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Manfred Mann's Earth Band

The Roaring Silence

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: Bronze Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Chris Thompson Gesang, Gitarre
Dave Flett Gitarre
Colin Pattenden Bass
Chris Slade Schlagzeug
Manfred Mann Keyboards, Gesang

Gastmusiker

Barbara Thompson Saxophon bei "Singing The Dolphin Through"

Tracklist

Disc 1
1. Blinded By The Light 7:09
2. Singing The Dolphin Through 8:19
3. Waiter, There's A Yawn In My Ear 5:38
4. The Road To Babylon 6:53
5. This Side Of Paradise 4:47
6. Starbird 3:10
7. Questions 4:00
8. Spirits In The Night   (US-Version) 3:16
9. Blinded By The Light   (Single Edit) 3:49
Gesamtlaufzeit47:01


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Auf "The Roaring Silence" gab es den ersten Besetzungswechsel der Earthband-Geschichte, für den ausgeschiedenen Mick Rogers kamen Gitarrist Dave Flett und der aus Neuseeland stammende Sänger Chris Thompson. Letzterer wurde durch seine Arbeit mit der Earthband schlagartig bekannt und ist seitdem ein gesuchter Sessionmusiker; für viele ist er *die* Stimme der Earthband überhaupt. Also, mir gefällt Rogers besser, aber Thompson ist durchaus ein würdiger Nachfolger mit einer ebenfalls sehr charakteristischen Stimme.

"The Roaring Silence" ist das erfolgreichste aller Earthband-Alben, in den USA blieb es 37 Wochen in den Charts und kam bis auf Nr. 1. Zum Erfolg des Albums trug vor allem ein Song bei, Bruce Springsteens "Blinded By The Light", das als Single die weltweiten Hitparaden stürmte. In dem Song gibt es ein sehr schönes Gitarrensolo von Dave Flett. Schade, dass er nach dem Folgealbum "Watch" die Earthband schon wieder verlassen hat.

Mit "Singing The Dolphin Through" folgt ein sehr ruhiges Stück mit geradezu ätherischen Keyboards. Gegen Ende setzt Gastmusikerin Barbara Thompson am Saxophon ein paar jazzige Akzente. "Waiter..." ist ein recht flottes Instrumentalstück mit schönem Moog-Einsatz. Das Stück wurde live mit ein paar Overdubs aufgenommen. "The Road To Babylon" beginnt mit einem A-Capella-Kanon, wandelt sich dann in einen kraftvollen Song mit dezentem Choreinsatz. Auf dem gemächlichen "This Side of Paradise" zeigt Manfred Mann wieder seine Virtuosität auf dem Mini-Moog.

Das kurze "Starbird" beginnt, ähnlich wie "Road to Babylon", mit einem A-Capella-Kanon, dann folgt ein leicht angejazzter Instrumentalteil, bis dann am Ende der Gesang wieder aufgenommen wird. Mit "Question" folgt dann noch ein sehr ruhiges, balladenhaftes Stück mit sanftem E-Piano und unaufdringlichem Mellotron-Chor.

Die neue Remaster-Ausgabe enthält als Bonus eine Alternativ-Version von "Spirits in the Night", das ursprünglich auf dem Vorgänger "Nightingales and Bombers" erschien und hier von Chris Thompson gesungen wird. In dieser Version war der Songs auf der US-Ausgabe von "The Roaring Silence" enthalten. Dazu gibt es noch die Single-Version von "Blinded By The Light", die schändlicherweise um Dave Fletts tolles Solo gekürzt ist.

"The Roaring Silence" gehört, auch wenn es insgesamt etwas "glatter" als die vorherigen Alben ist, zu den besten Werken der Earthband.

Anspieltipp(s): The Road To Baylon, Waiter There's A Yawn In My Ear
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.2.2003
Letzte Änderung: 26.12.2003
Wertung: 11/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 3)


The Roaring Silence hat mich - jung und naiv - einst darüber belehrt, dass Rockmusiker gern als eigene Idee ausgeben, was bedeutenderen Musikern eingefallen ist. Dass "Starbird" auf Stravinskys Feuervogel basiert, hatte man natürlich schnell raus, das Thema kursierte und kursiert in Progkreisen ja sehr viel, vgl. Yes.

Länger dauerte es, bis man beim zufälligen Hören aufschnappte, dass auch der nachfolgende Song keineswegs (wie auf dem LP-Cover angegeben) eine MM-Eigenkomposition ist. Die Melodie von "Questions" wurde aus Schuberts Impromptu Nr. 3 in g-moll, op. 90 "entliehen". Falls es weitere ähnliche "Anleihen" auf der Platte gibt, sind sie mir entfallen, aber bei "Questions" täuscht mich meine Erinnerung nicht.

Keine Ahnung, ob die Booklets der CD-Versionen inzwischen für Klarheit gesorgt haben, auf der Band-Webseite wird sie jedenfalls nach wie vor nicht geschaffen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.3.2004
Letzte Änderung: 28.3.2004
Wertung: keine

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Mit "Nightingales & Bombers" wurde der Grundstein zu einer musikalischen Kommerzialisierung gelegt, der mit neuem Sänger, dem Neuseeländer Chris Thompson, auf "The Roaring Silence" zu einer festen Burg wurde. Dabei zeigt sich gerade auf diesem Album, dass Kommerzialisierung nicht automatisch qualitative Verflachung bedeuten muss. Im Gegenteil!

"The Roaring Silence" strahlt auf mich unterstützt durch viel Chorgesang diese gewisse Erhabenheit, ja geradezu Sakralität aus, wie die Earthband sie seit "Solar Fire" nicht mehr in diesem Maße erreicht hatte. Und dies gelang, ohne dass allzuviele Cover-Versionen - eigentlich die besondere Stärke Manfred Manns - bemüht werden mussten. Wobei die Kollegen ja schon festgestellt haben, dass Mann hier etwas gemogelt hat, wenn er Teile von klassischen Kompositionen als Eigenkompositionen ausgegeben hat...

Der Springsteen-Song "Blinded by the Light" - nach "Spirits in the Night" schon die zweite Verwertung eines Songs des Amerikaners! - ist eine der bekanntesten Hymnen der Earthband schlechthin geworden. Hymnisch geht es auch bei "Singing the Dolphin through", "Starbird" und "Questions" zu, wobei "The Road to Babylon" wohl neben "Father of Day, Father of Night" und "Visionary Mountains" wohl der erhabenste Song Manns sein dürfte. Mit dem flotten Instrumentalsong "Waiter, there's a Yawn in my Ear" klingen auch die alten Earthband-Zeiten nochmal an.

Auf "Watch" geht es wieder etwas mehr down to earth. Melodisch und instrumental stehen beide Alben, die für mich zusammen mit "Solar Fire" (nebst "The Good Earth" und "Nightingales and Bombers") die künstlerischen Höhepunkte der Earthband darstellen, auf einem Level. "The Roaring Silence" ist so etwas wie der besser situierte, ältere Bruder von "Watch".

Anspieltipp(s): The Road to Babylon, Singing the Dolphin through, Blinded by the Light
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.1.2012
Letzte Änderung: 1.8.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Manfred Mann's Earth Band

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Manfred Mann's Earth Band 7.00 1
1972 Glorified Magnified 9.00 1
1973 Solar Fire 13.67 3
1973 Messin' 9.00 1
1974 The Good Earth 12.00 1
1975 Nightingales and Bombers 12.50 2
1978 Watch 12.00 3
1979 Angel Station 8.00 2
1980 Chance 7.00 2
1982 Somewhere In Afrika 10.00 2
1983 Budapest Live 9.00 2
1986 Criminal Tango 5.00 1
1987 Masque 4.00 1
1996 Soft Vengeance 5.50 2
1998 Mann Alive 8.00 1
2001 Wired 10.00 1

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