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Hoelderlin

Fata Morgana

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream
Label: Spiegelei
Durchschnittswertung: 3/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Hans Bäär Bass, Keyboards, Gesang
Jochen Grumbkow Keyboards, Gesang
Bernd König Keyboards, Gesang
Thomas Lohr Gitarre, Keyboards, Gesang
Eduard Schicke Schlagzeug

Gastmusiker

Rüdiger Braune Schlagzeug ("$upermarkt")
Wolfgang Schubert Saxofon ("Fata Morgana")

Tracklist

Disc 1
1. Fata Morgana 4:15
2. Lena 4:17
3. Hallo 3:35
4. Manchmal 4:22
5. $upermarkt 4:42
6. Lärm 3:48
7. Kamikaze 4:35
8. Das alte Lied 5:00
Gesamtlaufzeit34:34


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Auf ihrem letzten Album verwendeten Hölderlin wieder deutsche Texte, was sie sonst nur auf dem 1972 erschienenen Debut taten. Das ist aber schon das einzig positive zu "Fata Morgana", das man ansonsten getrost als musikalische Bankrotterklärung betrachten kann. Interessanterweise tritt Joachim Grumbkow, der auf früheren Alben an den meisten Stücken als Komponist beteiligt war, hier nur einmal als Ko-Autor auf ("$upermarkt" [sic]), die restlichen Songs stammen von Hans Bäär (Nr. 1,3,6,7) und Thomas Lohr (Nr. 2,4,8).

Wie man an der Besetzungsliste sieht, sind gleich vier Musiker als Keyboarder aufgeführt. Entsprechend bekommt man auf "Fata Morgana" die volle Ladung käsiger 80er-Jahre-Keyboards um die Ohren gehauen, dazu zeigt sich ein deutlicher Einfluss der in den frühen 80ern grassierenden musikalischen Geschmacksverirrung namens "Neue Deutsche Welle". Hier wären vor allem die besonders grauslichen Stücke "Lärm", "$upermarkt" und "Das alte Lied" zu nennen.

Auf CD scheint es "Fata Morgana" derzeit nicht zu geben, ich weiß auch nicht, ob es jemals eine CD-Ausgabe gab. Verpasst hat man jedenfalls nichts. Andererseits kommen einem dann Sachen wie Genesis' "Abacab" und ELPs "Works 2" plötzlich gar nicht mehr so schlecht vor...

Anspieltipp(s): bloß nicht!!!
Vergleichbar mit: jedem beliebigen NDW-Mist
Veröffentlicht am: 28.6.2003
Letzte Änderung: 29.6.2003
Wertung: 1/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Sicherlich ist "Fata Morgana" ein Album, das man als Fan progrockiger Musik so richtig genüsslich in Grund und Boden verdammen kann. Im Jahr 1981 war von der kunstvollen und symphonischen Rockmusik der Wuppertaler rein gar nichts mehr übrig geblieben. Während auf "New Faces" die Gratwanderung zwischen der artrockigen Vergangenheit und dem Mainstream der New Wave-Ära noch erstaunlich gut gelungen war, steht "Fata Morgana" im Zentrum des artifiziellen Plastikpops der 80er Jahre.

Bevor aber der vorangegangene Totalverriss weiter breitgetreten wird, sei gesagt, dass hier keinesfalls einer der im minimalistischen NDW-Sound vorgetragenen Auswüchse vorliegt. Die Titel "Fata Morgana", "Lena" und "Manchmal" stehen im Zeichen eines gepflegten Softrocks im leichten US-Mainstream-Gewand mit deutschen Texten. Hoelderlin musizieren hier trotz aller vordergründigen Harmonien auf einem ansprechenden Melodic Rock Niveau und bieten in den deutschen Texten durchaus eine gefühlvolle Tiefe. Hier kommen erstaunliche Parallelen mit dem Mainstream-Sound von Stern-Combo Meißen in den frühen 80er Jahren auf.

"Supermarkt" kokettiert im elektronischen Minimalismus dann aber wirklich mit dem typischen NDW-Sound. Sicherlich standen hier auch Kraftwerk ein wenig Pate, deren elektronische Monotonie aber nicht erreicht wird.

Die Ballade "Kamikaze" bietet syntiebetonten Deutschpop wie man ihn in den 80er Jahren abseits des NDW-Allerlei häufig hören konnte. Das ist natürlich keine große Kunst, aber bei weitem keine verdammenswerte Stümperei. Der flotte Deutschrocktitel "Das alte Lied" mit für die damalige Zeit typischem sozialkritischen Text lässt ein harmloses Mainstream-Album ausklingen, das im Vergleich zu den Heldentaten der Band in den 70er sehr blass dahrkommt. Wer sich mit dem 80er Jahre-Pop-Sound arrangieren kann und will, begegnet einem Album mit doch netten Momenten. Die vier Bonustitel des CD-Reissues bieten dann aber wirklich die volle Bandbreite des 08/15-Plastikpops. Insbesondere die Nummer "Mr. Neonman" spricht schon allein vom Titel her Bände.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Deutschpop, poppige Stern-Combo Meißen
Veröffentlicht am: 6.4.2007
Letzte Änderung: 6.4.2007
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hoelderlin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Hölderlins Traum 9.00 2
1975 Hoelderlin 10.50 2
1976 Clowns & Clouds 11.00 3
1977 Rare Birds 11.67 3
1978 Traumstadt 12.00 2
1979 New Faces 7.50 2
2007 Eight 9.00 2

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