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The Flock

Truth - The Columbia Recordings 1969-1970

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Blues; Folk; Jazzrock / Fusion
Label: Esoteric Recordings
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Fred Glickstein Gesang, Gitarre, Orgel
Jerry Goodman Violine
Jerry Smith Bass
Ron Karpman Schlagzeug
Rick Canoff Tenorsaxophon
Ron Webb Tenorsaxophon (CD 1)
Frank Posa Trompete
John Gerber Alt- und Tenorsaxophon, Flöte, Banjo (CD 2)

Tracklist

Disc 1
1. Introduction   (1-6: "The Flock", 1969) 4:54
2. Clown 7:45
3. I Am The Tall Tree 5:34
4. Tired Of Waiting 4:39
5. Store Bought - Store Thought 7:01
6. Truth 15:25
7. What Would You Do If The Sun Died?   (Juni 1969) 2:48
8. Lollipops And Rainbows   (Juni 1969) 4:06
9. Tired Of Waiting   (Single version) 2:42
10. Store Bought - Store Thought   (Single version) 2:45
11. Clown (Part One)   (Single A-Seite) 3:13
12. Clown (Part Two)   (Single B-Seite) 4:39
Gesamtlaufzeit65:31
Disc 2
1. Green Slice   (1-7: "Dinosaur Swamps", 1970) 2:03
2. Big Bird 5:50
3. Hornschmeyer's Island 7:26
4. Lighthouse 5:19
5. Crabfoot 8:15
6. Mermaid 4:54
7. Uranian Sircus 7:14
8. Chanja   (8-11: Dezember 1970) 2:39
9. Atlantians Truckin' Home 4:51
10. Afrika 4:35
11. Just Do It 6:35
12. Mermaid   (Single Edit) 2:50
13. Crabfoot   (Single Edit) 2:49
Gesamtlaufzeit65:20


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


The Flock, da war doch mal was… Richtig, es muss in der 9. Klasse gewesen sein, als unser Musiklehrer - eigentlich ein älteres Semester, aber allen Arten zeitgenössischer Musik gegenüber aufgeschlossen - uns etwas von einer Band namens The Flock vorspielte. Was genau, kann ich nach bald 40 Jahren (uff) natürlich nicht mehr sagen, ich weiß nur noch, dass ich mich in der Pause mit einem Klassenkameraden über diese Musik unterhielt, und wir beide zu dem Ergebnis kamen: an sich ganz gut, wenn nur dieses Getröte nicht wäre…

Diese Geschichte kam mir mal wieder ins Gedächtnis, als im Herbst 2017 eine Doppel-CD von The Flock mit ihren Aufnahmen für das Columbia-Label erschien. Und da ich Getröte mittlerweile alles andere als abgeneigt bin, landete das Doppelalbum alsbald bei mir. Enthalten sind darauf ihr Debüt The Flock (1969) und der Nachfolger Dinosaur Swaps (1970), dazu einige Studiosessions und Singleversionen. Alles remastert in sehr gutem Klang und mit einem umfangreichen Beiheft mit Bandhistorie.

Das Debüt des Septetts aus Chicago gehört zweifellos zu den Klassikern des progressiven Jazzrock. Deutlich im Blues verwurzelt, wird die bluesige Grundlage der Musik immer wieder mit Ausflügen in kantig-kernige Rockgefilde und natürlich Jazz-Eskapaden, die bis zu weitgehend freien Klängen reichen können, erweitert. Erdige Gitarre, kraftvolle Bläsereinsätze und natürlich das wilde, virtuose Gefiedel von Jerry Goodman vereinen sich zu einer ebenso kernigen, ordentlich gehörgangschrubbenden Mixtur voller Saft und Kraft. Höhepunkte des Albums (das eigentlich nur aus Höhepunkten besteht) sind Clown und vor allem das lange Truth, in denen sich die Band besonders jazzig-abenteuerlich zeigt - freilich ohne die bluesigen Wurzeln zu kappen.

Der Nachfolger Dinosaur Swamps, entstanden in fast gleicher Besetzung (einer der beiden Saxophonisten wurde ausgewechselt), kann da nicht ganz mithalten. Zwar werden geschickt neue musikalische Ingredienzen eingebracht, speziell Folk (Mermaid), gar Country wird in den Klangkosmos perfekt integriert (Big Bird; Neuzugang John Gerber ist darauf am Banjo zu hören), wohingegen der Blues nun weitgehend verschwunden ist; aber auf ihrem Zweitling wirkt die Band nicht mehr ganz so abenteuerlich, die wilden Freiformeskapaden des Debüts fehlen hier. Was jedoch nichts daran ändert, dass auch Dinosaur Swamps ein feines Jazzrock-Album geworden ist, das den Standard-Brassrock der Marke Blood, Sweat & Tears immer noch um Längen schlägt.

Von den Zusatztracks sind besonders die Sessionaufnahmen der zweiten CD (Nr. 8 bis 11) interessant. Diese entstanden Ende 1970 für ein geplantes, aber nie fertiggestelltes drittes Album, das den Titel Flock Rock tragen sollte (Anfang der 90er erschien unter diesem Titel ein Flock-Sampler, auf dem diese Stücke erstmals veröffentlicht wurden). In diesen Aufnahmen wird instrumental gejammt, was The Flock auf ihren Konzerten gerne machten, wenn mehr Zugaben gefordert wurden als Material vorhanden war. Das Label war davon jedoch wenig begeistert, und so verschwanden die Aufnahmen über 20 Jahre in den Archiven. Denn etwa zur gleichen Zeit wurde Jerry Goodman fürs Mahavishnu Orchestra abgeworben, was zunächst das Ende für The Flock bedeutete.

Interessant ist unter den Archivaufnahmen auch noch Lollipops and Rainbows von 1969, das die Band von einer ungewohnt Flower-Power-psychedelischen Seite zeigt. Die Singleversionen sind dagegen eher von historischem Interesse, sie sind halt gekürzt, oder, im Falle der 1970 nur in Frankreich erschienenen Singlefassung von Clown, in zwei Teile zerschnippelt, die dann die A- und B-Seite bildeten. Immerhin sind diese Versionen echte Raritäten, da sie hier erstmals auf CD veröffentlicht werden.

Somit bietet diese Anthologie eine hervorragende Möglichkeit, das wesentliche Schaffen (viel kam danach ja nicht mehr) dieser sträflich vernachlässigten Band in bester Klangqualität kennenzulernen. Liebhaber eines progressiven Brass-Jazzrock ohne Blues-Aversionen sollten diese Doppel-CD ihr eigen nennen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2018
Letzte Änderung: 16.2.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Flock

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 The Flock 12.00 1

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