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Kraftwerk

Kraftwerk 1

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971 (offiziell noch nicht auf CD veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Philips
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter Organ, Tubon
Florian Schneider Flute, Electric Percussion, Violin
Klaus Dinger Drums
Andreas Hohmann Drums

Tracklist

Disc 1
1. Ruckzuck 7.47
2. Stratovarius 12.10
3. Megaherz 9.30
4. Vom Himmel Hoch 10.12
Gesamtlaufzeit39:39


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


Was war vor der Autobahn? Der Backkatalog von Kraftwerk beginnt mit diesem wegweisenden Album und suggeriert, daß damit auch alles angefangen hat. Hat es aber bei weitem nicht. Die Wurzeln von Kraftwerk gehen zurück bis in die späten 60er, obwohl das von der Band scheinbar verleugnet wird. Wie sonst ist es zu erklären, dass die ersten drei Platten einer der erfolgreichsten deutschen Bands bis heute noch nicht offiziell auf CD erschienen sind?

Inoffiziell hingegen gibt es einige mehr oder wenige geglückte Veröffentlichungen (meist von der LP herunterkopiert).

1970 also veröffentlichten Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben zusammen mit drei anderen Musikern als "Organisation" eine wenig erfolgreiche Platte, ehe sie sich mit den beiden Schlagzeugern Andreas Hohmann und Klaus Dinger zusammentaten, um 1971 "Kraftwerk 1" aufzunehmen.

Eine Warnung vorweg: dieses Debut hat mit den Autobahnen und Mensch-Maschinen späterer Tage rein gar nichts gemein: es scheppert das Schlagzeug, es dröhnen die Gitarren - damals stand man dem Krautrock näher als der Elektronik.

Und so geht es auch gleich mit "Ruckzuck" los: eine Stakkato-Flöte liegt über repetitiven Bass-/Schlagzeug-/Orgellinien. Plötzlich bricht alles zusammen und es schließt sich ein improvisierter Teil an.
"Stratovarius" beginnt mit einer Orgel, wie sie für die ganz frühen Tangerine Dream typisch war, ehe das Schlagzeug einfällt und mit einer psychedelischen Gitarre den Song bestreitet.
"Megaherz" kommt ohne Schlagzeug aus und ist sehr ruhig und atmosphärisch gehalten.
"Vom Himmel Hoch" beginnt mit befremdlichen Geräuschen und Explosionen aus einem Soundgenerator, ehe wieder das Schlagzeug einsetzt und Ralf Hütter auf einem Tubon (was auch immer das sein mag) darüber improvisiert.

Wie bereits erwähnt hat diese Platte mit den späteren Kraftwerk-Alben aber auch rein gar nichts gemein. Vielmehr werden Freunde von Krautrock und psychedelischer Musik auf ihre Kosten kommen.

Anspieltipp(s): Ruckzuck
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.8.2003
Letzte Änderung: 20.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Die Vorgeschichte von Kraftwerk ist etwas obskur, was aber auch daran liegt, dass die beiden Hauptprotagonisten - Ralf Hütter und Florian Schneider - offenbar kein großes Interesse mehr an ihren Anfängen haben (was z.B. die Tatsache belegt, dass auf der Internetseite von Kraftwerk ihre ersten drei LPs nirgends Erwähnung finden). 1969 waren die beiden jedenfalls Teil der Gruppe Organisation, die mit Conny Plank ein Album einspielte (oder ein Demo), welches 1970 allerdings nur bei RCA in England erschien (siehe "Tone Float"). Als die LP herauskam, hatte sich die Organisation aber schon aufgelöst.

Hütter und Schneider nannten ihr neues Projekt, aller Anglismen entsagend (auch was die Titel der Kompositionen anbelangte), Kraftwerk und begannen ein eigenes Tonstudio aufzubauen, welches zu beginn nicht viel mehr als ein Probenraum war und viel später den Namen "Kling Klang" tragen sollte. Dort entstanden in den nächsten Jahren, inspiriert von der Industriemetropole Düsseldorf, Stücke mit so eigenartigen Titeln wie "Megaherz", "Spule", "Strom" und "Wellenlänge". Humor zeichnete die Produktionen der beiden Düsseldorfer auch aus, was Titelkreationen wie "Ruckzuck", "Ananas Symphonie" oder "Vom Himmel Hoch" belegen, im deutlichen Unterschied zu den eher bierernsten Elektronikern aus Berlin (allen voran Tangerine Dream).

Das Debütalbum von Kraftwerk unterscheidet sich - Thomas hat es weiter oben schon dargelegt - in der Tat recht deutlich von den späteren Werken der Gruppe, insbesondere von den Alben ab "Autobahn". Der Kontrast ist ähnlich groß wie der zwischen der ersten LP der Tangs ("Electronic Meditation") und dem Rest der Produktionen der Berliner. Sehr wüst sind Hütter, Schneider und Kollegen hier zu Gange und erzeugen ein experimentelles, krautiges Durcheinander an elektronischem Klang, kantig, schneidend, dröhnend, monoton dahinschreitend und scheppernd, aber oft auch locker, entspannt und humorvoll. Am ehesten erinnert diese Musik noch an das Debüt von Neu! (oder richtiger, die Musik von Neu! erinnert an Kraftwerk, an "Ruckzuck" z.B.), insbesondere dann, wenn das Schlagzeug monoton-repetitiv zu hören ist, was natürlich nicht verwunderlich ist, da Neu!-Gründer Klaus Dinger hier am Trommeln ist. Allerdings sind Kraftwerk doch um einiges origineller und abwechslungsreicher zu Gange. Ansonsten hat mein Vorschreiber die einzelnen Stücke des Albums ja schon kurz vorgestellt. Erstaunlicherweise erreichte die Scheibe damals Platz 30 der LP-Hitliste!

Ach ja, ein (eine?) Tubon (das steht vermutlich für "tube organ") war ein tragbares Tasteninstrument welches um 1966 auf den Markt kam, das man sich wie eine E-Gitarre umhängen konnte. Das Ding war in einem rohrförmigen Gehäuse untergebracht und hatte eine Tastatur über zweieinhalb Oktaven. Damit konnte man Klänge erzeugen, die entweder einem Bass oder einem Holzblasinstrument ähnelten, einem Saxophon z.B. Die meisten der auf "Kraftwerk" zu findenden verzerrten, quäkigen, quietschenden, trötenden, sägenden und nasal knurrenden Tongebilde erzeugt Hütter mit diesem Instrument (und diversen Effektgerätschaften).

Die erste LP von Kraftwerk ist eine der essentiellen Scheiben des Krautrocks und es ist immer wieder ein Erlebnis sie zu hören (auch 35 Jahre nach Erscheinen). Leider haben, wie schon erwähnt, die beiden Kraftwerker mit diesem Kapitel ihrer Vergangenheit abgeschlossen und verweigern vermutlich ihre Zustimmung für eine offizielle CD-Ausgabe. Da es aber diverse CD-Brenner aus Fernost, Italien oder Luxemburg gibt, die es mit dem Urheberrecht nicht so genau nehmen und sich nicht an die Vorgaben der beiden Bandgründer halten (oder gehalten haben), sollte es nicht allzu schwierig sein, doch an eine CD-Version des Albums zu gelangen. Ansonsten bleibt natürlich der Vinyl-Markt, doch sind die Preise für die Philips-Originale inzwischen recht saftig, auch wenn sich das Album über 50000 mal verkauft hat. Trotzdem: Dicke Empfehlung!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2006
Letzte Änderung: 18.10.2006
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Vor einigen Jahren "wiederveröffentlichte" Kraftwerk seinen gesamten Katalog in remastertem Sound. Den gesamten Katalog? Nein. Einige Alben widersetzten sich standhaft der Plattenfirma. Und wenn den Protagonisten der Band nicht eines Tages der Himmel auf den Kopf fällt, werden sie es weiter tun. Was sehr schade ist. Denn Kraftwerk 1 ist, wenn auch nicht das bekannteste, so doch eines der besten Alben der Düsseldorfer Elektropop-Pioniere. Und einen Plattenspieler hat schliesslich nicht jeder.

Im Gegensatz zu den späteren Alben ab Autobahn bestimmen hier noch zahlreiche akustische und analoge Instrumente das Klangbild, wo später Drumcomputer den Takt vorgeben, bearbeiten hier zwei (!) Schlagzeuger die Felle und Becken.

Stilistisch geht man hier den Weg weiter, den man mit Tone Float eingeschlagen hat. Repetitive Figuren, elektronische Klangwolken, psychedelische Motive, Soundspielereien. Aus Geräuschen entwickeln sich ganze Stücke (Vom Himmel hoch), mal wird man an eine beatlesque Sitar erinnert (Stratovarius), in Ruckzuck werden schon einige Autobahnabschnitte vorweggenommen, die harsch geblasene Flöte scharrt und zerrt an den Nackenhaaren.

Das Album spielt wunderbar mit Lautstärkewechseln und Dynamik, was Spannung garantiert. Auch die Kompositionen sind sehr abwechslungsreich, jedes Stück ist anders. Dieses Spannungsfeld aus repetitiven Figuren und Monotonie auf der einen und stilistischer und dynamischer Vielfalt auf der anderen, macht den Reiz dieses Albums aus.

Anspieltipp(s): Ruckzuck
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2016
Letzte Änderung: 23.5.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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