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Widek

Dream Reflection

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock; Progmetal
Label: self-released
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Widek guitar, keyboards, mixing, mastering

Gastmusiker

Stel Andre guitar (1,9)
Adam Rafowitz guitar (2)
Marcin Majrowski guitar (4)
Sithu Aye guitar (5)
Ricky Davenport guitar, vocals (11)

Tracklist

Disc 1
1. Skybridges 4:49
2. Daydreamer 4:58
3. Drifting Imagination 4:34
4. Substance 2:54
5. Adventurer 4:36
6. Bliss 4:03
7. Fading Memories 4:27
8. The Mind's Journey 6:03
9. False Paradise 5:10
10. Enter & Escape 4:38
11. False Paradise 4:45
Gesamtlaufzeit50:57


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Der Pole Widek hat sich für ein Logo mit einem hohen Wiedererkennungswert entschieden, die Wortbildmarke seines Namens. Die ist auf allen Covern vorn groß aufgedruckt. Das „I“ sieht dabei wie ein Schraubenschlüssel aus (Widek, der Handwerker, der in seinem Heimstudio an neuen Sounds herumschraubt), vom „E“ und vom „K“ fehlt jeweils ein Stück, das wirkt ein wenig sonderbar. Ähnlich wie diese Buchstaben ist auch Musik nie vollkommen. Wenn man alle Widek-Platten nebeneinanderlegt (und es sind bislang mindestens fünf), entsteht - auch durch die Ähnlichkeit der galaktischen Bildmotive - eine bemerkenswerte Seriation.
Die Frage, die beantwortet werden soll: Ist die Musik des Polen Widek genau so eigenwillig wie sein typografischer Geschmack?

Bekannte Parameter kommen da aus den Kalotten: Djent, d-d-d-d-djent, hart angeschlagene Saiten im Quint/Oktavintervall, viel Gitarrenpower, dann die Wall of Sound. Das ist gut, ähnlich wie auf den Vorgängeralben, die aber auf den ersten Hör noch griffiger erscheinen. Auf „Hidden Dimensions“ wirkte u.a. Marco Sfogli als Gastmusiker mit. Sfogli ist ein Tier! Saiten-Begeisterte kennen ihn vom Soloalbum von James LaBrie, "Elements of Persuasion", dort durfte er zeigen, was er drauf hat.

Was jetzt „Dream Reflection“ angeht: Altes Licht durch neue Fenster. Aber was soll´s, manchmal liebt man das Bekannte. Auch der Sound ist sehr sauber, schön dicht und komprimiert geblieben, transparent und druckvoll. So beginnt das Album mit Skybridges vielversprechend: Kristallklare Melodielinien, Drumkaskaden, mitreißende Soli. Charakteristisch sind die lang gehaltenen Noten in mandolinenhaftem Tremolo (auch bei Daydreamer, Substance, Adventurer, Fading Memories, The Mind's Journey, False Paradise).

Widek, der bürgerlich Maciej Dawidek heißt, verpackt seine Vorstellungen in handlichen Fünfminutennummern und belässt es, anders als im Mathrock üblich, bei komfortablen Viervierteln. Er synkopiert dabei wesentlich zurückhaltender als einschlägige Rechenexperten, z.B. bei Substance. Das Teil verfügt über ein Solo in angenehmer Flughöhe, ist mit knapp drei Minuten allerdings der kürzeste Titel und somit schnell wieder auf der Landebahn. Der Adventurer zeigt dann schon ein härteres Riffing einschließlich furioser Soli. Drifting Imagination und Bliss nehmen Schub raus, beim letzteren erzeugen die Instrumente unter Zuhilfenahme von Synthesizer Strings sphärische Weiten durch große Hallräume, auch das ist klanglich überzeugend.

Was kann man dem soliden Guitar-Worker, der auch das komplette Songwriting und die Produktion stemmte, vorwerfen? Er setzt zu sehr auf den zugegebenermaßen betörenden Sound. Das geht auf Kosten der Kompositionen, zu Lasten der Melodien, die mit effektvollen Hallanteilen versehen werden, dann aber zu simpel sind (v.a. das unentschlossene Enter & Escape). Die einzelnen Stücke sind schlecht differenzierbar, und nach zwei Dritteln hat die Spannungskurve einen Hänger. False Paradise gibt´s dann gleich zweimal. Die instrumentale Version legt wieder einen Zahn zu, die bekannten satten Riffs, Synth-Sequencing und ein weiteres feines Solo. Der etwas kleinere und hässlichere Zwilling hat tatsächlich eine zusätzliche Gesangspur (Davenport am Ständer), und Gesang täte dem Konzept eigentlich gut, wenn die garstigen Growls zum Schluss nicht wären.

Zur Eingangsfrage: Eigenwillig, durchaus. Auf jeden Fall bringen dich Track eins bis sieben und neun mit schneller Wirkung wieder auf Drehzahl, wenn du frustriert bist. Nicht groß nachdenken, einfach reinfideln lassen. Wem bereits die Vorgänger gefielen, darf umgehend propellermäßig durchrotieren (Album seit kurzem auf Youtube verfügbar).

Anspieltipp(s): Skybridges, Substance, Adventurer
Vergleichbar mit: Ghost Toast, Intervals, Tree of Life
Veröffentlicht am: 20.6.2018
Letzte Änderung: 20.6.2018
Wertung: 9/15

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2015 Journey To The Stars 11.00 1

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