Culinaire Lingus
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Christian Decamps |
Vocals, Keyboards, Guitars |
| Tristan Decamps |
Keyboards, Vocals |
| Hassan Hajdi |
Guitars |
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| Herve Rouyer |
Drums and Percussion |
| Thierry Sidhoum |
Bass |
| Carolin Crozat |
Vocals |
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Gastmusiker
| Gilles Pequignot |
Violin, Cornemuse, Flute |
| Thommy Emanuell |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Claude Demet |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Dan Ar Braz |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Norbert Krief |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
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| Serge Cuenot |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Paul Personne |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Jean-Pascal Boffo |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
| Jan Akkerman |
Guitar on Autour d'un cadavre exquis |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Jusqu'où iront-ils
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8.49
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| 2. |
Cueillir les fruits du sérail
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6.03
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| 3. |
Adrénaline
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4.03
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| 4. |
Farces et attrapes
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2.42
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| 5. |
Culinaire Lingus
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5.05
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| 6. |
Les odeurs de cousine
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5.50
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| 7. |
Intérieur nuit
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3.27
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| 8. |
Univers et nirvana
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3.50
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| 9. |
Gargantua
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5.23
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| 10. |
On sexe
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6.28
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| 11. |
Cadavres exquis
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10.12
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| 12. |
Autour d'un cadavre exquis
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11.31
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| Gesamtlaufzeit | 73:23 |
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Rezensionen

Seit den späten Sechzigern existieren Ange, die in ihrer Hochzeit gerne als die französische Ausgabe von Genesis gefeiert wurden und westlich des Rheins, auch heute noch, über einen wahren Kultstatus verfügen. Von der ursprünglichen Besetzung ist mittlerweile nur noch der stimmgewaltige Sänger und Kopf der Band Christian Décamps mit dabei, der vor einigen Jahren nach vielen Jahren als Solokünstler, einfach den Namen seiner ehemaligen Band exhumierte und mit einer neuen, grunderneuerten Besetzung Ange in das aktuelle Musikgeschehen überführte.
Ange klingen inzwischen, durch die gelungene Blutauffrischung mit jungen Musikern, in den Sounds aktuell und modern, ohne dass man auf den Brückenschlag zur progressiven Vergangenheit verzichtet. Jedoch wird sich hier nicht einfach bei Altbekanntem bedient und lieblos zitiert, vielmehr ist den Franzosen eine zeitgemäße Version von modernem Progressive / Sinfonic Rock gelungen. Dass die Band auch außerhalb ihres Heimatlandes über eine unbestreitbare Faszination verfügt, spiegelt sich z.B. in der Tatsache wieder, dass Porcupine Tree Mastermind Steven Wilson auf "Culinaire lingus" zwei Titel für eine seiner Lieblingsbands produzierte.
Aber auch auf und im Umfeld von "Culinaire lingus" findet man jede Menge bekannte Namen. Die breit gefächerte französische, aber auch internationale Musikszene gibt sich auf "Culinaire lingus" ein Stelldichein. Einen kurzen Gastauftritt haben u.a. Jean-Pascal Boffo, der Bretone Dan Ar Bras, Norbert Krief (von der französischen Hard Rock Legende Trust), der australische Ausnahmegitarrist Tommy Emmanuel (arbeitete u.a. mit Eric Clapton, Chet Atkins, John Farnham, Joe Walsh, Leo Kottke zusammen), sowie Jan Akkerman.
"Culinaire lingus" ist musikalisch die Fortsetzung der auf "3ème etoile à gauche" (1997 noch unter dem Namen Christian Décamps & Fils eingespielt) und dem 99er Werk "La voiture à l'eau" eingeschlagenen musikalischen Ausrichtung. Ange sind für ihre Verhältnisse recht wuchtig, fast schon heavy, sehr direkt und unheimlich bombastisch. Dennoch bleibt auch immer wieder Raum für die mehr lyrischen, balladenhafte Momente, dem leicht Chanson-artigen Einfluss des Heimatlandes. Auf den beiden von Steven Wilson produzierten Titeln hört man eindeutig seine Handschrift durch, wie sich überhaupt die heutige Reinkarnation von Ange recht modern und gegenüber neuen Dingen sehr offen gibt.
Da wird kräftig losgerockt, es gibt aber auch Platz für Besinnung und Ruhe - kürzere, kernige Nummern wechseln mit stimmungsvollen, epischen Longsongs ab. Die Gitarre hat in diesem Geflecht eindeutig die instrumentale Führungsrolle übernommen. Da sie vom sehr guten Gitarristen Hassan Hajdi jedoch in wechselnden, verschiedenen Spielweisen von hart und heftig bis gefühlvoll sanft fließend eingesetzt wird, kommt nie Langeweile auf - man wird regelrecht von den Saiten fortgetragen.
Ange beweisen auf "Culinaire lingus", dass man trotz progressiver Wurzeln keineswegs auf aktuelle Einflüsse verzichten muss. Ein Album, das in seiner Frische, Wildheit und Besinnlichkeit aufwühlt und begeistert, einfach Lust auf mehr macht.
| Anspieltipp(s): |
On sexe, Autour d?un cadavre exquis |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
7.7.2004 |
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Irgendwie bin ich nicht wirklich an die klassischen Ange der 70er rangekommen. Dies dürfte v.a. an der exaltierten, überspannten Gesangsdarbietung Decamps gelegen haben, denn die Musik selbst, klassischer Prog mit französischem Ethnoeinschlag, war schon nicht schlecht.
Daher beachtete ich die weitere Entwicklung der Band auch nicht. Denn - ist ja klar - wenn schon die klassisch-proggige Phase der 70er einen nicht wirklich mitreißen kann, wie sollen es dann die späteren Werke? Oder? Aber dann reizte es mich doch, einmal zu hören, wie die reformierte Band sich nun quasi 30 Jahre später anhörte. Und ich bin überrascht. Positiv!
Ange knüpfen nicht so sehr an ihren 70er-Jahre-Sound an, sondern klingen im Gegenteil gar nicht so retro, sondern erstaunlich zeitgemäß und originell! Dabei ist Culinaire Lingus der erste (?) Höhepunkt einer Entwicklung, die sich seit Ende der 90er angebahnt hat. Der neue Sound von Ange, den ich mindestens so schätze, wie den klassischen der 70er, ist vielschichtig: ein bisschen Artpop, ein bisschen New Artrock, ein bisschen Electronica, ein bisschen Sympho-Bombast auch und natürlich der musikalische Einfluss ihres Heimatlandes Frankreich. Das ist eine Mischung, die originell klingt und gerade auf diesem Album wirklich überzeugend funktioniert.
Mit dem geradezu psychotisch-düsteren Opener und dem folgenden abermals verstörenden Cueillir des fruits setzen Ange einen Doppelschlag, der die Grundrichtung des Albums vorgibt. Doch danach kommt zur Auflockerung auf diesem nicht langweilig werdenden Album der erfrischende gallische Chanson Adrenaline mit einnehmendem Dudelsack (Cornemuse). Schöner Kontrast. Aber es kommt noch besser. Farces et attrapes ist ein wirklich witziger, teilweise auf Oldie getrimmter, schräger Artpop-Song. Der Titelsong ist dann wieder ein finsterer Rocker mit ordentlich Dampf. Anschließend wieder im Kontrast: Les odeurs de cuisine, elektronisch schwebend und voller Melancholie und Tragik (?) und doch mit einer gewissen Leichtigkeit. Schön wäre es gewesen, wenn ich im Französisch-Unterricht besser aufgepasst hätte...
Hiernach lässt das Album ein wenig nach. Es folgt wiederum eine ruhige Nummer, die an dieser Stelle etwas fehl am Platze wirkt, auch wenn es ein schöner, gefühlvoller und sogar relativ dezenter Chanson ist. Und dann - Univers et Nirvana - endlich (!) wieder ein rifflastiger Sympho-Prog mit etwas orientalischem Einschlag a la Led Zep. Aber eben auf die französische Art. Gargantua zeigt Ange gesanglich eingangs von ihrer nervigen Seite. Danach wird's einfach nur french-poppig. Im letzten Viertel folgt zunächst das heftige, rifforientierte On sexe mit ekstatischem und doch nicht aufgesetzem Duett-Gesang von Decamps und Crozat. Dann das sich langsam aufbauende, wieder im Duett gesungene Cadavre exquis, wiederum wie der Opener gemischt von Steven Wilson. Hier wird etwas operettenhaft, gleichwohl nicht unangenehm gesungen. Insgesamt empfinde ich es jedoch nicht als den zu erwarten gewesenen Überhammer. Dazu wirkt es doch etwas zu schwülstig. Den Schlusspunkt setzt das instrumentale Autour... Viele Gitarren, wunderbarer Wohlklang, aber eigentlich nur ein leicht jazziger Rausschmeißer. Trotzdem hübsch gemacht.
Das Album ist insgesamt gut hörbar und hat seinen Vorgängern zudem die über weite Strecken exquisite Qualität der Songs voraus. Nicht, dass 3ème etoile à gauche oder La Voiture a Eau musikalisch wirklich defizitär gewesen wären, aber Culinaire Lingus setzt die Messlatte einfach höher.
Hinzu kommt, dass bei aller Vielschichtigkeit der Musik bei vielen Stücken eine gewisse Härte und Düsternis zum Tragen kommt, die Ange besonders gut steht. Das war ja schon früher so. Auch der hin und wieder eingestreute Gesang von Carolin Crozat passt wunderbar und bereichert das Klangbild äußerst passend.
Apropos... Entscheidend für mich - und deshalb hebe ich dies besonders hervor: Christian Decamps ist ruhiger, klarer geworden. Da ist nicht mehr dieses theatralische Flehen und Schreien, sondern es dominieren einfach Atmosphäre und Melodie neben abwechslungsreichen, witzigen und virtuosen Arrangements. Decamps und Anhang haben gesanglich dabei nicht an Ausdruck und Intensität verloren, wohl aber an nerviger Theatralik und Schwulst. Nicht die französische Sprache war es, die mich störte, sondern einfach diese Überkandideltheit des Ausdrucks. Damit ist auf Culinaire Lingus endlich Schluss - weitgehend zumindest...
Manchmal ist es eben doch gut, einer Band noch eine Chance zu geben. Die Ange des 21. Jahrhunderts sind eine ganz andere Band als ihre früheren Versionen. Und - zumindest soweit es dieses großartige Album betrifft - trotzdem musikalisch qualitativ mindestens gleichwertig zu ihrer ehemals besten Zeit Mitte der 70er.
| Anspieltipp(s): |
Jusqu'où iront-ils, Farces et Attrapes, Les odeurs de cuisine |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
9.6.2009 |
| Letzte Änderung: |
6.8.2012 |
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