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24377 Rezensionen zu 16666 Alben von 6497 Bands.
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Shub Niggurath

Testament

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003 (posthume Veröffentlichung von Aufnahmen aus dem Jahr 1994)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; RIO / Avant
Label: Musea
Durchschnittswertung: 6.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jean Luc Herve Guitar
Veronique Verdier Trombone
Alain Ballaud Bass
Edward Perraud Drums & Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Part 1 8:35
2. Part 2 10:15
3. Part 3 8:34
4. Part 4 2:27
5. Part 5 8:41
6. Part 6 7:15
7. Part 7 3:39
8. Part 8 8:32
9. Part 9 6:36
10. Part 10 8:09
Gesamtlaufzeit72:43


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 3)


Wie weit geht die Avantgarde, um sich vom Hörer zu lösen? Shub Niggurath galten in der Szene ohnehin schon als sperrige, schwierige, fast unhörbare Band. Mit dieser posthumen Veröffentlichung stellen sie allerdings alles in den Schatten, was sie bisher in dieser Richtung veröffentlicht haben und man wird es schwer haben, überhaupt eine vergleichbare Referenz zu finden.

Dunkel und düster waren und sind sie ja immer, doch auf "Testament" ist Musik auf das Unkenntliche reduziert, hier regiert der rohe Klang. Statt der sonst nahestehenden Univers Zero, Magma oder King Crimson scheinen fast Underground-Industrial-Sounds wahllos aneinander gereiht worden zu sein. Schon beim ersten Stück fiel mir als Referenz eher die Industrial-Helden von Coil ein - freilich nur ca. 2 Sekunden, danach begruben Shub Niggurath all meine Hoffnungen auf etwas Bekanntes, Erkennbares, Greifbares zu stoßen.

Ein Album wie ein Albdruck, ein Horrortrip, ein "Testament"? Vielleicht auch das - aber auch ein Begräbnis, eine Art radikale Abkehr von jeglichen musikalischen Konzepten. Nein, ich möchte nicht polemisieren, denn in Wirklichkeit bezieht sich der Titel wohl nicht auf die Stücke selbst, sondern ist als eine Referenz für einen Musiker der Band gedacht, der vor kurzem gestorben ist.

Wie sagte John Cage so treffend: "You don't have to call it music if you don't want to". Darf ich ignoranterweise hinzufügen, dass ich so etwas auch nicht hören muss?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.7.2003
Letzte Änderung: 9.7.2003
Wertung: keine Fast unhörbar, auf jeden Fall unbewertbar

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Von: Thomas Thielen @ (Rezension 2 von 3)


Mir ist diese Platte durch Zufall in die Hände gefallen, und ich muss dazusagen: Sie wird es auch nicht lange bei mir aushalten. Sal schreibt, er möchte nicht polemisieren... Ehrenhafte Einstellung, aber ich möchte mich dennoch ein wenig deutlicher ausdrücken. Wattn Kappes.

Damit möchte ich hier nicht den Stammtisch-Kunstbegrif auspacken ("Dat is kei Kunscht, dat hätt ich uch kunnt!"), und ich möchte auch nicht die Frage stellen, wo die Grenze zwischen Musik und Krach / Geräusch beginnt. Es mag auch legitim sein, als Künstler wenig Rücksicht auf seine Hörer zu nehmen und einfach nur der eigenen Innenansicht zu folgen.

ABER (verdammt großes Aber!!!): Wenn ich überhaupt keine Hörerschaft mehr zulasse und "kryptisch" zu "komplett unverständlich" werden lasse, wenn ich jede Struktur ablehne ohne etwas an deren Stelle zu setzen - dann mag die Existenz solcher Musik durchaus berechtigt sein, aber dann ist die Veröffentlichung solcher Musik sicherlich beinahe unlogisch. (In diesem Sinne ist vielleicht auch das erst posthume Erscheinen zu verstehen.) Shub Niggurath haben eine solche Platte gemacht. Vielleicht ist es ein Zeichen von mangelnhafter RIO-Sophistikation, sowas für Unsinn zu halten; aber, um mit Samuel Butler zu sprechen: "I don't like having to try to make myself like things - I like things that make me like them."

Anspieltipp(s): irgendeine andere CD
Vergleichbar mit: Verkehrsunfall rückwärts gespielt
Veröffentlicht am: 9.7.2003
Letzte Änderung: 9.7.2003
Wertung: 1/15
Avantgarde im total absurden Bereich

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Mit dieser posthumen Veröffentlichung gehen Shub Niggurath den Weg weiter, den sie mit "C'etaient de trés grands vents" eingeschlagen haben. Auch auf "Testament" gibt es - ich zitiere mich der Einfachheit halber mal selbst - "eigenartige, unterkühlte, fast statische, mitunter reichlich komplexe Klänge", ist die Musik "ein minimalistisches Dissonanzexperiment, eine Orgie an düsteren, fast krankhaften Kakophonien".

Avantgardistische Klangexperimente sind hier also zu hören, und wer Werke der zeitgenössischen Avantgarde im allgemeinen oder diverser RIO-Acts im besonderen kennt und schätzt, den wird der Inhalt dieses letzten Shub Niggurat-Werkes nicht weiter überraschen. Natürlich, "normalen" Prog gibt es auf dieser Scheibe nirgends und eine recht derbe Packung haben Herve und Kollegen hier auch zusammengestellt. Methodischen Krach machen Shub Niggurath auf "Testament" und den Vergleich mit einem Verkehrsunfall finde ich eigentlich recht passend! Nur Track 1 ist da etwas anders gestrickt! Diese zeitlupenhafte Orgie aus verzerrten Klängen erinnert eher an die Werke des amerikanischen Tonkünstlers und Instrumentenbauers Chas Smith ("Alluminium Overcast").

Ist das Ganze nun Musik? Nun, dies zu entscheiden möge jedem selbst überlassen bleiben, doch wer (wie ich) Musik als ein absichtsvoll arrangiertes Klangereigniss betrachtet, für den beinhaltet diese CD Musik! Unverständlich? Ich denke, daß Thomas das Werk mit einem Verkehrsunfall vergleicht, zeigt doch, daß selbst er etwas verstanden hat! Beeindruckend kaputt ist diese Musik. Shub Niggurath setzen damit sicher ein extremes Zeichen, doch ist dieses Werk die legitime Aussage einer Gruppe von Künstlern zu und über diese Welt. Ein radikales, elektroakustisches Experiment kommt hier also aus den Boxen, welches ich aber als ehrlicher, interessanter und um einiges progressiver erachte, als so manches Klangprodukt, welches sich derzeit mit diesem Adjektiv schmückt oder geschmückt wird! Grandios!

"Testament" ist Alain Ballaud gewidmet, der 1995 an Krebs verstarb!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2003
Letzte Änderung: 30.12.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Shub Niggurath

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 Les Morts Vont Vite 12.50 2
1991 C'etaient de trés grands vents 10.00 1
2009 Introduction 12.00 1

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