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Hands

Twenty Five Winters

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Folk; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR; sonstiges
Label: Shroom Productions
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rex Bozarth Bass, Stick, Cello, Vocals
Michael Clay Keys, Piano, Synths, GTR, E-Woodwinds, Devices, Composer
Martin McCall Drums, Electronics
Mark Menikos Violins, Mandolinm Ac-GTR, Vocals
Ernie Myers Vocals, GTR, Composer

Gastmusiker

John Fiveash Drums (1,2,3,4,6) B-Vocals (1)
Steve Parker B-Vocals (1)
Chris Dulen French Horn (7)

Tracklist

Disc 1
1. Knock/Enter 6.50
2. Walls 4.14
3. Green Room (Pt. 1 & 2)   (Instr.) 3.51
4. Dance Of Light And Darkness 5.09
5. I Laughed Aloud   (Instr.) 2.46
6. Zombieroach (Pt. 3)   (Instr.) 4.46
7. Leaving

1. Song Of Summer
2. Vigil For One
3. The Traveller's Lament (Instr.)
4. Above And Below

11.25
Gesamtlaufzeit39:01


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 3)


Hands existiert schon seit etwa Mitte der 70er Jahre. Es handelte sich ursprünglich um einen Haufen Musikstudenten, die hochprofessionell vor sich hin musizierten, aber aus dem einen oder anderen Grund niemals eine Platte veröffentlichten. Ausgewiesene Zufälle führten zur Wiederentdeckung der mannigfaltigen "Demo-Aufnahmen" (tatsächlich gereichen die Songs auch klanglich zu allen Ehren) und schließlich zur Veröffentlichung der Alben Hands und Palm Mystery, welche angesprochene Demos beinhalten.

Twenty Five Winters ist somit das Debut einer Band, die in 100 und einer Besetzung seit 25-30 Jahren existiert - strange!

Wie positiv sich kräftiges Üben für ein Debut Album auswirkt, beweisen Hands mit diesem Album, das klanglich und kompositorisch zur Spitze der 2002 veröffentlichten Progscheiben gehört.

Es wird eine ausgewogene Mischung aus folkloristischen (geradezu Texas-Country) und retro-proggigen Anteilen geboten.

Besonders hervorstechend sind der heftige Einsatz von Fidel, die neben der Mandoline für diesen positiven Country-touch sorgt. Hands bieten tolle Chorgesänge a la Echolyn, Gentle Giant und auch die wunderschöne Stimme von Ernie Myers weiss voll zu überzeugen. Die extrem melodiösen Songs, die immer genug Anspruch aufweisen um auch die Frickelfraktion zu beglücken, machen einfach Spass und vermitteln tolle Atmosphäre, mal vergnügt, aber auch nachdenklich oder gar melancholisch.

Knock/Enter beginnt zunächst akustisch gehalten, erfreut mit angesprochenen Gesangsleistungen und bietet schließlich im Instrumental-Teil (mit deutlichen Chor-Anleihen bei Echolyn) furiosen Prog-Rock der Marke Spitzenklasse, hier kommen auch die geschmackvollen 70er Jahre Keyboardsounds zur Geltung, die das Stück endgültig veredeln. Die Fidel ist allgegenwärtig (damit hammse mich ;)) und die knapp 7 Minuten sind viel zu schnell rum.

Walls ist dann das nächste Highlight - hier kommt man sich zunächst tatsächlich wie auf einer Texas-Ranch-Party vor (ich hör da sogar 'ne Mundorgel, oder so), ehe der Gesang völlig losgelöst in proggig-abgefahrener Manier die 70er Jahre wieder aufleben lässt. Mir kommen die genialen Madrigal in den Sinn, die allerdings mit Sicherheit von Hands beeinflusst sind. Eine melancholische Geigenpassage leitet in den treibenden Instrumental-Abschluss. Spitze, was man in 4 Minuten so alles auf die Beine bringt.

Green Room Pt. 1 ist ein Bass/Gitarre/Geige Intermezzo, welches nach den drängenden Einstiegsongs das Tempo zurück nimmt und in einem (Pt. 2) wunderschönen, melancholischen Piano/Geigen-Teil (mit Band-Begleitung) ausklingt.

Es folgt der Überhammer des Albums:

Dance Of Light And Darkness ist verspielt, irrwitzig und abgefahren. Percussion-Elemente treffen auf diesen "Gentle Giant Gesang" (Wahnsinn!) und dann wird, basierend auf einem Mega-Fuzz-Bass, eine Symbiose aus Beatles und Gentle Giant gezaubert, die ihresgleichen sucht (alle Thoughts dieser Welt erreichen nicht diese Gelassenheit!), der Sound ist überragend und die Geige darf sich austoben - vielleicht ist der Song nicht wirklich eigenständig (die Beatles sind wirklich zum Greifen nah), aber hier wird so dermassen mit Schmackes und Spass an der Freud musiziert, darüber hinaus mit einer beängstigenden Souveränität, das man einfach "abfahren" muss. Hammer!

I Laughed Aloud ist ein reines, wieder wunderschönes, Piano/Geigen Duett - fast schon klassisch und immer wieder ein erholender Pol nach den abgefahrenen Up-Tempo Gesang-Nummern der Band.

Zombieroach Pt. 3 ist ein verrücktes Instrumental, das erneut auf treibendem Bass und fast schon hardrockigen Gitarren basiert - zwischenzeitlich immer wieder ein bisschen Flötentöne und Spinett-Sounds, Geige und geile Bassläufe. Ein lieblicher Piano-Lauf führt ins Final Grandioso. F-a-n-t-a-s-t-i-s-c-h!

Leaving ist der Longtrack der Scheibe, und obwohl die einzelnen Parts erneut wunderbar sind, zeigt sich hier die Krux der (vermeintlichen) Erwartungshaltung der Proggies. Die Übergänge sind nicht so richtig ausgereift, es wirkt schon alles ein bisschen aneinandergeklatscht und entsprechend wird die erzeugte Stimmung im Folgepart nicht weitergetragen. Leaving ist eher melancholisch und ruhig, im Song Of Summer kommt es zu ausgiebigen French-Horn (geht Euch das auch so? - French Horns finde ich immer sehr melancholisch) Einsatz. Ansonsten unterstützt ein Akustik-Piano und Xylophon Tupfer den wunderschönen Gesang Ernie Myers. Vigil For One wartet mit Akustik Gitarren und Synthiesounds auf - es bleibt ruhig und der verfremdete Gesang, sowie die Gesangsmelodien erinnern wieder stark an die Beatles - irgendwie ein bisschen psychedelisch. The Traveller's Lament (Lament? Crimso? Genau!) ist eine eindeutige Verbeugung vor Norbert Fripp in der Mitsiebziger-Phase, aber absolut! Hier kommen auch die elektronischen Holzbläser (hallo, Mel Collins) zum Einsatz. Ein völlig wahnsinniges, in sich schlüssiges Instrumental-Teil, das nur leider so gar nicht in den Kontext des Songs passen möchte, denn Above And Below bietet dann eine symphonische Reprise des Einstiegsthemas - hier fühle ich mich an Salem Hill erinnert.

Leaving ist meilenweit davon entfernt ein schlechter Song zu sein, nur hätte *ich* aus Song Of Summer mit Above And Below, Traveller's Lament und Vigil For One je einen Song gemacht - so ist es eine Suite mit tollen Einzelstücken und eher wenig gelungenen Übergängen.

Ich bin mehr als verwirrt, da ich weiss, dass unter den BBS-Rezensenten der ein oder andere ist, der sich sehr für Hands begeistern kann. Warum dann solch ein Kleinod aus dem letzten Jahr an uns vorbeirauscht ist mir absolut unverständlich.

Twenty Five Winters ist einfach wunderbar und sollte auf jeden Fall von Spock's Beard, Echolyn, Kansas Fans angetestet werden. Natürlich stehen die Texaner auf der amerikanischen Seite des Prog, aber selbst denjenigen, denen SB zu mainstreamig daherkommt, sei eine Hörempfehlung anheim gelegt.

Im übrigen kommen die echten Progperlen des Jahrgangs 2002 alle aus Amerika:

IZZ - I Move

Echolyn - Mei

Hands - Twenty Five Winters

Karmakanic - Entering The Spectra (na gut, kommt aus Schweden, klingt aber nach USA ;))

Anspieltipp(s): Dance Of Light And Darkness
Vergleichbar mit: Echolyn, Madrigal, Salem Hill
Veröffentlicht am: 14.5.2003
Letzte Änderung: 29.6.2004
Wertung: 13/15

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Von: Jürgen Meurer @ (Rezension 2 von 3)


Ich schließe mich zu fast 100% meinem Vorredner an. Warum ich trotzdem noch etwas dazu schreibe? Ganz einfach, die Amerikaner haben es – speziell mit diesem Album – sicherlich verdient, dass mit Nachdruck auf sie aufmerksam gemacht wird, was ich hiermit tun möchte.

Was mir an diesem Album besonders auffällt, ist, dass sie es schaffen, auf den ersten Blick angenehm geradlinig zu wirken, um nach einigen Durchläufen doch einige Tiefen erkennen zu lassen.

Nehme ich als Beispiel die Tastenarbeit von Herrn Clay, so scheint er wenig Wert auf überbordenden Bombast zu legen. Selten sind viele Keyboards übereinander gelegt, meist sind es Pianolinien, aber auch mal Synthesizer oder Orgel (sogar ein Mellotron wurde gesichtet). Und trotzdem klingt dies niemals flach oder langweilig – ganz im Gegenteil.

Die Geigenarbeit ist ein weiteres Hands-Merkmal. Und die Gleichung Geige = Kansas geht hier mal nicht auf, bedingt durch den deutlichen Folk-Touch geht es eher in Richtung Fairport Convention.

Sehr stark sind zum größten Teil auch die Gesangspassagen, speziell die Kanon-Arrangements. Und natürlich stehen hier die großen Gentle Giant Pate.

Ein zeitloses, abwechslungsreiches Album, das ich immer wieder mal gerne in den Player schiebe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.6.2004
Letzte Änderung: 28.6.2004
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 3 von 3)


Auch ich möchte meinen beiden Vorschreibern eigentlich nur beipflichten... langweilig was? Aber es ist gar nicht langweilig, was Hands dem Hörer so bieten: Eine so tolle Band muss einfach immer wieder auf diesen Seiten erwähnt werden. Es wäre nicht gerecht, wenn diese Band nicht den Zuspruch, der ihr zusteht bekommen würde. Und es wäre ein Verlust für jeden aufgeschlossenen Proghead, diese Band nicht zu kennen (bei mir hat's leider auch bis zum "Freakshow"-Festival im Juni 2004 gedauert).

Hands bieten unglaublich relaxte, ja fast schwebende Musik im Überfluss. Das hier auf den zweiten Blick (Horch?) aber auch Tiefe und Interessantes verborgen ist, das macht die Musik schliesslich zum spannenden Erlebnis. Und dazu kommt schliesslich noch dieser amerikanische Groove...

Neben allerlei geschmackvollen Keys und tollen Chorgesang, ist vor allem die virtuos gespielte Geige der heimliche Star dieser Musik. Daher haben Hands auch diesen starken folkigen Touch gepaart mit modernem progressive Rock, eine aufregende Mischung.

Volle Zustimmung auch sonst zu den Analysen der Kollegen: "Dance Of Light And Darkness" ist (trotz der Beatles-Nähe) ein Übersong für die Insel. "Leaving" ist zwar ein proggy Longtrack, aber in sich zerfahren und nicht stimmig. Macht nichts, immer noch weit über dem Durchschnitt.

Wermutstropfen für mich: Die instrumentalen Zwischenspiele "I Laughed Aloud" und "Zombieroch" wirken auf mich ein bisschen unfertig und fast wie Füller auf dieser CD. Die Stücke sind zwar für sich interessant, aber sie passen nicht so recht in den Kontext. Und das Album ist VIEL zu kurz! Trotzdem: Hoffentlich gibt es bald neues Material von dieser tollen Band.

Anspieltipp(s): Dance Of Light And Darkness
Vergleichbar mit: Echolyn on Folk
Veröffentlicht am: 9.7.2004
Letzte Änderung: 11.7.2004
Wertung: 12/15
13, wenn die Laufzeit ein bisserl länger (und mit guter Mucke gefüllt) gewesen wäre

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hands

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Hands 10.00 2
1998 Palm Mystery 10.00 1
2000 The Early Years 1974-76 7.00 1
2008 Strangelet 12.00 1

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