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Yes - Big Generator
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STATISTIK
20888 Rezensionen zu 14212 Alben von 5456 Bands.
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Yes

Big Generator

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1987
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: ATCO Records
Durchschnittswertung: 6.67/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Jon Anderson vocals
Trevor Rabin gtr, keyboards, vocals
Chris Squire bass, vocals
Alan White drums, percussion
Tony Kaye keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Rhythm Of Love 4:49
2. Big Generator 4:31
3. Shoot High Aim Low 6:59
4. Almost Like Love 4:58
5. Love Will Find A Way 4:48
6. Final Eyes 6:20
7. I'm Running 7:34
8. Holy Lamb 3:15
Gesamtlaufzeit43:14


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 6)


Big Generator macht im Prinzip dort weiter wo 90125 aufhörte.

Tatsächlich muss auch ich sagen, dass ich "Big Generator" fast höher bewerten würde als "90125"; die Songs sind zwar aus dem gleichen Power-Pop-Garn gesponnen (vgl. meine Bemerkungen oben) und eine ganz so geniale Single wie "Owner" fehlt (obwohl der Song "Big Generator" sich mächtig Mühe gibt, die "Owner"-Formel in grün zu kopieren...). Allerdings ist der Sound etwas farbiger und abwechslungsreicher, begonnen mit dem coolen Gesangs-Intro zu "Rhythm Of Love", über die Bläser auf "Almost Like Love", das tatsächlich ganz ordentlich abgeht, hin zum Streicher-Intro von "Love Will Find A Way", das dann aber im Übergang zum wieder ziemlich billigen "song proper" an der Rabin-Krankheit des unmotivierten Zusammenkleisterns grundverschiedener Teile leidet.

Aber leider kommen dazu zwei Totalausfälle: das zähe, zähe, zähe, zähe "Shooooooot Hiiiiiiiigh, Aiaiaiaiaiaim Looooooow" und das Anderson-Ditty "Holy Lamb", die die Wertung wieder runterziehen. Im Endeffekt kann ich nur sagen: wenn man unbedingt mal hören will, wie die Rabin-Yes klingen, dann ist es egal, ob man mit "90125" oder "Big Generator" einsteigt. Wenn man die eine mag, wird man die andere mögen, wenn man die eine hasst, wird man die andere hassen. Aber bei einem bleibe ich trotz Olivers 9 Punkte (s.u.): Finger weg von "Talk", die ist immer noch ein gutes Stück schlechter als beide...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2002
Letzte Änderung: 6.6.2002
Wertung: 7/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 6)


Ich stimme Udo in vielen Dingen zu, nur in einem nicht: "SHOOT HIGHT, AIM LOW" ist der einzige Song der YES (WEST) Ausgabe, der mir im Ohr bleibt, der so etwas wie Seele besitzt, auch wenn er musikalisch recht einfach gestrickt ist. Ihn würde ich auch heute gern live hören. Er ist alles andere als zäh ;-). Aber der Rest, bitte wegprogrammieren, allein die Titel erinnern eher an Modern Talking (wo finde ich das Wort LOVE mal nicht...). Aufgemotzter Pop, für den, der sich progressiv hält, aber sich nicht traut ;->

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.6.2002
Letzte Änderung: 7.6.2002
Wertung: 2/15
aber nur wegen "Shoot high.."

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Von: Oliver Mensing (Rezension 3 von 6)


Big Generator macht im Prinzip dort weiter wo 90125 aufhörte: Genialer Rock-Prog mit Anspruch und fetter Produktion von Rabin und Horn. Mit dem Unterschied, daß hier die Kontraste wesentlich größer sind als auf 90125. Zum einen charttaugliche und kommerziell angefärbte Songs wie Rhythm of Love und Love Will Find A Way, zum anderen abgefahrene Tracks wie das Titelstück Big Generator oder I'm Running (mit Mörder-Squire-Bass und großartigem Finale). Dazu gesellen sich dann noch ruhigere Parts zum Relaxen (Shoot High... und Holy Lamb).

Letztgenanntes hätte auch gut auf eine Jon & Vangelis gepasst. Auch das völlig Yes-untypische Almost Like Love ist ein Song der besonderen Art: Abgeh-Drums und Fanfaren treffen auf Jon Anderson in Perfektion. Eine ultracoole Mischung mit hymnenhaften Vocals und Gitarrengimmicks. Ab Minute 3:51 setzt Anderson noch einmal zu einem stimmlichen Höhenflug der Extraklasse an. Wow! Unbedingt auf Kopfhörer anhören! Final Eyes ist ein typischer Rabin-Song mit genialen Gitarren, harmonischen Keys und Gänsehaut-Anderson-Stimme. Herz, was willst Du mehr? Für Alt-Yes'ler ist Big Generator mit Sicherheit nichts (ich bin schon auf Udo's Antwort auf diese Rezi gespannt!), aber für mich stellt dieses Album die Schnittstelle zwischen 90125 und Talk dar. Also was liegt zwischen 12 und 14? Ja, richtig, die 13!

Anspieltipp(s): Shoot High Aim Low (wegen seiner Atmosphäre), Almost Like Love, Final Eyes
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 6)


Keine Frage : BG ist sicher nicht höher einzustufen als 90125. Dazu fehlt sowohl die kompositorische Klasse als auch das Ueberaschungsmoment, das der Vorgänger noch hatte. Und um gleich die Brücke zu Talk zu schlagen : das ist dann nochmal ein wenig tiefer anzusiedeln als BG. Wo 90125 als Zuckerstückchen noch einige Progausflüge einbrachte, da ist BG bloss noch ein blankpoliertes Hitparaden-Popalbum. Produktion und Sound sind wiederum exzellent. Und zum ersten Mal kann man ein Yes-Album wohl bedenkenlos als Partymusik auflegen...

"Rhythm of love" geht locker als Dancefloor-Rocker durch. Und den Klang der snaredrum habe ich schon immer geliebt. Und ganz witzig sind die nach Beach Boys klingenden Background-Uhuhus vor dem Refrain (bei "night time fever burning..."). Ist noch konsequenter auf Mainstream getrimmt als das doch noch etwas variablere "owner of a lonely heart".

"Big Generator" setzt nochmal eins drauf. Tiefe Riffs und krachende beats schmettern einem entgegen. Die Komposition ist abwechslungsreicher als der opener. Ruhige Momente wechseln sich mit Kracherpassagen ab.

Hier werfe ich die CD meistens wieder aus, denn :

"Shoot high aim low" ist mir zu lang und zu langweilig. Es will stimmungsvoll sein, was aber nicht gelingt. Ganz nett das Gitarrensolo und ein wenig Bombast am Schluss. Zu wenig.

"Almost like love" ist simpelster, kruder Rock-Krach-Müll.

"Love will find a way" hat wenigstens noch eine schöne Melodie und wird übrigens später auf Talk in Form von "walls" nochmals aufgewärmt. Aber auch zu wenig.

"Final eyes" klingt anfänglich beinahe ein wenig nach den frühen Genesis. Aber nach dem guten Anfang wird der Song im Mittelteil banal vergeigt. Ausserdem geht mir hier Andersons Stimme irgendwann tierisch auf den Geist, da er die höchsten Töne teilweise so rauspresst, dass das Trommelfell schmerzt. Das Stück hätte wohl Potential, aber immer wenn es mal gerade spannend wird, kommt die kalte 08/15-Dusche der X-Beliebigkeit und spült alles weg.

"I`m running" beginnt mit witzigem Einspiel Marke "Los Lobos", dann folgt atmosphärischer Gesang, von Tiefbass und Synthifundament unterlegt, schliesslich ein banaler Refrain. Anschliessend geht es metrisch und harmonisch etwas anspruchsvoller zu und her. Viele kleine Soundeffekte machen das Stück interessant und spannend. Gehört auf die Haben-Seite der Platte.

"Holy lamb" gehört dagegen geschlachtet.

Nicht, dass die Platte wirklich schlecht wäre, aber es mangelt irgendwie an Ideen, alles ist sehr ähnlich, klanglich uniform glattpoliert, Videoclip-tauglich und ohne Ecken und Kanten. BG kann gut im Hintergrund laufen und keiner stört sich dran. Für mich beginnt mit diesem Album der Abstieg von Yes.

Anspieltipp(s): Rhythm of love, Big Generator
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.6.2003
Letzte Änderung: 12.6.2003
Wertung: 5/15
Hochglanzpop ohne Ecken und Kanten !

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 6)


Da startete doch jemand dieser Tage in unserer kleinen [progrock-dt] eine Umfrage nach den schlechtesten Yes-Alben. Also flugs mal ein paar potentielle Kandidaten durchgehört, man will ja eine fundierte Antwort geben. Zu den heißen Anwärtern gehört mit Sicherheit auch "Big Generator", das zweite Album der Rabin-Ära.

Mir geht es mit "Big Generator" ähnlich wie Andreas: ausgerechnet das von einigen anderen besonders kritisierte "Shoot High, Aim Low" finde ich den einzigen Song, der hier in voller Länge erträglich ist. Nicht besonders komplex (wie auch der Rest), aber dafür mit Atmosphäre. Auch den abwechselnden Gesang von Anderson und Rabin (?) finde ich recht reizvoll.

Der Rest ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert. Ein paar originelle Momente hie und da wie die Gesangs-Intros zu "Rhythm of Love" und dem Titelsong reißen das Album nicht wesentlich aus dem auf AOR getrimmten Einheitssound heraus.

Fazit: "Big Generator" die Aufnahme in den Kreis der schlechtesten Yes-Alben souverän gemeistert. Insgesamt finde ich es aber noch geringfügig besser als den Nachfolger "Union", daher gibt es einen Punkt mehr.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.3.2004
Letzte Änderung: 5.3.2004
Wertung: 5/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 6 von 6)


1985: Yes waren von der erfolgreichsten Tournee ihrer Karriere zurückgekehrt: In ziemlich genau einem Jahr hatte die Band 139 Shows rund um den Planeten gespielt. Nach dem verdienten Urlaub versammelten sich alle Yes-Musiker im September Fümmenachzich in Italien, um ein neues Album aufzunehmen, dessen Veröffentlichung für Januar oder Februar 1986 ins Auge gefasst war.

Haste dich geschnitten.

Denn nichts war es gewesen mit der Erholung: Jon Anderson hatte sich schon Anfang der 80er Jahre von seiner Frau Jenny scheiden lassen, Chris Squire hatte sich gerade frisch von seiner Frau Nikki frisch getrennt und lebte seit kurzem in Hollywood, wo er Nacht für Nacht das Leben eines Rockstars lebte. Mit den entsprechenden Folgen…

Trevor Rabin schlug nun vor, das Album im italienischen Carimate am Comer See aufzunehmen. Dort hatte ein Kumpel sein Lark Studio in einem Schloss eingerichtet. Die Idee: Steuern sparen. Aber nicht alle zogen mit: Squire wollte lieber im angestammten Londoner SARM-Studio Trevor Horns oder in Rabins eigenem Studio in Los Angeles arbeiten (und danach Party machen). Rabin dagegen war der Meinung, gemeinsam Zeit in Italien zu verbringen, würde die Band enger zusammenschweißen.

Das wäre auch nötig gewesen: Nach dem Riesenerfolg von "90125" und "Owner of a Lonely Heart" war der Druck von Plattenfirma und Management auf die Band natürlich immens. Und so wurde ein Plan, ähnlich wie bei "Abbey Road" Songs und Songfragmente an- und ineinander zu montieren, schnell verworfen. Stattdessen sollte sich die Band darauf konzentrieren, mit der schnellen AOR-Single schnelles Geld zu machen, das hatte ja bereits beim Vorgängeralbum gut funktioniert. Eine Idee Rabins, sein Mussorgski-Arrangement "Promenade" auf das Album zu nehmen, wurde dementsprechend gleich mit verworfen. (Das Demo zu diesem Stück wurde später auf Trevor Rabins Album 90124 veröffentlicht.)

Die "neuen" Yes standen nun zum ersten Mal vor der Aufgabe, gemeinsam ein Album zu fabrizieren. "90125" hatte ja hauptsächlich aus Songs Rabins bestanden, weil die Band kaum eigenes Material hatte und die Plattenfirma Rabins Musik für leichter vermarktbar hielt. Zu Recht. Diesmal war die Aufgabe schwieriger: Trevor Horn war nun mit einer Band konfrontiert, die in eine andere Richtung zog als er, deren Mitglieder sich aber auch untereinander nicht grün waren. Vor allem zwischen Jon Anderson auf der einen und Trevor Rabin und Chris Squire auf der anderen Seite gab es häufig Streitigkeiten: Anderson wollte zu der klassischen kollektiven Kompositionsweise der siebziger Jahre zurück, während Rabin und Squire den fertigen, konzisen Song favorisierten. Rabin und Squire hatten die Plattenfirma und damit auch den Produzenten auf ihrer Seite, und gewannen. Neben Anderson legte sich Horn auch wieder mit Tony Kaye an. Er sagte ganz offen, dass er nicht wolle, dass Tony Kaye auf diesem Album Keyboards spielt. Stattdessen ließ er Rabin die Tasten bedienen. Was nicht bedeutet, dass diese beiden gut miteinander zurecht kamen, ganz im Gegenteil. Rabin versuchte zunehmend, Einfluss auf die Produktion des neuen Albums zu nehmen. Das ging so weit, dass er Horn seine alleinige Produzentenposition streitig machte. Im Dezember 1985 zog Trevor Horn dann die Konsequenzen – und die Reißleine.

Zur gleichen Zeit promotete Atlantic Records das neue Yes- Album, das sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal am Horizont abzeichnete, als das neue "Dark Side of the Moon"…

Yes rannten nun Trevor Horn nach London hinterher und schafften es dort immerhin, einige der Schlagzeug- und Basstracks aufzunehmen. Doch der Streit eskalierte. Rabin war mit dem Schlagzeugsound auf "I'm Running" derart unzufrieden, dass er Alan White später alles neu einspielen ließ.

Rabin riss nun alles an sich. Der ganze Kindergarten wechselte nach Los Angeles, wo Rabin nun im Alleingang das Album fertigstellte. Zuletzt wurde noch Paul DeVilliers hinzugezogen, aber auch der konnte nicht verhindern, dass die Band alles andere als glücklich mit dem Ergebnis war: Squire war der Bass zu leise, Kaye hatte immer noch keine Taste gedrückt, und Jon Anderson fühlte sich aus der Band gedrängt. Anfangs hatte er zu der kollektiven Kompositionsweise zurückkehren wollen, später schwenkte er dann auf die Linie von Rabin, Squire, Horn und Atlantic ein und brachte fertige Songs mit – die dann aber auch keiner hören wollte. Zu Recht: Sein einziger eigenständiger Beitrag zu "Big Generator" ist das Schlaflied "Holy Lamb", ein musikalisches Nichts, das mit allerlei Studiotricks zu pompösen Ausmaßen aufgeblasen wurde - und für einen Vermarkter eine wahre Horrorvorstellung sein dürfte, zumal in den 80ern. "The Arms of Love" und "Let's Pretend" wurden nicht einmal in Betracht gezogen (letzteres war immerhin später auf dem Album "Anderson Bruford Wakeman Howe" zu hören). Rabin dagegen hatte klare Vorstellungen von seinen Songs. Ein Traum für jede Plattenfirma. Anderson zog die Konsequenzen und verließ nach dem Ende der "Big Generator"-Tour die Band.

Entsprechend der eigentlich erst mit diesem Album einsetzenden Umstellung der Band auf fertige Songs, die von einzelnen Bandmitgliedern und nicht von der ganzen Gruppe gemeinsam komponiert wurden, enthält "Big Generator" vergleichsweise einfache Pop-Rock-Songs, die nicht zu den anspruchsvollen Kompositionen der siebziger Jahre passen - auch wenn der eine oder andere mit einem Streichquartett gepimpt wurde. Atlantic Records hatte Yes zu einer erfolgreichen AOR-Band umgebaut. Mit katastrophalen Folgen: "Big Generator" war das letzte Yes-Album für Atlantic Records. Die Band zerfiel nach der Tour und war seither nie wieder mehr als ein loses Kollektiv von Musikern, die sich ab und zu unter verschiedenen Namen zusammenfanden, um neue Alben aufzunehmen, sei der um der alten Zeiten (ABWH, "Talk", "Keys to Ascension", "Fly from here"), sei es um des Geldes willen ("Union", "Open Your Eyes" – und die genannten).

Trotzdem, es gibt Unterschiede: Es gibt die einfachen, kurzen Songs wie "Love will find a Way" (das Trevor Rabin eigentlich Stevie Nicks zugedacht hatte, das spricht Bände), "Shoot high, aim low" oder "Holy Lamb", "Rhythm of Love", in dem es ums Ficken geht, es gibt aber auch anspruchsvollere und dann etwas längere Stücke, darunter "I'm Running" und "Almost Like Love", die eine Art Latin-Prog zu etablieren versuchten. Herausragend auch der Titelsong "Big Generator". Blass bleibt eigentlich nur "Final Eyes", ein Song, an den sich wohl kaum jemand erinnert.

Auch wenn die Band mit dem Album nicht sehr zufrieden ist, und auch wenn die Fans, ein wenig gequält, "90125" vorziehen, für mich ist "Big Generator" das stärkere 80er-Album. Es hat vielleicht nicht die Höhen, es hat aber vor allem nicht die Tiefen des Vorgängers, ist homogener, rockt saftiger. "90125" war sleeker, stylisher, kühler, cooler, ist aber auch stärker gealtert. "Big Generator" rockt noch heute – wenn man es mag.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2014
Letzte Änderung: 22.1.2014
Wertung: 8/15
Das beste AOR-Album der Band

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Yes 8.20 5
1970 Time And A Word 9.25 4
1971 The Yes Album 10.00 5
1972 Fragile 11.50 4
1972 Close To The Edge 13.88 10
1973 Yessongs 12.67 3
1973 Tales From Topographic Oceans 13.00 7
1974 Relayer 14.38 8
1975 Yessongs (VHS/DVD) 11.00 2
1975 Yesterdays - 2
1977 Going For The One 10.29 7
1978 Tormato 7.00 7
1980 Drama 11.57 7
1980 Yesshows 10.00 3
1981 Classic Yes 12.00 2
1983 90125 8.00 7
1985 9012 Live - The Solos 5.00 3
1991 Union 5.14 7
1991 Owner Of A Lonely Heart - 1
1991 YesYears 13.00 2
1992 Yesstory - 1
1992 Union Tour Live (DVD) 7.00 1
1993 Symphonic Music of Yes 2.00 1
1993 Highlights - The Very Best of Yes - 1
1994 Talk 6.17 6
1994 Yes Active - Talk (CD-ROM) 8.00 1
1996 Keys To Ascension 8.00 4
1996 Live in Philadelphia 1979 (DVD) 4.00 1
1996 Keys to Ascension (VHS/DVD) 7.00 1
1997 Keys To Ascension 2 10.50 4
1997 Open Your Eyes 4.17 6
1997 Something's coming - the BBC Recordings 1969-1970 9.00 2
1998 Yes, Friends and Relatives 3.00 2
1999 Musikladen live (DVD) 6.00 1
1999 The Ladder 6.00 7
2000 House of Yes - Live from House of Blues (DVD) 8.00 2
2000 The Best of Yes - 2
2000 Masterworks 8.00 1
2000 House Of Yes - Live From House Of Blues 6.00 2
2001 Magnification 8.00 9
2001 Keystudio 9.00 2
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 2 (DVD) 14.00 1
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 1 (DVD) 13.00 2
2002 Extended Versions - 2
2002 Yes today - 1
2002 Symphonic Live (DVD) 10.00 3
2002 In a Word: Yes (1969- ) 12.50 2
2003 Greatest Video Hits (DVD) 3.00 1
2003 Yes Remixes 2.00 1
2003 YesSpeak (DVD) 9.67 3
2003 YesYears (DVD) 10.00 1
2004 Yes Acoustic (DVD) 6.00 2
2004 The ultimate Yes 10.00 2
2004 Inside Yes. 1968 - 1973. An independent critical review. (DVD) 10.00 1
2005 The Word is Live 11.00 1
2005 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (DVD) 10.50 2
2005 Inside Yes Plus Friends and Family (DVD) 11.00 1
2006 9012Live (DVD) 10.00 2
2006 Essentially Yes - 1
2007 Live at Montreux 2003 - 1
2007 Live at Montreux 2003 (DVD) 9.00 1
2007 Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set - 1
2008 The New Director's Cut 9.00 1
2009 The Lost Broadcasts 7.00 1
2009 Rock Of The 70's 7.00 1
2010 Keys to Ascension (2CD + DVD Box Set) 10.00 1
2010 Live in Chile 1994 10.00 1
2011 In The Present - Live From Lyon 9.00 2
2011 Live on Air - 1
2011 Fly from here 8.67 6
2011 The Revealing Science Of God 7.00 1
2011 Union Live (DVD) 11.00 1
2012 Yessongs - 40th Anniversary Special Edition (Blu-Ray) - 1
2013 The Studio Albums 1969-1987 - 1
2014 Heaven & Earth 5.17 7
2014 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (3CD Set) 9.00 1
2014 Like It Is - Yes at the Bristol Hippodrome 6.00 1

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