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Marillion

Marillion.com

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop; sonstiges
Label: Castle Music
Durchschnittswertung: 7/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hogarth Gesang
Pete Trewavas Bass
Steve Rothery Gitarre
Mark Kelly Keyboards
Ian Mosley Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. A Legacy 6:17
2. Deserve 4:23
3. Go! 6.11
4. Rich 5:42
5. Enlightened 4:59
6. Built-in Bastard Radar 4:52
7. Tumble Down The Years 4:33
8. Interior Lulu 15:14
9. House 10:15
Gesamtlaufzeit62:26


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 3)


Lange Zeit habe ich mir gelassen, bis ich nun doch endlich ein Review schreibe. Marillion.com, ein Album einer Ausnahmeband, welches viel Boden gewinnen muss. Tut es das wohl?

Nicht wirklich. Vorweg genommen - mir plätschert das Album häufig viel zu sehr vor sich hin und driftet in Belanglosigkeit ab. Auch erscheinen mir einige der Melodien durchaus als bekannt. Mit etwas Änderung könnte man da ganz schnell einen anderen Song dieser Band draus machen. Aber der Reihe nach.

Mit "A Legacy" geht es erstmal ganz brauchbar los. Was mich stört ist der schwache Sound. Da fehlt mir jeglicher Druck, keine Wucht, etwas viel Effekt im Gesang. Immerhin taucht das Keyboard mal wieder auf, nach dem letzten Schocker ja nicht unbedingt zu erwarten. Wir registrieren mit Freude: Mark Kelly ist noch dabei! "Deserve" ist dann was Frisches. Flott und fix, dazu Saxophon-Einlagen. Geil. Gefällt mir gut. Mehr davon kann man auch auf den alten Supertramp hören.... "Go!" ist dann eine Ballade. Hier werden erstmals Erinnerungen an das "This Strange Engine" Album geweckt - zumindest bei mir. Klingt trotzdem recht gut. "Rich" - oder wie komme ich schnell zu Geld. Eingängiger Refrain - dada da da, dipp dipp dibbie dipp. Dazu Clap-Effekte. Oh man, wie peinlich. Schnell weg - ist gar nicht mein Ding. "Enlightened" erinnert mich dann an die ruhigen Sachen von "Afraid Of Sunlight". Irgendwie wenig überzeugend. Ich kann nicht soviel abgewinnen. Vielleicht kann der ein oder andere von euch das ja. "Built-In bastard Radar" gefällt ganz gut, wenn auch hier wieder die überzeugenden Argumente fehlen. Es kommt mir vor, als tritt die Band auf der Stelle und bewegt sich dabei zurück. "Tumble Down The Years" erinnert mich dann mal wieder an das "This Strange Engine"-Album, genauer gesagt an 80 Days. Trotzdem einer der Höhepunkte auf Marillion.com. Auf "Interior Lulu" war ich schon von vornherein gespannt, grassierten doch Gerüchte, dass mit diesem 15 Minüter alte glorreiche Zeiten erreicht werden. Schade, ich würde dass gerne genauso sehen, kann aber nur auf "This Strange Engine" verweisen. Diesmal meine ich den Song selbst. Erstens ist er besser und zweitens erinnern mich viele der Gesangsparts (besonders zu Beginn des Songs) immer wieder an "This Strange Engine". Ein wenig umarrangiere hier und dort und schon habe ich diesen Song. Glücklicherweise kann man musikalisch endlich wieder Akzente setzen. Das gefällt mir gut. Mit "House" bewegt man sich dann endlich in eine Richtung die gefällt. Ganz ruhig, 10 Minuten lang wird sehr gefühlvoll gezaubert. Nein, keine wilden Soloparts, sondern wirklich tolle sphärische Momente. Als dann auch noch das Saxophon einsteigt wirds kribbelig auf dem Rücken. Tolle Nummer.

Ich kann auch bei diesem Album wieder nicht von überschwenglicher Begeisterung reden. Marillion haben für mich mit "Radiation" gravierend an Boden verloren. Und mit Marillion.com können sie diesen auch nicht wieder einfahren. Diesem Album fehlt es an Energie und Aussagekraft. Wieder mal gibt es nur einige wenige brauchbare Nummern, Highlights gibt es fast gar nicht. Hogarth ist mir zwar immer noch ein toller Sänger, doch wirkt er hier auch ziemlich blass. Wo ist euer Temperament?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2002
Letzte Änderung: 24.1.2004
Wertung: 5/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Schon dieser Albumtitel ließ mich seinerzeit auf nichts Gutes hoffen, und das Cover auch nicht. Der Titel ist pure Ideenlosigkeit: die Band-Website ist zwar recht gut gestaltet, und man kann es der Band freilich nicht verübeln, wenn sie im Booklet darauf hinweist, dass sie eine hat, aber ein ganzes Album danach zu benennen ist ja wohl eine gewisse Zweckentfremdung der Adresse. Andererseits gab es ja auch schon mal ein Genesis-Album, das nur "Genesis" hieß, und Jethro Tull haben auch schon mal einen vergleichbaren "dot.com"-Titel vergeben. Also sei's drum...

Was das Cover betrifft: es sieht erst dann interessant aus, wenn man es neben das von "Radiation" legt und die beiden vergleicht; dann frage ich mich nämlich, wieso das ".com"-Album nicht einfach "Radiation II" genannt wurde. Aber auch hier muss ich dagegen selbst einwenden: man kann der Band keine derartige Anti-Werbung zumuten...:-).

Aber wenn ich mich schon mal bei Äußerlichkeiten aufhalte: das Kleingedruckte zählt! Auf "Marillion.com" wird nämlich ein Name erwähnt, der mich innehalten lässt: mehrere Songs wurden hier von einem gewissen Steven Wilson ko-produziert und gemixt, und das ist ja kein anderer als der Porcupine-Tree-Mastermind. Der scheint es nämlich auch zu sein, der der neuen musikalischen Ausrichtung Marillions eine Orientierung geben wollte, und das Ergebnis ist allemal interessant. Ich muss zugeben, dass ich Porcupine Tree erst zu dieser Zeit kennen gelernt habe; mein erstes Album von denen war die "Lightbulb sun", und bei der habe ich wirklich sofort an die neuen Marillion gedacht: ich kann natürlich nicht beurteilen, wer hier letztlich wen am meisten beeinflusst hat – schließlich hatte sich das Klangbild des Stachelschweinbaums bis zur "Lightbulb sun" auch erheblich verändert, aber als ich es hörte, wurde mir allmählich etwas klarer, in welche Richtung Marillion steuerten: weniger Bombast; kürzere, härtere Anschläge; ein wenig New-Artrock-Kurs; kurzum, ein im Vergleich zum Neoprog deutlich abgespeckter und ernüchterter Sound.

Das war eindeutig keine schlechte Idee; es ist ja überhaupt anerkennenswert, wie experimentierfreudig sich über die Jahre eine so langgediente Band wie Marillion erwiesen hat. Nur erfordern Umwälzungen mitunter lange Entwicklungswege, weshalb ich eben auch dieses Album ähnlich wie "Radiation" als noch eine weitere Station auf dem Weg zum neuen Sound einschätze.

Ein Beispiel: "A legacy" ist zunächst mal ein typischer Marillion-Song; Strophe mit Refrain, könnte man sagen – Refrain jedoch etwas wühlend-bombastisch, könnte geradezu aus "Hotel hobbies" stammen (Ach was sag ich: könnte glatt schon aus "Assassing" stammen). Aber dann, nach drei Minuten, wenn man schon ahnt, jetzt kommt der Mittelteil, dann kommt er auch, aber in einem Rhythmus, wie man ihn von dieser Band bisher noch nicht gehört hat (eine Art "Prog goes Rhythm&Blues"-Einschub). Wir haben hier also eine Art Konfrontation zwischen Gewohntem und Neuem, wobei übers Album verteilt das "Neue" deutliche Oberhand bekommt.

Trotz dieser Anerkennungen gefällt mir das Album insgesamt gar nicht mal so gut: zweifellos sind "A legacy" und "Interior Lulu" (ein "Strange engine" mit neuartigen Klängen) für mich die einzigen wirklich rundum gelungenen Songs. Was sonst noch durchgeht, ist der mutmaßliche Hit "Deserve" (hat was von Tom Petty und den Herzensschlächtern), und, wie Torsten anmerkt, das abschließende "House" (das ist mir nur entschieden zu lang). Zwischen diesen Anfangs- und Schlusstracks hingegen liegt eine Strecke von immerhin fünf kurzen Songs, die für mich so klingen, als würde man die schwachen Songs von "Holidays" im Stil des New Artrock spielen – zwar konsequent arrangiert, aber sehr flachbrüstig und ohne Tiefenwirkung. Die bleiben trotz ihrer Eingängigkeit nicht hängen, aber wenn man sie nach längerer Zeit wieder hört, denkt man gleich: "Ach so, die stammten von DIESER Platte", man hat das Gefühl, man könnte gleich mitsingen, aber kurz danach sind sie wieder raus aus den Gehörgängen. In dieser Übergangsphase der Band waren mehr als 60 Minuten für ein Album entschieden zu viel – schon wieder finde ich, eine EP mit "A legacy" und "Interior Lulu" sowie einer "Deserve"-Single und einem "House"-Ausklang hätten's auch getan. Aber EPs sind wohl doch eher was für Greenhorns; dieser Albumlängen-Zwang hat doch große Nachteile.

Anspieltipp(s): Interior Lulu
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2004
Letzte Änderung: 3.3.2014
Wertung: 7/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Ähnlich wie bei „Radiation“ scheiden sich hier die Geister. Henning hat ja schon angedeutet, dass das Cover dem von „Radiation“ sehr ähnlich sieht. Und auch die Musik klingt tatsächlich manchmal nach dieser kontroversen Veröffentlichung, ist aber im allgemeinen kompositorisch doch besser. Und dass der Sound schwach sein soll, das kann ich nicht feststellen. Die Abmischung ist sehr gut, alle Instrumente sind gut ortbar. Marillion haben sich mit diesem Album wieder aus ihrem Tief nach oben gespielt.

Und mit dem Nachfolgealbum „Anoraknophobia“ ist ihnen dies dann definitiv wieder auf hohem Niveau gelungen. „marillion.com“ ist somit trotz allem eine positive Entwicklung im Versuch, sich von der Vergangenheit zu lösen. Man muss bedenken, dass es 1999 für Progbands wie Marillion immer schwieriger wurde zu überleben (und das ist bis heute nicht anders). Die für Progbands verkaufstechnisch sehr guten 70'er und die immer noch guten 80'er waren vorbei. So ist es nur legitim und verständlich nach 15 Jahren Bestehen etwas anderes zu probieren. Das gelingt nicht immer perfekt auf Anhieb, wie „Radiation“ es uns bewiesen hat. Man kann aber den 5 Musikern nun wirklich nicht vorwerfen, sie hätten sich zu billig an die Industrie verkauft. Die Songs sind fast alle noch im Prog anzusiedeln, wenn auch einige rockiger und somit einfacher gestrickt sind.

Aber es soll ja Menschen geben (wie ich), die damit kein Problem haben. Immer nur komplexe Musik hören, das will ich einfach nicht. Manchmal muss es eben „light“ sein. Solange die Musik mich nicht langweilt höre ich dann gerne hin. Und Songs wie A LEGACY, das heftig rockende RICH oder die Balladen GO, ENLIGHTEND und vor allem HOUSE sind doch aller Ehren wert. Und der „Here comes the sun“ Einsprengsel auf TUMBLE DOWN THE YEARS ist doch witzig.

Der Longtrack INTERIOR LULU steht in der Diskographie der längeren Tracks von Marillion ziemlich oben. Hier zeigen Marillion neben einem schönen Songwriting auch nochmal, was sie unter Prog verstehen. Komplexe Rhythmen, tolle Soli, Dramatik. Dazu ein Hogarth in Hochform. Allein seine Stimme verdient einen Extrapunkt.

Ich möchte noch bemerken, dass auch die Ära mit Fish beileibe nicht frei von Peinlichkeiten war. Und dass die Band damals auf die Charts schielte, beweisen uns ja heute noch ihre bekannten Hits. Die meisten davon haben die Zeit schlecht überdauert.

Anspieltipp(s): Interior Lulu
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.10.2015
Letzte Änderung: 19.2.2017
Wertung: 9/15
soooo schlecht nicht, aus heutiger Sicht sogar verständlich

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Marillion

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Market Square Heroes 9.00 3
1983 Script for a jester's tear 10.80 5
1984 Fugazi 11.25 4
1984 Real To Reel 11.00 2
1985 Misplaced Childhood 10.33 6
1986 Brief encounter 7.00 1
1987 Clutching at Straws 9.00 4
1988 The Thieving Magpie 11.67 3
1988 B-Sides Themselves 7.00 3
1989 Live From Loreley (DVD) 9.50 2
1989 Seasons End 11.00 3
1991 Holidays in Eden 5.00 5
1992 Live At The Borderline 8.00 1
1993 Live In Caracas 6.00 1
1994 Brave 11.00 3
1995 Brave - The Film (DVD) 11.00 2
1995 Afraid of sunlight 10.00 3
1996 Made Again 9.00 1
1997 This Strange Engine 10.25 4
1997 Best of both worlds - 1
1998 Radiation 2.33 4
1998 Tales From The Engine Room 4.50 5
2000 The singles '82-88' 10.00 3
2001 Anoraknophobia 11.25 4
2002 Anorak In The UK Live (2CD Set) 10.00 1
2002 Singles Box Vol.2 '89-'95 9.00 1
2002 Anorak In The UK Live 12.00 1
2002 Brave Live 2002 8.00 1
2003 Best of - 1
2003 Recital Of The Script (DVD) - 1
2004 Marbles on the road (DVD) 12.33 3
2004 Marbles ("condensed version") 6.00 1
2004 Marbles 8.00 4
2005 Marbles Live 10.00 2
2007 Somewhere Else 8.67 3
2008 Happiness is the Road - Essence 8.50 2
2008 Happiness is the Road - The Hard Shoulder 6.50 2
2008 Early Stages - The Official Bootleg Box Set 1982 - 1987 12.00 1
2009 Less Is More 8.00 1
2010 Size Matters 10.00 1
2010 the official bootleg box set vol 2 - 1
2012 Sounds That Can't Be Made 9.50 2
2016 F*** Everyone And Run (F E A R) 11.33 3
2017 Marbles In The Park 12.00 1
2017 Living in F E A R - 1

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