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Kraftwerk

Kraftwerk 2

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972 (offiziell noch nicht auf CD veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Philips
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter Orgel, elektr. Klavier, Bass, Rhythmusmaschine, Glocken, Hamonika
Florian Schneider Flöten, Geige, Gitarre, Mischpult, Glocken

Tracklist

Disc 1
1. KlingKlang 17.36
2. Atem 2.57
3. Strom 3.52
4. Spule 4 5.20
5. Wellenlänge 9.40
6. Harmonika 3.17
Gesamtlaufzeit42:42


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


Nach Erscheinen von "Kraftwerk 1" kam es in der Band zu einigen Umbesetzungen, wobei sogar kurzzeitig Ralf Hütter ausstieg. Dies hätte das vorzeitige Ende der Band bedeuten können!

In diese Zeit fällt auch der Auftritt im Beatclub in der Besetzung Florian Schneider-Esleben, Klaus Dinger (drums) und Michael Rother (guitar). Dinger und Rother verließen dann jedoch Kraftwerk, um "Neu!" zu gründen, und Florian und Ralf Hütter taten sich wieder zusammen, um "Kraftwerk 2" aufzunehmen.

Da man jetzt keinen Drummer mehr hatte, beschloß man, eine Rhythmusmaschine zum Einsatz kommen zu lassen. Diese wird aber nur auf dem ersten Stück verwendet, der Rest der Platte besteht eher aus freien Improvisationen und Klangexperimenten.

"Klingklang", das später dem bandeigenen Studio seinen Namen geben sollte, beginnt mit diversen Glocken und Triangeln, eben allem, was "kling" machen kann. Schon bald setzt die Rhythmusmaschine ein, die mal schneller, mal langsamer programmiert ist. Darüber liegen Orgeltupfer und Querflöte. Dieses Stück erinnert am ehesten an spätere Werke wie "Autobahn".
Anschließend wird der "Atem" eines Menschen elektronisch simuliert, wobei ich das Stück etwas lang"atmig" finde. "Strom" bietet zu Anfang verzerrte Gitarre, die dann aber clean wird und mit quietschigen Orgelakkorden in Ligeti-Manier unterlegt wird. Die restlichen drei Stücke sind wieder improvisatorisch gehalten.

Durch das Wegfallen der Drummer sind Kraftwerk vom Weg des Krautrocks abgewichen. Sie experimentieren vermehrt mit den Möglichkeiten, die ihnen ihre Instrumente bieten, ohne jedoch bereits ihren Stil gefunden zu haben. Das ganze wird zu langatmig präsentiert, um wirklich unterhalten zu können. Der erste Einsatz der Rhythmusmaschine zeigt aber bereits den Weg auf, der sie in aller Welt berühmt machen sollte.

Anspieltipp(s): Strom
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.8.2003
Letzte Änderung: 20.8.2003
Wertung: 7/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Langatmig? Nur 7 Punkte? Einspruch, Euer Ehren!

Das zweite Kraftwerk-Album zeigt eine teilweise Abkehr von den dröhnenden, scheppernden Klängen des Debüts. Das einleitende "Klingklang" zeigt bereits den verspielten Sound des Nachfolgers "Ralf & Florian", und die minimalistische Rhythmusmaschine lässt sogar schon die spätere, rein elektronische Phase der Band erkennen.

Während "Klingklang" noch recht "melodisch" gehalten ist, sind die restlichen Stücke schon ziemlich starker Tobak. "Atem" bietet genau das, was der Titel andeutet - Atemgeräusche, die elektronisch verfremdet oder vielleicht auch ganz elektronisch erzeugt wurden. Jahre später spielten Atemgeräusche in einem anderen Kraftwerk-Stück eine Rolle: Tour de France...

"Strom" beginnt mit einer stark verzerrten Tonfolge, die an die früher im Radio zu hörenden Pausensignale erinnert. Da fällt dem Hörer doch gleich das spätere Album "Radio-Aktivität" ein, auf dem ebenfalls derartige Klänge verwendet wurden - es gibt doch ein paar musikalische Verbindungen zwischen Kraftwerks Frühzeit und ihren späteren, bekannteren Alben. Der Rest von "Strom" bietet düstere, geheimnisvoll raunende Klänge von Flöte und Orgel (?), dazu ein paar einfache Gitarrenakkorde.

"Spule 4" gibt sich ähnlich minimalistisch: nur mit E-Gitarre, Bass und ein paar Effekten aufgenommen, beide im Zeitlupentempo gespielt und mit vielen Pausen bzw. Stellen minimaler Lautstärke, die wie Pausen klingen, dazwischen - da scheint sich manch' heutiger Minimalrocker seine Inspiration geholt zu haben...

"Wellenlänge" ist die nahtlose Fortsetzung von "Spule 4", es ist vielleicht geringfügig bewegter. "Harmonika" schließlich wurde mit einer selbigen eingespielt - wieder im Zeitlupentempo, ohne erkennbare Struktur.

Gerade die weitgehend strukturlosen Stücke finde ich ungemein faszinierend. Vielleicht haben die Herren ja doch irgendwann einmal ein Einsehen, damit dieses und beiden anderen frühen Kraftwerk-Platten ihren Weg ins CD-Zeitalter finden!

Anspieltipp(s): Wellenlänge
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.8.2005
Letzte Änderung: 15.11.2005
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Auf Kraftwerk 2 wendet sich der Stil der Band weg vom Krautrock des Debutalbums und nimmt vor allem im Longtrack KlingKlang den der Autobahn vorweg. Überhaupt hat man sowohl beim Vorgänger, wie auch hier auf Seite A, immer wieder das Gefühl, dass Hütter und Schneider die groben Konstruktionspläne der Autobahn schon im Kopf haben und sich noch überlegen, welche Materialien sie letztendlich verbauen wollen.

Auf Seite B hingegen wird es sehr experimentell und teilweise recht schwer verdaulich. Hat "Strom" noch eine Richtung und wirkt wie der Gang zum Schafott oder der Moment vor dem Finale in "High Noon", so duftet es mit "Spule 4", der ersten Hälfte von "Wellenlänge" und in "Harmonika" sehr nach verschmorten Kabeln, äh starkem Tobak. Für mich wird es dadurch auch klarer, warum sich obige Herren bisher gegen eine Wiederveröffentlichung der Alben vor Autobahn ausgesprochen haben. Ich vermute, dass sie schlicht keinen Markt dafür sehen. Einen Ruf hätten sie damit sicher nicht zu verlieren. Aber spannend sind diese Stücke allemal. Finde ich zumindest. "Kraftwerk 2" ist ein Album, dass weniger zugänglich ist, als der Krautrock von "Kraftwerk 1", auch weniger zugänglich, als der Elektropop von "Autobahn", dass dem interessierten Hörer aber einen guten Einblick in die Entwicklung der Band gibt.

Anspieltipp(s): Harmonika, KlingKlang
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2016
Letzte Änderung: 23.5.2016
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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