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Pendragon

The Masquerade Overture

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996 (re-released 1999 mit Live-Bonustrack)
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Pendragon Toff Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett guitars, vocals, keyboard orchestration programming
Clive Nolan keyboards
Fudge Smith drums
Peter Gee basses

Gastmusiker

Tracy Hitchings backing vocals
Tina Riley backing vocals
Anthony Plowman backing vocals, vocals on "Overture"
Gwen Ross backing vocals, vocals on "Overture"
Simon Clew backing vocals, vocals on "Overture"

Tracklist

Disc 1
1. The masquerade overture 3:04
2. As good as gold 7:15
3. Paintbox 8:38
4. The pursuit of excellence 2:37
5. Guardian of my soul 12:42
6. The shadow 9:55
7. Masters of illusion 12:52
8. The last man on earth (Live)   (Bonustrack nur auf der 99er re-release) 14:40
Gesamtlaufzeit71:43
Disc 2
1. As good as gold 3:27
2. Masters of illusion 3:33
3. Schizo 6:59
4. The king of the castle (The shadow part 2) 4:45
Gesamtlaufzeit18:44


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Ein typisches Barrett-Vollwert-Meisterwerk, das eigentlich zwanzig Jahre zu spät kam: Barretts Fluch der späten Geburt!

Pendragon stehen mit diesem Album genau an der gleichen Stelle in ihrer Entwicklung zu immer mehr Aufwand und immer mehr Blockbuster-Bombast, an der die klassischen Progbands gegen Ende der 70er gestanden haben, bevor die große Krise einsetzte: Genesis waren dort mit "Wind and wuthering" (1976), Yes mit "Going for the one" (1977), Renaissance mit "A song for all seasons" (1978); ELP mit "Works Vol.I (1977), Mike Oldfield mit "Incantations" (1978). Sicherlich ließen sich noch viel mehr Beispiele dieser Art nennen; gemeinsam ist ihnen allen, dass sie damals ihren ganz großen Trumpf ausspielen wollten, was von der Werbung oft als "neuer Sound", "nie gehörte musikalische Dimensionen" und mit ähnlichem Jubel-Wortschwall passend zum Klangschwall gefeiert worden ist.

Und nun Pendragon Anno 1996: nie klangen Gitarren und Keyboards so glasklar, nie war der Sound überhaupt so lupenrein, die Texte so erhaben, die Kompositionen so ausgefeilt, der Gesamteindruck so poliert und sauber - und nie musste man einen so großen inneren Widerstand überwinden, das luxuriöse Teil überhaupt anzufassen, es sei denn, man stand schon immer auf so was (wie ich).

Und damit auch gleich von Anfang an feststeht, dass wir es hier mit einem Album der Superlative zu tun haben, kommt uns Barrett schon im ersten Titel als Freund der Italienischen Oper daher, indem er (nicht Nolan!) mal kurzerhand die Keyboards auf Orchesterklang programmiert und einige erlauchte Sänger als Opernchor auftreten lässt: schade, dass er sich kein echtes Orchester mit Chor leisten konnte - dafür gibt ja heutzutage sogar schon Tilo Wolff Geld aus. Jedenfalls fängt alles mit einer "Masquerade Overture" an, die mitten aus der Mailänder Scala zu kommen scheint, und ich wundere mich immer wieder über den Titel des Albums: Wenn das die Ouvertüre war, müsste dann die Platte nicht einfach nur "Masquerade" heißen? - Bzw. wenn das ganze Album die Ouvertüre darstellt, hätte dann nicht die eigentliche Maskerade danach erscheinen müssen? Aber dann kam doch etwas, das "Not of this world" war... . Entweder verstehe ich hier die tiefere Absicht dahinter falsch, oder Nick hat nicht ganz mitgedacht.

Aber für die Annahme, dass das Album die Maskerade darstellt, spricht immerhin der Umstand, dass es in allen Texten tatsächlich um Masken, Tarnungen und trügerische Eindrücke geht: eine so konsequent durchgehaltene Konzeption hatte es bisher bei Pendragon noch nicht gegeben:

Nach der seltsamen Ouvertüre ist "Good as gold" der eigentliche Opener: Langsam wird aus einer Klaviereinleitung heraus immer mehr Spannung aufgebaut, indem sich eine Keyboardwand auf die andere türmt - hier scheint das hymnische Intro von "Walls of Babylon" des Vorgängeralbums "Window of life" in gewisser Weise wiederholt zu werden, allerdings ohne die damals geklaute Gilmour-Gitarre und zunächst mit etwas mehr Zurückhaltung zu Beginn, was natürlich die kommende Steigerung nur umso mehr betonen soll. Und dann, wenn der Song irgendwann auf die Höhe der Keyboardwände geklettert ist, entpuppt er sich als letztlich relativ normaler Popsong mit großen Mitsingpotential, aber er ist nicht so überragend, wie es seine Einleitung vermuten ließ: erleben wir hier eine unfreiwillige "Maskerade"?

Aber egal - kommen wir zu "Paintbox": das Stück ist für die Band typisch. Auf eine langsame Einleitung folgt eine Ohrwurmmelodie, dann ein schnellerer instrumentaler Mittelteil, der zum Schluss wieder die Brücke zum Anfang findet. Am besten gefällt mir die Stelle, an der der schnelle Rhythmus vom Bass eingeleitet und durch die Keyboards unterstützt wird (die Live-Aufnahme aus Krakau bringt das noch besser rüber). Das Ganze ist schon gelungen, aber eben nichts Neues bei Pendragon.

Das kurze "The pursuit of excellence" (der Titel passt zu dem, was mit dem ganzen Album offensichtlich angestrebt wird) ist eine Einleitung zum langen und bedeutungsschweren "Guardian of my soul"; hier wird ein Track in die Mitte gestellt, der durch wechselnde Rhythmen und Klangfarben so viele Teile aneinander reiht, dass eine Sensation auf die nächste folgt. Weniger wäre hier mehr gewesen. Und deshalb ist das auch noch nicht der beste Song des Albums - das ist für mich der nun folgende "Shadow":

Dieser Song hat m.E. auch den intelligentesten Text: das schizophrene verfolgt Werden vom eigenen Schatten wie von einem geheimnisvollen Verführer, der alles besser zu können scheint ("He was strong when I was weak, spoke outloud when I couldn't speak"), ist mal eine Idee, in der das Pathos nicht auf Kosten der Glaubwürdigkeit überhöht wird. Aber die Musik ist noch besser: die Klaviereinleitung eines Gute-Nacht-Liedes lässt noch gar nicht ahnen, was sich hier entwickeln wird; nach den Worten "I'll take the reins" setzt sich die innere Verfolgung in Bewegung ("like a river flowing south"). Nach einer Weile wird der (unvermeidliche :-) Instrumentalteil aufgebaut, der dann plötzlich durch eine kurze Keyboardwendung und folgende hackettartige Gitarre in den dritten Teil und Hauptrefrain des Songs überleitet - das klingt so umwerfend, dass ich abheben könnte, und es stört auch kein bisschen, wenn dann dieser Refrain ("Looking for somewhere that's home to me now...") gleich dreimal wiederholt wird: nach diesem Ohrgasmus kann man davon kaum genug kriegen!

Der Schlusstrack "Masters of illusion" ist noch mal was zum Abfetzen und bringt textlich das Thema des Albums auf den ultimativen Punkt ("I'm the master of illusion, the master of disguise"); auch dieser Song hat mehrere Teile; der zweite, schnelle Teil hat irgendwie was von "Market square heroes", aber nicht zu aufdringlich. Schade ist zum Schluss, dass dieser Song nach so vielen vorausgegangenen kompositorischen Meisterleistungen einfach ausgeblendet wird - so was hasse ich, besonders bei Gruppen und Songschreibern, die das nicht nötig haben; das könnte Nick Barrett wirklich Leuten wie Enchant überlassen!

Noch ein Hinweis zu der Bonus-CD aus der Erstauflage: "Schizo" ist eine Art Hommage an Pink Floyd, aber diesmal eine, die nichts unmittelbar klaut, sondern sich mit der Reproduktion des typischen PF-Sounds zufrieden gibt, und "The king of the castle" ist der Versuch, aus dem dritten Teil von "Shadow" mit zusätzlichem Text einen eigenständigen Song zu gestalten. Das Arrangement ist hier nicht bombastisch, stattdessen mit choralen Keyboards und Akustikgitarre ziemlich deutlich an dem Schluss von Genesis' "Entangled" orientiert; danach könnte es glatt mit "Squonk" weitergehen...

Anspieltipp(s): As good as gold; Masters of illusion (den Rest muss man ganz hören!)
Vergleichbar mit: sämtlichem Bombast-Prog der Superlative aus den späten 70ern
Veröffentlicht am: 11.8.2003
Letzte Änderung: 11.8.2003
Wertung: 13/15
Es gibt sicher 100 Gründe, die Platte schlechter zu finden; mir fällt nur gerade keiner ein...

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


"The Masquerade Overture" war das erste Pendragon-Album, das ich kennenlernte. Ein Meisterwerk ist es nicht, dafür bedient es wirklich zu viele Klischees, klingt über weite Strecken sehr ähnlich, erinnert oft an andere Bands (Pink Floyd, IQ) und bringt nichts, was man nicht schon irgendwo mal gehört hätte. Es verbreitet über weite Strecken eine durchgehende Stimmung, ist wie aus einem Guss komponiert, gewisse Themen und Stilelemente ziehen sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Stücke, nebst banalen parts gibt es immer wieder wirklich ansprechende, schöne Melodien und die "overture" ist gut gemacht. Wer auf Bombast steht, der wird hier ebenfalls gut bedient, das ganze kommt in sauberem Klang daher und wirklich schlechte Stücke kann ich auch nicht ausmachen.

Fazit: wer beim Namen "Nolan" keinen Ausschlag kriegt, wer Neoprog mag, wer auf Bombast steht, wer Keyboardwänden und -gefrickel nicht abgeneigt ist, der kann bei diesem Album bedenkenlos zugreifen. "Masquerade" macht Spass, wird eine Weile im Player rotieren dürfen, allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2004
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 8/15
ansprechender Neoprog

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The World 7.00 3
1991 The rest of 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1

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