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Schooltree

Heterotopia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lainey Schooltree vox,pianos,synths
Brendan Burns guitar
Derek Van Wormer bass
Tom Collins drums
Peter Danichuk organs,synths
Peter Moore nylon guitar,add.vox,strings,programming

Tracklist

Disc 1
1. Overture 6.01
2. Rocksinger 2.28
3. The Big Slide 3.50
4. Cat Centipede 7.48
5. The Abyss 5.37
6. Radio 2.42
7. Walk you through 2.32
8. Edge of a Dream 4.48
9. The Leitmaiden 3.22
10. The Legend of Enantiodromia 3.36
11. Specter Lyfe 4.52
Gesamtlaufzeit47:36
Disc 2
1. Dead Girls 4.55
2. Turning into the Strange 3.13
3. The Edge Annihilate 2.52
4. Power of the Ghosts 3.25
5. You and I 3.33
6. Into Tomorrow 3.29
7. The River 4.26
8. Bottom of the River 1.53
9. Enantiodrimia Awakens 6.29
10. Zombie Connection 4.49
11. Keep your Head 1.25
12. Day of the Rogue 6.07
13. Utopia 4.25
Gesamtlaufzeit51:01


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Seit einigen Jahren erlebt man eine geradezu unüberschaubare Flut an neuem Musikmaterial und zwar in allen denkbaren Subgenres. Und das passiert nicht unbedingt auf Kosten der Qualität. Da verwundert es nicht weiter, wenn zum Beispiel eine derart begabte Progressive Pop-Rock-Musikerin wie Lainey Schooltree aus Boston von der „Prog-Szene“ erst nach ihrem dritten Album richtig wahrgenommen wird.

Schooltree gibt an, in ihrer Einstellung sehr von Frank Zappa und Laura Nyro beeinflusst worden zu sein. Vielleicht ist der selbstironische, manchmal auch recht derbe Humor von Schooltree, den man auf den offiziellen Youtube-Clips sehen kann, auf Zappa zurückzuführen. Oder er mag daran liegen, dass die gutaussehende und charismatische Musikerin vor ihrem Prog-Projekt als Mitglied eines Comedy-Vaudeville-Duos aktiv war.

Das dritte Album von Schooltree nennt sich „Heterotopia“ und ist als eine Rockoper konzipiert, die von der Künstlerin als eine Artrock-Odysee durch eine dystopische Traumwelt beschrieben wird. "Heterotopia“ darf als Stadtfolklore und als metaphysisches Märchen angesehen werden, erfährt man. Die weiteren Beschreibungen ähneln etwas den Abenteuern von Rael in Manhattan. Der Hauptcharakter namens Suzi verlässt eines Tages ihren Körper und muss durch die Welt des kollektiven Unterbewussteins wandern, um ihn wieder zu erlangen. Vielleicht kann man die Texte von „Heterotopia“ besser nachvollziehen, sobald das geplante Buch mit dem Libretto und den zahlreichen Abbildungen erschienen ist. Das auffallende Artwork des Digipacks weckt die Hoffnungen bezüglich des angekündigten Buches.

Die Komponistin Schooltree möchte mit ihrer Rockoper bewusst bei Werken wie „The Lamb Lies Down On Broadway“ und „Quadrophenia“ anknüpfen. Gleichzeitig werden Kate Bush, Porcupine Tree, Yes, ELO, Supertramp, Queen, Genesis, Debussy, Bartok und Gershwin als einflussreiche Vorbilder genannt.

Das durch die Kickstarter Kampagne reingekommene Geld hat außer für die Aufnahmen offenbar auch für eine aufwändig gestaltete Multimedia-Bühnenprämiere von „Heterotopia“ im März 2017 gereicht.

„Story, music, lyrics, & arrangements by Lainey Schooltree“ heißt es da und es versetzt einen ins Staunen, wie es diese Künstlerin schafft, ca. 100 Minuten lang eine prätentiös wirkende Konzeptgeschichte in eine unprätentiöse Musik umzuwandeln.

Es erwarten einen klassisch beeinfluste Klavier-Beiträge, gut ins Ohr gehende und gleichzeitig einfallsreiche Gesangsmelodien zwischen US-Prog und Artpop sowie durchdachte Arrangements mit einem Hauch Symphonik und geschmackvoll eingesetzten Tasteninstrumenten. Über alledem krönt der charmante Gesang der Projektchefin, der öfters an Kate Bush erinnert, ohne ihre höchsten Stimmlagen zu erreichen. (Das ist vielleicht auch besser so).

Wenn ein Schooltree-Song schon „The Abyss“ heißt, dann wird in den Arrangements selbstverständlich die perfekt passende geheimnisvolle und zugleich bedrohliche Stimmung hervorgezaubert. Einige Stücke (darunter „Radio“ und „Walk you through“) überraschen mit einer gesunden Portion rockiger Aggressivität, während andere (wie „Edge of a Dream“ und „The Leitmaiden“) eher von ihrer Artpop-Sensibilität leben. Kompositionen in der Art von „Bottom of the River“ und „Enantiodrioma Awakens“ erzählen zweifellos märchenhafte Geschichten. Dies wird jedem klar, auch ohne die Songtexte genau zu verfolgen. Und zwar schon alleine durch die ausgefallenen Klangwelten.

Die Reaktionen der Kritiker und anderer Schreiberlinge sind durchaus überschwänglich ausgefallen. Nicht völlig grundlos, wie mir scheint. Es bleibt abzuwarten, ob „Heterotopia“ in einigen Jahren den Status einer US-Pop-Prog-Entsprechung von „The Lamb Lies Down on Broadway“ erreichen kann. So eine Vorstellung mutet derzeit nicht unbedingt absurd an.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2017
Letzte Änderung: 7.9.2017
Wertung: 12/15

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