90125
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Informationen
Allgemeine Angaben
| Erscheinungsjahr: |
1983 |
| Besonderheiten/Stil: |
ArtPop |
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| Label: |
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| Durchschnittswertung: |
8/15 (7 Rezensionen) |
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Besetzung
| Jon Anderson |
lead vocals |
| Trevor Rabin |
gtr, vocals, keyboards |
| Chris Squire |
bass, vocals |
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| Alan White |
drums, percussion |
| Tony Kaye |
keyboards |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Owner Of A Lonely Heart
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4:27
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| 2. |
Hold On
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5:15
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| 3. |
It Can Happen
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5:39
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| 4. |
Changes
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6:16
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| 5. |
Cinema
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2:09
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| 6. |
Leave It
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4:10
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| 7. |
Our Song
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4:16
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| 8. |
City Of Love
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4:48
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| 9. |
Hearts
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7:34
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| Gesamtlaufzeit | 44:34 |
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Rezensionen

Nach dem grossen Besetzungswechsel vor "Drama" bleib "Yes" keine Ruhe gegönnt. Howe und Downes verabschiedeten sich, um "Asia" zu gründen und Trevor Horn konzentrierte sich auf seine Produzententätigkeit. Bassist Chris Squire und Schlagzeuger Alan White taten sich nach einem kurzen, aber schnell eingebüchsten Versuch, mit Jimmy Page etwas neues aufzuziehen ("XYZ": eX Yes & Zeppelin), mit dem südafrikanischen Gitarristen Trevor Rabin zusammen, um ein Projekt namens "Cinema" auf die Beine zu stellen. Dabei sollte Rabin auch den Gesang übernehmen; da dies aber nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten funktionierte, rief man kurzerhand Jon Anderson an. Dieser sagte zu, und plötzlich wurde "Cinema" zu "Yes" (übrigens ein recht ähnlicher Vorgang: kurz vorher wurde aus einer Band mit dem geplanten Namen "Discipline" eine Band namens "King Crimson"...). Allerdings übernimmt Rabin immer noch einige der Gesangsstellen auf "90125". Um noch einen dedizierten Keyboarder in der Band zu haben und das "Yes"-Erbe zu rechtfertigen, holte man noch Tony Kaye ins Boot, den Keyboarder der ersten drei "Yes"-Alben, der im Vergleich zum virtuosen Show-Man Wakeman eher als biederer Handwerker gilt. Allerdings ist seine Rolle nicht genau einzuschätzen, da auch Rabin als Keyboarder aufgeführt wird sowie Trevor Horn als Produzent der Platte in Sachen Keyboards und Programmierung seine Finger im Spiel gehabt haben dürfte.
Was ist jetzt von dieser neuen Inkarnation zu erwarten? Schon Cover und Album-Titel geben die ersten Hinweise. Vorbei sind die Tage üppiger Fantasy-Bildchen von Roger Dean wie in den frühen Siebzigern und wieder bei "Drama", stattdessen ein ebenso klinisches wie aussageloses Computer-Bildchen. Und dann der Albumname: ein Blick auf den Rücken der CD verrät uns, dass 90125 nichts anderes als die Katalognummer der CD bei "Atlantic" ist...
Und musikalisch? Trevor Rabin hat später mal gesagt, wenn er gewusst hätte, dass "Cinema" auf "Yes" hinauslaufen würde, dann hätte er speziell für "Yes" anders komponiert. So ist seine Power-Pop-Handschrift das prägende Element der Platte; dazu kommt dann nach, dass der damalige Atlantic-Präsident Ahmet Ertegun zu Squire meinte, dass diesmal ein Hit dabei sein müsse, wenn Atlantic die Band weiter unterstützen solle.
Und diesen Hit hatte man: "Owner Of A Lonely Heart", der einzige "Yes"-Song, den wahrscheinlich auch normale Radiohörer kennen. "Owner" war weltweit eine Top-10-Single und schob natürlich auch die Verkaufszahlen des zugehörigen Albums kräftig an; Ertegun war sicher zufrieden. Und die "Yes"-Fans?
Zu "Owner" muss man wohl kein Wort verlieren; den Song mit seinem markanten Eröffnungsriff, Harmonizer-Gitarren-Solo und makellosem Sound kennt eigentlich fast jeder. Auch in den anderen Songs ist vom schwärmerischen symphonischen Prog der früheren "Yes" wenig übrig geblieben. Ich würde das ganze "Power-Pop" nennen: straighte Songs mit netten Melodien und gewöhnlicher Rhythmik; für puren "Pop" ist es etwas zu rockig und gitarrenlastig, für "Rock" zu poliert und glatt produziert und allgemein zu harmlos. Abundan blitzen nette Ideen durch, zum Beispiel der a-capella-Anfang von "Leave It", der Sitar-Anfang von "It Can Happen" oder der proggige Anfang von "Changes", vielleicht ein kleines Häppchen für ältere Fans der Band, das aber schnell und unmotiviert durch einen hundsgewöhnlichen Pop-Rhythmus und Rabins Gesang abgelöst wird. Der einzige echte Hinhörer zwischen den ganzen recht normalen Power-Pop-Nummern ist das kurze Instrumental "Cinema", das wehmütige Erinnerungen an die grossen Alben der Siebziger Jahre "Yes" weckt. Gerüchtehalber ist "Cinema" nur ein kurzer Ausschnitt aus einem wesentlich längeren Song, von dem aber meines Wissens nie Aufnahmen aufgetaucht sind.
Positiv fällt noch die tolle Produktion von Trevor Horn auf: amtlicher Sound, viele - aber gut durchschaubare - Schichten und immer wieder kleine Details in den Arrangements. Wenn man die Platte als 80er-Pop/Rock-Produktion sieht, ist sie ziemlich gut; mit Prog hat sie aber nicht viel zu tun, ausser, dass sie der Band "Yes" sicher viele neue Fans beschert hat, die dadurch vielleicht auch andere "Yes"-Platten kennengelernt haben. Ausserdem hatte "Yes" mit dem Riesenerfolg von "Owner" und "90125" Hitparadenerfolgs-Blut geleckt und haben seitdem immer wieder - vergeblich - versucht, diesem Erfolg nachzulaufen (siehe "Big Generator", "Talk", "Open Your Eyes" und zu einem gewissen Grad - Beispiel Techno-Bassdrum in "Lightning Strikes" - auch in "The Ladder").
| Anspieltipp(s): |
Cinema, It Can Happen |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
6.6.2002 |
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Wer YES liebt, sollte diese Platte nie anfassen, geschweige denn hören. Bei mir hat sie neben BIG GENERATOR und TALK (beides ja YES/RABIN-Machwerke) schon Platz 1 der schlechtesten Progplatte des Jahrhunderts gewonnen. Da liegt nicht mal daran, dass hier nicht Howe/Wakeman mitmachen, aber Rabin hat nur amerikanische Einheitsmucke im Kopf, Horn produziert YES als FGTH so über, dass von der eigentlichen Musik nix mehr bleibt. Ich finde, diese Platte ist technisch evtl. perfekt produziert (für den amerikanischen Markt und wenn man mal die Möglichkeiten der modernen Studiotechnik hören will), aber mit sowenig Transparenz und Tiefe, wie es ein Eddie Offord nie gewagt hätte. Wenn ich mit Kino vergleichen würde - ein Hollywood-Special-Effect-Film ohne inhaltliche Substanz. Nur "Cinema" gefällt mir einigermaßen, aber das war wohl auch eines der ersten Übungsstücke der "neuen" Band.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
1.8.2011 |
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90125 war doch tatsächlich mein allererstes Yes-Album. Ich fand Owner... so geil, daß ich mir direkt das komplette Scheibchen zulegen mußte. Und da mir die 90125 insgesamt sehr gut gefallen hat, habe ich mich um weitere Yes-Alben bemüht und bin auf die ganzen alten Klassiker gestoßen. Ich glaube hier liegt genau das Problem: Wer Yes schon früher kannte, der hatte einfach gewisse Schwierigkeiten mit dem Rabin'schen Stil. Trotzdem ist meiner Meinung nach dieser Stilbruch immer noch anspruchsvoller gelungen als z.B. bei Genesis nach der Wind & Wuthering. Ich meine Rabin hat Yes die entscheidenden Impulse zum Überleben gegeben, denn er verband anspruchsvollen modernen Rocksound mit klassischen Yes-Trademarks und verschaffte dem Prog-Dino Yes eine Existenz in den 80ern.
Trevor Rabin konnte und kann nicht nur hervorragende Songs schreiben, sondern auch sehr gut singen und vor allen Dingen Gitarrespielen. Wenn man sich damit abfindet, daß es zwei Yes-Formationen gibt (die klassische und die Rabin'sche), dann kann man an beiden richtig Freude haben.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.8.2002 |
| Letzte Änderung: |
24.8.2011 |
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Bis und mit Drama spielten sie Prog, mit 90125 beginnt Yes eine Poprock-Band zu sein. Und so sollte man sie ab jetzt wohl auch bewerten. Die alte Zeit ist vorbei und kehrt nicht mehr zurück. Close to the edge ist einmalig und nicht wiederholbar.
Vielleicht waren die anderen "Grossen" konsequenter als Yes oder Genesis. ELP lösten sich nach Love Beach lieber auf, als weiter belanglose Balladen zu spielen, um sich dann allerdings 13 Jahre später wieder zu vereinigen, und nach dem ordentlichen "Black Moon" mit "in the hot seat" auf dem elektrischen Stuhl alle Illusionen zu verbraten. Gentle Giant machten zwei Jahre später mit Civilian Feierabend.
Und wo Genesis sich über das schlechte "...and then there were three" zu Duke hangelte (für mich das Pendant zu Drama), um dann mit Abacab und endlich Genesis 83 zur Popband zu mutieren, da waren es bei Yes die unbefriedigenden "going for the one" und "Tormato" die schliesslich über Drama zu 90125 führen sollten.
Beide Bands haben es vorgezogen eine Metamorphose durchzumachen, um anschliessend in neuem Glanze (oder wenigstens Gewand) wieder aufzuerstehen. Ob das Tierchen vor oder nach der Wandlung das schönere war, sei dahingestellt. Meinetwegen hätten Yes den Drama-Stil auch noch 1-2 Alben weiterführen können.
Für mich war 90125 immer ein Popalbum. Und ein sehr gutes Popalbum dazu. Es mit "Close to the edge" zu vergleichen, wäre nicht fair. Eher muss man es mit anderen Alben seiner Zeit vergleichen und da schneidet es hervorragend ab. Es gehört in die Klasse "gehobener, anspruchsvoller Poprock/Artrock". Genug der Vorrede.
Mit "owner of a lonely heart" kommt zu Anfang die erfolgreiche, eingängige Hitparadensingle, die aber dennoch nicht einfach nur billig und kommerziell, sondern trotzdem intelligent und besonders ist.
"Hold on" ist zwar relativ gewöhnlich, entwickelt dann nach einem Acapella-Mittelteil aber eine wiegende, einlullende Stimmung. Gehobener Durchschnitt.
Mit "it can happen" folgt ein eindringliche Rocker mit Mitsing-Mitklatsch-Refrain. Hoher Wiedererkennungsfaktor meets Stadionhymne. Ein paar krumme Takte und breaks und ein gefälliges Gitarrensolo genügen für ein Popstück durchaus höheren Ansprüchen. Die mehrstimmigen Gesangspassagen, beinahe wie ein Kanon, sind ebenfalls gut gelungen.
"Changes" beginnt mit einem tollen Rhythmus : 4/4, 3/4, 4/4, 3/4, 3/4 und das mit treibendem, hektischem Tempo und im besten Sinne progressiv. Passt so irgendwie gar nicht zum Rest der Platte und das Stück wird dann auch promt abgewürgt und zu einer langweiligen Gähnballade mit Rockeinschlägen vergurkt. Schade.
Was so vielversprechend begann wird zum Tiefpunkt der Platte.
"Cinema" ist ein schweisstreibendes Zwiespiel von Schlagzeug und Gitarre, im Hintergrund von Bass und Synthiteppich unterstützt. Wieder gibt es hier einen Krummtakt 2/4, 2/4, 3/4, dazwischen Frickelbreaks mit wilden Gitarrenläufen. Gegen Schluss des Instrumentals gibts noch elektronische Chöre. Ein Bombast-Kracher, der voll cool abgeht ! War das die Sprache der 80er ?
"Leave it" ist ein abwechslungsreiches Werk und war erstaunlicherweise trotz anspruchsvolleren Teilen wie acapella-intro und verschachtelten hymnischen Gesangsharmonien eine Singleauskopplung. Die 12"-Maxi ist übrigens auch Klasse ;-). "Leave it" ist für mich das beste Beispiel für anspruchsvolle Popmusik und passt für mich überhaupt nicht zu einer Bewertung wie "schlechtestes Progalbum des Jahrhunderts". Es ist ja im übrigen auch kein Prog mehr ;-).
"Our song" ist der "Spassmach-Song" des Albums. Toller Bass, fröhlicher Refrain, 80erJahre-typischer Keyboardsound.
"City of love" bringt dann monoton-aggressive, tiefe Gitarrenriffs und mehrstimmigen Gesang. Ist guter Durchschnitt.
Den Abschluss macht das tolle "Hearts". Schlicht, einfach, erst lieblich, dann erhaben. Einfach schön. Der Höhepunkt des Albums.
Wir schreiben 1983 und in dieser Zeit haben Yes genau das richtige Album geschrieben. Gehobener 80er Jahre Poprock mit einigen Progzutaten und sauber produziert.
| Anspieltipp(s): |
Hearts, Cinema |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.6.2003 |
| Letzte Änderung: |
11.6.2003 |
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"90125" ist nicht so katastrophal ausgefallen wie später "Big Generator" oder "Talk". Die Hinwendung zum AOR ist zwar schon vollzogen, aber immerhin blitzen hie und da noch ein paar originelle Ideen auf - "Cinema", die einleitenden Sequenzen von "Changes" und "Leave it", oder das hinlänglich bekannte "Owner of a lonely heart", das bei aller Eingängigkeit doch einen ganz unverwechselbaren Charakter hat. Daneben stehen aber auch Mitgröhllieder wie "Hold on" und "City of Love", Vorboten kommenden Unheils.
Zum essentiellen Yes-Oeuvre zählt "90125" sicherlich nicht, es sei denn, man ist gerade Fan der Rabin-Jahre. Im Gegensatz zu einem meiner Vorredner ist es für mich aber keineswegs "die schlechteste Progplatte des Jahrhunderts", da gibt es ganz andere Kandidaten ;-)
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
9.5.2004 |
| Letzte Änderung: |
9.5.2004 |
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"90125" war mein Einsteiger-Album zu Yes und zum Prog überhaupt... 2004 wurde das Album nun in einer Expanded & Remastered-Version mit 6 Bonus-Tracks wiederveröffentlicht. Grund genug auch noch meinen Senf dazuzugeben...
Manchmal muss ich über den "Standesdünkel" meiner Rezensenten-Kollegen schon etwas schmunzeln... "schlechtestes Prog-Album aller Zeiten", "Dat is' Power-Pop", "Pop-Musik, aber wenigstens gute..." Oh Mann! Wann hat denn Pop jemals so genial und so angeproggt geklungen wie hier (dann würde ich nur noch Pop hören...)? Bitte die Scheuklappen ablegen, meine Freunde!
Die Einzeltitel wurden ja nun schon ausführlich seziert, also hier nur noch ein paar Blitzgedanken:
"Owner Of A Lonely Heart" - einer der (vielleicht der) anspruchvollsten Hit-Songs, den ich kenne
"Hold On" - Bombast-Rock ohne Reue
"It Can Happen" - Prog-Pop... Yes begründen ein neues Genre, leider verfolgen sie es nicht konsequent weiter
"Changes" - Coole Kombination aus Prog und einer Rock-Halbballade
"Cinema" - zugegebenermaßen ein Highlight der CD, wenn alles in diesem Stil gewesen wäre, hätten wir hier einen 15-Punkte-Kanditaten
"Leave It" - Hammer! Der Übergang von "Cinema" zu "Leave It" mit dem A-Capella-Intro ist ein Moment für die Ewigkeit
"Our Song" - ist leider nur nett, aber schön treibend, erinnert mich aber irgendwie an Asia
"City Of Love" - das Bass-Intro mit dem darübergelegten Gesang! Es entwickelt sich ein echtes Rock-Highlight, mehrmals hören, einer der 'geheimen' Höhepunkte des Albums
"Hearts" - ein netter, verspielter Abschluss
Das ist Prog-Pop, meine Herren, leider haben Yes diese Schiene schon mit dem Nachfolger "Big Generator" schon wieder ein Stück verlassen... alleine dafür, dass dieses Album vielen den Weg zu Yes und zum Prog geebnet hat (außer mir kenne ich da noch ein paar ähnlich gelagerte Fälle), hat dieses Album Kultstatus.
Die Bonustracks der 2004er-Neuauflage sind eher durchwachsen:
Auf der Haben-Seite sind ein Single-Edit und eine reine A-Capella-Version von "Leave It" und die "Cinema"-Version von "It Can Happen" (also Rabin singt statt Anderson, leichte Änderungen im Arrangement).
Auf der Mega-Ürgsel-Seite: Zwei üble AOR-Schinken namens "Make It Easy" und "It's Over" (ja, so grausam hätte es auch werden können) und ein furchtbarer 'Remix' von "Owner Of A Lonely Heart" (das ist noch schlimmer wie die Maxi-Single, die auf diesen Seiten schon mal vorgestellt habe).
Fazit: "90125" ist ein Kult-Album, welches in jede Yes-Sammlung (eigentlich jede Prog- / Rock-Sammlung) gehört.
| Anspieltipp(s): |
Owner Of A Lonely Heart, Leave It, City Of Love |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
4.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
29.6.2011 |
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Gaaanz ganz oben auf dieser Seite, in der ersten Rezension steht ein Hinweis, der, wenn nicht schon bekannt, die Leser elektrisiert haben dürfte: Udo schreibt, "Gerüchtehalber ist "Cinema" nur ein kurzer Ausschnitt aus einem wesentlich längeren Song, von dem aber meines Wissens nie Aufnahmen aufgetaucht sind." Dem ist tatsächlich so. Es gibt zwar keine Aufnahmen, laut Alan White wurde damals allerdings an dem Lontrack "Time" (angeblich ca. 20 Minuten) herumkomponiert, leider waren nur Teile davon festgeklopft. Daher gab es ihn auch nicht auf der expanded edition zu hören (Einige hatten das Stück ja vermißt). Es scheint mir aber ziemlich sicher, daß "Make it easy" ein Teil dieses Longtracks war, und seit Trevor Rabins obskurem Release "90124" fühle ich mich in meiner Vermutung bestärkt. Hier hört man, daß beide Teile einst unter dem Titel "Don't give in" zusammengehörten. Auch wird der entsprechende Track dort an einer Stelle ausgeblendet, an der ganz offensichtlich ein neuer Teil beginnt.
Interessant ist dabei, daß die Meisten diese beiden Teile als entgegengesetzt empfinden: Thomas z. B. sieht "Cinema" als Highlight, "Make it Easy" auf der Ürgsel-Seite, und trotzdem gehören beide zusammen. Man hört das auch an den Harmonien und kleinen Melodiebausteinen. Andererseits haben meine Vorrezensenten natürlich recht. Der Grund hierfür liegt in dem, was seit "90125" das, sagen wir mal, Problem von Yes ist: Sie haben sich von der kollektiven Kompositionsweise der 70er abgewandt, seither bringt jedes Mitglied statt kurzer Schnipsel mit vielen Anschlußstellen recht weit vorangetriebenes Material mit zu den Sessions. Dadurch klingen sämtliche Platten seit "90125" sehr songorientiert - einschließlich der "Keys"-Alben übrigens, deren Longtracks einfach durch das Aneinanderreihen mehr oder weniger fertiger "Stücke" entstanden sind. Für "90125" wurde zum ersten Mal so komponiert. Der Stilwechsel, der mit diesem Album stattgefunden hat, ist also nicht, wie Viele immer noch glauben, die Schuld Trevor Rabins (auch wenn er fast alle Stücke auf 90125 komponiert hat - man halt halt einfach nicht mehr an ihnen gearbeitet), auf sein Konto geht lediglich die Veränderung der Soundgestalt der Band, weil er halt ein - äh - sehr anderer Gitarrist ist als Steve Howe, und es bei Yes immer schon vor allem auf die Gitarre, und nicht, wie immer behauptet, auf die Keyboards ankam! Kein Wechsel an der Keyboardposition hat besagte Soundgestalt je so verändert wie die Wechsel von Howe zu Rabin und zurück. Letztlich wird man das Album nur dann gerecht beurteilen können, wenn man es als ein Cinema-Album ansieht, das erst im letzten Moment den Namen "Yes" bekommen hat. Rabin hat mehrfach geäußert, dass er völlig anders komponiert hätte, wenn er gewusst hätte, dass er an einem Yes-Album arbeitete. Das aber nur nebenbei. Die Technik des Aneinanderreihens mehr oder weniger fertiger "Stücke" jedenfalls ist auch bei dem verschollenen Longtrack der Grund dafür, warum er vielleicht besser verschollen bleibt....
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
20.9.2005 |
| Letzte Änderung: |
23.3.2013 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes
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