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Tyndall

Reflexionen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982 (Neuauflage 2018)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Elektronische Musik; sonstiges
Label: Bureau B
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Rudolf Langer
Jürgen Krehan

Tracklist

Disc 1
1. Hinterhofmusik 2.46
2. Die Stadt 3.28
3. Straßen der Nacht 2.38
4. Großstadtgefühl 3.33
5. Transit Westberlin 6.10
6. Häusermeer 2.12
7. Elektronen 3.08
8. Zeitmaschine 2.48
9. Tanzmusik 2.20
10. Bahuauah 2.38
11. Columbia 4.46
12. Filmmusik 3.32
13. Goom 2.37
Gesamtlaufzeit42:36


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das dritte Album von Tyndall ist 2018 von dem Label Bureau B zum ersten Mal auf CD veröffentlicht worden. Außerdem ist es auch als LP und Download zu haben.

Vor den Aufnahmen sind die beiden Teile des Duos Tyndall (Rudolf Langer und Jürgen Krehan) nach West-Berlin umgezogen. Damals, 1982, kam gerade die sog. Neue Deutsche Welle richtig in Mode. Von daher darf man den Albumtitel „Reflexionen“ sowohl auf die neue Stadt, als auch auf die aktuellen Tendenzen in den deutschen Popcharts beziehen, die sich beide in der Musik von Tyndall widerspiegelten.

Gleich beim ersten Titel „Hinterhofmusik“ fallen einem der durch einen Vocoder verfremdete Gesang und die an Kraftwerk aus der Mitte der 70er erinnernden Rhythmen auf. Elektronik-ArtPop mit einer guten Portion der Düsseldorfer Schule, könnte eine passende Beschreibung sein. Bei den netten Liedchen wie „Die Stadt“ kann ich dem Infozettel der Plattenfirma beipflichten, der von einer Mischung aus Synth-Pop und Elektronik-Krautrock berichtet. Auch „Tanzmusik“ oder „Bahuahuah“ repräsentieren die durchaus auf dem Album auftauchende charmante Naivität eines krautig-elektronischen Pop-Liedchens.

Rein vom Aufbau sind die Stücke wie “Strassen der Nacht“ gar nicht mal so anders, als das, was man von den vorausgegangenen Tyndall-Alben her kennt. Zu einem dezenten elektronischen Rhythmus erklingen immer noch die begleitenden Sequencer-Motive, oder Keyboardfiguren. Nur die Rolle der früheren Synthesizer-Melodie wird jetzt von einer elektronisch verfremdeten Gesangsmelodie übernommen.

„Großstadtgefühl“ ist wiederum typisch für die immer noch ohne Gesang auskommenden Stücke des Albums. Die für Tyndall typische fröhliche Unbeschwertheit wirkt in solchen Stücken nicht mehr leicht dilettantisch, oder provinziell, sondern scheint einiges vom kalten Flair einer Großstadt zu vermitteln.

Meine Befürchtungen, die ich nach den Infos über den großen Synthie-Pop- und NDW-Einfluss hatte, haben sich erfreulicherweise nicht bestätigt. Vielmehr bieten Tyndall für meine Begriffe auf „Reflexionen“ ihre gewohnt leichtfüßige Elektronik, die diesmal regelmäßig um Pop- oder Kraftwerk-Einflüsse erweitert wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2018
Letzte Änderung: 12.5.2018
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Die in den Labelinfos erwähnten Einflüsse von Synthie-Pop und NDW haben mich auch zunächst skeptisch gegenüber Reflexionen gestimmt, gehören doch beide nicht gerade zu meinen präferierten Musikstilen. Aber letzten Endes überwog dann doch wieder einmal die Sammelleidenschaft.

Zum Glück! Denn Reflexionen ist ein wirklich hübsches Album geworden. Alleine bei diesem massiv eingesetzten Vocoder-Gesang (bei dem man manchmal konzentriert hören muss, um ihn nicht für ein Instrument zu halten) schmelze ich dahin, und auch musikalisch begibt man sich keinesfalls auf das Niveau von Frl. Menke und Konsorten. Klar, die Stücke sind noch ein Stück kompakter und häufig auch leichtfüßiger geworden - Stücke wie Die Stadt hätten glatt das Potenzial zum Synthie-Pop-Hit gehabt, für einen geschmackvollen Synthie-Pop-hit freilich; auch so was gibt es.

Neu in der Tyndall-Musik ist auf Reflexionen auch ein deutiicher Einfluss von Kraftwerk, speziell in Titeln wie Großstadtgefühl oder Transit Westberlin, der aber weniger maschinenhaft daherkommt wie bei den Düsseldorfern, sondern ebenfalls ein leicht synthie-poppiges Soundgewand verliehen bekommt. Die auf den beiden Vorgängern häufiger anzutreffenden verspielten Synthie-Melodien, die an die Klänge aus dem Weserbergland erinnern, lassen sich dann am ehesten in den instrumentalen Stücken wie Filmmusik verorten.

Reflexionen ist noch einmal ein feines Album geworden, das (damals) aktuelle musikalische Trends aufgreift, ohne sich an selbige anzubiedern oder in Trivialitäten zu versinken. Für Liebhaber „leichterer“ Elektronik empfehlenswert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.5.2018
Letzte Änderung: 19.5.2018
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tyndall

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Sonnenlicht 10.00 2
1981 Traumland 10.50 2
1983 Durch die Zeiten 8.00 2

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