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Pendragon

The World

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1991
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Pendragon Toff Records
Durchschnittswertung: 7.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett guitars, vocals
Fudge Smith drums
Clive Nolan keyboards
Pete Gee bass

Tracklist

Disc 1
1. Back in the spotlight 7:39
2. The voyager 12:15
3. Shane 4:25
4. Prayer 5:21
5. Queen of hearts   (im Booklet Part 1 von "Queen of hearts") 8:18
6. ...a man could die out here...   (im Booklet Part 2 von "Queen of hearts") 8:08
7. The last waltz   (im Booklet Part 3 von "Queen of hearts") 5:27
8. And we'll go hunting deer 7:14
Gesamtlaufzeit58:47


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Vor Einhörnern wird gewarnt: Pendragon leiten ihre 90er Jahre sowohl im Cover als auch im neuen (?) Musikstil ein, wie wir sie seither kennen - mit leichtem Hang zum Größenwahn. Schon der Titel "The world" sagt alles, das Bild soll anscheinend diese "Welt" in allen Facetten darstellen, die in der Musik zu hören sind und in den Texten angesprochen werden. Und tatsächlich kommt in fast jedem Songtext (Ausnahme: der letzte) das Wort "World" mindestens einmal vor.

Überhaupt die Texte: Nick Barrett muss wirklich viel Selbstbewusstsein haben, dass ihm die nicht manchmal peinlich sind. Es ist auch kaum ein Prinzip zu erkennen, nach dem er abgewandelte Zitate, eigene poetische Ergüsse und Nonsens-Elemente miteinander vermengt, bis schließlich dieser unvergleichliche Stil dabei herauskommt. Ich kann es mir nicht verkneifen, mal ein paar Beispiele dieses Albums zu nennen:

"Out on the ocean, where the dreamers go, where the moonlight dolphins play" - also ich halte mich ja schon für romantisch veranlagt, aber so was….und dann sind diese Delphine tatsächlich auch noch auf dem Cover zu sehen.

Oder: "The boy who tried to change the world will try again when the world is ready to change" - woher nimmt man nur diesen Optimismus? Ich meine, die Welt ist nun mal die Welt; könnte sie sich ändern, wäre sie das doch nicht mehr, oder? Aber ich will mich nicht mit Barrett auf eine philosophische Diskussion einlassen. Übrigens ist besagter "Boy" auch auf dem Cover zu sehen.

Apropos Cover: "And you will see the unicorn no more" - In einem Text, in dem es um Kritik am Jagen geht ("And we'll go hunting"), bringt dieser Songschreiber es fertig, noch sein Einhorn unterzubringen. Ich fasse es nicht...

Lustig sind auch die freundlichen Übernahmen: ""far from the madding crowd" - so heißt ein Buch von Thomas Hardy; "in the heart of nowhere, in the middle of somebody's somewhere" - erinnert das nur zufällig an Marillion's "outskirts of nowhere to the ringroad of somewhere" von "Bitter suite"? Und dann nennt sich der Sänger auch noch an einer Stelle "twenty first century kid Casanova": eine einzige Fundgrube ist das.

Aber ich will die Texte nicht länger strapazieren, denn die Musik ist wichtiger. Fangen wir am Anfang an:

Ich meine, das ist auch schon phänomenal: Nolan spielt einen einzigen Orgelakkord, und man ahnt schon, dass jetzt etwas Großes seinen Anfang nimmt. Und in der Tat ist der Opener eine runde Sache, besonders durch die gegenseitige Ergänzung von Keyboards und Barret's Gitarre, die hier einen Stil spielt, den man pizzicato nennen könnte, wenn dieses Wort im Prog vorkäme; jedenfalls ist der Song abwechslungsreich, obwohl die Grundstruktur sehr einfach aufgebaut und nicht gerade variantenreich zu sein scheint. (13 P.)

Dann ein Longtrack ("The voyager"), den es auch auf Live-Alben zu hören gibt, und der in meinen Ohren gut, prog-typisch, aber nicht gerade weltbewegend ist. Er gefällt mir besser, wenn ich diese Suche-nach-der-neuen-Welt-Texte überhöre. (11 P.)

"Shane", der kürzeste Song des Albums, hat m.E. allein keine Substanz; er wäre als Mittelteil eines Longtracks okay gewesen, aber so entbehrt er jedes musikalischen oder inhaltlichen Zusammenhangs. Lustig ist aber der Anfang - der erinnert mich an Marillion's "Bitter suite" - ebenfalls an den Anfang davon (vor dem Text "A spider wanders aimlessly..."). (5 P.)

"Prayer" klingt nach dem, was der Titel verspricht, hat sogar einen gewissen Spannungsaufbau - untermauert mit Military-Drums (Prog-Klischee, aber wir reden hier über Pendragon!) - , ist aber schrecklich salbungsvoll und handelt von Weltverbesserung. (9 P.) Ich finde, man könnte den Track aber gut als Opener vor dem eigentlichen Opener in Konzerten einsetzen - allemal besser als "Die diebische Elster" oder so was von anderen Komponisten zu spielen. Das ist überhaupt einer meiner (un-)heimlichen Wunschträume: zusammen mit Nick Barrett die Setlist für ein Pendragon-Konzert zu erstellen. Aber zurück zur Realität:

Es folgt etwas, was im Booklet wie ein dreiteiliger Longtrack aussieht, aber keiner ist: "Queen of hearts" - die Teile wurden an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten geschrieben und hier geschickt kombiniert. Der erste Teil "Queen of hearts" beginnt vielversprechend; er scheint etwas Größeres aufbauen zu wollen, aber nach der Halbzeit setzt ein von akustischer Gitarre beherrschter Teil ein, der dem Song m.E. den Wind aus den Segeln nimmt. Nach der Quasi-unplugged-Einlage folgt schließlich ein so typischer getragener Prog-Rhythmus, dass ich jeden Moment damit rechne, die Worte "Can you still say you love me - the jester's tear" zu hören. (10 P.)

Aber nun kommt das Beste: "...a man could die out here..." ist ein Superprog-Abfetzer allererster Güte - allein dieser Song lohnt die Anschaffung der CD: ich glaube, wegen Musik dieser Art bin ich überhaupt erst Progfan geworden. Selbst der Text spricht mich hier an ("On rainy nights in Xanadu a new face, a new place, a new sound"), wenn ich ihn auch nicht verstehe, aber "a new sound" scheint das wirklich zu sein, jedenfalls für Pendragon: man sollte das auch mal über Kopfhörer hören: rechts die scheppernde Gitarre, mittig Schlagzeug und Bass (und im zweiten Durchgang die du-di-du-di-du-Keyboards) und links etwas Rhythmus-Elektronik. Aber DAS muss man gehört haben, es lässt sich nicht beschreiben...(15P)

Der vermeintliche Schlussteil "The last waltz" ist nicht schlecht, ein wunderbar als Konzert-Zugabe geeigneter Song zum Mitsingen ("Do you remember, do you recall..."), für ein Studioalbum fast etwas zu berechenbar. Aber wie gesagt, nicht übel. (12 P.)

Dann gibt's noch etwas Seltsames: nach einem immerhin abwechslungsreichen Album kommt jetzt noch sieben Minuten lang Single-Treff-Tanz im Seniorenheim unter dem Titel "And we'll go hunting deer": auf einer Bonus-CD hätte ich das ja akzeptiert, aber hier wiegt es mich allenfalls in einen viel zu ruhigen Schlaf. Ich verstehe nicht, was das soll - der Song ist für Pendragon einfach nicht proggig genug, und dass nicht einmal Nolan dazu was Besseres als eine Mischung aus Panflöten-Keyboards und Kinoorgel eingefallen ist, kann mich schon sehr verwundern...(4 P.)

Anspieltipp(s): ,,,a man could die out here...(das reicht: dann kauft man das Teil sowieso)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2003
Letzte Änderung: 5.8.2003
Wertung: 10/15
der Durchschnitt aus meinen Einzelwertungen

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


So tief wie Henning tauche ich nie in Texte ein. Dafür ist mir das, worüber gesungen wird, zu unwichtig bzw. die Musik dasjenige, was mich zu begeistern vermag. Das ist bei vorliegender Scheibe bzgl. des Textes nicht anders, die Musik allerdings packt mich auch nicht.

Die Kompositionen finde ich höchstens ordentlich; keine hinterlässt bei mir wirklich einen nachhaltigen Eindruck oder begeistert mich so, dass ich sie gleich nochmal hören müsste. Wie immer ist das Gebotene handwerklich gut gemacht, die Produktion sauber.

"Back in the Spotlight" ist ein an einigen Stellen an Marillion erinnernder rockiger Stampfer, "The Voyager" finde ich reichlich seicht und ohne "hooks". Nettes Gitarrensolo am Ende; das ist schon alles. Zu "Shane" wurde alles gesagt, "Prayer" ist wiederum sehr seichter Sülz, die Marschtrommel platt und Klischee-behaftet. Klar: Pendragon machen auch sonst solche Musik, aber irgendwie ist hier vieles noch seichter und süsser als sonst.

Das ändert sich auch mit Teil 1 der "Queen of hearts"-Trilogie nicht wesentlich. Die Stücke fliessen und fliessen und kommen irgendwie nie so richtig aus sich raus. Alles sehr uniform... Auch "...a man could die out here..." setzt da nahtlos an. Einfach mit einem schnelleren Rhythmus, der aber mehrere Minuten durchgebolzt wird, darüber die gleichen Gitarrenriffs, einmal etwas aufgelockert von einem Quietschkeyboard-Solo. Der "last Waltz"; eine banale, wirklich banale Melodie, alles wiederum sehr seicht. Ein Mundharmonika-Solo wirkt irgendwie total deplatziert.

Zu "and we`ll go hunting deer" wurde schon alles gesagt.

Wie diese Scheibe als das beste Pendragon-Album gelten kann, ist mir absolut schleierhaft. Für mich ist es das schlechteste.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2011
Letzte Änderung: 20.1.2011
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The rest of 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1996 As Good As Gold 7.00 1
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1
2014 Men Who Climb Mountains 9.67 3

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