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Filter-Kaffee

100

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Manikin Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mario Schönwälder Analogue, digital and virtuell Synthesizers
Frank Rothe Analogue, digital and virtuell Synthesizers

Tracklist

Disc 1
1. Night Shift 4:16
2. Bridge Over Troubled Oscillators & LFOs 3:56
3. Shadows Of The Darkshift 6:03
4. Rebound 8:01
5. Raindrops 5:58
6. Midnight Session 16:57
Gesamtlaufzeit45:11


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Das ist ganz schön kompliziert, das mit den Kaffeefiltern. Ursprünglich hat man diese Filter wohl nur einmal befüllt, also den Filterhalter mit der Tüte drin, oben bis zum Rand. Je nach Größe gab das dann verschiedene Mengen Kaffee. Z.B. zwei Tassen mit einem 1x2 Filter (102), oder vier mit Nummer 104 (1x4). Später wurde das Material stabiler und die Poren haben sich nicht so schnell zugesetzt, so dass man z.B. mit einem Filter 104 8 bis 10 Tassen aufbrühen konnte. Die kleinsten und am schmalsten zulaufenden Filter sind wohl die der Größe 100. Allerdings passen die nicht in das Aufgiesschema (1x0 -?). Angeblich sind 100er auch für 2 Tassen gedacht. Was ist dann der Unterschied zu 102?

Wie auch immer, nachdem Mario Schönwälder und Frank Rothe, alias Filter-Kaffee, die Alben "101" und "102" veröffentlicht hatten, haben sich die beiden wohl gedacht, dass es dann auch eine Nummer "100" geben sollte. Nach allerlei Kramen in den Studioschubladen fanden sich einige, meist zwischen 2009 und 2011 entstandene, bisher unveröffentlichte Stücke des Duos, die man für ein solches nulltes Album verwenden konnte. Dasselbe, ergänzt um das 2014 aufgenommene "Raindrops", erschien dann 2016.

Eine Art von Archivalbum ist "100" also, doch wäre es wirklich schade gewesen diese Musik den an retro-Berliner Elektronik interessierten Hörern vorzuenthalten. Wie auf den beiden vorher erschienenen Scheiben ist auch auf "100" eine klangvolle, von allerlei analogen bzw. analog klingenden Synthesizersounds und dynamischen Sequenzermustern bestimmte, klassische Teutonenelektronik zu finden, die mal luftig (wie z.B. im einleitenden "Night Shift"), mal bedrohlich-voluminös (man höre z.B. das mächtige, sich freiformatig voran arbeitende "Bridge Over Troubled Oscillators & LFOs"), mal mysteriös-nebelhaft ("Midnight Session"), alles in allem immer etwas angedüstert und getragen-melancholisch durch die Gehörgänge wabert. Sehr stimmungsvolle und intensive, bisweilen mit verfremdetem Natur- bzw. Umgebungsklang angereicherte Tonbilder von eher nokturnem Charakter sind auf "100" zu finden, die druckvoll produziert und abwechslungsreich instrumentiert dahin gleiten, trotz der teilweisen Sperrigkeit elegant und schwebend.

Wer die anderen beiden Alben von Filter-Kaffee schätzt (oder, inzwischen sind es sogar drei), der macht hier sicher nicht viel falsch, und sollte seine Sammlung mit "100" ergänzen. Die Musik ist den anderen Filter-CDs durchaus ebenbürtig, und stellt auf keinen Fall eine Restesammlung dar. Das Album wird von Manikin übrigens als EP vertrieben, so dass die Scheibe auch einen günstigen Einstieg in die Musik von Filter-Kaffee darstellt. Schön!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.9.2017
Letzte Änderung: 20.1.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Filter-Kaffee

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 101 11.00 1
2015 102 12.00 1
2017 103 12.00 1

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