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Nathan

Era

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: AMS Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bruno Lugaro Gesang
Monica Giovannini Gesang
Daniele Ferro Gitarre
Piergiorgio Abba Keyboards
Mauro Brunzu Bass
Fabio Sanfilippo Schlagzeug

Gastmusiker

Manuel Rosso Violine
Jannette Vagnola Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Figli di cane 7:24
2. Invisibile 6:29
3. Le vie dei canti 6:42
4. L'ultimo giro 6:26
5. L'ombra del falco 7:39
6. Indaco 6:26
7. Maschere 6:00
8. Esistono ore perfette 7:41
Gesamtlaufzeit54:47


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Angenehm zurückhaltend spricht der Infotext von "Era", dem Zweitalbum der einstigen Coverband Nathan. Anstatt von Superlativen ist dort lediglich von "a further step forward in comparison to the previous work" die Rede, von einer "evolution". Bescheidenheit ist für die LigurerInnen in diesem Fall tatsächlich eine Zier. Natürlich legt diese "evolution" nahe, dass Nathan zunächst einmal auf der Grundlage von Bekanntem oder Vorhandenem agieren. Das tun sie tatsächlich, auch "Era" pflegt im Wesentlichen einen Stil zwischen Neo- und Retroprog, der einmal mehr recht keyboardlastig ausgefallen ist. Das bedeutet, dass Daniele Ferro an der Gitarre - dessen Name im erwähnten Infoschreiben genau wie der von Monica Giovannini etwas diffus unter dem Rubrum "additional contributions" steht - selten mit Riffs beschäftigt wird, sondern diese Rolle stattdessen überwiegend dem Bass und Ostinatofiguren auf den Tasteninstrumenten zufällt, während die Gitarre meist melodische Unterstützung leistet. Im Vergleich zum Vorgängeralbum fällt, was Sound und Stil angeht, ansonsten noch auf, dass solche kratzig-hackigen Momente, die man gemeinhin als "bemüht" betitelt, relativ betrachtet seltener geworden sind.

Relevanter und auch interessanter ist dagegen die Tatsache, dass "Era" die beiden Komponenten Neo- und Retroprog nun stärker gegeneinander abgrenzt, was auch innerhalb der Stücke passiert. So eröffnet "Figli di cane" mit Streicherfanfaren und einem rockigen Aufbruch relativ modern und verschiebt erst um 4:30 herum mit einer kantigen Orgelpassage den Schwerpunkt in Richtung Retro. "Invisibile" wiederum rahmt seine balladeske Strophe mit verträumten Keyboards mit einer 7/4-Passage ein, deren Rhythmik entfernt an "South Side Of The Sky" erinnert, zumal die Gitarre teilweise nach Steve-Howe-Art sympathisch kratzt. "Vie dei canti" hingegen fällt fast komplett als Halbballade in der Machart vergleichbarer Nummern des "We Can't Dance"-Albums aus, wenn auch mit einigen überraschenden Wendungen. "L'ultimo giro" schließlich markiert sogar noch mit seinen Referenzen den Übergang zwischen beiden Stilen, wird hier doch recht genau so eine stapfende Rhythmik über ein Synth-Motiv aufgebaut, ähnlich wie damals in "Ballad Of Big", "The Lady Lies" etc.

Und so ist es dann auch genau diese Mischung aus Gegensätzen und Verbindungen zwischen 70er-, 80er- und 90er-Prog, die einen guten Teil des Reizes an "Era" ausmacht. Dem kommt entgegen, dass Nathan dabei auch relativ patent komponieren, auch wenn die meisten Stücke nach einem relativ ähnlichen Schema aufgebaut sind: Pompöses Intro, Strophe, Bridge, Refrain, Solo, Mittelteil, Solo und danach die Rückkehr zu Strophe, Refrain & Co. - ein Konzept, das trotz seiner Einfachheit natürlich trotzdem tragfähig ist. Das liegt in struktureller Hinsicht daran, dass die jeweiligen Abschlüsse der Stücke dann meistens doch von der Erwartung abweichen: "L'ultimo giro" steigert sich bombastisch unter Verarbeitung von Motiven aus dem Intro, "L'ombra del falco" wagt mit einem düsteren Part noch einmal den Absprung, ehe mit Flöte(nsounds) der Refrain im Outro instrumental verarbeitet wird, und (dem sonst übrigens mit gediegener Pendragon-Stimmung eröffneten) "Maschere" fällt leider außer süßlichen Instrumentalpassagen nicht mehr viel ein.

Ebenfalls ganz angenehm ist die unaufgeregte Art, mit der Nathan ihre Melodien vorstellen. Die Strophen fallen dabei zumeist balladesk aus, die eigentlich mainstreamigen Gesangsmelodien (Notiz: Bruno Lugaro imitiert keinen Gabriel oder Collins, sondern hat einen angenehmen Hang zum Reibeisen à la Eros Ramazzotti) werden aber immer wieder stimmungsvoll begleitet, und außerdem erheben sich Bridge und Refrain meist ziemlich souverän und markieren Höhepunkte. Auch die Variationen vor bzw. nach den gesanglichen Abschnitten sowie natürlich in den Instrumentalpassagen zeigen Nathan als recht verspielte Band, die sich aber natürlich trotzdem regelmäßig auf das Fundament des "eigentlichen" Songs besinnt. Insofern ist die eingangs erwähnte Evolution auf "Era" tatsächlich deutlich hörbar.

Trotzdem ist "Era" letzten Endes kein völlig makelloses Album. Einige der beschriebenen Charakteristiken gehen ab und an auch nach hinten los. Kleinere Mängel sind einige etwas einfallsarme oder auf nervige Sounds zurückgreifende Keyboardsoli. Schwerer hingegen wiegt die Tatsache, dass einige der Nummern aus verschiedenen Gründen nicht zünden. Das balladeske bis trottende "Indaco" weist zwar teils schöne Schattierungen auf, ist insgesamt aber harmlos und zieht sich ohne große Momente in die Länge. Das am Ende des Albums stehende "Esistono ore perfette" wiederum trifft zwar teils passende Abschieds-Stimmungen, kann diese Spannung aber kaum den ganzen Song über halten und zerfasert angesichts einiger eher kruder Passagen. Anderen Songs ließe sich wiederum der Vorwurf machen, eigentlich relativ gewöhnlich zu sein, aber die gutklassige handwerkliche Leistung der Band sowie die Fähigkeit, jederzeit unaufrdinglich heitere Momente einzustreuen, entkräften diesen Punkt wohl. Insofern geht "Era" damit am Ende noch in einem entsprechenden Bereich über die Ziellinie.

Anspieltipp(s): L'ombra del falco, L'ultimo giro, Figli di cane
Vergleichbar mit: Genesis, Yes, Pendragon, Marillion
Veröffentlicht am: 17.8.2018
Letzte Änderung: 17.8.2018
Wertung: 10/15
Nicht spektakulär, aber eben gut gemacht. Sympathie meinerseits ist somit vorhanden.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nathan

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Nebulosa 8.00 1

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