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24967 Rezensionen zu 17120 Alben von 6671 Bands.
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Tangerine Dream

Green Desert

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986 (Aufnahmen von 1973,1984 bearbeitet,1986 veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Castle Communications
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Chris Franke Percussion,VCS3 Synthi,PRX II Rhythm Controller
Edgar Froese Mellotron,Guitar,Solina Strings,Mini Moog,Phaser

Tracklist

Disc 1
1. Green Desert 19:25
2. White Clouds 5:01
3. Astral Voyager 7:03
4. Indian Summer 6:53
Gesamtlaufzeit38:22


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Man schrieb das Jahr 1973. Peter Baumann (angeblich auf Nepalreise) stand zeitweilig nicht zur Verfügung (das sollte bei ihm später zur Gewohnheit werden), da nahmen Edgar Froese und Chris Franke einige Stücke auf, und zwar mit dem Hintergedanken auf diese Weise den Entscheidungsträgern (oder war es nur einer?) von Virgin Records Tangerine Dream als Vertragspartner schmackhaft zu machen.

Die vier Tracks von 1973, die Franke und Froese damals als Duo aufnahmen, wurden 1984 von Edgar Froese nachbearbeitet und unter dem Titel "Green desert" zuerst 1986 als Teil der LP-Box "In the beginning" und dann als separate Veröffentlichung der Welt präsentiert.

Das Stück "Green desert" beginnt mit synthetischem Summen und Flirren. Dieses geht in ein ebenso ausgedehntes wie getragenes Gitarrensolo von Froese über, wobei er von kreativem und treibendem Schlagzeugspiel Chris Frankes, sowie von allerlei elektronischen Sounds wie Streicher oder Chöre begleitet wird. Franke, ein damals geschätzter Schlagzeuger, soll sein Drumkit nach diesen Aufnahmen übrigens verkauft haben.Die elektrische Gitarre verstummt im weiteren Verlauf und man hört nur geschäftigtes Schlagzeug und schwebende Teppiche aus Mellotron und Synthies, bis schließlich eine von sparsamen Akkorden unterstützte lyrische Melodie einsetzt.

"White Clouds" hat eine interessante Kombination aus lebhaftem Schlagzeug und heller Synthiekulisse zu bieten. Das Stück wird von einer verhalten optimistich wirkenden Melodie durchzogen.

"Astral Voyager" wird von einem schnellen, Sequencer-ähnlichen Motiv getragen, und klingt mit seinen digital anmutenden Sounds sehr nach einer intensiven froesischen Nachbearbeitung, sprich mehr nach 1984 als nach 1973. Wenn man Froeses ausgeprägte "Verbesserungsader" kennt, so wird diese Einschätzung fast zur Gewissheit. Wie "Astral Voyager" im Original klang wird man vielleicht nie erfahren.

"Indian Summer" bietet Wellenbewegungen und verstreute Streicherakkorde, die schon wieder verdächtig modern rüberkommen. Dieses Klangbild ist von delikaten Melodielinien durchsetzt. Tja, "Astral Voyager" und "Indian Summer" sind zwar bezaubernd ausgefallen, würden aber am ehesten auf eines der beiden letzten Soloalben von Froese passen. Damit werden die nur wenig mit Aufnahmen von 1973 gemein haben.

Falls hier einer bei "recorded 1973" Etikettenschwindel vermutet, so hat er wohl nur teilweise recht : die zwei ersten Stücke sind vermutlich remixte 73er-Aufnahmen, bei den zwei letzten fällt es einem allerdings schwer, an was anderes als an spätere Froese-Soloaufnahmen zu glauben.So etwas versteht Froese wahrscheinlich unter "additional recordings", wie im CD-Booklet von "Green desert" beschrieben.

Nichdestoweniger ist die vorliegende Version von "Green desert" musikalisch interessant ausgefallen. Die Alt-Tangerine Dream-Fans dürfen hier noch die unverfälschten Schlagzeugkünste von Chris Franke bestaunen, ansonsten liegt hier mal wieder ein Beispiel für Froeses seltsamen Umgang mit Altaufnahmen vor, was in diesem Fall jedoch ziemlich überzeugende Ergebnisse gebracht hat.

Man kann hier und da nachlesen, dass diese Aufnahmen als ein Übergang zwischen schlagzeugorientertem Album "Atem" und Sequencer-dominiertem Werk "Phaedra" gesehen werden könnten. Da könnte eventuell was dran sein, kann ich nur sagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2002
Letzte Änderung: 8.8.2002
Wertung: 9/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Die Songs auf dem Album "Green Desert" stammen aus dem Jahre 1973, in der, wie Siggy bereits dargelegt hat, der Übergang von der krautrockigen Frühphase in die Sequenzer-dominierte Phase stattfand. Von daher kommt den Songs ein großer historischer Wert zu. Da Edgar Froese sie jedoch 1984 etwas "nachbehandelt" hat, ist es im Nachhinein schwer zu sagen, was echte Artefakte sind und was Neueinspielung ist. Ähnlich wie Siggy sehe auch ich es so, dass die ersten beiden Stücke, nicht zuletzt wegen ihres fulminanten Schlagzeugspiels, deutlich in die frühen 70er zurückdatiert werden müssen. Auf den anderen beiden Songs fehlt dieses Spiel jedoch. Das dritte Stück, Astral voyager, wird zwar von einem Sequenzer bestimmt, aber derart dominant und perfekt in Szene gesetzt, dass man es wohl in die 80er Jahre stecken muss. Das abschließende Indian summer wird zwar von keinem Rhythmusgewand eingeschnürt, die verwendeten Keyboards würde ich aber auch eher in die 80er stecken.

"Green Desert" ist ein Tangerine Dream-Album von hohem historischem Wert. Es finden zwar nur auf zwei Tracks die alten Masterbänder Verwendung, aber diese sind bereits sehr interessant. Ob die anderen beiden Stücke komplett neugeschrieben wurden oder wenigstens teilweise auf alten Ideen beruhen, vermag ich nicht zu sagen. Sie vermitteln jedoch genug Retro-Feeling, um den Geist der 70er Jahre wieder auferstehen zu lassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2007
Letzte Änderung: 7.10.2007
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Es wäre wirklich einmal interessant zu wissen, welche Teile hier nun tatsächlich aus dem Jahr 1973 stammen. Vor allem bei den ersten beiden Stücken (die beiden anderen sind mit Sicherheit komplett 80er, wie die Kollegen schon schrieben), denn auch bei diesen höre ich doch vieles, was nach späterer TD-Phase klingt. Hierzu gehören beispielsweise die Melodielinien von White Clouds, bei dem im wesentlichen nur das geschäftige Schlagzeug an frühe Werke der Berliner erinnert. Größer scheint mir der 70er-Anteil beim Titelstück, insbesondere bei dessen Anfangsteil, bei dem man noch die "kosmischen" Klänge heraushört. Dagegen könnte das Gitarrensolo auch wieder aus späterer Zeit stammen.

Einen "hohen historischen Wert" würde ich daher nur dem Titelstück und allenfalls White Clouds zugestehen. Ansonsten handelt es sich um typische 80er-TD, wobei Astral Voyager und Indian Summer zugegebenermaßen besser sind als manche Peinlichkeit, die die Berliner in jenen Jahren ablieferten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.12.2007
Letzte Änderung: 9.12.2007
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tangerine Dream

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Electronic Meditation 11.00 2
1971 Alpha Centauri 11.50 2
1972 Zeit 8.20 6
1973 Atem 11.00 2
1974 Phaedra 11.75 4
1975 Rubycon 12.00 3
1975 Ricochet 13.00 3
1976 Stratosfear 11.67 3
1977 Encore 11.50 2
1977 Sorcerer 10.50 2
1978 Cyclone 8.50 2
1979 Force Majeure 8.50 2
1980 Tangram 9.75 4
1980 Pergamon 10.00 1
1981 Thief 7.00 1
1981 Exit 8.50 2
1982 White Eagle 7.50 2
1982 Logos Live 10.33 3
1983 Hyperborea 9.00 2
1983 Wavelength 11.00 1
1984 The Park Is Mine 4.00 1
1984 Poland (The Warsaw Concert) 10.00 2
1984 Flashpoint 5.00 1
1984 Firestarter 7.00 1
1985 Dream Sequence - 2
1985 Legend 12.00 1
1985 Le Parc 7.00 2
1985 Heartbreakers 2.00 1
1986 Underwater Sunlight 8.50 2
1987 Deadly Care 3.00 1
1987 Shy People 5.00 1
1987 Near Dark 8.00 1
1987 Tyger 8.50 2
1987 The Collection - 1
1988 Live Miles 6.50 4
1988 Optical Race 8.00 2
1989 Lily on the beach 6.00 1
1989 Destination Berlin 1.00 1
1989 Dead Solid Perfect 7.00 1
1989 Catch me if you can 4.00 1
1989 Miracle Mile 9.00 1
1990 Melrose 3.00 2
1991 Canyon Dreams 6.00 2
1992 Rockoon 4.00 2
1993 220 Volt Live 7.00 1
1994 Tangents 1973-1983 - 1
1994 Turn of the tides 5.00 1
1994 Zoning 7.00 1
1995 Dream mixes one - 1
1995 Tyranny of beauty 5.00 2
1995 Book of Dreams - 1
1996 Goblins Club 10.50 2
1996 The Dream Roots Collection - 1
1997 Valentine Wheels 7.00 1
1997 Ambient Monkeys - 1
1997 Oasis 8.00 2
1997 Tournado 7.00 1
1998 Atlantic Walls (1988-98) - 1
1998 Atlantic Bridges (1988-98) - 1
1998 The Hollywood Years Vol.2 3.00 2
1998 TimeSquare-Dream Mixes 2 7.00 1
1998 The Hollywood Years Vol.1 6.50 2
1998 Quinoa 7.00 1
1998 Dream Encores 4.50 2
1998 Transsiberia 7.00 1
1999 Mars Polaris - Deep Space Highway To Red Rocks Pavilion 10.00 1
1999 What a Blast 7.50 2
1999 Sohoman 6.00 1
2000 Antique Dreams 8.00 1
2000 The Seven Letters From Tibet 7.00 2
2000 Great Wall Of China 7.50 2
2000 I-Box (1970-1990) - 1
2000 Soundmill Navigator - 1
2001 Dream Mixes Three 10.00 1
2002 Inferno 8.00 1
2003 Mota Atma 10.00 1
2003 Rockface. Live at Berkeley 10.00 1
2003 The Bootleg Box Set Vol.1 12.00 2
2004 The Bootleg Box Set Vol.2 11.00 2
2004 Purgatorio 7.00 1
2004 East - Live 8.00 1
2004 Live - Arizona '92 6.00 1
2005 Live Brighton - March 25th 1986 10.00 1
2005 Kyoto 8.00 1
2005 Phaedra 2005 8.00 1
2005 Jeanne D'Arc 8.00 1
2005 Rocking Mars 10.00 1
2006 35th Phaedra Anniversary Concert - Live in London (DVD) 9.00 1
2006 Nebulous dawn 12.00 1
2006 Paradiso 11.00 1
2007 Summer In Nagasaki (Part Two from the Five Atomic Seasons) 10.00 1
2007 Bells of Accra (EP) 10.00 1
2007 One night in space (EP) 8.00 1
2007 Madcap's Flaming Duty 7.00 2
2007 Springtime in Nagasaki (Part One from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 Tangram 2008 11.00 1
2008 Autumn In Hiroshima (Part Three from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 The Anthology Decades - The Space Years Volume One 8.00 1
2009 Winter in Hiroshima (Part Four from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2010 The Endless Season 12.00 1
2010 Under Cover. Chapter One - 1
2011 Mona Da Vinci 10.00 1
2011 Edgar Allan Poe's The Island of the Fay. A Nonverbal Musical Translation 11.00 1
2012 Booster V - 1
2013 One Night in Africa - 1
2015 Reims Cathedral December 1974 & Mozartsaal, Mannheim October 1976 11.00 1
2015 Quantum Key 11.00 1
2016 Palais de Congres, Paris March 1978 & Palast der Republik, East Berlin January 1980 10.00 1
2017 Quantum Gate 10.00 2
2017 Light Flux - 1

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