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Trigon

HeiZEN

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; HardRock; Spacerock
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Rainer Lange Gitarre
Stefan Lange Bass
Daniel Beckmann Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. HeiZEN 3:22
2. Einmal durchpusten bitte! 6:13
3. Verbiegt die Kontrollen zum Herz der Sonne 4:29
4. Wunder werden billigend in Kauf genommen 5:21
5. Appell an die niedrigsten Instinkte 4:25
6. Aktivierung des Selbstzerstörungsmechanismus 10:40
7. Apokalyptische Übergabe 7:33
8. Tritt auf die Euphoriebremse 9:20
9. Ich glaub in dir zieht's 7:01
10. Trister Zeitdruck 4:38
11. Alles wird gut 6:18
12. Er wusste Bescheid 4:55
13. Mit fiebrig fummelnden Fingern 4:53
Gesamtlaufzeit79:08


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Trigon ist ein 1989 gegründetes, in Karlsruhe beheimatetes Trio, und "HeiZEN" ist, man höre und staune, ihr 20. (!) Album. Dieses und seine 19 Vorgänger kann man ganz legal auf der Internetseite der Band kostenlos herunterladen.

Nach schlechten Erfahrungen mit einem ursprünglich mal zur Band gehörenden Sänger haben sich Trigon mittlerweile gänzlich der Instrumentalmusik verschrieben. "Singen darf bei uns nur die Gitarre" lautet einer der Grundsätze des Trios, und Gitarrist Rainer Lange entlockt seinem Instrument derart vielseitige Klänge, dass man einen "richtigen" Sänger zu keiner Zeit vermisst. Dazu kommt die kraftvolle Rhythmussektion aus Bassist Stefan Lange und Schlagzeuger Daniel Beckmann.

Die Musik auf "HeiZEN" entstand bei einer heimischen Jam Session, ist also zum größten Teil improvisiert. Trigon selbst bezeichnen ihren Stil als "Heavy Zen Jazz". Nun, heavy ist die Musik auf jeden Fall, Jazz ist auch ein bisschen dabei, bei Zen bin ich mir nicht so sicher. Für mich geht es stark in die Psychedelic/Spacerock-Richtung, als Vergleiche kommen mir vor allem die beiden ersten Alben von Guru Guru in den Sinn. Das heißt nicht, dass Trigon "retro" sind; aber neben der Instrumentierung erinnern auch der dynamische, raue, ungeschliffene Heavy-Sound von "HeiZEN" an Sachen wie Guru Gurus "Ufo"-Album. Allerdings sind Trigon deutlich komplexer und "frickeliger".

"HeiZEN" ist vor allem Leibhabern der etwas härteren, gefrickelten Variante des Progressive Rock zu empfehlen. Da dieses Album aber, ebenso wie seine 19 Vorgänger, kostenlos erhältlich ist, kann auch der nicht so Frickel-Begeisterte einen Hörversuch wagen.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: Guru Guru - Ufo
Veröffentlicht am: 31.3.2003
Letzte Änderung: 31.3.2003
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Trigon wandeln auf "HeiZEN" wahrlich auf den Pfaden von Guru Guru, wie von Jochen bereits festgestellt. In wüsten Jams exerziert die Band um die Brüder Rainer und Stefan Lange einen freakigen Psychedelic-Sound, der von harten Gitarrenriffs geprägt ist. Wäre das Album 30 Jahre früher herausgebracht worden, hätte die schreibende Zunft von drogengeschwängerten Trips geschrieben, denen sich das Trio ohne große melodische Harmonien in kompromissloser Uferlosigkeit gewidmet hat. In bester Krautrockmanier wird hier frei von einem stilistischen Gerüst und Konzept musiziert. Es enttäuscht schon fast, wenn der mit der Band nicht vertraute Hörer, die Musiker als freundliche Zeitgenossen mit einem gehörigen Sinn für Humor kennen lernt. Der Gesamteindruck der hier vorliegenden Aufnahmen erweckt eher den Eindruck, es hier mit wüsten und abgefahrenen Zeitgenossen tun zu haben, die sich einfach einen Dreck um irgendwelche musikalische Konventionen scheren. Das Endergebnis wirkt einfach sehr "gestoned". Vor dem geistigen Auge sieht man amateurhafte Filmaufnahmen aus den frühen Siebzigern, die unlängst in der Deutschrock-Nacht des WDR zu sehen waren. Zottelige Zeitgenossen mit langer Mähne und ebensolchen Bärten springen beim Hören dieser CD im Kopf des Schreiberlings umher, die zusammen in einer Kommune leben, sich mittels allerlei Zutaten in tranceartige Zustände bringen und in ellenlangen Sessions zusammen musizieren. Diese Zeiten sind längst vorbei, umso erstaunlicher ist es, dass eine Band im Jahr 2002 fast haargenau diese Stimmung eingefangen hat. Im wahren Leben wohl Biedermänner wie Du und ich, hören sich Trigon so an, als ob sie hier dem ganzen Musikbusiness einen gehörigen Arschtritt verpassen wollen. Dies geschieht nicht so bierernst und weltverbesserisch wie vor über einem viertel Jahrhundert, sondern stets mit einem gewissen Augenzwinkern. Das musikalische Endprodukt hört sich aber nicht viel anders an, mit allen Stärken, aber auch etlichen Schwächen.

Die ungebändigte Energie und der heavy-psychedelische Entdeckungsgeist stoßen trotz aller löblichen Kompromisslosigkeit immer wieder auf ihre Grenzen, da die hier vorhandenen musikalischen Ideen keinesfalls für einen spannungsreichen Gesamthöreindruck ausreichen, sondern bis zum absoluten Exzess ausgetreten werden. Somit fällt es schwer, dem jammigen Soundgebräu über einen Zeitrum von rund 79 Minuten aufmerksam sein Ohr zu schenken. Vieles klingt zu ähnlich und auf der hier vorhandenen Soundkonserve auf Dauer doch zu eintönig. Auch in psychedelischen Jams kann man gerne auch mal einen atmosphärischen Ruhepol einfließen lassen oder die einzelnen Titel mit markanteren Haken versehen, um eine gewisse Abgrenzung voneinander zu erzielen.

Die stilistische Selbsteinschätzung der Band als "Heavy Zen Jazz" ist im Grunde ebensolcher Unsinn wie die Songtitel selbst. "Aktivierung des Selbstzerstörungsmechanismus" stellt mit seiner quälend-beißenden Gitarre eine Zerreißprobe für die Nerven mancher Hörer dar. Nach rund 45 Minuten schwindet beim konzentrierten Hören die notwendige Aufmerksamkeit rapide.

Anspieltipp(s): beliebig
Vergleichbar mit: Guru Guru
Veröffentlicht am: 13.4.2007
Letzte Änderung: 2.10.2013
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Trigon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Beschränkte Haftung 10.00 1
2002 Burg Herzberg Festival 2002 9.00 1
2003 Das UMO-Mandat 11.00 1
2003 2. Artrock-Festival - Live 2003 10.00 1
2004 Live im Schlachthof Lahr, 16.10.2004 10.00 1
2004 Herzberg 2004 12.00 3
2004 Continuum 11.00 1
2004 Progparade 4 - Live 9.50 2
2005 Emergent 11.67 3
2007 Live 2007 (DVD) 12.50 2
2011 2011 12.00 1

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