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Pallas

The Sentinel

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 80er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984 (diverse Wiederveröffentlichungen; u.a. bei Inside/Out)
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: EMI
Durchschnittswertung: 10.6/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Euan Lowson Lead And Backing-Vocals
Graeme Murray Bass, Second Voice, Guitar, Moog
Ronnie Brown Kboards, Backing-Vocals
Niall Mathewson Lead-Guitar, E-Bow, Backing-Vocals
Derek Forman Drums, Backing-Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Shock Treatment   (EMI-Single) 4.29
2. Cut And Run   (EMI-Single) 4.59
3. Arive Alive   (EMI-Single) 4.05
4. Rise And Fall Pt. 1   (Sentinel-Concept) 6.05
5. East West   (Sentinel-Concept) 4.58
6. March On Atlantis   (Sentinel-Concept) 5.23
7. Rise And Fall Pt. 2   (Sentinel-Concept) 4.08
8. Heart Attack   (Sentinel-Concept) 8.00
9. Atlantis   (Sentinel-Concept) 7.59
10. Ark Of Infinity   (Sentinel-Concept) 7.05
Gesamtlaufzeit57:11


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 5)


"The sentinel" gehört gekannt. Tolles songwriting, mal mit einer yes`schen Prise "Drama" ("arrive alive") versehen, mal an IQ erinnernd ("cut and run"), meist sehr rockig, krachend, aber auch mit viel Atmosphäre gesegnet und einer tüchtigen Portion Bombast gewürzt, überzeugt dieses NeoProg-Urgestein über weite Strecken. "Eastwest" gibt dem Hörer die volle Bombast-Kante mit einem Gitarrensolo Marke Rothery und der "March on Atlantis" strahlt eine Erhabenheit, Glorie und Grandezza aus, dass man am liebsten mitmarschieren will. Da erträgt man dann auch gut das etwas belanglose "heart attack" mit weinerlichem Gesang und hässlichen Quietschkeyboards. Ansonsten macht Euan Lowson seine Sache sehr gut. Zeitweise erinnert mich die Stimme ein wenig an Clive Nolan, allerdings eine Spur voller und kräftiger. Was mich ab und an etwas nervt ist das zu "hallig" abgemischte Schlagzeug im Allgemeinen und die scheppernde Snare-drum im Speziellen. So zum Beispiel in weiten Teilen von "Rise and Fall p1", welches im Übrigen zu den Höhepunkten der Platte gehört. Gegen Ende gleichen sich die Songs etwas, vor allem der Sound ist relativ uniform. "The sentinel" ist ein klassischer Vertreter des NeoProg und dürfte jedem Spass machen, der mit Marillion, Twelfth night, IQ und "Drama" (!) etwas anfangen kann.

Anspieltipp(s): arrive alive, eastwest, ark of infinity
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2004
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 9/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


PALLAS sind die Band, wegen der ich letztendlich zu Progrock_dt und damit auch zu den BBS gelangt bin.

Als Vorbemerkung muß ich vorwegschicken, dass ich mich an die neue CD-Version noch nicht so richtig gewöhnt habe, irgendwie stören mich die Singles am Anfang, und auch der Mix ist ein etwas anderer als die damalige deutsche LP, die ich immer noch im Ohr habe.

Die CD fängt bombastisch an, aber so viel komplexer als auf der nachfolgenden Platte finde ich die Kompositionen auch nicht, die Singles z.B. sind sehr eingängig, und mit dem dann neuen Sänger hätten sie problemlos auch auf THE WEDGE gepaßt. Das musikalische Konzept mit seinen diversen Aneinanderreihungen verschiedener Themen in einem Song ist nur stärker in den 70ern verhaftet.

Wirklich interessant wird es erst mit dem vierten Song, wo die eigentliche LP beginnt. Das erste Highlight IMHO ist "Eastwest", wo mir zum ersten Mal die Stimme des Sängers wirklich gefällt. Sonst klingt sie mir einfach zu operettenhaft, zu pathetisch, was eine Menge an den Songs kaputt macht (kann aber auch an der Produktion liegen, in der Stimme ist sehr viel Hall drin). Das Euan Lowson auch anders klingen kann, zeigen manche Passagen in "Arrive alive".

Überhaupt ist die ganze Produktion eher eine unfreiwillige Parodie auf den Bombast der Progzeiten, zu pompös kommt das Ganze daher mit Keyboardchören in Massen, verhallten Gitarrensolis und dem schon genannten Operettengesang. Auch manche Keyboardsounds sind grottenschlecht (z.B. in "Rise and Fall Part 1" - es klingt deutlich nach Werksklängen japanische Geräte.

Insgesamt für die 80er ein nettes Debüt, aber die Band sucht noch nach einem eigenen Stil. Es zeigt sich für meine Ohren, dass der Neoprog nicht so richtig überzeugen kann, wenn er nur versucht, die alten Bands zu klonen. Obwohl PALLAS es deutlich besser machen als MARILLION mit ihrem Debüt und ich die "ATLANTIS-Suite" vom Konzept wirklich schön finde, sind spätere Interpretationen und Werke der Band gelungener. Um meinen Nachredner zu widersprechen: Trotz Fanbonus meinerseits ist diese CD ist für Neoprogger wohl wichtig, aber im Gesamtkontext der Band doch nur gehobener Durchschnitt. Die Band wurde später immer besser :-))

Anspieltipp(s): die ATLANTIS-Suite
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2004
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 8/15

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Von: Dennis Egbers @ (Rezension 3 von 5)


Bei dem was meine Vorschreiber hier verzapft haben, muss ich dann doch mal einschreiten. Schließlich sind die Ausführungen von Jörg und Andreas zwar durchaus positiv, hinterlassen aber beim hauptsächlich auf Bewertungen schielenden Leser (der diese Haltung korrigieren sollte) wohl den Eindruck, "The Sentinel" sei nur gehobener Durchschnitt. Und diesen Eindruck will zumindest ich bei einem Album, dem im NeoProg höchstens noch von "Fact and Fiction" von Twelfth Night das Wasser gereicht wird, auf jeden Fall vermeiden.

"The Sentinel" besitzt nämlich definitiv alles, was des (Neo)Proggers Herz begehrt. Die Produktion ist edel und fett (natürlich bedingt durch die Herkunft aber nichts für Leute mit "80er-Allergie"), das Songwriting ist bis auf wenige Aussetzer ohne jeden Fehl und Tadel und abgesehen von minimalen Schwächen beim Drumming gibt es auch instrumental nichts zu meckern. Hinzu kommt der hervorragende Gesang von Euan Lowson, der nur dann getoppt wird, wenn Basser Graeme Murray seinen Rickenbacker mal in Ruhe lässt und zum Mikro greift (ja, ich bin einer von den Pallas-Fans, die Murray eigentlich sowohl Lowson als auch Alan Reed vorziehen, auch wenn er live nie ein Konzert durchhalten könnte). Weiterhin positiv ist natürlich wie immer anzumerken, dass Pallas im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen rocken und unter Dampf stehen. Die Gitarren dürfen krachen und jaulen, der Bass darf rotzen, und ab und an wird auch mal einfach eine Runde straight losgerockt.

Man kann sich zwar sicherlich streiten, ob das Einfügen der Singles vor dem eigentlichen Konzept eine kluge Idee war oder ob sie nicht besser hinten eingefügt worden wären, nichtsdestotrotz zaubern aber die alten Live-Klassiker "Arrive Alive" und "Cut And Run" trotz einfacherer Strukturen mindestens jedem ein Lächeln ins Gesicht, der die sympathischen Schotten einmal live erleben durfte. Das Konzept, insbesondere die auch in jüngerer Zeit noch live dargebotene Atlantis-Suite, packen dann natürlich nochmal ein Schippe drauf: Dramatisch (jaja, der Kalauer musste bei den Vergleichen der Vorschreiber sein), episch, symphonisch und zu keinem Zeitpunkt langweilig: Klasse. Da kann man dann auch mit Leichtigkeit verschmerzen, dass es natürlich wie immer im NeoProg eine Antikriegsthematik sein musste. NEIN, ich will natürlich keine Prokriegsthematik aber man könnte ja auch mal was anderes als Thema hernehmen, z.B. das Aufzuchtverhalten von Maulbrütern - oder so ähnlich...

Eh, wo waren wir? Ach ja, das Fazit: Klasse! Kaufen!

Anspieltipp(s): East West (der Gesang zu Beginn alleine ist schon göttlich), Rise And Fall, Cut And Run
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2006
Letzte Änderung: 25.1.2006
Wertung: 13/15

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Von: Gün Schote @ (Rezension 4 von 5)


It's like the colour of your hair, it always comes back, sinnierte Fish einst auf den Einfluss von Genesis auf Marillion angesprochen. Mir geht's ähnlich, nur dass ich damit meine, als Hörer immer wieder beim Neo-Prog der 80ern zu landen.

"The Sentinel" war ursprünglich als Doppelalbum gedacht. Euan Lowson berichtete vor dem Gang ins Studio, dass Pallas gedenken, nichts Geringeres aufzunehmen, als das ultimative Progressive Rock-Doppel-Konzeptalbum! Doch diese Rechnung hat die Band ohne die EMI gemacht und so wurde "The Sentinel" was es ist: irgendwie ein fauler Kompromiss. Und weil der Band dieser Kompromiss nicht weit genug zu gehen schien, hat man für den CD-Release das hübsche "Rise & Fall" auch noch in zwei Teile zerstückelt. Eine Schande! Auf Mythopoeia findet sich zwar eine Version in der Originallänge von rund 10 Minuten, doch die Produktion ist leider nicht vergleichbar.

Eddie Offord sorgt auf "The Sentinel" für einen mächtigen Klang, mal hymnisch, oft bedrohlich, dabei immer bombastisch. Die Stücke des Konzeptes, welche die EMI nicht auf der LP haben wollte, durften die Schotten dann auch gleich mal selbst aufnehmen. Einen größeren Bruch im Sound gibt es glücklicherweise nicht.

Ich darf mal wieder etwas in meinen Erinnerungen wühlen: Februar 1985, ich war im vollen Marillion-Wahn und las von einer weiteren Band, die "solche Musik" macht: Pallas. Gut, in meinem jugendlichen Leichtsinn also nachmittags nach der Schule in den Plattenladen meines Vertrauens gepilgert, zum Fach "P" gestürmt und doch glatt nach einigen Momenten "The Sentinel" aus dem Regal gezogen! Man darf mir glauben, dass die Erde unter meinen Füssen bebte. Was für ein Cover! Ich klappte es auf. Sechs Songs, so wie auf der "Script". Juchhu! Ein Stück war zehn Minuten lang, andere acht - nie war der Weg zum heimischen Plattenspieler länger als an diesem Nachmittag!

Was mich erwartete, war, was ich als "junger" Progressive Rock-Fan suchte: Musik wie die von Genesis und Yes von einer neuen, aktuellen Band. Bombast, ein theatralischer Sänger, fette Keyboards und Gitarrensoli eingepackt in einem fantasievollem Fold-Out-Cover.

Das Album blies mich erst um und anschließend weg.

Heute halte ich es zwar nicht mehr für ein Meisterwerk, aber immerhin für ein starkes Stück Progressive Rock jener Tage. Die Klasse dieses Albums konnten Pallas bis heute nicht annähernd wieder erreichen, wenngleich man spätestens seit "The Cross & the Crucible" versuchte, die Atmosphäre wiederzubeleben.

Pallas waren sehr ambitioniert und die EMI setzen auf dieses Pferdchen. Doch leider war das Publikum für die neo-progressiven Bands zu gering und Marillion, die wenige Monate zuvor mit "Script" für EMI eigentlich nur ein Testballon sein sollten, hatten den Markt kommerziell schon abgegrast.

PS: Ein Tipp für den potentiellen Neukäufer ist die recht liebevolle The Sentinel-Veröffentlichung (The Artwork Collector's Series) von Inside Out.

Anspieltipp(s): Atlantis
Vergleichbar mit: Marillion, Twelfth Night, IQ, Pendragon
Veröffentlicht am: 8.2.2010
Letzte Änderung: 11.9.2012
Wertung: 12/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 5 von 5)


"The Sentinel" ist ein unbestrittener Neoprog-Klassiker, der im typischen Soundbild der 80er Jahre im Zeichen eines kraftvollen Bombastrocks steht. Die Schotten waren sicherlich von den seligen 70er Jahren inspiriert, verstanden es aber, die Inspiration bei Yes & Co. in das Jahr 1984 zu transportieren und die unterkühlten Synthiefanfaren dieser Zeit mit kraftvollen Hardrockriffs zu vereinen. Die Zeit für eine nostalgische Rückbesinnung in die glorreiche Zeit der symphonischen Rockmusik war längst noch nicht gekommen. Die Zeichen standen ganz auf Synthie-Pop oder der NWOBHM als Gegenpol hierzu. Irgendwo im Niemandsland dazwischen zeigten sich die verschiedensten Facetten des Melodic Rocks/AOR angesiedelt, der in technischer Perfektion auf griffige Harmonien setzte und bisweilen auch eine pompös-progressive Einfärbung offenbarte.

Pallas wirken auf ihrem Debüt in pathetischen Harmonien wie eine altgediente Hardrockband, die voller Elan und ungebremstem Selbstbewusstsein den Spagat zwischen griffigen Rockharmonien und sirenenartigen Synthiefanfaren vollzieht, ohne dass sich dabei die stilististischen Gegenpole gegenseitig ausbremsen. Ein Song wie "Arrive Alive" klingt unverblümt nach einer symphonischen Variante des typischen Stadionrocks seiner Zeit, ohne sich dabei allzu penetrant in den Vordergrund zu drängen.

"Rise And Fall Pt. 1" und "March On Atlantis" bieten fulminanten Neoprogbombast im bewusst klinisch kalten 80er Jahre Sound mit einem auffälligen Science Fiction-Flair. Im behutsamen Spannungsaufbau kulminieren die Songs in einem wagnerianisch-rockigen Reigen, in dem sich griffige Harmonien mit einem pathetischen Tastenprunk paaren. Voller Leidenschaft wird dem Hörer hier das fast völlig vernachlässigte bzw. ignorierte Bindeglied zwischen dem mellotronlastigen Kunstrock der 70er Jahre und den griffigen Hardrocktugenden des gleichen Zeitraums geboten. Pallas verstanden es perfekt, in eingängigen Rockgrooves dynamische Klangkathedralen zu schaffen, die sich zu einem bewusst auf die Spitze getrieben Überschwang auftürmen. "The Sentinel" klingt über große Strecken so, als ob hier im überquellenden Elan eine ganze Stirichtung der von wagnerianischem Pomp dominierten Rockmusik im Alleingang begründet werden sollte. Es wundert schon sehr, warum Pallas irrtümlich oft als direkte Antwort auf Yes bezeichnet werden und niemals der Name Saga in den Raum geworfen wird. Pallas klingen über weite Strecken wie eine archaisch-strenge Antwort auf die Kanadier.

Anspieltipp(s): Arrive Alive, March On Atlantis
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.12.2011
Letzte Änderung: 20.12.2011
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pallas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 Knightmoves to Wedge 8.00 3
1998 Arrive Alive 8.67 3
1999 Beat the Drum 9.00 3
2000 Live our lives 10.00 2
2001 The Cross And The Crucible 10.00 3
2002 Mythopoeia 9.50 2
2003 The Blinding Darkness (DVD) 13.00 1
2003 The Blinding Darkness 10.00 2
2005 The River Sessions 1 9.00 1
2005 The River Sessions 2 10.00 1
2005 The Dreams Of Men 11.00 3
2006 Official Bootleg 27.01.06 8.00 1
2011 XXV 10.00 3

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