SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
16.9.2014
Frequency Drift - Summer
15.9.2014
FreddeGredde - Brighter Skies
14.9.2014
Cosmic Hoffmann - Beyond The Galaxy
Pymlico - Guiding Light
13.9.2014
Thierry Zaboïtzeff - Aria Primitiva
Marco Minnemann - Eeps
12.9.2014
The Sixxis - Hollow Shrine
Gustavo Jobim & Visszajáró - Arrival
Ian Anderson - Thick As A Brick. Live in Iceland
Zantilla - Encounters
Utopianisti - Utopianisti II + Utopianisti meets Black Motor & Jon Ballantyne
11.9.2014
Margin - Psychedelic Teatime
Row Boat - Romance
10.9.2014
Brückner & Everling - Sparrows
Garden Music Project - Inspired by Syd Barrett's Artwork
Electric Orange - Volume 10
9.9.2014
Arlekin - Disguise Serenades
Distorted Harmony - Chain Reaction
ARCHIV
STATISTIK
20584 Rezensionen zu 13999 Alben von 5370 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Pendragon

Kowtow

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label:
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nick Barrett vocals,guitars
Pete Gee bass
Fudge Smith drums
Clive Nolan keyboards

Gastmusiker

Julian Siegal sax

Tracklist

Disc 1
1. Saved by you 4:01
2. The Mask 4:00
3. Time for a change 3:59
4. I walk the rope 4:49
5. 2 AM 4:16
6. Total recall 7:05
7. The haunting 10:43
8. Solid Heart 4:23
9. Kowtow 8:51
Gesamtlaufzeit52:07


Rezensionen


Von: Gün Schote @


"Kowtow" hat einige Mankos: es klingt grauenhaft, hat ein Low-Budget-Cover (original in schwarz/weiß, später als CD mit roter Schrift) und wurde von einer Band aufgenommen, die nicht so richtig wusste, wohin die Reise gehen soll. Die EMI, die mit dem Gedanken spielte, die Band unter Vertrag zu nehmen, verlor schon Monate zuvor das Interesse.

Nach dem Prog-Revival mit seiner Vielzahl an ausufernden Kompositionen zu Beginn der 80er ging der Trend in der britischen Prog-Szene zu Ende des Jahrzehnts hin zu kürzeren, eingängigeren Stücken und auch Pendragon orientierten sich in diese Richtung. Neue Songs wie "Eye for an Eye", "Saved by You" und "Solid Heart" folgten auf die Single "Red Shoes". Die "Kowtow"-LP trennte dann konsequenterweise die Pop-Songs auf Seite 1 von den längeren Stücken auf der zweiten Seite. Die running-order für die CD wurde später leicht verändert: "Solid Heart" rutschte nach hinten und das zunächst nicht auf "Kowtow" enthaltene "Saved by You" eröffnet die CD quasi als Bonus-Track.

"Saved by You" ist ein interessantes Stück. Dies liegt weniger am Song selbst, als vielmehr an seiner Geschichte. Vertrieben wurde "Saved by You" von Bellaphon Records Germany. Deren Sitz befand sich in den 80ern in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes und man darf mir glauben, dass mir 1991 fast die Augen raus fielen, als ich an den Schaufenstern von Bellaphon vorbeilief und die gesamte Auslage mit Pendragon-Singles (CD-Singles, damals eine verdammt coole Sache!) dekoriert war! Was zur Hölle hatten die denn vor? Nick Barrett und Anhang produzierten zudem ein Promo-Video zu dem Song, in welchem Nick eine fantastische Schönheit durch den Marquee-Club und Soho verfolgt. Ich hatte die Ehre, den Song direkt nach den Aufnahmen in einem Rohmix zu hören und zu diesem Zeitpunkt war er noch ein echter Rocker mit sehr dominanter Gitarre, die später im finalen Mix etwas zurückgefahren wurde. So wurde "Saved by You" ein netter 80er Jahre Pop/Rock-Song ohne Tiefgang.

Aber zurück zum eigentlichen Album. Wenn man sich durch die kürzeren Stücke hört, dann klingt das alles irgendwie ganz nett, aber keineswegs restlos fesselnd. Marillion, IQ oder neue Bands wie Galahad und Aragon hatten da die Nase vorn. "2 AM" ragt allerdings deutlich aus der Reihe der kurzen Stücke hervor. Obwohl "2 AM" sehr rührend ist und das Saxophon auch eher ungewöhnlich für Pendragon klingt, ist der Song keineswegs kitschig, doch leidet er (wie das gesamte Album) an seinem mäßigen Sound. Zur gleichen Zeit war der neue Keyboarder Clive Nolan auch mit seiner Band The Cast (ein Shadowland-Vorläufer) aktiv. Der später so gefürchtete Nolan-Sound existierte damals noch nicht und The Cast produzierten 1A Pop/Rock mit einem wirklich starken Sänger namens Simon. Als naiver Teenie fragte ich mich, warum Nolan nicht die kurzen Songs für Pendragon schreibt, da jene aus seiner Feder (auf Skeletons in the Cupboard ist z.B. "Walk on Water" zu hören, leider von Nolan gesungen) jene auf "Kowtow" locker in den Schatten stellten.

Anders Seite 2 bzw. die drei längeren Stücke des Albums. "Total Recall" hätte zu einer echten Perle des 80er Neo-Prog werden können - wäre es nur halbwegs ordentlich produziert worden! Das Schlagzeug (ich war nie ein großer Fan des Schlagzeugspiels von Fudge) klingt böse, der Sound insgesamt ist dünn. Der balladeske Song selbst (eine Gee-Komposition) ist wundervoll und vielleicht das Highlight des Albums. Diesen Titel könnte sich aber auch "The Haunting" schnappen, das es locker mit dem Klassiker "The Black Knight" aufnehmen kann. Was diese beiden Longtracks stark voneinander unterscheidet sind Barretts Lyrics. Klar, der schwarze Ritter trabte noch prog-typisch durch mittelalterliche Sümpfe, während Barrett sich für "The Haunting" deutlich von Fish und dessen "Beziehungs"-Texte auf "Fugazi" hat inspirieren lassen. Und auch beim abschließenden Titelstück kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass "Fugazi" Pate stand. Selbstverständlich reicht "Kowtow" nicht an die Dramatik des Marillionsongs heran und auch wenn es über Jahre ein Live-Favorit der Band bleiben sollte, ist es nicht wirklich ein Prachtstück im Werk der Band.

Das uninspirierte Cover rundet den sehr durchwachsenen Eindruck des Albums ab. Mieser Sound, einige gute, einige durchschnittliche Stücke machen "Kowtow" zu einem unglücklichen Album aus der Saure-Gurken-Zeit des Progressive Rock. Da war deutlich mehr drin!

Anspieltipp(s): Total Recall
Vergleichbar mit: Marillion, IQ
Veröffentlicht am: 26.12.2010
Letzte Änderung: 5.4.2013
Wertung: 8/15
8,5

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1991 The World 7.00 3
1991 The rest of 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2014; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum