das mit dem Glockenläuten der gleichnamigen Kirche im Schweizer Kanton Glarus eingeleitet wird, geht es sogar in Ambient-Bereiche, das kurze Stück wird hauptsächlich von schwebenden Tastenklängen dominiert.

Ansonsten bietet das Quartett seine bewährte und immer noch mitreißende Mischung aus kantigem Jazzrock und nicht weniger kantigem Retro-Prog, gelegentlich noch um dezente Ethno-Elemente nahöstlicher Art erweitert. Das Ganze wird wieder virtuos vorgetragen, so dass Accordo dei Contrari auch mit diesem Album wieder zur Speerspitze des modernen italienischen Prog gehören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.7.2017
Letzte Änderung: 12.12.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Accordo dei Contrari

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Kinesis 11.25 4
2011 Kublai 11.00 4
2014 AdC 12.25 4

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