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Barclay James Harvest

Barclay James Harvest

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Rock / Pop / Mainstream
Label: Harvest
Durchschnittswertung: 6.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

John Lees Guitar, Vocals
Les Holroyd Bass, Vocals
Mel Pritchard Drums
Stewart Wooly Wolstenholme Keyboards, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Taking Some Time On 5.31
2. Mother Dear 3.20
3. The Sun Will Never Shine 5.07
4. When the World Was Woken 5.50
5. Good Love Child 5.10
6. The Iron Maiden 2.43
7. Dark Now My Sky 12.02
Gesamtlaufzeit39:43


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


BJH wurden 1967 gegründet und bekamen nach ihrem Single-Debut 1968 einen Plattenvertrag bei EMIs neu gegründeten Progressive-Label Harvest. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll gar das Label nach der Band benannt worden sein!

Produziert wurde die Platte von Norman "Hurricane" Smith, der auch schon die frühen Pink Floyd-Werke produzierte und bei den Beatles seine Finger im Spiel hatte. Das "Barclay James Harvest Orchester" wurde geleitet von Robert Godfrey, der auch die Orchesterstellen arrangierte. Dieser sollte später "The Enid" gründen.

Die Platte beginnt mit einem simplen Rocksong, "Taking Some Time On", der psychedelisch sein will, dessen Gitarre aber irgendwann nur noch nervt. Das anschließende "Mother Dear" ist da schon wesentlich ruhiger gehalten, Streicher untermalen eine akustische Gitarre. Nett anzuhören.

"The Sun Will Never Shine" handelt davon, daß die Sonne irgendwann die graue Wolkendecke nicht mehr durchdringen kann (BJH sind übrigens Engländer ;-)). Für solch ein "düsteres" Motiv ist der Song aber recht fröhlich angelegt.
"When The World Was Woken", der einzige Song aus der Feder von Les Holroyd, ist mit großem Orchester unterlegt.
"Good Love Child", ein simpler Rocksong, kann nicht überzeugen und nervt recht schnell.
"The Iron Maiden" ist eine kleine melancholische Nummer, die von Mellotron und der Basslinie getragen wird.

Das abschließende "Dark Now My Sky" stellt das Magnum Opus der frühen BJH dar, mit dem sie ihre Liveshows zu Beginn der 70er immer abschlossen. Dieses theatralische Werk beginnt mit einem gesprochenen Intro und ist ausladend orchestriert. John Lees ließ sich dabei von einem Buch über Umweltzerstörung beeinflussen. Es stellt sicherlich das Highlight der Platte dar.

Lassen wir Woolly Wolstenholme zum Schluß zu Wort kommen: "Insgesamt war das Album nicht so erfolgreich wie es hätte sein können - es war eher überblasen. Es schien eher ein Präventivschlag, eine Übung für das Wahre."
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Anspieltipp(s): Dark Now My Sky
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2003
Letzte Änderung: 1.6.2003
Wertung: 7/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Die gute Nachricht zuerst: Seit 2002 gibt es die remasterte Ausgabe des Debuts. Das Besondere ist, dass diese Ausgabe reichlich Bonus-Tracks für den an der psychedelischen Frühphase der Band interessierten Hörer enthält. Es gibt Singles und Raritäten der Jahre 1968 und 1969 (sechs Stück, inkl. der ersten, noch irgendwie naiven Single Early Morning) sowie sieben Stücke der BBC-Sessions vom 30. Juli 1968. Weder Singles noch BBC-Sessions sind musikalisch bemerkenswert, sondern stellen typischen End-60er, anpsychedelisierten, leicht folkigen Pop dar. Nett, leicht verdaulich, aber auch nicht weiter der Rede wert.

Das Mitte 1970 erschienene Debut selbst wirkt noch ziemlich unausgegoren und leidet unter der damals in progressiven Kreisen angesagten Orchestrierung, die bei Barclay James Harvest einige Alben lang Masche war. Während Kollegen wie Deep Purple, Pink Floyd oder selbst die Moody Blues noch leidlich Interessantes bei ihren Experimenten produzierten, ist hier vorwiegend schwülstiger Bombast die Folge. Die dezent gehaltenen Stücke Mother Dear und The Iron Maiden lassen sich hier noch am ehesten hören. Es wird ansonsten der Grundstein für den unguten Spitznamen der Band gelegt: Poor Man's Moody Blues (man höre nur mal The Sun will never shine oder When the World was woken).

Bei dem pathetischen Dark now my Sky kommt der orchestrale Einsatz hingegen gar nicht schlecht. Die Wechselwirkung von hymnischen Momenten und fragilem Gesang, der allein von einem sacht pulsierenden Bass begleitet wird, zeigt, dass BJH dabei sind, einen eigenen Stil zu entwickeln.

Bemerkenswert ist sonst noch der für die späteren BJH allerdings untypische, flotte Opener Taking Some Time on mit seiner lockeren folkig-psychedelischen Atmosphäre, die noch die Inspiration durch die Beatles ahnen lässt.

Anspieltipp(s): Taking Some Time, When the World was woken, Dark now my Sky
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.11.2009
Letzte Änderung: 6.11.2009
Wertung: 6/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


Das ist ganz schön starker Tobak, den Barclay James Harvest den Hörern hier auf ihrem ersten Album aus dem Jahr 1970 bieten. Zumindest zum Teil. Wie die Band, so heißt auch diese erste Platte Barclay James Harvest und ist leider immer wieder mal allzu schwülstig und kratzt dabei mitunter an der Peinlichkeit nur haarscharf vorbei. Nur zu deutlich wird das beim Stück „The Sun Will Never Shine“, welches wohl als eine Art Hymne fungieren soll oder gedacht war, so ist zumindest der Hintergrundgesang beim Refrain arrangiert und wahrscheinlich auch zu verstehen. Ganz fies wird es nochmal bei „When The World Was Woken“. Die schöne Alliteration im Titel kann die Schwülstigkeit der Nummer natürlich nicht wettmachen. Mit all seinen Streichern und Bläsern wirkt das Lied maßlos überladen.

„Taking Some Time On“, der Opener, ist ein nettes Poplied, an dem man sich allerdings durch seine eingängige Gitarrenlinie schnell mal überhören kann. Und auch „Good Love Child“ geht in die Richtung „ganz nettes Poplied“. Gar nicht so schlecht gemacht, aber doch auch nichts Besonderes. Es läuft eben so mit.

Dann gibt es da noch zwei sehr getragene Nummern mit „Mother Dear“ und „The Iron Maiden“. Und diese beiden Stücke sind trotzdem auch Höhepunkte der Platte, da sie über eine tolle Melodie verfügen, die einfach gefallen kann. Die oben bereits erwähnte „Schwülstigkeit“ geht diesen beiden Titeln sogar ab, obwohl sie natürlich auch auf das Äußerste weichgespült sind. Allerdings zünden beide Lieder viel wirksamer, durch die sehr viel zurückhaltendere und besser gewählte Instrumentierung. Und wie gesagt, die Melodien und Harmonien passen hier toll zusammen.

Bliebe noch das letzte Lied des ursprünglichen Albums, der Longtrack, der Barclay James Harvest wohl in die progressivere Ecke drängen sollte. Das Stück beginnt mit einem gesprochenen Part, nur unterlegt von ein wenig Perkussion. Dann startet die Nummer orchestral durch, erinnert zunächst ein wenig an eine klassische Symphonie, bevor es schließlich doch noch rockig weitergeht. Immer wieder wechseln sich schließlich ruhigere, sanftere Abschnitte mit kraftvolleren Teilen ab. Davon lebt das Stück, genau wie vom Zusammenspiel der Rockinstrumente mit denen des Orchesters. Im Booklet kann man nachlesen, dass Barclay James Harvest hier etwas Neues wagen wollte, zu einer Zeit, als Deep Purple oder The Nice dies noch nicht gemacht hatten. Nun, das Lied ist nicht schlecht, allerdings ist es kein Vergleich zu Deep Purples „April“. Überhaupt keiner!

Auf der remasterten CD befinden sich sage und schreibe 13 Bonus Titel. Entweder handelt es sich dabei um in den sechziger Jahren veröffentlichte Singles oder Aufnahmen einer BBC Session. Alles ganz nett, jedoch nicht unbedingt wirklich essentiell. Aber, obwohl, „Early Morning“, „Mr. Sunshine“ und auch „Poor Wages“ haben irgendwie doch was und wenn es auch nur eine schöne Melodie ist. Man hört den Stücken ihr Alter zwar an, das macht sie aber trotzdem nicht unbedingt schlechter.

Fazit: Das erste Album von Barclay James Harvest hat schöne Momente, genau wie Titel, die man am liebsten gleich wegdrücken würde. Wer allerdings auf überaus eingängigen Pop Ende der 60er Jahre steht, der wird mit diesem Album sicherlich glücklich werden. Neben den bereits erwähnten Highlights gibt es für mich allerdings auch diese zähen Stücke, für die man sich als Mann beim Anhören fast schämt… Daher ist Barclay James Harvest von Barclay James Harvest ein Durchschnittsalbum mit ein paar schönen Höhepunkten und progressiveren Ansätzen. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Anspieltipp(s): Mother Dear, The Iron Maiden, Dark Now My Sky, Early Morning, Mr. Sunshine, Poor Wages
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.6.2012
Letzte Änderung: 18.6.2012
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Barclay James Harvest

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Once Again 10.50 2
1972 Barclay James Harvest & Other Short Stories 9.50 2
1972 Baby James Harvest 8.33 3
1974 Everyone Is Everybody Else 10.50 2
1974 Live 12.50 2
1975 Time honoured ghosts 11.50 2
1976 Octoberon 10.33 3
1977 Gone To Earth 9.00 2
1978 XII 8.75 4
1978 Live tapes 11.00 1
1979 Eyes of the Universe 6.67 3
1981 Turn of the Tide 5.00 1
1982 Berlin - A concert for the people 10.00 2
1983 Ring of Changes 6.50 2
1984 Victims of Circumstance 4.00 1
1991 Best of Barclay James Harvest - 1
1993 Caught In The Light 7.00 1
1997 River of Dreams 8.00 1
2000 Revival 9.00 1
2002 ...BBC Live in concert 1972 10.00 1
2002 Caught Live (DVD) 10.00 1
2005 All is safely gathered in - An anthology 1967-1997 11.50 2
2007 Legacy - Live at The Shepherd´s Bush Empire (DVD) 12.00 1
2007 Legacy - Live at The Shepherd´s Bush Empire 8.00 1
2008 After the day - The Radio Broadcasts 1974-1976 10.00 1
2009 Sea of Tranquility. The Polydor Years 1974-1997 11.00 1

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